Adieu Gent – Bon jour Bruxelles

Brüssel, Sint-Katelijneplein
IconBrüssel, Sint-Katelijneplein
Kirche Sainte Catherine

 

Brüssel, Börse
IconBrüssel, Börse
Fotoausstellung

 

Während Karin noch die letzten Habseligkeiten einpackt – darunter auch die Hose, die in Antwerpen mit portugiesischem Rotwein übergossen und der Waschmaschine des hiesigen Apartments frisch gewaschen und sauber entnommen wurde – geht Alexander Frühstück für uns holen. Diesmal ist es die Kette „Le Pein Quotidien”, welche mit frischem, süßem Gebäck lockt.

Nett auch die Aufforderung, doch während des Essens das Handy wegzulegen und sich dafür auf einen Kaffee aufs Haus einladen zu lassen. Die Schilder, auf denen die Einladung steht, fotografiert Alexander, um sie Karin beim Frühstück in unserem Apartment zu zeigen. Wir machen uns den Kaffee dazu selbst, legen aber trotzdem die Handys weg und planen mit vollem Mund unseren Tag.

Eine knappe Stunde fährt man von Gent nach Brüssel, unserem nächsten und letzten Ziel in diesem Urlaub. Nachdem Gent eine Großstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Metro und Bussen ist, werden wir unseren Mietwagen schon heute zurückgeben und die dreieinhalb Tage, die wir in Brüssel verbringen, zu Fuß und mit Öffis unterwegs sein.

Nach dem Frühstück waschen wir noch schnell das Geschirr ab, hinterlassen ein paar Zeilen im Gästebuch und den Schlüssel am vereinbarten Ort.

Adieu Gent! Schön war’s hier.

Brüssel, Grand-Place
IconBrüssel, Grand-Place

 

Brüssel, Grand-Place
IconBrüssel, Grand-Place

 

Nach einer unspektakulären und relativ kurzen Autofahrt erreichen wir das Viertel Sainte-Catherine im Herzen von Brüssel. Unser B&B „Be in Brussels” liegt in einer der kleinen Gassen die von den großen Wasserbecken wegführen. Wir haben Glück, denn ein paar Gäste und der Besitzer sind gerade am Frühstückstisch und so können wir unser Gepäck abgeben und uns ausmachen, wann wir das Zimmer beziehen können.

Um 13:00 Uhr wär’s recht. Bis dahin ist nicht nur sauber gemacht, sondern auch ein neues Klimagerät beschafft, denn das alte hat seinen Geist aufgegeben und die Hitze ist nach wie vor fast unerträglich in der Stadt. Passt, danke, dann retournieren wir jetzt mal den Mietwagen!

Gesagt, getan – auch das ist rasch erledigt. Mit der Metro fahren wir zurück zur Place Sainte-Catherine. Die Station ist nur wenige Meter von unserer Bleibe entfernt. Haben wir ja auch extra so gewählt.

Nach obenDansaert und Dejeuner in Sainte-Catherina

Brüssel, Grand-Place
IconBrüssel, Grand-Place
Rathaus

 

Brüssel, Grand-Place

 

Es ist immer noch Zeit, bis wir einchecken können und so spazieren wir ein bisschen im Viertel umher. Eigentlich sind es ja zwei Viertel, die hier friedlich nebeneinander koexistieren, nämlich Dansaert und eben Sainte-Catherine.

Das Viertel rund um die Rue Antoine Dansaert, von dem es auch seinen Namen hat, ist ziemlich angesagt. Wenn man sich für Mode interessiert, wird man hier bestimmt fündig, denn es gibt alles, was originell und extravagant ist. Vintage, Slowfashion, ethische Mode, Upcycling … für jeden Geschmack und jedes Budget findet sich eine passende Boutique hier. Karin bekommt ganz große Augen, aber da Einkaufen nicht auf unserem Programm steht, gehen wir trotzdem weiter.

Im zweiten Teil des Viertels, Sainte-Catherine, geht es nicht weniger lebendig zu. Rund um die Kirche gleichen Namens geht es weniger um Mode, denn um kulinarische Genüsse. Sainte-Catherine ist eine beliebte Gegend für trendige Lokale, Restaurants und Bars. Aber auch historisches und architektonisches Kulturerbe sind vorhanden und laden ein, mit offenen Augen durch das Quartier zu gehen.

Brüssel, Galleria Staint-Hubert

 

Brüssel, Restaurant Au Brasseur

 

Das ist gerade die richtige Gegend, um uns ein nettes Lokal für ein Mittagessen zu suchen, bevor wir zum Hotel gehen.

Vieles lockt und lädt ein, fast können wir uns nicht entscheiden. Doch schließlich fällt die Wahl auf ein Bistro namens Charli Salé und wir nehmen im 1. Stock des Lokals Platz, wo nett gedeckt und vor allem klimatisiert ist.

Das Essen wird ganz frisch zubereitet und die fleischlose Vollwertküche trifft vor allem Karins Geschmack, doch auch Alexander findet zum Glück etwas, um seinen Hunger zu stillen. Lustigerweise sitzt auch der Besitzer unseres B&B’s zwei Tische weiter und winkt mit vollem Mund zu uns herüber. Na, wenn die Locals hier auch einkehren, dann muss es ja gut sein!

Wir sind etwas später gekommen und essen daher noch, als der Besitzer schon aufsteht und geht. Wir sehen uns gleich im B&B!

Gesagt – getan. Wir beenden unser Mittagessen und zweimal umgefallen sind wir schon bei unserer Bleibe hier in Brüssel. Der Besitzer ist nett, das Zimmer grundsätzlich auch. Nur leider irre heiß! Die Temperaturen sind in den letzten Tagen mörderisch und das kleine Klimagerät kommt fast ins Schwitzen vor lauter Anstrengung, den Raum auf erträglich runterzukühlen. Wir hoffen das Beste für die Nacht!

Brüssel, Galleria Staint-Hubert
Konditorei

 

Brüssel, Scotts Bar
IconBrüssel, Scotts Bar
Katze am Fahrrad

 

Nachdem wir uns mit unserem Zimmer vertraut gemacht und unsere Siebensachen verstaut haben, geht es nun weiter mit der Erkundung unserer unmittelbaren Umgebung.

Bei Frederic Blondeel, einem der berühmten belgischen Chocolatiers, gibt es nicht nur das schwarze Gold, sondern auch Eis. In einem mit Schoko glasiertem, selbstgemachten Stanitzel und garniert mit einem Schokotaler versteht sich. Eis ist gerade das Richtige für die vorherrschenden Temperaturen und Schoko ist sowieso immer gut. Also her damit!

Schleckend schlendern wir weiter über den Sint-Katelijnplein, vorbei an der Börse, wo gerade eine Fotoausstellung von Steve McCurry stattfindet, mitten ins Zentrum von Brüssel, auf den Grand-Place.

Nach obenIn Brüssels Salon – auf und um den Grand-Place

Brüssel

 

Brüssel, Kaufhaus Hema

 

Was für ein Anblick! Zurecht gilt Brüssels Grand-Place als einer der schönsten Plätze der Welt und zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die große, kopfsteingepflasterte Fläche ist von Zunfthäusern und anderen prachtvollen Gebäuden umrahmt. Die meisten Häuser stammen aus dem 17. Jahrhundert, doch das Rathaus, welches architektonisch dominiert ist aus 1402.

Allerlei goldene Verzierungen sowie Statuen und Inschriften können wir ringsum bewundern und uns gut vorstellen, wie spektakulär große Veranstaltungen oder der berühmte Blumenteppich hier aussehen müssen. Kein Wunder, dass auch Baudelaire und Victor Hugo über den Grand-Place ins Schwärmen kamen.

Gleich um die Ecke ist ein weiteres architektonisches Highlight von Brüssel – die Galeries Royales Saint-Hubert. Man ist an Mailand erinnert, was nicht weiter verwundert, da die Galerien im Stil der florentinischen Renaissance erbaut wurden. Cafés, teure Boutiquen und traditionelle Geschäfte reihen sich hier unter dem gläsernen Dach aneinander.

Vor einem der Ausgänge befindet sich eine witzige Statue namens „Die Katze auf dem Fahrrad”, die genau das zeigt – ein kurviges Katzenmädchen im Comic-Stil auf einem Fahrrad.

Apropos weibliche Statue – zu unserem Erstaunen sehen wir wenige Gassen weiter eine Bronzestatue namens Jeanneke Pis. Manneken Pis kennt man ja, aber das weibliche Pendant, das hier ebenfalls vor sich hinpinkelt, steht auch erst seit 1985 hier. Historischen Hintergrund hat das Mädel keinen und uns interessiert ehrlich gesagt das Delirium Café gegenüber auch mehr.

Brüssel, Comic Zentrum (Museum)
Lucky Luke, Jolly Jumper

 

Brüssel, Comic Zentrum (Museum)

 

Auf unserem Weg zum Belgischen Comic-Museum kommen wir auch an der Wolvengracht Nr. 18 vorbei, wo sich einst einer der wichtigsten Orte des Brüsseler Nachtlebens befand – das Theatre La Gaite.

Unter der lächelnden Maske im Stil der Beaux-Arts wurde 1912 ein Theater eröffnet, in welchem Operetten, Komödien und Revuen auf dem Programm standen.

Im Untergeschoss, unabhängig vom Theater, war die Gaity-Bar ein Tanzkabarett und später weltberühmter Nachtclub.

Beides ist mittlerweile geschlossen und so erinnert nur mehr das lächelnde Gesicht der Fröhlichkeit an ebendiese, welche in dem heute denkmalgeschützten Gebäude zuhause war.

Nächster Halt Comic-Zentrum. Schon von außen ist auch dieses Museum sehenswert, denn es befindet sich in einem ehemaligen Warenhaus. 1906 wurden die Magasins Waucquez vom bekannten belgischen Jugendstil-Architekten Victor Horta als Kaufhaus für den Textilgroßhändler Charles Waucquez entworfen.

Brüssel, Comic Zentrum (Museum)
IconBrüssel, Comic Zentrum (Museum)

 

Brüssel, Comic Zentrum (Museum)

 

Große Fenster mit zarten, schmiedeeisernen Jugendstil-Gittern lassen viel Licht in die offenen Räume des einstöckigen Gebäudes. Wo man einst Stoffe bewundern konnte, sieht man nun seit dem 6. Oktober 1989 Schätze aus der Welt des Comics. Darunter Original­zeichnungen, teilweise nur in Schwarzweiß und unkoloriert, die einzigartig sind.

Das Jugendstil-Juwel konnte dank Einsatz eines ehemaligen Schülers und Mitarbeiter von Victor Horta gerettet werden und Brüssel sowie die Comics-Szene erhielten ein Dokumentations­zentrum internationalen Ranges.

In der Bibliothek im Erdgeschoss findet man nicht nur Lesestoff, sondern man wird gleich in der Eingangshalle von Lucky Luke auf Jolly Jumper reitend begrüßt und von der Säule grinst Marsupilami Kokomiko plüschig herunter. Wie süß!

Beim Verlassen des Museums treffen wir noch auf Gaston Lagaffe samt Kaktus und Katze. Dem chaotischen Redaktionsboten, im deutschsprachigen Raum auch durch die Comic-Serie Jo-Jo bekannt, wurde hier eine Statue gewidmet.

Nach obenStatuen über Statuen

Brüssel, Kathedrale St. Michael und St. Gudula
IconBrüssel, Kathedrale St. Michael und St. Gudula

 

Brüssel, Kathedrale St. Michael und St. Gudula
IconBrüssel, Kathedrale St. Michael und St. Gudula

 

Brüssel, Kathedrale St. Michael und St. Gudula

 

Eine Statue anderer Art schauen wir uns auch gleich an, nämlich die von König Baudouin vor der Kathedrale. St. Michael und St. Gudula, häufig auch nur St. Gudule genannt, ist die Hauptkirche von Brüssel. Sie steht auf einem Hügel etwas oberhalb des Stadtzentrums genau auf dem Platz, wo schon seit dem 8. Jahrhundert eine dem Erzengel Michael geweihte Kirche gestanden hat. Daher auch der erste Teil des Namens.

Zum zweiten Teil kam es mit der Überführung der Gebeine der Heiligen Gudula im Jahr 1047. Die Legende berichtet vom sogenannten Kerzenwunder der Heiligen. Gudula ging eines Nachts zur Kirche, ihr voran eine Magd mit einer Laterne.

Der Teufel versuchte sie vom Weg abzubringen, indem er immer wieder die Kerze in der Laterne ausblies, doch ein Engel zündete sie jedes Mal wieder an. Heute ist die Heilige Gudula die Stadtpatronin von Brüssel.

Aufgrund ihrer langen Bauzeit, sie begann 1226 und dauerte ganze 3 Jahrhunderte, weist die Kathedrale mehrere Baustiele auf. Romanik, Renaissance und Brabanter Gotik, sowie Barock im Inneren und da vor allem die bemerkenswerte Kanzel aus dem Jahr 1699.

Brüssel, Kathedrale St. Michael und St. Gudula

 

Brüssel, Cinema Nova
IconBrüssel, Cinema Nova

 

Die Statue von König Baudouin, die vor dem Eingang steht, erinnert auch daran, dass Belgiens König hier Königin Fabiola am 16.12.1960 ehelichte.

Für den heutigen, ersten Tag in Brüssel haben wir genug angeschaut. Wir beschließen, in unser Hotelzimmer zurückzukehren und zunächst einmal ausgiebig zu duschen. Für ein Abendessen findet sich im Ausgehviertel Sainte-Catherine dann sicherlich auch etwas Passendes.

Auf dem Heimweg kommen wir noch an der auffälligen Fassade des Cinema Nova vorbei. Einige passionierte Filmfans leiten hier einen Kinosaal, der über die Landesgrenzen hinaus für seine nicht-kommerziellen, alternativen und originellen Filmproduktionen bekannt ist.

Nach obenAusgehen am Abend

Brüssel, Börse
IconBrüssel, Börse

 

Brüssel, Fahrrad Verleih Villo Station
IconBrüssel, Fahrrad Verleih Villo Station

 

Als die Abendsonne bereits tief steht und die Häuser lange Schatten werfen, schlendern wir wieder auf die Place Ste. Catherine. Die Kirche spiegelt sich in einem der Wasserbecken und ringsum haben inzwischen die Lokale geöffnet und Tische, Sessel und sogar Liegestühle säumen Bassins und Straßen.

Die Wasserbecken sind Überbleibsel des alten innerstädtischen Hafens, der einmal hier lag. Die Senne mit ihren Nebenarmen und den Grachten war seit dem 11. Jahrhundert eine wichtige Wasserstraße für Handel und Gütertransport.

Auch die österreichische Kaisern Maria Theresia, die im 18. Jahrhundert über die Südlichen Niederlande und Brüssel regierte, spielte hier eine Rolle. Sie ließ den ersten öffentlichen Speicher bauen, der nicht in städtischer Hand war und somit einen günstigeren Transithandel ermöglichte.

Brüssel, Grand-Place

 

Brüssel, Galleria Staint-Hubert
IconBrüssel, Galleria Staint-Hubert

 

Lange Zeit fuhren die Schiffe mit ihren Waren bis ins Stadtzentrum, bis 1832 die Kanäle von Charleroi und Willebroek und 1883 der Eisenbahnbau harte Konkurrenz brachten und die innerstädtischen Hafenbecken eines nach dem anderen zugeschüttet wurden.

Wo früher die Fischer ihre Waren frisch verkauft haben, sieht es heute aus wie ein einziges, riesiges Lokal für Fisch und Meeresfrüchte. Ein Schlemmerparadies für Karin!

In einem Lokal namens „Les Fistons” finden wir auch ohne Reservierung einen Tisch draußen. Schnell ist klar, dass wir einen kleinen Hummer mit Butter und Kräutern teilen werden. Dazu Fritten und einen guten Weißwein. Herz was willst Du mehr?!

Mit großen Lätzchen behängt machen wir uns alsbald über die Köstlichkeit her und verlassen danach satt und zufrieden das Lokal.

Brüssel, Spiegelung Kirche Sainte-Catherine
IconBrüssel, Spiegelung Kirche Sainte-Catherine

 

Brüssel, Rue Gretry
IconBrüssel, Rue Gretry

 

Gut, dass es gleich ums Eck von unserem Hotel ist, denn nun holen wir schnell Kamera und Stativ, um uns gestärkt zur letzten Unternehmung für den heutigen Tag aufzumachen: Fotos vom Grand Place im Abendlicht bzw. Nachtaufnahmen.

Großartig, wie die Fassaden zu Beginn der blauen Stunde beleuchtet werden, und das Gold der Verzierungen und Statuen aufglänzt. Auch erstaunlich, wie viele Menschen hierherkommen, um das Spektakel zu betrachten.

Hunderte lassen sich auf dem tagsüber von der Sonne aufgeheizten Kopfsteinpflaster nieder, fotografieren, plaudern oder schauen einfach nur. Je dünkler es wird, desto mehr Menschen sammeln sich am Platz. Mit der einen oder anderen Gruppe kommen wir ins Gespräch, werden um eine Aufnahme gebeten oder nach Woher und Wohin gefragt. Eine richtig nette Atmosphäre!

Durch die nächtliche Galerie Saint-Hubert und die erleuchteten Altstadt­gässchen kommen wir schließlich wieder zum Becken bei Sainte-Catherine und fallen alsbald in unsere Bettchen. Was für ein langer und ereignisreicher Tag. Gute Nacht, Brüssel!

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