Ayacucho

Hotel Santa Rosa
IconHotel Santa Rosa

 

Hotel Santa Rosa

 

Hotel Santa Rosa
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Guten Morgen! Außer ein paar kleineren Kämpfen um die Decken im Doppelbett haben wir eine ruhige Nacht verbracht und gut geschlafen. Sowohl fürs Duschen als auch beim Frühstück können wir uns heute viel Zeit lassen, denn es geht erst um 09:30 los.

Das Frühstücksbuffet ist im Innenhof aufgebaut und wir haben reichlich Muße, das von Sigrid bereits gestern empfohlene, traditionelle Frühstück dieser Gegend zusammenzustellen. Dazu nimmt man Weckerln, die innen hohl sind wie gebackene Mäuse, reißt sie auseinander und füllt anschließend den Hohlraum. Als Fülle gibt es Avocados, hart gekochte Eier, Käse und Oliven. Karin ist davon sehr begeistert, Alexander kann sich eher etwas zurückhalten.

Nach obenEin bisschen Geschichte zur Einstimmung

Ayacucho

 

San Cristobal Arkaden, Innenhof
IconSan Cristobal Arkaden, Innenhof

 

San Cristobal Arkaden, Innenhof

 

Pünktlich um halbzehn geht der Stadtspaziergang los. Vom 5. bis zum 10. Jahrhundert war Ayacucha Hauptstadt des Wari-Reiches. Die Wari waren eine Vorkultur der Inka und sehr hoch entwickelt. Sie errichteten Städte, die von Verteidigungswällen umschlossen waren, bauten Tempel und Paläste, legten Kanäle und Aquädukte an.

Die Verbreitung der Wari brachte für die Menschen in den Anden eine tiefgreifende Veränderung ihrer Lebensumstände mit sich, da diese Kultur militärisch organisiert war. Auch der Schöpfergott Viracocha duldete keine anderen Götter neben sich und überlagerte bald alle anderen religiösen Kulte.

Im 11. Jahrhundert begann der wirtschaftliche Niedergang der Wari-Kultur, sodas sie ihre Städte verließen und sich in dörfliche Niederlassungen zurückzogen. Über die genaue Ursache dieses Rückzuges gibt es keine belegten Zeugnisse.

Ayacucho
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Ayacucho
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Ayacucho
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1539 wurde Ayacucho dann von Pizarro als San Juan de la Frontera de Huamanga neu gegründet. Der Name Huamanga hat sich bis heute erhalten und wird inoffiziell gerne anstelle von Ayacucho verwendet.

Die Jesuiten kamen ebenfalls im 16. Jahrhundert und es wurde überall mit dem Bau von Gotteshäusern begonnen. Santo Domingo, San Agustin, San Francisco, Santa Clara, Santa Teresa … bis heute ist Ayacucho als Stadt der 33 Kirchen in Peru bekannt.

In der Zeit der spanischen Eroberung ist auch Maxi heute hängen geblieben. Der Spaziergang führt uns in extrem langsamem Tempo durch Ayacuchos Straßen. Bei jedem zweiten Stein bleiben wir stehen und bekommen erklärt, wie historisch bedeutsam er nicht ist, weil anno dazumals ein Spanier darauf gesessen hat, darüber gestolpert ist oder sonst was damit gemacht hat.

Durch die Straße vom 28. Juli geht es vorbei an einigen der besagten Kirchen. Davor und dazwischen herrscht das rege Treiben einer peruanischen Bezirkshauptstadt. Es wird ein- und verkauft und verschiedene Dienste werden angeboten bzw. konsumiert.

Nach obenDienste die es bei uns kaum mehr gibt

Schreiber

 

Personen-Wiege-Service
IconPersonen-Wiege-Service

 

Personen-Wiege-Service
IconPersonen-Wiege-Service

 

Für uns besonders kurios ist das Wiegen. Gegen einen Peso kann sich die Kundschaft auf eine Personenwaage stellen, die aussieht als wäre sie schon mehrere Generationen lang im Badezimmer des Anbieters benutzt und gerade eben auf die Straße mitgenommen worden.

Ebenfalls wie aus einer anderen Zeit sind die Schreiber, welche auf alten mechanischen Schreibmaschinen alles von der Geschäftskorrespondenz, über Poesie bis zum Liebesbrief tippen. Wir fühlen uns zurück versetzt in Tage, wo das Schreiben noch nicht zur Allgemeinbildung gehörte und auf Adelige und Mönche beschränkt war.

Bananenverkäuferin
IconBananenverkäuferin

 

Bananenverkäuferin
IconBananenverkäuferin

 

Bananenverkäuferin

 

Der Avenida Grau folgen wir nun bergauf, da wir zum Künstlerviertel von Santa Ana wollen. Maxi legt noch eine kleine Rast und ein Schwätzchen bei einer Bananenverkäuferin ein, die uns alle von rosafarbenen Bananen kosten lässt.

Das Fruchtfleisch hat eine eigenartige Farbe zwischen rosa und orange und schmeckt weniger süß als die Bananen, die wir kennen. Die Frau hat ein ganzes Magazin voll der krummen Früchten und will von uns dafür nichts als ein Lächeln und die leeren Schalen. Danke, das ist wirklich nett!

Ein Maler steht mit seiner Staffelei auf dem Gehsteig und zeichnet ein Bild der vor ihm liegenden Straße, hinter großen Säcken voll mit Cocablättern blitzen dunkle Kinderaugen hervor und von einem Plakat an einer Hauswand lächelt milde ein junger Mann mit blonder Wallemähne. Unter seinem Konterfeit steht zu lesen, dass Jesus in Huamanga regiert. Ein Vormittag in einer peruanischen Bezirkshauptstadt eben.

Nach obenDie Handwerker von Santa Ana

Familie Gaillardo, Art Gallery Latina

 

Strassenmaler
IconStrassenmaler

 

Hauptplatz & Kirche Santa Ana

 

Der Hauptplatz vor der Kirche von Santa Ana ist eine riesige Baustelle. Hier wird umgegraben als wäre man entweder auf Schatzsuche oder würde eine Tiefgarage anlegen. Wir wenden uns nach rechts und besuchen zunächst einen Alabaster-Steinmetz.

Zu sehen und vor allem zu kaufen gibt es verschiedenste Steinfiguren in allen erdenklichen Stilrichtungen. Von traditionell bis modern findet hier jeder etwas, der gerne ein steinernes Souvenir mit nach Hause bringen möchte. Wir möchten nicht - und warten draußen.

Nächster Halt ist eine Weberei gleich vis-a-vis. Hier werden Wandteppiche nach alter Tradition auf großen, hölzernen Webstühlen hergestellt. Die Garne sind mit Pflanzenfarben gefärbt und besitzen eine besonders intensive Tönung. Der Künstler, der wirklich schöne und ansprechende Teppiche herstellt, ist auch über die Grenzen Perus hinaus bekannt.

Mit seinen Stücken hat er z.B. schon in der Schweiz eine Ausstellung bestritten. Der Betrieb ist weniger auf den Verkauf ausgerichtet sondern mehr auf die Darstellung der Handwerkskunst, was uns wesentlich besser gefällt.

Im kleinen, dunklen Geschäft nebenan kaufen wir kalte Getränke, die wir gleich auf unserem Weg wieder hinunter austrinken. Auch hier bieten die Straßen viel Interessantes und Kurioses. Stände, an denen Obstsäfte frisch gepresst werden. Die Vorrichtung dazu sieht allerdings mehr wie ein Stück vom Eifelturm mit einem Handrad aus.

Nach obenSchlangenfett und Pacha Mamma

Ayacucho
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Strasse 28 de Julio Markt, Schlangen

 

Obstsaftstand
IconObstsaftstand

 

Auf einem Tisch vor der Markthalle wird Schlangenfett verkauft. Die ausgeweideten toten Tiere liegen in einem Berg vor dem Verkäufer, welcher die heilenden und magischen Eigenschaften seiner Ware preist.

Tatsächlich soll Schlangenfett bei Nebenhöhlenentzündungen helfen. Wir sind ziemlich froh, dass bei uns zu Hause andere Therapien angewendet werden.

In der Markthalle gibt es kleine Läden, die fertig zusammengestellte Opfersets verkaufen. Sie werden vor der Aussaat erstanden und Pacha Mamma dargebracht. Hier gibt es auch Fleischer, Obstverkäufe und Stände, an denen mindestens 10 verschiedene Sorten von Erdäpfeln (Kartoffel) erhältlich sind. Wir wussten gar nicht, dass es überhaupt so viele gibt!

An einer Saftbar nahe dem Ausgang verkosten wir Maisbier nachdem Sigrid uns versichert, dass hier nicht nach der üblichen Herstellungsmethode gearbeitet wird. Die besteht nämlich daraus, dass der Mais im Mund weichgekaut und dann zum Gären in einen großen Pot gespuckt wird.

Markt
IconMarkt

 

Markt - Käse

 

Markt - Erdäpfel
IconMarkt - Erdäpfel

 

Das hätten wir weder vertragen noch kosten wollen. Aber dieses Chicha hier ist in Ordnung und auch europäische Mägen vertragen es. Na dann Prost! Es schmeckt recht fruchtig und nur wenig alkoholisch, Lieblingsgetränk wird es dennoch keines.

Unser Mittagessen nehmen wir heute in einem Lokal im Innenhof des ehemaligen Monasterio San Cristobal ein. Alexander isst eine Suppe, Karin entscheidet sich für Chollo con Queso, was sich als gekochter Maiskolben und ein Stück Käse herausstellt. Beides ist OK, zählt aber nicht zu den kulinarischen Höhepunkten unseres Urlaubs.

Markt - Gemüse

 

Markt - Brot
IconMarkt - Brot

 

Nach dem Essen geht der mittlerweile schon recht langatmige Stadtspaziergang noch bis knapp nach 15:00 weiter. Maxi beglückt uns mit noch 2 geschlossenen Kirchen, zeigt uns gnadenlos die Uni von Ayacucho und auch das modernisierte Kulturzentrum müssen wir gesehen haben.

Als wir endlich entlassen sind gehen wir erst einmal zurück ins Hotel. Wir wollen uns umziehen, da es tagsüber doch ziemlich heiß geworden ist. Auch Dusche und Toilette haben etwas sehr Verlockendes an sich. Um 16:00 trifft sich der harte Kern der Gruppe wieder, um weitere Erkundungen zu tätigen.

Nach obenKollektives Suchen

Ayacucho
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Casa Velarde Alvarez
IconCasa Velarde Alvarez

 

Casa Velarde Alvarez

 

Zwischenzeitlich verlegt Alexander seine Sonnenbrillen, was uns ein wenig Hektik beschert. Verzweifeltes Suchen an allen möglichen und unmöglichen Orten. Selbst den Supermarkt, wo wir am Herweg Wasser und Nüsse gekauft haben, suchen wir nochmals auf. Nichts, niente, nada - die Sonnenbrillen sind unauffindbar. Sehr schade, denn die waren nicht gerade billig!

Bei Kaffee und Kuchen in San Cristobal setzt Alex den Sonnenhut ab und unter großem allgemeinen Gelächter - die Gruppe wurde mittlerweile in den Suchtrupp eingegliedert - fallen ihm die Brillen vom Kopf. Er hat sie die ganze Zeit unter dem Hut getragen!

Nach dem so erfolgreichen Besuch des Cafés spazieren wir um Centro Artesana, wo jegliches Souvenir, das wir auf unserer bisherigen Reise bereits gesehen haben, nochmals zum Verkauf angeboten wird. Am Weg dorthin reservieren wir im Restaurant Nino, das Sigrid uns wärmstens empfohlen hat, einen Tisch für das gemeinsame Abendessen um 19:00. Ganz vorzüglich soll hier nämlich gegrillt werden und das wollen wir uns nicht entgehen lassen.

Kirche Santa Domingo

 

Casa Boza y Solis

 

Plaza de Armas, Militär
IconPlaza de Armas, Militär

 

Das Centro Artesana, das wir schlussendlich am anderen Ende der Stadt doch noch finden, reißt uns dafür weder zu Begeisterungsstürmen noch zu Kaufräuschen hin. Zu viel ist hier einfach in die winzigen Buden hineingestopft und zu oft haben wir Gleiches schon auf unserer Reise gesehen. Den anderen ergeht es ebenso und so sind wir nach einer raschen Runde durch die Verkaufszeilen auch schon wieder draußen und unterwegs zum Hotel.

Die Zeit haben wir gut erwischt, denn es beginnt dicke Tropfen zu regnen, zwischen denen wir im Slalom nach Hause laufen. Am Zimmer ziehen wir uns rasch um und treffen uns gleich wieder, um nun zum Abendessen zu gehen. Nino finden wir viel netter als die Comida von gestern Abend und lassen uns an unserem reservierten Tisch nieder.

An den Wänden gibt es große Bilder, die Tische sind alle hübsch und einheitlich gedeckt und das Personal ist freundlich und kommt auch gleich. Wir wählen Lomo Fino al Ajo für Alexander und Pechuga de Pollo al Ajo für Karin. Dazu gibt es Bier bzw. Rotwein „Diablo”, der Ute, Rita und Karin zu einem wahrlich diabolischen Damentrio werden lässt. Sehr gut alles, wir sind zufrieden!

Plaza de Armas

 

Plaza Maria Parado de Bellido
IconPlaza Maria Parado de Bellido

 

Spät abends finden wir uns wieder im Innenhof unsere Hotels ein. Bei Ron dichten wir Annelores Geburtstagsständchen zur Melodie des bekannten Volksliedes „Die Vogelhochzeit”. Morgen hat Annelore Geburtstag und neben einer Kleinigkeit wollen wir ihr mit einem lustigen Lied eine Freude machen.

Es wird viel ausprobiert, verworfen, neue getextet, bis wir schließlich alle zufrieden sind und ein paar Reinschriften anfertigen. Morgen werden wir noch ein wenig üben und jetzt wird unter Gekicher ins Bett gegangen. Gute Nacht allerseits!

zu den FAQs und den Kommentaren
Auf der letzten Seite dieses Reiseberichtes findest Du die Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten und hast selbst die Möglichkeit einen Kommentar zu diesem Reisebericht zu hinterlassen.
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