Paracas-Halbinsel / Ballestas Inseln

Hotel Villa Jazmin

 

Hotel Villa Jazmin

 

Uah, was haben wir gut geschlafen in der hübschen, belgischen Villa Jazmin! Ab ins Bad mit uns, wo wir uns wieder über das Fließwasser freuen, das sofort heiß aus dem Duschkopf kommt. Anziehen und schon geht's ins nette Restaurant zum Frühstück. Selbiges ist ebenfalls sehr lecker und es gibt sogar ganz mageren Schinken! Na also, es geht doch, wenn man wirklich will.

Draußen ist es novembrig, nebelig, feucht und wir würden gerne noch ein wenig in dem gepflegten Hotel bleiben und uns der Annehmlichkeiten erfreuen. Doch nichts da. Heute geht es auf die Islas Ballestas, die auch Klein Galapagos genannt werden, wo wir Tiere beobachten wollen. Und im Anschluss geht es ohne Mittagessen durch nach Ayacucho. Dafür haben wir ja gestern Verpflegung in Nazcas Delikatessenläden eingekauft.

Paracas Hafen

 

Paracas Hafen

 

Panamericana
IconPanamericana

 

Während der kurzen Busfahrt zur Ablegestelle auf der Paracas-Halbinsel ermahnt uns Hermann wieder und wieder unsere Jacken ja nicht zu vergessen, da es auf dem Boot kalt sein kann.

Wir haben unsere Fleecepullis an und die Regenjacken mit dabei und fühlen uns damit gut ausgerüstet. Zunächst streunen wir kurz entlang des Hafens, wo geschäftiges Treiben herrscht.

Am Weg Zu Den Ballestas Inseln

 

Altes Boote mit neuen Eigentümern
IconAltes Boote mit neuen Eigentümern

 

Schnellboot
IconSchnellboot

 

Souvenirstände, Restaurants und Imbisswagerln wechseln einander ab, daneben bzw. davor im Wasser wurlt es von Booten. Wir suchen zunächst ein von Hermann empfohlenes Restaurant auf, wo wir die Toiletten benutzen dürfen. Die nächsten Stunden gibt's dazu nämlich keine Gelegenheit mehr.

Als wir alle erleichtert sind, geht es wieder zurück an den Kai. Fischer transportieren ihren Fang vom Boot an Land, während die Guides der Ausflugsschiffe ihren Fang - nämlich uns Touristen - vom Land aufs Boot lotsen.

Wir klettern ebenfalls an Bord eines der Boote, legen brav die Schwimmwesten an und schon kurz nach dem Ablegen verstehen wir, warum Hermann uns immer wieder zugeredet hat Pullis und Regenschutz mitzunehmen. Die Boote gasen ordentlich an, tanzen auf den Schaum gekrönten Wellen und es gibt mächtige Spritzwasserfontänen.

Candelabro (Kerzenhalter)

 

Pelikan
IconPelikan

 

Paracas - Ballestas Inseln

 

Rasch packen wir unsere Kameras in die Rucksäcke und uns selbst in die Regenjacken. So, geschafft! Jetzt können wir die lustige Speedbootfahrt richtig genießen. Andere Insassen, darunter auch Mitglieder unserer Reisegruppe, haben es leider nicht ganz so lustig wie wir, da sie teilweise völlig waschelnass werden.

Entlang der Halbinsel und aus der Bucht hinaus kommen wir zunächst an einem überdimensionalen Scharrbild vorbei, dass hier in die Salzkruste des Wüstenbodens gezeichnet wurde. Weil die ca. 200 Meter große Zeichnung aussieht wie ein dreiarmiger Kerzenleuchter, wird er „El Candelabro” genannt. Sein genaues Entstehungsdatum oder gar seine Bedeutung sind bis heute ein Geheimnis.

Durch das fischreiche Gewässer geht es nun weiter auf die vorgelagerten Inseln. Manchmal schwimmen Delphinschulen neben den Ausflugsbooten und lassen die Touristen an ihrem ausgelassenen Spiel teilhaben. Wir halten angestrengt Ausschau, doch heute sind leider nur ein paar kleinere Fische in den Wellen zu sehen.

Guanotoelpel (Peruanische Tölpel Sula Variegata)
IconGuanotoelpel (Peruanische Tölpel Sula Variegata)

 

Guanotoelpel (Peruanische Tölpel Sula Variegata)

 

Guanotoelpel (Peruanische Tölpel Sula Variegata)

 

Der Fischreichtum ist auch der Grund, warum sich auf den Ballestas Inseln so viele andere Tiere tummeln.

Robben und Unmengen an Seevögeln ziehen hier ihre Jungen auf, Pelikane sitzen auf jedem Felsen, Tümmler, Tölpel und Humboldtpinguine bevölkern die steinigen Eilande. Sie alle finden in den Fischgründen Nahrung in Hülle und Fülle.

Je näher wir den Inseln kommen, desto lauter wird es in der Luft über uns. Aufgeregt schwirren Inkaseeschwalben über unseren Köpfen, Kormorane sehen wir und Möwen scheinen uns auszulachen. Wo so viele Vögel sind, gibt es dementsprechend viel Vogeldreck, der einen recht strengen Geruch verbreitet. Aber wie heißt es so schön? Jeder ein Naserl voll und weg ist's … man gewöhnt sich nach ein paar Minuten daran.

Guanotoelpel (Peruanische Tölpel Sula Variegata)
IconGuanotoelpel (Peruanische Tölpel Sula Variegata)

 

Guanotoelpel (Peruanische Tölpel Sula Variegata)
IconGuanotoelpel (Peruanische Tölpel Sula Variegata)

 

Anlegestelle
IconAnlegestelle

 

In den 1990er Jahren baute man das schwarze Gold, Guano, hier vermehrt ab. Das Wort Guano, ursprünglich Huanu, kommt aus den Inkasprachen und bedeutet Dung. Peruanischer Guano war einer der ersten Handelsdünger.

Der Abbau wurde so intensiv betrieben, auch während der Brutzeit der Vögel, dass der Guanoertrag sehr stark zurück ging. Heutzutage wird sehr auf den Vogelschutz geachtet und der Guanoabbau ist wesentlich sanfter geworden.

Guanotoelpel (Auch Peruanische Toelpel Sula Variegata)

 

Paracas - Ballestas Inseln
IconParacas - Ballestas Inseln

 

Seelöwe
IconSeelöwe

 

Wer den Kopf hebt und nach oben schaut, sollte dies nicht ohne Sonnenbrille tun! Weniger wegen der UV-Strahlung, die natürlich hier auf dem Wasser besonders stark ist, sondern wegen der Vogelexkremente, die einen treffen könnten. Guano ist kalkhaltig und kann ziemlich weh tun und auch ätzen, wenn er in die Augen kommt.

Das Boot schaukelt wild, während Alexander Fotos von Seelöwen macht, die träge in der Sonne liegen und von einer Feuerkrabbe, die sich auf eine Felswand hinauf wagt. Wind und Wellen haben dem Stein stellenweise arg zugesetzt und Torbögen oder Fenster ausgewaschen. Durch sie hindurch bieten sich besonders reizvolle Ausblicke auf die Fauna.

Guanotoelpel (Auch Peruanische Toelpel Sula Variegata)
IconGuanotoelpel (Auch Peruanische Toelpel Sula Variegata)

 

Seelöwe
IconSeelöwe

 

Humboldt-Pinguin

 

Manche Stellen hier auf den Inseln erinnern an die Kulisse eines Science Fiction Films oder an die Grafiken von Adventure Games. Schiffswracks, die über und über mit Vögeln bedeckt sind, verrostete Gerüste, von denen tropfsteinartige Gebilde aus Guano hängen, ein Seil, das von einem kaputten Flaschenzug baumelt wie ein Galgen.

Für die Rückfahrt auf die Paracas-Halbinsel packen wir uns wieder fest in unsere Regenjacken ein und reiten lachend zwischen den Spritzfontänen auf den Wellen. Gut ausgerüstet macht dieser Ausflug wirklich Spaß!

Paracas - Ballestas Inseln

 

Schwarzer-Ich-Weiss-Nicht-Vogel

 

Paracas - Ballestas Inseln
IconParacas - Ballestas Inseln

 

Im Bus versuchen diejenigen, die nicht ganz so wasserdicht unterwegs waren, sich einigermaßen abzutrocknen. Danach gibt's Gemeinschaftspicknick von den Leckereien, die gestern jeder eingekauft hat, denn heute ist wegen der langen Tagesfahrt keine Mittagspause in einem Restaurant vorgesehen. Macht nichts! Mandarinen, Bananen, Kekse, Gebäck - alles wird rumgereicht und jeder darf kosten, wonach der Gusto steht. Ein richtig fröhliches Schmausen ist das.

20 Minuten später heißt es dann Auf Wiedersehen Hermann und Hallo Sigrid. Unsere Reiseführer wechseln, doch Fahrer Gerardo und der Bus bleiben uns noch eine Weile erhalten. Da wir alle vom Picknick recht satt und müde sind, muss Sigrid uns vorerst nicht unterhalten, denn wir fallen in einen Verdauungsschlaf. Versäumen tun wir dabei nichts, denn bis zum Abend ist nur fahren angesagt und keine weiteren Highlights.

Nach obenHuaytara

Iglesia de Huaytara

 

Iglesia de Huaytara
IconIglesia de Huaytara

 

Huaytara Hauptplatz
IconHuaytara Hauptplatz

 

Einen Zwischenstopp machen wir in Huaytara, einem Bergdorf mit einer ganz imposanten Kirche, die auf den Fundamenten eines Inkapalastes errichtet wurde. Im Inneren sehen wir - typisch für Lateinamerika - Heiligenfiguren, welche von den Gläubigen als Zeichen der Verehrung bekleidet wurden.

Gleich neben der Kirche befindet sich das sogenannte Inkabad. Es handelt sich dabei um eine Granitformation, die über in den Stein gegrabene Kanäle mit Wasser gefüllt wurde.

Noch einmal bleiben wir auf unserer Weiterfahrt stehen. Auf 4700 Metern Höhe befindet sich ein Pass, wo wir die Aussicht genießen und wer noch andere Bedürfnisse hat, tut dies zwischen den hohen Büscheln des Itchugras.

Am Weg nach Ayacucho, Schwefelmine & Teufelsmund

 

Am Weg nach Ayacucho, Lamaherde

 

Pass Abra Apacheta

 

Der Weg hinunter nach Ayacucho führt uns durch ein verzaubertes Tal in der Abendsonne. Eukalyptusbäume wiegen sich im Wind, es plätschert ein Bächlein mit einer Forellenzucht neben der Straße.

Ein paar Felsbrocken liegen malerisch verstreut im Gras, dazwischen weiden Lamaherden und es blühen die Ginsterbüsche. Mucho gusto! Wir sind alle entzückt von der Idylle.

Nach obenAyacucho

Am Weg nach Ayacucho

 

Am Weg nach Ayacucho

 

Endlich in Ayacucho, dem früheren Huamanga, angekommen, stellt sich dieses als ganz nettes Städtchen heraus. Glücklicherweise, denn der Name Ayacucho bedeutet Winkel der Toten und hat nicht ganz so verheißungsvoll geklungen.

Unser Hotel Santa Rosa ist ebenfalls recht hübsch. Es gibt einen Innenhof mit vielen Topfpflanzen und einem Springbrunnen. Das Zimmer ist in Ordnung, vor allem, da auch hier das Heißwasser gleich oder zumindest einigermaßen gleich aus dem Wasserhahn kommt.

Für 19:00 sind wir mit der Gruppe, Sigrid und Maxi verabredet. Maximilian Santana de irgendwas y noch was ist unser örtlicher Reiseleiter. Es handelt sich um einen älteren Herren und äußerst stolzen Ayacucho-Bewohner, dessen Ausführungen von Sigrid übersetzt werden, da er nur Spanisch spricht.

Am Weg nach Ayacucho

 

Am Weg nach Ayacucho

 

Wir gehen gemeinsam zum Abendessen in ein lokales Gasthaus. Das Essen ist Ok, dafür wirklich viel. Alexander wählt eine Plato tipico allerdings mit Huhn anstelle von Cuy, Karin hält sich an die Troucha con Ajo mit Ensalada mixta.

Dazu trinken wir beide Bier wegen basisch und so. Unsere Mägen sind nach der langen Fahrt ganz durchgerüttelt und da kann das nur gut sein. Es wird gegessen, geplaudert und Pläne für den morgigen Tag geschmiedet. Wir sind alle gespannt, was Maxi und Ayacucho uns zu bieten haben.

Nach dem Abendessen schlendern wir zurück zu unserem Hotel, wo sich einige von uns noch auf einen Zerstäuber im Innenhof zusammensetzen. Der Rum wird in kleinen Plastikbecherchen ausgeschenkt und die Stimmung steigt.

Als wir schon Bauchweh haben vom vielen verhaltenen Lachen, schließlich wollen wir ja nicht alle anderen Gäste aufwecken, lassen wir's gut sein und gehen auf unsere Zimmer eine Mütze Schlaf nehmen. Gute Nacht El Gruppo „Ron Milla”!

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