Angkor - Teil 1

Hotel Borei Angkor

 

Guten Morgen! Hmmm, gut haben wir geschlafen nach den gestrigen Tempeltänzen und dem kambodschanischen Buffet. Rasch duschen, anziehen und schon geht's zum Frühstück, dem nächsten Buffet, das sich ebenfalls sehen lassen kann. Wie von einem 5-Sterne-Hotel nicht anders zu erwarten, bleiben hier keine Wünsche offen - weder was die Auswahl, noch was die Qualität anbelangt.

Die meiste Zeit vergeht wohl damit, sich aus den vielen Köstlichkeiten das auszusuchen, was man am liebsten essen möchte, denn alles geht beim besten Willen nicht. Es ist außerdem viel zu heiß, um sich den Magen vollzustopen und heute steht uns auch etwas wirklich Tolles bevor - der Besuch von Angkor!

Nach dem Frühstück holen wir also unsere Fotorucksäcke vom Zimmer und freuen uns, dass Rada und der Fahrer schon draußen im Schatten warten. Nach ein bisschen Plaudern über den gestrigen Abend, ob es uns gefallen hat und wir gut wieder heimgebracht wurden, dreht sich das Gespräch dann um Angkor, die sagenumwobene Khmer-Stadt mit der größten religösen Anlage der Welt.

Angkor Thom, Eingang im Süden
IconAngkor Thom, Eingang im Süden

 

Angkor Thom, Eingang im Süden
IconAngkor Thom, Eingang im Süden

 

Obwohl bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. Proto-Mon-Khmer aus China nach Süden auswanderten, entstand erst um 800 unter dem Herrscher Jayavarman II. das erste Reich der Khmer. Im 12. Jahrhundert war es dann König Suryavarman II., der die Anlage von Angkor Wat im südöstlichen Viertel von Yasodharapura, der damaligen Khmer-Haupstadt, gründete.

Der „Schützling des Sonnengottes”, wie Suryavarman II. auch genannt wurde, stellte in Angkor Wat ein genaues Abbild des himmlischen Kosmos in irdischen Maßstäben dar. Es besteht aus dem Tempel-Berg Angkor Wat, dem Zentrum des Khmer-Reiches mit seinem himmlischen Palast, der von einem großen, von Wasserpflanzen überwucherten Wassergraben umgeben ist, welcher das Urmeer symbolisiert.

Doch Angkor Wat ist nur ein Teil der gesamten Khmer-Anlage, wenn auch zugegebener Maßen der bekannteste und wichtigste. Wir beginnen unseren Besuch jedoch in Angkor Thom, etwa 1 km nördlich des Tempels Angkor Wat.

Nach obenAngkor Thom

Angkor Thom
IconAngkor Thom

 

Angkor Thom, Flachrelief

 

Angkor Thom, Flachrelief

 

Angkor Thom bedeutet „Große Haupt­stadt” und wurde Ende des 12., Anfang des 13. Jahr­hunderts auf Geheiß von König Jayavarman VII. als neue Hauptstadt des Angkorreichs errichtet.

Im Unterschied zu seinen hinduist­ischen Vorgängern war Jayavarman VII. Mahayana-Buddhist, weswegen viele buddhistische Tempel, Klöster und Schulen innerhalb und außerhalb seiner neuen Hauptstadt Angkor Thom entstanden.

Wir sind nicht alleine hier!

 

Angkor Thom

 

Jayavarman VII. integrierte bedeutende Bauwerke der historischen Hauptstadt in seine neue Hauptstadt. Im nord­west­lichen Viertel lag beispiels­weise der Königs­palast mit der Tempel­pyramide Phimeanakas.

Später wurden die Bauten von ihm selbst und auch seinen Nachfolgern durch die Terrasse der Elefanten und die Terrasse des Lepra-Königs, den Großen Platz, die Turmreihe Prasat Suor Prat und die Siegesallee ergänzt.

Wer ist das?
IconWer ist das?

 

Wer ist das?

 

Wer ist das?
IconWer ist das?

 

Auch der ältere, überwältigend große Tempelberg Baphuon und zwei hallenartige Bauten, der nördliche und südliche Khleang, wurden in den Gesamtplan der neuen Stadt integriert.

Im geometrischen Mittelpunktvon Angkor Thom, von Straßen ausgespart und eingerahmt, entstand der Staatstempel Bayon mit seinem Wald von Gesichtertürmen.

Die meisten der Gebäude bestanden jedoch aus Holz und sind heute natürlich verottet und unwiederbringlich verschwunden.

Angkor Thom, Tänzerin

 

Angkor Thom

 

Wir nähern uns Angkor Thom aus dem Süden, folgen dem bereits jetzt am frühen Morgen dichten Strom aus Autos, Tuktuks und Touristen entlang der Dämonenballustrade und blicken alsbald auf die Gesichter über dem Südtor.

Der Bayon Tempel, dem unser erster Besuch gilt, hat mehrere Besonderheiten. So ist das zentrale Heiligtum z.B. rund und nicht rechteckig, wie die anderen Tempel in Angkor. Die anderen Tempel in Angkor sind von einer Mauer umgeben, Bayon aber von offenen Säulengängen.

Und nicht zuletzt sind da die Türme, auf denen etwa 200 bis zu 7 Meter hohe Gesichter des Avalokiteshvara abgebildet sind. Das Lächeln von Angkor, das wahrscheinlich das Lächeln jenes Gottkönigs Jayavarman ist, welcher durch den Nebel der Zeit immer noch auf uns herabblickt.

Wir folgen Rada durch den Tempel, Terassen hinauf, Treppen hinunter, in dunkle Räume, wo Kerzen und Rächerstäbchen brennen und Einheimische beten. Apsaras, jene wohlgestalteten, kunstfertigen Tänzerinnen, zieren die Säulen und detailreiche Reliefs erzählen von Legenden und Siegen. Teilweise wird wohl das eine ins andere übergehen smiley.

Nach obenTerrasse der Elefanten und Terrasse des Lepra-Königs

Terrasse der Elefanten
IconTerrasse der Elefanten

 

Terrasse der Elefanten

 

Die Touristen werden mehr und als wir uns satt­gesehen und genug Fotos gemacht haben, geht es zu Baphuon, einem zu Ehren des Hindu-Gottes Shiva erbauten Tempelberg. Noch ist der Tempel wenig besucht und liegt romantisch im Schatten von Bäumen da.

Von hier aus geht es weiter zur Terrasse der Elefanten. Am Ende seiner Regierungszeit ließ Jayavarman VII. dieses Bauwerk errichten. Die Terrasse besteht aus unterschiedlich hohen Plattformen, zu welchen Treppen hinauf führen. Elefanten und eine Elefantenjagd sind bildhauerisch dargestellt und gaben der Terrasse ihren Namen. Garudas, Löwen, Artisten und sogar Polospieler kann man hier ebenfalls bewundern.

Chinesische Reisende des 13. Jahr­hunderts wußten von mehrern Pavillons zu berichten, von welchen aus die königliche Familie Aufmärsche und Spiele auf dem großen Platz anschauen konnte. Wahrscheinlich waren auch diese Gebäude aus Holz, denn heute ist keine Spur mehr von ihnen übrig.

Terrasse des Lepra-Königs

 

Terrasse des Lepra-Königs

 

Terrasse des Lepra-Königs

 

Die in der Nähe befindliche Terrasse des Lepra-Königs, die wir eben­falls be­sichtigen, zählt aufgrund ihrer gut erhaltenen Reliefs zu den schönsten Kunstwerken der Khmer Architektur. Wer genau ihr Erbauer ist, weiß man nicht mehr. Ihren Namen hat die Terrasse von einer Statue, die angeblich den an Lepra erkrankten König Yasovarman I. darstellt. Im Volksmund wurde er einfach Lepra-König genannt.

Wahrscheinlicher allerdings ist der hinduistische Todesgott dargestellt. Es wird angenommen, dass auf der Terrasse die Leichname von Mitgliedern der königlichen Familie oder hohen Würdenträgern im Feuer bestattet wurden. Die Statue des Gottes, die wir auf der Terrasse sehen können, ist nur mehr eine Replike, da das Original im Museum aufbewahrt wird.

Nach obenLara Croft lässt grüßen: Ta Prohm

Ta Prohm, Würgefeigen

 

Ta Prohm, Würgefeigen

 

Ta Prohm, Würgefeigen

 

Auf dem Weg zu Ta Prohm, einem Höhepunkt unserer vor­mittäg­lichen Besichti­gung von Angkor, passieren wir noch Ta Keo, den Kristall-Tempel. Ta Keo wurde ebenfalls unter den Königen Jayavarman V. und Suryavarman I. erbaut. Er sollte als neuer Staatstempel dienen und wurde dem Gott Shiva geweiht.

Kurz vor Vollendung des Kristall-Tempels, der bis dahin der größte und bedeutendste Pyramidentempel Angkors und dem mythologischen Berg Meru nachempfunden war, schlug der Blitz in den Tempel ein. Dies wurde als derart schlechtes Omen gewertet, dass Ta Keo einfach aufgegeben wurde.

Ta Prohm, Wuergefeigen

 

Hier ist man nie allein!
IconHier ist man nie allein!

 

Ta Prohm, Schlange
IconTa Prohm, Schlange

 

Anders als beim Kristall-Tempel, der von Touristen­strömen relativ verschont ist und wo man ein wenig Ruhe und Stille genießen kann, geht es bei Ta Prohm zu.

Die Anlage, welche ehemals aus Tempel, Kloster und einigen Nebengebäuden bestand, ist spätestens durch den Film „Lara Croft: Tomb Raider” mit Angelina Jolie, berühmt und zum Besuchermagnet geworden.

Was Ta Prohm so besonders macht, dass er als Filmkulisse ausgewählt wurde, ist neben der Verschmelzung sowohl hinduistischer als auch buddhistischer Mythologien die Tatsache, dass diese Tempelanlage von den französischen Restauratoren von Angkor selektiert wurde, den Zustand, in dem die Ruinen vorgefunden wurden, zu konservieren und zu zeigen.

Ta Prohm, Apsaras

 

Ta Prohm, Würgefeigen
IconTa Prohm, Würgefeigen

 

Was wir somit zu sehen bekommen, ist eine wild­romantische Symbiose aus halb verfallenem Stein, der vom festen Griff des Wurzel­geflechts von Würge­feigen und Thitpok zusammen­gehalten wird und eben jenen Pflanzen. Ein grandioser Anblick, der uns an Zeilen von Leonard Cohen denken lässt „… and the wilderness is gathering all it's children back again”.

Wir wandeln durch die teilweise auch noch von Stahlgerüsten gestützen Ruinen, bewundern die Wurzeln, die sich wie Wasserfälle über die Mauern ergießen und hier und dort noch einen Blick auf ein göttliches Gesicht oder eine versteinerte Tänzerin frei geben und denken uns die vielen Mitbesucher­Innen weg, die just vor den eindrucksvollsten Motiven stehen und sich in unmöglichen Posen fotografieren lassen. Doch auch in noch so kleinen Japanerinnen steckt eine abenteuerlustige Lara Croft! smiley

Nach oben200m über Angkor Wat

Ballonfahrt

 

Ballonfahrt

 

Ballonfahrt
IconBallonfahrt

 

Als wir Ta Prohm wieder verlassen, wartet schon unser Fahrer mit dem Auto auf uns, um uns zum nächsten Höhepunkt des heutigen Tages zu bringen. Wir haben einen soge­nannten Fessel­start mit dem Heiß­lufballon gebucht. Dabei bleibt der Ballon mit Seilen am Boden verankert und man kann einige Zeit die Gegend - in unserem Fall Dschungel und Tempelruinen - von oben betrachten.

Wir sind pünktlich an der Ballon­station, aber unsere Mitfahrer sind es nicht und so müssen wir geraume Zeit warten. Wir trinken etwas Kaltes, sitzen im Schatten und werden in der schwülen Hitze immer müder. Wenn die anderen nicht kommen, gehen wir gerne auch alleine in die Luft. Doch nein, der Guide ruft an, sie sind sozusagen im Anflug.

Ballonfahrt

 

Ballonfahrt
IconBallonfahrt

 

Und wirklich, einige Minuten später kommt eine Familie mit dem Minivan an und noch ein paar Minuten später schwebt der große gelbe Ballon am Stahlseil in die Höhe und wir schweben im Korb darunter mit.

Der Korb, der eigentlich ein Ring ist, in dem man rundherum gehen kann, hängt ein bisserl schief und so ist das Gefühl der Schwere­losigkeit, welches eine Ballonfahrt normalerweise zu einem ganz besonderen Erlebnis macht, ein wenig getrübt. Aber egal, um die Aussicht geht's.

Die ist denn auch vorhanden. Zwischen Reisfeldern und Bäumen, können wir Angkor Wat, die Ruinen von Phnom Bakeng, einige andere Temeplüberreste und den großen westlichen Baray sehen.

Ballonfahrt
IconBallonfahrt

 

Ballonfahrt

 

Baray ist ein Khmer-Wort und bezeichnet ein streng rechteckiges Wasserreservoir, das mit dicken Erdwällen eingedämmt ist. Diese Barays hatten landwirtschaftliche Bedeutung und waren gleichzeitig Ausdruck der Khmer-Vorstellung vom Kosmos.

2007 konnten Wissenschaftler die These, Angkor sei eine hydraulische Stadt gewesen, bestätigen und mit einer Studie belegen, dass es mit dem ausgeklügelten Bewässerungssystem gelang, den Reisanbau massiv zu intensivieren.

Durch die Ausbeutung jeglicher Wasserquelle zu diesem Zwecke kam es zu Bodenauslaugung, Austrocknung, Erosionen und sogar Naturkatastrophen. Man geht heute davon aus, dass dies der Grund für den Niedergang von Angkor war.

Ballonfahrt

 

Ballonfahrt

 

Dies bedenkend betrachten wir die große Wasserfläche, die in der Ferne im Sonnenlicht glitzert, durchaus mit gewisser Skepsis.

Wir ziehen unsere Kreise im Korb, Alexander etwas vehementer, Karin mehr zögerlich, knipsen in diese und in jene Richtung und schon sind die luftigen Minuten auch schon wieder um. Die elektrische Winde zieht uns samt Ballon unerbittlich nach unten und vorbei ist es mit dem Blick von oben.

Rada und der Fahrer warten schon auf uns und bringen uns erst mal zur Stärkung in ein Lokal für Mittagessen. Unter schattenspendenden Tamarinden sitzen wir alsbald auf Plastikstühlen und löffeln mildes Curry aus grünen Kokosnüssen. Sehr lecker und gerade das richtige an so einem warmen Tag wie heute. Dazu Cola bzw. Wasser und wir sind satt und zufrieden.

Etwas träge beobachten wir junge Mädchen in bunten Gewändern, die gleich Tänzerinnen auf dem schmalen Mäuerchen balancieren, welches Straße und Gehweg von dem Wassergraben separiert, der auch uns noch von Angkor Wat trennt. Ob sie auch an die Apsaras denken, die über die Wände der alten Tempelanlage tanzen?

Nach obenAngkor Wat

Angkor Wat, Vishnu Statue
IconAngkor Wat, Vishnu Statue

 

Angkor Wat

 

Angkor Wat, Tempelberg
IconAngkor Wat, Tempelberg

 

Kurz darauf betreten wir den Wat, den Tempel­bezirk der ehemaligen Stadt Angkor, durch den West­eingang. Eine Brücke führt uns über den 190m breiten Wasser­graben, welcher den Wat umgibt und bringt uns zu den äußeren Gebäuden, die mit steinernen Säulen­gängen das gigantische Rechteck der inneren Tempel umschließen.

Angkor Wat ist als Insel konzipiert, als Universum, umgeben vom Ozean, der just von jenem breiten Wassergraben symbolisiert wird. Aus der Mittel, also dem Zentrum des Universums, ragt der Berg Meru. Er wird von einem 65m hohen Turm verkörpert und ist eines der größten sakralen Gebäude unserer Erde.

Angkor Wat, Apsaras
IconAngkor Wat, Apsaras

 

Angkor Wat, Apsaras

 

Angkor Wat

 

Leider auch einer der meistbesuchten und so reihen wir uns ein in den steten Strom an staunenden BesucherInnen, die den Zapfen gleichenden Tempeln zuströmen.

Rada erzählt und erzählt, er hat seine Hausaufgaben als Touristenführer brav gemacht und wir folgen seiner ausgestreckten Hand, die uns einmal auf besonders schön geschnitzte Steinballustraden, dann auf eine Reihe graziler Tänzerinnen und wieder auf detailreiche Reliefs aufmerksam macht.

Angkor Wat, Tempelberg

 

Angkor Wat, Tempelberg, Gnomad
IconAngkor Wat, Tempelberg, Gnomad

 

Angkor Wat, Bibliothek

 

Wir laufen einen Sims entlang, um den Apsaras, den himm­lischen Tänzer­innen ganz nah zu sein. Da stehen sie, Blüten­zweige in den Händen, barbusig und ein gelassenes Lächeln auf den Lippen. Es ist aber auch leicht gelassen sein, wenn man für immer tanzt und schön ist!

Wenn Angkor als Stadt auch verlassen wurde - man stelle sich vor, dass hier um 1200 ca. eine Million Ein­wohner lebten - die Gebetstätten wurden nie gänzlich aufgegeben. Auch heute brennen Räucherstäbchen vor den Göttern, die mit Tüchern geschmückt sind und zu deren Füßen Blumen liegen.

Angkor Wat, Kreuzgang

 

Angkor Wat, Apsaras

 

Angkor Wat, Säulengang
IconAngkor Wat, Säulengang

 

Vor einer Statue von Vishnu, dem Erhaltergott der Hindus, knien Betende. Vishnu ist auch hier mit seinen üblichen vier Insignien dargestellt, die er in seinen vielen Händen hält: die Wurfscheibe, welche er in der Schlacht auf die Feinde schleudert, das Schneckenhorn, auf dem er bläst, die Lotosblüte der Reinheit, weil sie auch im schmutzigsten Teich strahlend rein gedeiht und die Keule, mit der er Dämonen bekämpft.

Manche der Insignien sind nur mehr zu erahnen, andere sind dem Gott gar schon aus den Händen gefallen und im Sand der Zeit zerfallen.

Vor dem Zerfall soll der Tempelberg bewahrt werden, was sich leider durch Baugerüste und ein paar Planen in wenig dezentem Grün bemerkbar macht. Diese Konservierungszeugnisse kommen also mit auf die Fotos von dem ach so beliebten und zigfach abgelichteten Motiv: der Tempelberg von Angkor mit Spiegelung in einem Teich davor.

Angkor Wat, Flachrelief

 

Angkor Wat, Flachrelief

 

Rada lässt es sich nicht nehmen, auch uns abzulichten, sodass wir also nun im Besitz eines Fotos vom Typ „Karin und Alexander in Angkor - auch sehr heiß, auch sehr schön” sind.

Viel gibt es zu bestaunen in Angkor Wat und obwohl es genug Touristen gibt, die sich hier mit uns tummeln, kommt es doch immer wieder vor, dass man um eine Ecke biegt oder ein paar Stufen hinab steigt und schon hat man ein Fleckchen für sich alleine.

Angkor Wat

 

Angkor Wat

 

Angkor Wat, Apsaras
IconAngkor Wat, Apsaras

 

Besonders beim Betrachten der Flach­reliefs, die über und über mit ver­schiedensten Figuren und anderen Details ausgeschmückt sind, freuen wir uns, nicht gerempelt oder gedrängt zu werden. Unglaublich, was hier alles zu sehen ist!

In der 800m langen Galerie finden Schlachten statt, werden Götter ge­boren, Dämonen bekämpft, die Welt erschaffen und wieder vernichtet. Wie­viele Hände haben wohl an diesen Meister­werken der Stein­metz­kunst gearbeitet?

Angkor Wat, Südseite

 

Angkor Wat, Wasserbecken

 

Nun haben unzählige Hände diese Kunstwerke berührt und dort, wo die Figuren in Reichweite sind, sie bereits richtig poliert. Zwar ist das sicher nicht gut für die Erhaltung, es sieht jedoch richtig schön aus so matt schimmernd.

Der mittlere Turm des Tempelbergs ist heute leider geschlossen. Das ist zwar bedauerlich, da wir aber am Ende unseres Aufenthalts hier in Siem Reap noch einen halben Tag ohne Radas Begleitung im archeologischen verbringen können, werden wir den Besuch nachholen.

Über die Südseite verlassen wir Angkor Wat fürs erste. Beim Friedhof, dessen Grabmäler und kleine Pagoden etwas schief im Schatten der Bäume ruhen, wartet unser Fahrer mit dem Auto, um uns ins Hotel zu bringen.

Nach obenSonnenuntergang am Phnom Bakeng

Phnom Bakheng, Stiege

 

Phnom Bakheng, Aufstieg

 

Wir haben nun rund 2 Stunden, in denen wir schwimmen, schlafen und uns erholen können, bevor wir wieder abgeholt werden, um den Sonnenuntergang Phnom Bakeng zu erleben. Zuerst sind wir etwas erstaunt über die unerwartete Pause. Doch kaum im kühlen Zimmer angekommen, merken wir, wie müde uns die Besichtigungstour in der Hitze gemacht hat und wir sind recht dankbar über den folgenden Nachmittagsschlaf.

Geduscht und erholt sind wir dann auch schon wieder bereit für neue Abenteuer, als wir gegen 16:00 abgeholt werden. Phnom Bakheng liegt auf dem gleichnamigen Hügel und ist dem Gott Shiva geweiht. Die Baumeister nutzten hier die Felssubstanz des Hügels, um einen eindrucksvollen Pyramidentempel zu konstruieren.

Phnom Bakheng, Abendstimmung
IconPhnom Bakheng, Abendstimmung

 

Phnom Bakheng, Dschungel

 

Phnom Bakheng, Dschungel
IconPhnom Bakheng, Dschungel

 

Aufgrund der Höhe und des schönen Ausblicks mit Angkor Wat in süd­östlicher Richtung, ist Phnom Bakheng bei Touristen zur Zeit des Sonnen­untergangs sehr beliebt. So wie auch bei uns bildet der Besuch oft den Abschluss einer Tagesbesichtigung.

Auf einem recht breiten und nur mäßig ansteigenden Weg marschieren wir denn gleich vielen anderen nach oben. Rada gibt ein bisschen Tempo vor, damit wir noch einen guten Platz erwischen und nicht womöglich durch Wartezeiten an den Stufen das Beste versäumen. Und recht hat er, denn es sind viele, viele BesucherInnen und die Stufen sind wirklich sehr, sehr steil.

auch wir warten

 

alle warten auf den Moment

 

die Warteschlange wächst

 

Oben auf der Platt­form ange­langt haben wir dann auch wirk­lich etwas Mühe, ein gutes Plätzchen zu finden. Karin lässt sich auf einem Mauer­sims mit den Objektiven nieder, während Alexander auf Motiv­jagd geht. Neben Heiligtum, Bibliothek und Angkor Wat in der Ferne, sind es auch die vielen Mit-Touristen, die einfach festgehalten werden müssen.

Während uns immer noch heiß ist, können wir die Aufseherinnen bereits mit dicken Wollhandschuhen und langen Hosen beobachten. Auch Rada hat uns ja bereits erklärt, dass es momentan kühl ist und deswegen viele Leute erkältet sind. Für uns kaum vorstellbar.

Phnom Bakheng

 

Sonnenuntergang
IconSonnenuntergang

 

Die vermummten Aufseherinnen tun gewissenhaft ihren Dienst. Während man zwar in den ungesicherten Ruinen herumstapfen darf und sich auch niemand an der wirklich sehr, sehr steilen Treppe stößt, sind von Mäuerchen baumelnde Beine eine Gefahr und verboten. Karin bekommt einen behandschuhten Klapps auf die Schienbeine und muss rasch die Flossen einziehen.

Langsam färbt das Licht die Umgebung golden und leitet die Abenstimmung ein. In der Ferne können wir den quietschgelben Fesselballon sehen, mit dem auch wir heute Mittag das Panorama von oben betrachtet haben. Wir denken, dass man im dunkel werdenden Dschungel die nicht beleuchteten Tempelruinen wahrscheinlich gar nicht so gut sieht.

So ein richtig spektakulärer Sonnenuntergang wird es heute nicht, mehr ein sanftes Vergehen des Lichts im Dunst. Doch die Stimmung ist friedlich und es ist einfach schön, das hier zu erleben.

Sonnenuntergang

 

Sonnenuntergang

 

Im letzten schwachen Schimmer der fast gänzlich verschwundenen Sonne laufen wir schnell den Weg bergab. Unsere Taschenlampen haben wir vergessen und hier zwischen den Bäumen ist es wirklich schon recht finster.

Doch wir schaffen den Weg ohne gröberes Stolpern und sitzen schon bald wieder im Fond unsere Wagens, der uns zurück ins Hotel bringt.

Für morgen machen wir uns noch den Treffpunkt aus und schon ist der heutige Tag mit Rada beschlossen.

Vorbei, alle strömen bergab

 

Sonnenuntergang

 

Gut, dass die Küche im Borei Angkor so hervorragend ist, so müssen wir für ein Abendessen nicht mehr raus gehen, was unserer Müdigkeit sehr entgegen kommt. Beim Futtern plaudern wir noch über die vielen Erlebnisse und suchen nach unseren persönlichen Tageshighlights.

Für Karin ist es eindeutig Ta Prohm, wo zwischen den dicken Wurzeln der Würgefeigen die Götter hervorlächeln. Alexander kann sich nicht entscheiden, doch den Reizen der himmlischen Apsaras in Angkor Wat widersteht wohl auch er nicht gänzlich.

Satt und zufrieden gehen wir nach dem Essen auf unser Zimmer, wo wir alsbald in unsere Betten fallen und von Lara Croft und verborgenen Schätzen träumen. Gute Nacht, Angkor.

zu den FAQs und den Kommentaren
Auf der letzten Seite dieses Reiseberichtes findest Du die Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten und hast selbst die Möglichkeit einen Kommentar zu diesem Reisebericht zu hinterlassen.
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