Hoa Lu, Tam Coc und Ninh Binh

Morgenverkehr
IconMorgenverkehr

 

Fahrrad Obst
IconFahrrad Obst

 

Trotz der gestrigen Aufregung mit unserer offenen Zimmertüre haben wir gut geschlafen. Nichts hat gefehlt von unseren Sachen, womöglich waren wir es wirklich selbst und haben die Türe nicht geschlossen, weil wir uns auf einen nicht vorhandenen Türschließer verlassen haben.

Na egal, Hauptsache es ist nichts passiert! So sind wir also frisch und munter, als um 06:00 Vogelgezwitscher aus dem iPod ertönt.

Raus aus den Federn bzw. hervor unter den Laken, denn für Federn ist es viel zu heiß hier, unter die Dusche, anziehen und ab zum Frühstück.

Heute suchen wir uns einen ruhigeren Tisch weiter hinten im Raum. Hier sitzt man recht angenehm und ungestört, leider auch von der Bedienung. Die übersieht uns nämlich völlig und wir müssen jedes mal mehrfach um Tee bitten, damit uns jemand uns bemerkt.

Luftballon
IconLuftballon

 

beladenes Moped
Iconbeladenes Moped

 

Mopeds
IconMopeds

 

Karin nimmt wieder das Gleiche wie gestern (Soyajoghurt und Obst), Alexander probiert heute Omelette. Bei der süßen Nachspeise nimmt er irrtümlich ein Gebäck gefüllt mit Bohnencreme statt eines Schoko­croissant - so kommt Karin auch noch zu süßen Kohlenhydraten, ihr schmeckt das nämlich im Gegensatz zu Alex gut.

Nach dem Frühstück geht's nochmal aufs Zimmer um unsere Siebensachen zu packen, als Alexander draufkommt, dass der Mailclient nicht richtig funktioniert. Schnell noch um­konfigurieren und den Eltern ein paar Zeilen senden, dass es den Kindern in der Ferne gut geht. Ja, ja, was täte man ohne die EDV …? Sich weniger ärgern einerseits, andererseits aber auch weniger erreichbar sein.

Beim Auschecken geben wir dann nochmal Bescheid, dass wir trotz offener Zimmertüre nichts vermissen. Die Managerin verhält sich wieder sehr freundlich und professionell. Hut ab!

zu Fuß

 

ob groß ob klein

 

noch mehr beladen

 

Anschließend sitzen wir draußen vorm Hotel in der „Raucherlobby” und warten auf Hr. Hung und Thu. Alexander fotografiert gleich von Anfang an Straßen­szenen, Karin beginnt etwas später auch damit. Es ist interessant, das Leben in und auf der Straße zu beobachten.

Natürlich herrscht viel Verkehr. Vietnamesinnen mit Mörderstöckelschuhen fahren auf Mopeds zur Arbeit ins Büro, ObstverkäuferInnen mit überquellenden Körben an Bambusstangen überqueren die Straßen während der Verkehr um sie herum fließt, Luftballonfrauen suchen fröhliche Kundschaft etc.

im Business Dress
Iconim Business Dress

 

mit Blumen
Iconmit Blumen

 

Hr. Hung kommt bald mit dem Auto und wird von Alexander gleich erkannt (alle Achtung!). Freundliches Gewinke aus und ins Auto allerseits. Auf Thu müssen wir noch ein bisschen warten. Sie wohnt außerhalb des Stadtzentrums, muss mit dem Verkehr kämpfen und kommt daher punktgenau um 8:30.

Wir verlassen Hanoi Richtung Ninh Binh, was gleichzeitig der Name einer Provinz und auch deren Hauptstadt ist. Heute Abend werden wir dort übernachten. Auf unserem Weg dorthin geht es zuerst durch die Außenbezirke Hanois, wo wir neue Wohnsilos und viele Baustellen zu sehen bekommen. Die Stadt wächst ständig.

Danach geht es durch Reisfelder immer entlang der Nationalstraße 1B. Irgendwann erlahmt das Gespräch mit Thu und wir schlafen vom Auto sanft geschaukelt ein. Kurz vor unserer Ankunft werden wir geweckt.

Nach obenHoa Lu, 2 Heiligtümer

König Dinh Tien Hoang Tempel, Eingang
IconKönig Dinh Tien Hoang Tempel, Eingang

 

Vorhang zur Abwehr der bösen Geister

 

König Dinh Tien Hoang Tempel
IconKönig Dinh Tien Hoang Tempel

 

Unser Halt ist in Hoa Lu, der ersten Hauptstadt Vietnams. 968 n.Chr. wurde die Stadt von Kaiser Tien Hoang, dem Begründer der Dinh-Dynastie errichtet.

Wir besuchen 2 Heiligtümer der Dynastien Dinh und Le, die gut erhalten bzw. behutsam restauriert worden sind.

Wir finden schön verzierte, halb­runde Steinbrücken und stille Tempel in üppiger Natur vor, deren verschiedenste Grüntöne von einem zarten Nebelschleier gedämpft werden. Was für eine mystische und Ehrfurcht einflößende Landschaft!

Vor uns breiten sich Lotusteiche aus, Drachen auf den Dächern deuten auf kaiserliche Bewohner hin und bunte Flaggen säumen den Schrein für den ehemaligen Herrscher.

König Dinh Tien Hoang Tempel

 

König Dinh Tien Hoang Tempel
IconKönig Dinh Tien Hoang Tempel

 

König Dinh Tien Hoang Tempel
IconKönig Dinh Tien Hoang Tempel

 

Wir lernen, dass die hohen Türschwellen böse Geister abhalten, da diese ihre Knie nicht beugen können. Auch können sie nur geradeaus gehen, weswegen gewundene Pfade dem gleichen Zweck dienen.

Im Garten des Schreins wachsen auch Jackfruit- Carambol- und jene Bäume, deren Holz für Essstäbchen verwendet wurde, da es sich bei giftigen Speisen verfärbt. Karin begutachtet interessiert die heimische Flora.

Le Dai Hanh Tempel

 

Le Dai Hanh Tempel
IconLe Dai Hanh Tempel

 

Le Dai Hanh Tempel
IconLe Dai Hanh Tempel

 

Thu erzählt ein wenig aus der jüngeren Vergangenheit, dass sie z.B. erst seit ca. 15 Jahren als Frau ihre eigene Meinung laut aussprechen und sich als praktizierende Buddhistin bekennen darf.

Kritik an der Regierung ist auch heute noch nur hinter vorgehaltener Hand und im Flüsterton denkbar. So ein rascher Wandel ist sicher nicht einfach zu vollziehen, vor allem für die ältere Generation.

Die zweite Anlage ist ähnlich der ersten, jedoch etwas einfacher gestaltet, da es sich hier nur um einen General handelte. Bemerkenswert ist die Geschichte der Dinh-Witwe, die eine weibliche Generalin wurde, um die Macht nach dem Tod ihres Gatten in der Familie zu erhalten.

Da dies jedoch auf Dauer nicht erlaubt war, heiratete sie den General Le Dai Hanh, der dann zum neuen Herrscher und Gründer der Le-Dynastie wurde.

Le Dai Hanh Tempel
IconLe Dai Hanh Tempel

 

Statue der Witwe Dinhs

 

Le Dai Hanh Tempel

 

Ihre Statue wurde nach ihrem Tod zuerst im Dinh-Tempel aufgestellt und später in den Le-Tempel übersiedelt - allerdings mit dem Gesicht zu ihrem ersten Gemahl, nachdem sie sich angeblich auch über den Tod hinaus noch sehnt.

Auch ein böser König ist hier als Abbild aufgestellt, von dem Thu ganz schüchtern erzählt, er hätte viele junge Mädchen „ihrer Reinheit beraubt” und sie dann ermordet. Ein wenig sympathischer Herr, der auch dem Alkohol verfallen war und wegen Unfähigkeit nur kurz an der Macht blieb.

Nahe den Tam Coc Höhlen, in einer verzauberten Landschaft mit spitzen Karstfelsen, machen wir Mittagspause in einem durchaus für größere Gruppen ausgelegten Restaurant. Auf Thus Empfehlung bekommen wir Frühlingsrollen mit Fleisch und gebratene Nudeln mit Gemüse. 2 Cola gibt es auch dazu. Die Portionen sind mehr als ausreichend und wir wären beide von einer satt geworden. So muss leider die Hälfte übrig bleiben.

Nach obenTam Coc - wörtlich »drei Höhlen« - auch bekannt als »Halong Bucht ohne Wasser«

Tam Coc Bootsfahrt

 

Tam Coc Bootsfahrt
IconTam Coc Bootsfahrt

 

Tam Coc Bootsfahrt
IconTam Coc Bootsfahrt

 

Nach dem Essen - Thu hat, aus figurerhaltenden Gründen wie Karin erfrägt, wieder einmal primär Saft getrunken - geht es zu einem Bootsablegesplatz, von wo aus unser ca. 1½ stündiger Ausflug auf einem Sampan startet.

Ein Mann und eine ältere Frau rudern uns auf dem Fluss, vorbei an Reis­feldern, unter Brückchen hindurch und durch Grotten und Höhlen, die der Fluss im Karstgestein ausgewaschen hat.

Tam Coc Bootsfahrt

 

Tam Coc Bootsfahrt
IconTam Coc Bootsfahrt

 

Verkaufsboot
IconVerkaufsboot

 

Erstaunlich ist die Technik, die viele der RuderInnen (meist sind es Frauen!) anwenden: sie radeln entweder oder strampeln seitlich, jedenfalls rudern sie mit ihren Beinen, um die Arme zu entlasten. Cellulite ist für die Damen sicher ein Fremdwort!

Wir sehen Familiengräber in Reisfeldern, Ziegen, die in den Felsen herumklettern, rosa Eier der Gelbschnecken, welche das Schilf wie leuchtende Beeren bedecken, Seegras und VietnamesInnen, welche kleine Fische oder Muscheln mit Netzen einfangen. Eine leichte Brise weht uns um die Nase und mit den vorbeirudernden Fotografen haben wir einen rechten Spaß.

Wo umgedreht wird, können wir uns dem Kauf von Getränken und Snacks zu überteuerten Preisen bei den schwimmenden Händler­innnen nicht entziehen. Unser Ruderer trinkt die für seinen Durst von uns erstandene Dose Bier, während die Oma, die an Alexanders Seite das Ruderblatt ins Nass taucht, ihre Geschenke wenig später zum Weiterverkauf der bereits wartenden Verwandtschaft aushändigt. Sei's drum!

Tam Coc Bootsfahrt
IconTam Coc Bootsfahrt

 

Tam Coc Bootsfahrt

 

Tam Coc Bootsfahrt

 

Dafür ist Alexander bei sämtlichen Verkaufs­versuchen von unnötigen und noch unnötigeren Souvenirs äußerst standhaft - und das auf eine Art und Weise, dass wir trotz ständiger Ablehnung alle sehr viel miteinander lachen können.

Am Ende der Fahrt gibt es noch einen extra Dollar für jeden der beiden für ihre Mühen, die sie jedenfalls hatten.

Nach obenBich Dong Pagode, ein Bauwerk auf 3 Ebenen

Bich Dong Pagode
IconBich Dong Pagode

 

Bich Dong Pagode, Trung Pagode (Mittlere Pagode)
IconBich Dong Pagode, Trung Pagode (Mittlere Pagode)

 

Bich Dong Pagode, Ha Pagode (Untere Pagode)

 

Bei der Bich Dong Pagode machen wir nach einigen Kilometern nochmals halt, um dieses dreiteilige Heiligtum zu besichtigen. Auf drei Ebenen wurden die Tempel errichtet und bieten nebst ein wenig körperlicher Ertüchtigung für das Seelenheil auch einen atemberaubenden Blick in die Landschaft.

In der Pagode der mittleren Ebene befindet sich eine Quan Yin, deren Geschichte uns Thu erzählt. Das Mädchen war einst die dritte Tochter eines Königs und Prinzessin. Obwohl sie sehr gehorsam war, liebte ihr Vater sie nicht und wies sie von seinem Hof.

In späteren Jahren wurde der Herrscher krank und nur das Augenlicht einer dritten Prinzessin konnte ihn laut einem Traum vor der Erblindung retten. Die verstoßene Tochter erfuhr davon und gab ihre eigenen Augen für des Vaters Genesung hin, was dieser allerdings nicht wusste.

Bich Dong Pagode, Ha Pagode (Untere Pagode)

 

Bich Dong Pagode, Thuong Pagode (Obere Pagode)

 

Sie selbst lebte einsam aber sich selbst versorgend im Wald. Für ihre Selbstlosigkeit und die Aufnahme des harten, kargen Lebens wurde sie nach ihrem Tod zu einer Quan Yin, einer Göttin der Barmherzigkeit.

Auf dem Weg hinunter von der obersten Pagode treffen wir eine Freundin Thus in traditionellem Gewand (Vietnam-Dirndl nennt Karin den eleganten Ao Dai), die zwei Südtiroler führt. Kurzes Gespräch unter uns Touris, längeres Gespräch zwischen den beiden Frauen. Gute Wünsche und man wird einander auf der Reise wohl noch öfter begegnen.

Nach obenNinh Binh

Bich Dong Pagode, Trung Pagode (Mittlere Pagode)
IconBich Dong Pagode, Trung Pagode (Mittlere Pagode)

 

Bich Dong Pagode, Trung Pagode (Mittlere Pagode)

 

Letzter Stopp für heute ist das Hotel Legend in Ninh Binh. Thu meint etwas von weiter draußen, mitten in den Reisfeldern, sehr natürlich und wir rätseln, was es damit auf sich haben mag.

Tatsächlich liegt das Legend zwischen Reisfeldern, Baustellen und einem Friedhof in the middle of nowhere.

Die Bedienung ist bemüht, unsere Suite riesig und karg bis unterkühlt. Das Pool im Erdgeschoss ist mehr als das, nämlich kalt, sodass wir nach dem Eintauchen der großen Zehen wieder auf unser Zimmer oder besser gesagt in unsere Halle gehen.

In Tripadvisor lesen wir von schlechtem Essen, wofür wir aber eine Lanze brechen wollen. Dass die europäische Küche nicht so recht gelingen will, verstehen wir. Welcher Vietnamese weiß schon, wie eine französische Zwiebelsuppe schmecken soll, die er selbst noch nie gekostet hat? Das vietnamesische Essen schmeckt jedoch so, wie es soll und wenn es auch vielleicht kein Highlight ist, so kann man die Küche doch mehr als nur genießbar nennen.

Schlimm war dafür das Abschlusserlebnis in einem Raum im 10. Stock, der sich Bar nennt. Wir kommen in eine leere, völlig undekorierte Halle mit weißen Korbstühlen und einer Reihe original verschlossener Getränkeflaschen auf der winzigen Bar. Ein Vietnamese stellt sich mit „I am your barkeeper” vor, worauf Alexander mit „and we are your guests” antwortet.

Bich Dong Pagode, Trung Pagode (Mittlere Pagode)

 

Bich Dong Pagode, Trung Pagode (Mittlere Pagode)

 

Entweder liegt's am mangelnden Englisch oder am mangelnden Humor, dem Vietnamesen kommt jedenfalls kein Lächeln aus. Vielmehr schaut er sehr bemüht drein.

Barkeeper ist aber dann auch viel zu hoch gegriffen! Der junge Mann nimmt die Bestellungen auf und telefoniert um die Cocktails ins Restaurant von dem wir gerade kommen. Von dort werden sie dann in den 10. Stock gebracht.

Sehr witzig waren jeweils die neu ankommenden Gäste, in deren ungläubige Gesichter wir mit einem breiten Grinser schauen durften. Doch nach dem zweiten Paar war auch das langweilig, ebenso die „stunning view” durch die Gelsen einlassenden, offenen Fenster, die einen Blick auf die umliegenden Baustellen und gatschigen Reisfelder freigaben.

Wir unterschreiben die Rechnung und nehmen die angefangenen Drinks mit auf unsere unterkühlte Suite - besser gesagt trägt sie uns ein enttäuschter Kellner auf dem Serviertablett nach. Nun denn Freunde, viel Glück mit den nächsten Gästen hier in Bates Motel! smiley

Wir trinken aus und gehen schlafen. Der Tag war lang und das Kuscheln unter der Decke hilft gegen die unterkühlte Stimmung, sodass wir bald selig schlummern. Bis morgen!

zu den FAQs und den Kommentaren
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