Amazonas

Lago Tres Chimbadas

 

Morgendunst am Rio Tambopata
IconMorgendunst am Rio Tambopata

 

Gegen 02:00 Früh werden wir vom sanften Trommeln des Regens auf dem Dach aus Palmblättern über uns wach. Um optimal die Luftzirkulation zu gewährleisten, gibt es keine Decke sondern die Räume sind bis unter den Dachstuhl offen. So hört man jeden Tropfen besonders deutlich.

Unsere Kleidung, die wir zum Lüften auf die Wäscheleine außen vor der Brüstung gehängt haben, wird von Karin rasch gerettet. Muss ja nicht schon beim Anziehen nass sein. Schnell noch im Dunkeln ins Bad und ein wenig miteinander flüstern. Heute werden wir wohl länger schlafen können, da der frühmorgendliche Ausflug nur bei trockenem Wetter statt findet und es regnet ja…

Gegen 03:00 bimmelt Karins Handy-Wecker, besser gesagt singt Iz sanft „Somewhere over the Rainbow”. Sch*! Hoffentlich verzeihen's die Nachbarn. Es scheint immer noch leicht zu tröpfeln.

Um 04:00 klopft Geraldine „Guten Morgen” an die Zimmerwand. Rasch hervor unter dem Moskitonetz. Oh! Wann war denn der Hausmeister da und hat die Kerosinlampen angemacht? Sonst ist es noch überall stockfinster.

Lago Tres Chimbadas
IconLago Tres Chimbadas

 

Lago Tres Chimbadas

 

Im Schein der Taschenlampen putzen wir uns im Bad die Zähne und duschen mit kaltem Wasser. Huh, das macht munter! Die Bio-Seife, die wir anweisungsgemäß der Umwelt zuliebe verwenden, schmiert recht und ist kaum von der Haut zu kriegen. Und der Dreck? Na, nur nicht genauer drüber nachdenken.

Zum Frühstücksbuffet bei Kerzenschein haben sich alle brav und pünktlich eingefunden. Nur Helga fehlt, aber sie hat sich gestern bereits für den Ausflug abgemeldet. Noch etwas schlaftrunken mampfen wir alle vor uns hin.

Gummistiefel haben die meisten von uns gestern bereits auf die Seite gebracht, sodass wir nicht lange nach passenden Exemplaren suchen müssen. Auch Alexander nicht, denn er weiß mittlerweile schon, dass seine Größe leider noch immer nicht vorrätig ist.

Anschließend stapfen wir im Schein unserer Taschenlampen zum Bootsanlegesteg, um eine kurze Fahrt am Tambopata zu machen. Nach dem Aussteigen folgt ein längerer Fußmarsch durch wadenhohen Matsch, bis wir schließlich an einem kleinen See ankommen, an welchem wir Tiere beobachten wollen.

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Guide Geraldine sucht für uns Tiere

 

Brüllaffe

 

Bevor wir auf den hölzernen Katamaran klettern, gibt es noch Toiletten. Und was für welche! Blitzsauber, mit Wasser und Papier - ein wahrer Luxus mitten im Dschungel. Wir sind alle mehr als erstaunt und nutzen das Angebot zur Prophylaxe.

Als alles erledigt ist, klettern wir auf den floßähnlichen Katamaran und nehmen auf den Holzbänken Platz. Von Rolando gerudert gleiten wir langsam und nahezu geräuschlos auf die Wasserfläche hinaus. Noch ist es dämmrig und die Landschaft um uns ist nur schemenhaft zwischen bläulichen Dunstschwaden zu erkennen. Eine beinahe mystische Stimmung liegt über dem See und wir taufen die Szenerie in Gedanken „Mists of Amazonas”.

In einem kleinen Bäumchen am Ufer des Sees hängt etwas Schwarzes. Bei einem Blick durch Fernglas oder Tele erkennen wir, dass es sich um einen Brüllaffen handelt, der etwas verschlafen aus seinem Pelz schaut. Was machen denn um diese Uhrzeit Menschen in meinem Schlafzimmer?

Während unser Katamaran weiter in den See hinein gerudert wird, können wir verschiedene Vögel beobachten. Kleine Fliegenfänger mit gelber Brust sehen wir und eine Vogelart, die von den Einheimischen „Jesus Christ Bird” genannt wird. Es handelt sich um Jacanas, auf Deutsch Blatthühnchen.

2 Jacana (Blatthühnchen, werden auch „Jesus Christ Bird” genannt)

 

Kaiman

 

Ihren blasphemisch anmutenden Spitznamen haben sie daher, dass sie aufgrund ihrer großen, weit gespreizten Füße, auf der schwimmenden Vegetation in Ufernähe laufen können. Von weiter weg sieht das aus, als würden die Vögel über das Wasser gehen, was wiederum an Jesus Wassergang, wie im Markusevangelium beschrieben, erinnert.

Zwischen den Gräsern schaut uns ein rundes, goldgeflecktes Auge an. Es gehört zu einem schuppigen, olivgrünem Leib von rund 1½ Metern. Hinten ein gezackter Schweif, vorne ein zahnbewährtes Grinsen. Was ist das? Ein Kaiman!

Die zu den Alligatoren gehörende Echse kommt bis auf eine Art nur in Südamerika vor. Auf dem Speiseplan stehen hauptsächliche Insekten, Fische, Vögel und wenn sie schnell genug sind auch kleine Säugetiere. Heikel sind die Kaimane nicht so sehr.

Dieses Exemplar scheint noch recht jung zu sein und taucht nach kurzer Musterung von uns morgendlichen Störenfrieden zwischen den Grasbüscheln ab. Und weg ist er.

Der nächste tierische Geselle, den wir zu sehen bekommen, ist erst auf den zweiten Blick, den durchs Tele nämlich, sehr besonders. Auf den ersten Blick sehen wir einen relativ großen, braunen Vogel. Er erinnert entfernt an ein Huhn und scheint es gern kuschelig zu haben, da einige der Tiere so eng beieinander auf einem Ast sitzen, dass man sie für einen einzigen Vogel halten könnte. Ach ja, Stinkvogel oder Hoatzin heißt das Henderl.

Lago Tres Chimbadas

 

Red-Capped Cardinal (Paroaria Gularis)

 

4 Hoatzin (Stinkvogel)
Icon4 Hoatzin (Stinkvogel)

 

Der heranzoomende zweite Blick enthüllt den Kopf des Stinkers. Der ist von einer aufgerichteten Haube geziert, die ein wenig an einen Irokesen erinnert, dessen letzte Haarwäsche schon ein paar Wochen zurück liegt. Und das Gesicht scheint fast mit indianischer Kriegsbemalung verziert: rote Augen werden von nackter, blitzblauer Haut umrahmt. Ein progressives Vogerl!

Woher kommt eigentlich der Name Stinkvogel? Geraldine erklärt uns, dass er von dem unangenehmen Geruch herrührt, den der Vogel bei Kochversuchen verströmt. Die Tiere fressen nur Blätter, welche viele Toxine enthalten, die nicht gut riechen. Der Verdauungsapparat ist auch einzigartig und ähnelt dem von Wiederkäuern mit einem sogenannten Vorderdarm, einem Kropf an der Speiseröhre, in dem die eigentliche Verdauung stattfindet.

Das Fleisch des Hoatzin schmeckt auch nicht sonderlich gut, sodass die Einheimischen das Tier bestenfalls als Medizin nutzen. Eine Stinkvogelsuppe soll beispielsweise gegen Asthma helfen. Sagt's und hustet. Auf unsere Vorschläge, es doch vielleicht auch mit einer Tasse Suppe zu probieren beeilt sich Geraldine jedoch zu erklären, dass es sich ganz bestimmt nur um eine klitzekleine Verkühlung handelt und sicher kein Asthma. Na dann …

In einem Baum etwas weiter weg sitzt ein Tukan, den wir an seinem großen gelben Schnabel erkennen und durch das Fernglas beobachten können. Auch dieser Vogel macht noch einen etwas verschlafenen Eindruck und rührt sich nicht. Seinen überdimensionalen Schnabel hat der Tukan übrigens, um damit große Früchte zu pflücken, auszuquetschen und ihren Saft zu trinken.

…werfen wir Köder zum Piranha fischen aus.

 

Während unser Steuermann sich entspannt…
IconWährend unser Steuermann sich entspannt…

 

Von der Otterfamilie, die hier im Lago Tres Chimbadas ihr Zuhause hat, ist weit und breit nichts zu sehen. Womöglich ist sie im hinteren Teil des Gewässers aber das ist für den Katamaran tabu. Um den hier lebenden Tieren eine Rückzugsmöglichkeit zu bieten, gibt es eine imaginäre Linie, die von den Guides mit ihren Touristen nicht überschritten wird. Kommen die Tiere hervor und lassen sich beobachten - fein, wenn nicht, wird das respektiert. Wir finden das gut so, auch wenn wir natürlich die possierlichen Otter gerne gesehen hätten.

Dem Ufer entlang, vorbei an einigen Ästen voll von kuschelnden Stinkvögeln und einem Rotkappen-Kardinal, der mit seinem Hals die Windungen einer Schlingpflanze nachbildet, kommen wir an eine Stelle, wo ein Zweig voll weißer Blüten ins Wasser hängt. Angelockt vom süßen Nektar schwirren ein Dutzend oder mehr Kolibris zwischen den Blüten umher und stecken ihre kleinen langen Schnäbel in deren Kelche.

Kaum größer als ein dickes Insekt scheinen die kleinen Vögelchen beinahe in der Luft zu stehen, während sie sich am Blütensaft gütlich tun. Ihr metallisch grünes Gefieder glänzt in der Sonne in allen Farben des Regenbogens. Wir können uns an diesem zauberhaften Anblick kaum satt sehen und erst als die Kolibris einer nach dem anderen eine andere Speisetafel suchen, schwimmt auch unser Katamaran wieder ein Stückchen weiter.

War bis jetzt alles harmonisch und ruhig, so kommen wir nun zum aufregenden Teil unseres morgendlichen Amazonasausfluges. Unser Steuermann Rolando nimmt etwas rohes Fleisch und hackt es mit einer Machete klein. Anschließend werden die quasi mundgerechten Stückchen auf Angelhaken gespießt und schon bald werden Angelruten gespannt ins trübe Wasser gehalten. Was werden wir hier fangen? Piranhas!

Begeisterung sieht ein klein wenig anders aus
IconBegeisterung sieht ein klein wenig anders aus

 

Piranha am Hacken

 

Piranha am Hacken

 

Natürlich werden zuerst die Horrorgeschichten von abgeknabberten Gliedmaßen etc. zum Besten gegeben, damit es alle richtig schön gruselt. Tatsächlich aber ist die Gefährlichkeit von Piranhas für den Menschen recht umstritten. Sicher, es hat schon kleine Bisswunden gegeben, aber im allgemeinen baden die Eingeborenen durchaus in einem Gewässer, in dem Piranhas heimisch sind und haben es ohne gröbere Verletzungen überlebt.

Piranhas sind jedenfalls so etwas wie die Gesundheitspolizei des Wassers, da sie die Gewässer von kranken Tieren und Aas reinigen. Dazu dient auch ihre extreme Krankheitsresistenz, ohne die sie diese wichtige Aufgabe nicht erfüllen könnten.

An unseren Angelruten zuckt und ziept es immer wieder, doch kaum haben wir sie aus dem Wasser gezogen, ist nur mehr der leere Haken zu sehen - der Köder ist irgendwo in den trüben Tiefen verschwunden. Plötzlich ein spitzer Schrei! Das amerikanische Mädchen, welches mit ihrem Vater auch an unserem Ausflug teilnimmt, hat einen Fisch am Haken und ihn auch ins Boot gebracht.

Nun können wir den gar nicht großen, gelblichen Piranha in aller Ruhe betrachten und Geraldine zeigt uns auch sein mit spitzen Zähnen bewährtes Maul. Ein bisschen weh wird es schon tun, wenn er ins Wadel beißt. Nach etlichen Fotos, Ahs und Ohs, wird der Fisch vorsichtig vom Haken los gemacht und wieder in den See zurück geworfen. Zwar gelten Piranhas auch als Speisefische, allerdings sind diese hier recht klein und wir hoffen doch auf ein ausgiebigeres Mittagessen.

Red-Capped Cardinal (Paroaria Gularis)
IconRed-Capped Cardinal (Paroaria Gularis)

 

Lago Tres Chimbadas

 

Nach einer Erklärung über den Lebenszyklus eines Sees wie des Lago Tres Chimbadas - er war einstmals eine Schlinge des Tambopata, die durch Treibholz und angeschwemmtes Material abgetrennt wurde und wird eines Tages verlanden und zu Dschungel werden - geht es an den Luxustoiletten (natürlich mit Pause) wieder auf dem Gatschweg retour.

Jetzt ist es heller und wir bekommen ein wenig Botanikunterricht. Wir lernen Bauchpalmen kennen, die an ihrem ansonsten schlanken Stamm plötzlich ein kleines „Wamperl” aufweisen, in dem sie Wasser speichern. Auch Ameisenbäume sehen wir, die mit einem latexartigen Saft aus Fetten und Proteinen die Insekten anlocken, die sie wiederum vor anderen Schädlingen schützen.

Ebenfalls interessant ist der Eisenbaum, aus dessen harten und verrottungsresisten Holz Werkzeug gefertigt wird. Gleich in der Nachbarschaft wächst auch Palsaholz, das für sein geringes Gewicht bekannt ist und gerne für den Floß- und Bootsbau verwendet wird.

Während wir so in der Botanik unterwegs sind, bemerkt eine der beiden Guides ein Loch am Wegesrand. Es ist etwa faustgroß und eigentlich kaum dazu geeignet, dass jemand von uns hineinfallen könnte. Wozu also die Aufregung? Oh, es ist der Unterschlupf einer Vogelspinne!

Wir bilden einen Kreis und verharren bewegungslos, während die junge Frau die Spinne mit einem kleinen Hölzchen aus ihrem Versteck zu locken versucht. Gute 12 Minuten vergehen, ohne dass wir mehr als ein pelziges Beinchen zu sehen bekommen. Schon wollen wir aufgeben, als es Frau Vogelspinne reicht und sie halb aus ihrem Loch kriecht. Schnell ein Foto und schon ist sie wieder verschwunden.

Lago Tres Chimbadas

 

Lago Tres Chimbadas
IconLago Tres Chimbadas

 

Edel WC mitten im Dschungel
IconEdel WC mitten im Dschungel

 

Kurz vor der Bootanlegestelle am Tambopata sehen wir noch einen Baum, der sich von innen her auflöst, um sich selbst mit Nahrung zu versorgen. Schaut man das üppige Grün hier im Amazonasregenwald an, so kann man sich kaum vorstellen, warum der Baum das notwendig hat, doch es ist wahr: der Boden hier ist extrem nährstoffarm!

Nur eine ganz dünne Humusschicht gibt es hier und nach Rodungen ist es nicht möglich, den Boden landwirtschaftlich zu nutzen, da schon nach wenigen Zentimetern nur noch Sand ist. Wieso das?

Alles organische Material wie fallendes Laub, abgestorbene Pflanzenteile, tierische Exkremente etc. wird hier im feuchtheißen Klima sofort zersetzt, sodass es zu keiner Humusbildung kommen kann. Ganz Geschwader an Insekten, Milben und kleinen Organismen stürzen sich sofort auf jeden Nährstoff und haben in kürzester Zeit alles aufgebraucht.

Die Pflanzen sind deshalb auch nur Flachwurzler, denn weiter unten ist ohnehin nichts zu holen. Besagter Baum hat innen einen hohlen Stamm, zu seinen Wurzeln ist das „Sägemehl” zu sehen, welches ihm den Nährstoffe liefert, damit er weiter in die Höhe wachsen kann. Selbstversorgung!

Amazonas
IconAmazonas

 

Amazonas

 

Amazonas
IconAmazonas

 

Das Boot bringt uns wieder flussaufwärts und der kurze Marsch zur Lodge ist mittlerweile schon fast ein Spaziergang für uns. In der Gummistiefel-Lobby finden wir beim Ausziehen und Säubern derselben endlich auch Stiefel in Größe 44 für Alexander. Schnapp und ab in unseren Bau damit - egal, ob das jetzt erlaubt ist oder nicht.

XXXXXX

Mangels Sonnenschein fällt der Besuch der Tonlecke aus, da dann nämlich ganz sicher keine Aras zu sehen sind. Doch auch das Alternativprogramm ist ok: Tagebuch schreiben, Schuheputzen und Hängematte liegen.

Letzteres ist wunderbar romantisch. Zu zweit liegen wir in der großen Matte, schaukeln sanft hin und her und genießen den „Dschungelfernseher”. Draußen raschelt es hin und wieder in den Blättern und große, bunte Schmetterlinge flattern vorbei. Am schönsten ist der blaue Morpho mit seiner auffallenden, schillernden Farbe. Wir sehen den Flatterlingen nach und träumen vor uns hin.

Nach obenDie ethnobotanische Station der Gemeinde Navita de Infierno (Kräutergarten)

Rio Tambopata

 

Rio Tambopata
IconRio Tambopata

 

Ethnobotanische Station

 

Am Nachmittag gibt es dann nochmal einen Ausflug. Etwa 30 Minuten mit dem Boot Richtung Puerto Maldonado liegt ein Kräutergarten, auf Gebildet auch ethnobotanische Forschungsstation genannt, die wir besuchen wollen.

Als wir ankommen sind auch hier ganz viele Schmetterlinge auf der Sandbank, die uns als Landungssteg dient. In Weiß, Gelb und Orange umflattern sie unser Boot gleichsam als Empfangskomitee. Ob heute etwas Besonderes in der Luft liegt, dass wir überall so viele Schmetterlinge sehen?

Der gartenansässige Schamane ist derzeit gerade auf Krankenbesuch und Arturo, sein Gehilfe, führt uns an seiner Stelle herum. Der Garten wurde für die Mitglieder der Ese'eja Gemeinde von Infierno angelegt, die hier kostenlos behandelt werden und Medizin bekommen können.

Ethnobotanische Station

 

Ethnobotanische Station

 

In der Lobby, einem Unterstand aus Holz mit einem Dach aus Palmenblättern gibt es schrecklich viele Mosquitos. Jeder zückt sein mitgebrachtes NoBite, Autan oder was immer für ein Mückenschutzmittel und sprüht wild auf sich und seine Nachbarn, auf dass die lästigen Viecher verschwinden mögen.

Nach einführenden Erklärungen begeben wir uns auf den Rundgang, der uns zu verschiedenen interessanten Pflanzen führt. Besonders erwähnenswert ist ein Strauch, der vor allem unsere anwesenden Zahnärztinnen begeistert. Geraldine und Arturo verteilen kleine Stückchen eines dunkelgrünen Blattes und lassen uns dieses kauen.

Ein leichtes Brizzeln macht sich an den Mundschleimhäuten bemerkbar und plötzlich … betäubt! Wir haben das Gefühl, als hätte uns der Zahnarzt eine kleine Menge Lokalanästhetikum iniziiert. Genau dafür wird die Pflanze auch eingesetzt, zur Betäubung bei schmerzhaften Zahbehandlungen.

Zur besonderen Belustigung der Touristen zwar, aber sicherlich auch mit ernsthafteren Anwendungsgebieten, ist das sogenannte „Viagra des Dschungels”. Wieder ist es ein Blatt, das wir in die Hand gedrückt bekommen, diesmal aber nicht zum Kauen. Stattdessen sollen wir das Grünzeug zerknüllen. Was? Wieso denn kaputt machen?

Mitnichten kaputt! Als wir die Hand öffnen richtet sich das Blatt wieder auf, bis es fast aussieht wie neu. Selbstverständlich ein Synonym für die Wirkung der Pflanze, was ihr denn auch den poetischen Namen „Para, para” einbrachte. Auf Deutsch heißt das soviel wie „Steh auf, steh auf”.

Rio Tambopata, Sonnenuntergang
IconRio Tambopata, Sonnenuntergang

 

Rio Tambopata, Sonnenuntergang
IconRio Tambopata, Sonnenuntergang

 

Rio Tambopata, Sonnenuntergang

 

Mit rotem Pflanzenfarbstoff bekommen wir anschließend glücksbringende Zeichen ins Gesicht gemalt. Sonnen, Dreiecke und Linien zieren Stirn, Wangen und Nasen. Natürlich machen wir Fotos aber aufgrund des Dickichts und der fortschreitenden Dämmerung stellen sich diese später als ziemlich unbrauchbar heraus. Vielleicht ist das ohnehin gnädiger?

Zum Abschluss und am Ende unseres Rundganges können verschiedene Stärkungsmittel verkostet werden. Natürlich probieren wir von den süßen, ein wenig alkoholhaltigen Säften. Wie die wohl wirken werden?

Als wir Arturo und den Medizinalgarten verlassen, gibt es einen schönen Sonnenuntergang. Im Boot sitzend können wir beobachten, wie sich der Himmel rötlich färbt und die Bäume ihre Farbe verlieren, bis sie schließlich wie schwarze Scherenschnitte vor dem Abendrot erscheinen. Schön!

Zurück in der Lodge beschließen wir, auf die angebotene Nachtwanderung zu verzichten. Es war wirklich ein langer Tag für uns heute und wir möchten gerne Abendessen und danach noch gemütlich beisammen sitzen. Geraldine scheint darüber gar nicht traurig zu sein.

Auch diesmal ist das Essen wieder hervorragend und wir finden uns anschließend zu einem Bier an der Bar ein. Den Tag mit seinen vielen Erlebnissen lassen wir nochmals Revue passieren und gehen bald müde in unser Zimmer, wo wir bei der kleinen Nachtmusik des Dschungels bald einschlafen.

zu den FAQs und den Kommentaren
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