Angkor - Teil 2

Pre Rup

 

Pre Rup
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Mmmh, guten Morgen! Gut haben wir geschlafen nach dem gestrigen Sonnen­untergang am Tempelberg und wir freuen uns schon auf die Sehenswürdigkeiten, die heute auf dem Programm stehen.

Doch zunächst müssen wir uns mal selbst sehenswürdig oder besser gesagt ansehnlich machen - es ist also Morgentoilette angesagt. Danach geht's zum ausgiebigen Frühstücks­buffet.

Glück­licher­weise wissen wir mittlerweile schon, wo was zu finden ist und so sind wir von dem Angebot an Köstlichkeiten nicht mehr ganz so erschlagen. Leider kann man ja eh nicht alles essen, was hier an Gutem vor einem ausgebreitet liegt.

Rada und der Fahrer sind pünktlich wie immer und warten schon auf uns, als wir nach dem Frühstück mit unseren Fotorucksäcken in die Lobby kommen. Heute geht es in den nordöstlichen Teil von Angkor, wo wir einige Tempel besichtigen werden. Darunter auch einen, der besonders schön sein soll. Danach sollen wir den Tonle Sap See auf einer Bootstour ein wenig kennen lernen.

Nach obenTempel Pre Rup

Pre Rup, Löwe
IconPre Rup, Löwe

 

Pre Rup
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Pre Rup

 

Den Anfang macht Pre Rup, eine Tempel­anlage, im Osten von Angkor, etwa einen halben Kilometer südlich des mittler­weile aus­ge­trockneten östlichen Barays. Pre Rup bedeutet „den Körper drehen” und weist auf ein altes Begräbnis­ritual hin.

Es ist der moderne Name des Tempels und erinnert Rada gleich daran uns zu erzählen, dass der Architekt Kavindrarimathana, der diesen 961 fertig gestellten Haupttempel für Rajendravarman erbaute, die Einweihung selbst nicht mehr erlebte.

Pre Rup

 

Pre Rup
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Ursprünglich war Pre Rup dem Gott Shiva geweiht und wurde wahrscheinlich an der Stelle des ehemaligen Shiva Ashrams errichtet, der Teil von 4 ehemals von Yasovarman I. erbauten Ashrams war.

Die ursprünglichen Ashrams waren Vishnu, Brahma, Buddha und eben Shiva geweiht. Diese Aufzählung ist auch ein gutes Beispiel für die Verschmelzung von Hinduismus und Buddhismus, die man hier in Angkor immer wieder antrifft.

Pre Rup
IconPre Rup

 

Pre Rup

 

Pre Rup ist geprägt von Löwen, welche Treppen und Terrassen säumen, sowie einem steinernen Gebilde, das an einen Sarkophag erinnert. Fälschlicherweise nahm man an, dass hier früher Leichen für die Begräbnis­zeremonien hergerichtet wurden und so kam es wohl auch zum Namen des Tempels.

Neben dem Ausblick auf den Dschungel, den man vom Tempelberg des Pre Rup aus hat, macht ihn vor allem die Tatsache, dass er relativ wenig besucht ist, zu einem sehr angenehmen Ort in Angkor.

Rund eine halbe Stunde später klettern wir erneut aus dem Wagen, um nun einen ganz besonderen Tempel zu besichtigen. Die Zitadelle der Frauen, Banteay Srei, wird gerne auch als das Juwel der Juwelen bezeichnet.

Nach obenTempel Banteay Srei

Banteay Srei, Saeule
IconBanteay Srei, Saeule

 

Banteay Srei, Kind
IconBanteay Srei, Kind

 

Banteay Srei

 

Diese allesamt poe­tischen Namen ver­dankt Banteay Srei dem Stein, aus dem er gemacht ist.

Der rosa Sandstein gibt einer­seits eine wunder­schöne, rosen­rote Farbe und lässt anderer­seits ganz besonders feine und detaillierte Stein­metz­arbeiten zu.

Von denen sind denn auch reichlich hier vorhanden. Jeder Quadrat­zentimeter ist von Statuen, Ornamenten, Symbolen und Verzierungen bedeckt.

Banteay Srei, Wächterfiguren
IconBanteay Srei, Wächterfiguren

 

Banteay Srei, Wassergraben

 

Banteay Srei, Wächterfigur

 

Die Bau­herren Yajna­varaha und sein jüngerer Bruder Vishnu­kumara waren reiche Land­besitzer in Ishanapura, wie die Region zu deren Zeit genannt wurde. Vor allem Yajnavaraha war als Ästhet bekannt, so weiß die Gründungsstele aus dem Jahre 968 zu berichten. Das Bauwerk wurde in reinem Hindustil beauftragt, nicht so wie viele andere Tempel in Angkor, die einen hinduistisch-buddhistischen Stil aufweisen.

Banteay Srei
IconBanteay Srei

 

Banteay Srei

 

Besonders angetan hat es uns eine Gruppe mythischer Wächter mit Menschenkörpern und Affenköpfen, die vor den Türen einer Halle hocken. Fast lebendig scheinen sie zu sein, wie sie in der Sonne sitzend einen Kreis bilden. Was sie wohl beratschlagen?

Im inneren Areal der Tempelanlage gibt es auch Wassergräben und kleine Teiche, wo sich zwischen blauem Wasserklee die Apsaras von Banteay Srei spiegeln. Bevor sich in dieses zarte Bild die Reflexionen allzu vieler anderer BesucherInnen drängen, verlassen wir den wirklich schönsten Tempel unserer bisherigen Reise und fahren zu unserem nächsten Besichtigungs­punkt.

Nach obenTonle Sap See

Tonle Sap See

 

Tonle Sap See

 

Tonle Sap See

 

Eine Stunde dösen wir im kühlen Fond des Wagens, während die Landschaft an uns vorüber zieht. Dann tauschen wir unser Transportmittel gegen ein Boot, mit dem es nun über Kam­bod­schas größten See geht.

Neben seiner Größe und seinem Fischreichtum - der See zählt zu den fischreichsten Binnengewässern der Erde - hat der Tonle Sap See noch mit einem ganz besonderen Phänomen aufzuwarten. Im Juni führt der Mekong, in den der See mündet, aufgrund des Monsuns und durch das Schmelzwasser aus dem Himalaya etwa viermal mehr Wasser als in der Trockenzeit.

Tonle Sap See

 

Tonle Sap See

 

Kambodscha ist ein relativ flaches und ebenes Land und so drängt das Wasser des Mekong in den Tonle-Sap-Fluss. Den enormen Wasser­massen weichend ändert der Fluss daraufhin seine Fließrichtung und das Becken des Tonle Sap See füllt sich, wächst beinahe auf die 4-fache Oberfläche an und ist 5 mal so tief wie in der Trockenzeit.

Erst im November, also jetzt, wo auch wir hier sind, dreht der Fluss seine Richtung wieder zurück und das Wasser fließt langsam ab. Dann gibt es das Wasserfest, wo dies gefeiert wird und das gleichzeitig auch den Beginn der Fischereisaison markiert.

Tonle Sap See
IconTonle Sap See

 

Tonle Sap See
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Wir gleiten langsam durch eines der schwimmenden Dörfer. Links und rechts einer Wasser­straße schaukeln die teilweise richtig großen Häuser mit ihren Terrassen auf den bräunlichen Wellen.

Je nach Reichtum des Besitzers sind sie entweder aus einfachen Matten, aus Wellblech oder sogar aus Holzbalken mit bunten Fensterläden. Auf den hölzernen Terrassen werden Gemüse oder auch Blumen in Töpfen gezogen, Kinder spielen dazwischen, Hunde und Katzen dösen in der Sonne.

Wäsche und bunte Decken hängen zum Lüften und Trocknen heraußen und mancher Fischer ist mit dem Flicken seiner Netze oder Reusen beschäftigt, während die Frauen ihren schwimmenden Greißlerladen über den See fahren.

Tonle Sap See

 

Tonle Sap See

 

Auch an einer Tempelanlage kommen wir vorbei bzw. sehen wir sie in mittlerer Distanz.

Aufgrund des hohen Wasserstandes können wir sie derzeit nicht besuchen und selbst von den Einheimischen sind es nur die Mönche, die momentan dort ihren Dienst verrichten. Nichts desto trotz wehen bunte Flaggen und Fähnchen fröhlich im Wind und tragen die Gebete in den Himmel.

Weniger still aber umso fröhlicher winken Kinder, die in einem Schulboot, dem Äquivalent zum heimischen Schulbus, vom Unterricht heimkommen. Schmuck sehen sie aus in ihren weißen Blusen und Hemden und den dunklen Hosen bzw. Faltenröckchen. Sie haben auch gut lachen, denn zur Schule gehen und nicht arbeiten zu müssen, ist ein Privileg, das nicht alle Kinder hier genießen.

Tonle Sap See

 

Tonle Sap See
IconTonle Sap See

 

45 Minuten dauert unsere Bootsfahrt durch das bunte Dorf und bietet eine willkommene Unterbrechung der Tempel­besichtigungen, die uns aber ebenfalls gut gefallen. Schließlich sind wir ja primär dafür nach Kambodscha gekommen.

Im Anschluss an diesen Ausflug bringt uns eine kurze Autofahrt zu einem Restaurant, wo wir unser Mittagessen einnehmen. Rada entschuldigt sich mehrfach für die späte Mahlzeit, doch wir finden die Uhrzeit eigentlich gar nicht schlimm und bei der Hitze haben wir ohnehin keinen großen Hunger.

Tonle Sap See
IconTonle Sap See

 

Tonle Sap See

 

Die Anlage ist groß und scheint eine beliebte Anlaufstelle sowohl für Einheimische als auch für Touristen zu sein. Wir müssen ein wenig warten, bis wir schließlich einen Tisch für 2 auf einer Terrasse unter einem Palmen­dach bekommen. Auch auf unsere Getränke, frische Kokosnuss und 7-Up, müssen wir warten und auf das Essen ebenso.

Nun gut, es gibt Schlimmeres, so können wir inzwischen die Gäste beobachten, die zur Verdauung in Hängematten im Schatten schaukeln, rauchen und Tee trinken. Als unsere Speisen kommen, sind sie frisch und schmecken gut, das Warten hat sich gelohnt.

Nach obenMiniaturen und Tempel Preah Ko

Tempel Modell Bakong
IconTempel Modell Bakong

 

Tempel Modell

 

Da wir wie schon erwähnt aufgrund der Hitze nicht viel essen wollen, sind wir auch recht schnell fertig und wieder unterwegs zum nächsten Tagespunkt, dem Tempel Preah Ko. Doch bevor wir diesen Tempel des 9. Jahr­hunderts besuchen, gibt es genau gegenüber noch die Möglichkeit, sich einen Überblick über Preah Ko, Banteay Srei und sogar Angkor Wat zu verschaffen.

Die genannten und einige andere historische Stätten wurden nämlich als Miniaturen nach­gebaut und sind hier unentgeltlich zu besichtigen. Zwischen halbfertigen Buddha­statuen und hinduistischen Göttern sehen wir also Modelle der Anlagen, die wirklich mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet wurden. In aller Ruhe können wir die Bauwerke aus jeglicher Perspektive betrachten und fotografieren, selbst aus Blickwinkeln, die wir beim Original niemals zu sehen bekämen.

Preah Ko

 

Heiliger Stier Nandi

 

Preah Ko
IconPreah Ko

 

Danach widmen wir uns Preah Ko, dem Tempel, dessen Name soviel wie Heiliger Stier bedeutet. Warum dies so ist wird einem klar, sobald man die 3 Sandsteinfiguren sieht, welche vor den 3 zentralen Türmen stehen.

Sie stellen Nandi dar, den weißen Stier, der Shivas Reittier ist. In den Tempelruinen dient Nandi heutzutage eher als Reittier für bettelnde Kinder, die eine Spielpause einlegen.

Der Tempel wurde unter König Indravarman I. im Jahre 879 erbaut. Die Errichtung geschah zu Ehren einiger Mitglieder der königlichen Familie, die hier in Beziehung zum Gott Shiva gesetzt wurden.

Nach obenTempel Bakong

Bakong

 

Bakong
IconBakong

 

Bakong, Elefant

 

Unweit von Preah Ko liegt Bakong, ein weiterer Tempel, bei dem ebenfalls Tiere ein markantes Element bilden. Bakong war der erste Khmer-Tempel, der als Pyramide erbaut wurde und stellt einen bedeutenden Entwicklungs­sprung in der Architektur des Reiches dar. Er wurde wie Preah Ko unter Indravarman I. erbaut und diente dem König als Staatstempel.

Besonders schön sind Löwen und Elefanten, welche die Treppenaufgänge über die 5 Terrassen der Pyramide säumen. Bei einigen sind leider im Laufe der Zeit Teile verwittert und abgebröckelt, vor allem die Elefanten haben kaum noch Rüssel, doch tut dies der Schönheit der Figuren kaum Abbruch.

Bakong

 

Bakong, Löwen
IconBakong, Löwen

 

Umgeben ist Bakong von zwei großen Umfassungsgräben, die bis zu eine Million Kubikmeter Wasser fassten. Auch heute führen sie genug Wasser und die umstehenden Bäume zaubern mit ihrem Schatten geheimnisvolle Muster auf die dunkle Oberfläche.

Sie sind ein leises Echo des gigantischen Netzes von Kanälen, die Angkor einst durchzogen. Kanäle, die als Transportwege dienten, be- und entwässerten und einen weiteren wichtigen Zweck hatten, nämlich die Macht und Herrlichkeit der Paläste und Tempel zu spiegeln.

Bakong, Löwen
IconBakong, Löwen

 

Bakong

 

Bakong, Elefant

 

Ganz und gar werden die geheimnis­vollen Wasserwege der hydraulischen Stadt wohl nicht mehr auf­ge­klärt werden und ein Rest des Mythos von Angkor bleibt im Nebel der Zeit vor uns verborgen.

Unsere heutige Tagestour beschließen wir mit diesen Gedanken und werden nun von Rada und dem Fahrer zu unserem Hotel zurück gebracht. Hier ist es auch an der Zeit, sich zu verabschieden, denn den morgigen Vormittag verbringen wir alleine in Angkor Wat und am Nachmittag brechen wir auf den Heimweg auf.

Bakong, Wassergraben

 

Bakong, Wassergraben
IconBakong, Wassergraben

 

Wir bedanken uns bei Rada und dem Fahrer - natürlich nicht nur mit Worten smiley. Das Tuktuk für morgen ist organisiert, wir soweit gebrieft, dass wir einen genauen Plan haben und so bleibt nur mehr Händeschütteln und gute Wünsche.

Den Nachmittag und Abend verbringen wir im Borei Angkor. Zuerst bei einem Cocktail an der Bar im obersten Stock, dann mit ein wenig Packen für die morgige Abreise und schließlich bei einem guten Abendessen.

Mit großen Erwartungen an unseren morgigen zweiten Besuch von Angkor Wat schlafen wir bald ein. Gute Nacht, bis morgen.

zu den FAQs und den Kommentaren
Auf der letzten Seite dieses Reiseberichtes findest Du die Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten und hast selbst die Möglichkeit einen Kommentar zu diesem Reisebericht zu hinterlassen.
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