Der lange Weg nach Nazca

Panamericana

 

Fahrer mit Hut
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Wir verlassen Arequipa
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Heute steht uns wieder eine elendslange Fahrt bevor und so singt Iz auch diesmal wieder recht früh los. Unsere Taschen haben wir gestern Abend schon gepackt und nun kommt nur mehr unser Necessaire nach Gebrauch hinzu.

Frühstück gibt es heute ob der frühen Stunde in der Bar. Weckerl und Marmeladekleckse sind abgezählt und stehen für jeden aus unserer Gruppe bereit. Obwohl wir leise sind, scheinen wir doch auch noch einen anderen Gast geweckt zu haben, denn der mischt sich unter das mampfende Volk und habert trotz verhaltener Proteste unsererseits eines der abgezählten Weckerl.

Panamericana

 

Panamericana
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Wäre es für den einen oder den anderen nicht noch zu früh gewesen, um einen Bissen runter zu bekommen, dann hätte wohl Annette, die als letzte in die Bar kommt, auf Essen verzichten müssen. So schürt man Futterneid!

Als wir in den Bus klettern, muss Rita sich über irgendetwas ärgern und bekommt nach eigener Aussage „eine Halsschlagader wie ein Gartenschlauch”. Wenn's uns auch um ihren Ärger sehr leid tut, so trägt der Vergleich, zumal bildlich vorgestellt, doch sehr zu unser aller Erheiterung bei. Wir schütteln uns vor Lachen.

Die Fahrt nach Nazca ist wirklich mindestens so elendslang wie befürchtet. Wir dösen, hören abwechselnd Hermanns mitgebrachte CDs oder Musik und Hörbücher von unseren iPods und schauen auf die vorüberziehende Landschaft.

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Camana

 

Camana
IconCamana

 

Camana
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Gegen 09:30 machen wir eine kurze Pause in Camana. Ein wenig Beine vertreten, wer mag einen Kuchen und Kaffee oder Tee als eine Art Gabelfrühstück und vor allem das Aufsuchen eines stillen Örtchens prägen diesen Halt. Camana selbst hat eine recht reizlose Fußgängerzone und einen ebenso nichtssagenden Hauptplatz zu bieten.

Wofür das Städtchen ebenfalls bekannt ist, sind die Strände. Da aber weder die Jahreszeit - hier ist ja Winter - noch unser Reiseprogramm dafür geeignet sind, bleiben diese Sehenswürdigkeiten uns verborgen.

Ein paar Kilometer weiter befindet sich das Tal von Camana, wo der Fluss ins Meer mündet. Dieser Landstrich weist die charakteristischen Eigenschaften für den Lebensraum der Kahl- oder Rotkopfgeier auf. Und tatsächlich sind diese Vögel auch hier beheimatet.

Kahlkopfgeier sind hundertprozentige Aasfresser. Zur aktiven Jagd auf Beutetiere sind sie schon aufgrund ihrer relativ kleinen Krallen und kurzen Schnäbel nicht in der Lage. Meist schweben die Geier über ihrem Revier, dem sie bei ausreichender Nahrung ausgesprochen treu sind.

Camana

 

Camana

 

Ihren Namen verdanken die Rotkopfgeier dem Mangel an Gefieder an ihrem Schädel, sodass eine orange bis rötlich gefärbte Haut zum Vorschein kommt. Wie alle Geier sind sie elegante Flieger, aber recht hässlich anzusehen. Eine Beobachtung sind sie allemal wert.

Nur ein paar hundert Meter weiter gibt es eine andere Attraktion, die recht gut zu den Geiern passt: mitten in den kahlen, zum Meer abfallenden Abhängen wachsen hier überdimensionale Kakteen. Gemeinsam mit den Vögeln ergibt das eine Stimmung wie im Wilden Westen!

Weiter geht es durch Wüsten aus Tuffstein auf unserem Weg nach Nazca. Hermann macht uns auf kleine Gehöfte und sie umgebende Felder aufmerksam, die wie Oasen ein wenig Grün verbreiten. Wie kommt es dazu hier in dieser trockenen Gegend? Das Zauberwort heißt Regenfänger. Dabei handelt es sich um große Netze, die gespannt werden und in denen die Wolken quasi hängen bleiben, sodass ein paar Tropfen Regen fallen. Mit dem bisschen Nass lässt sich schon in geringem Ausmaß Ackerbau betreiben. Es ist gerade ausreichend für ein wenig Obst und Gemüse.

Nach obenPuerto Inka

Panamericana
IconPanamericana

 

Panamericana

 

Nächster Halt ist in Puerto Inka, wo wir in einem Strandrestaurat Mittagessen sollen. Leider ist das Hotel, zu dem das Speiselokal gehört, jedoch geschlossen. Das trifft auch auf die Toiletten zu, auf welche sich manche aus unserer Gruppe schon recht gefreut haben. Hermann schaut ein bisserl unentspannt drein und berät sich mit dem Fahrer. Alles wieder einsteigen, wie suchen einen anderen Platz zum Essen.

Nur wenige Dünen weiter werden wir auch schon fündig. In einem Lokal am Strand gibt es frittierten Fisch und Meeresgetier, angeblich fangfrisch. Wir lassen uns in dem etwas rustikalen Restaurant nieder und bestellen neben dem Meeresallerlei auch noch Pommes und Bier. Letzteres stürzt die Besitzer in größere Verzweiflung, denn Bier ist leider aus.

Panamericana Nähe la Bodega, Kakteen

 

Panamericana Nähe la Bodega, Kakteen

 

Mittagessen am Strand

 

Doch Hermann und unser Fahrer wissen diesen Mangel zu beseitigen. Beide steigen ins Auto und kommen nach etlichen Minuten mit einigen Flaschen Bier zurück. Sie waren im Nachbardorf für uns einkaufen. Das ist ein tolles Service!

Bis das Essen kommt - es wird wirklich ganz frisch zubereitet - toben sich die Mädels an den Schaukeln am Kinderspielplatz aus, während andere nun doch endlich die Örtchen aufsuchen. Zwar schließen dort die Türen nicht, dafür gibt es eine super Aussicht aufs Meer hinaus. Auch was wert.

Als wir dann das frittierte Meeresgetier vor uns haben, sind wir über das Bier zum runterspülen ziemlich dankbar. Trotz wirklich frischer Zubereitung schmeckt es recht zäh und gummig. Egal, der Hunger drückt's runter!

Panamericana, Nähe Tanaca, Sanddünen und Verwehungen
IconPanamericana, Nähe Tanaca, Sanddünen und Verwehungen

 

Panamericana, Nähe Tanaca, Sanddünen und Verwehungen

 

Panamericana, Nähe Tanaca, Sanddünen und Verwehungen

 

Als wir mit dem Mittagsmahl fertig sind und die äußerst geringe Rechnung beglichen haben, geht es mit unserem Bus auf der Panamericana weiter. Das letzte Stück nach Nazca liegt nun vor uns.

Nahe Tanaca, einem etwas desolaten Dorf, das für seinen schönen Strand bekannt ist, fühlen wir uns wie in Klein Arabien. Neben dem rauen Meer bläst der Wind glitzernde Sanddünen vor sich her und formt eine bizarre Wüstenlandschaft. Schnee- bzw. Sandräumungsfahrzeuge sind hier mehr oder weniger pausenlos unterwegs. Wären sie das nicht, wäre die zweispurige Straße binnen 3 Tagen völlig zugeweht und nicht mehr sichtbar.

Auf der schnurgeraden Straße fahren hauptsächlich LKWs, die Güter befördern. Wir überholen den einen oder anderen, das ist es aber auch schon an Highlights, die der Reiseverlauf noch zu bieten hat.

Panamericana

 

Sanddünen und Verwehungen

 

Gegen Abend kommen wir wohlbehalten und trotz, oder vielleicht gerade wegen, des viele Sitzens ziemlich geschlaucht in Nazca an. Das Hotel Nido del Condor, in welchem wir für diese Nacht unser Quartier beziehen, ist gleich gegenüber dem Privatflugplatz, von wo aus die Rundflüge über die Nazca-Linien starten.

Die Unterkunft ist ganz ok. Das Mittagessen liegt uns immer noch leicht im Magen, sodass wir nur eine Kleinigkeit zum Abendessen naschen, etwas trinken und recht bald in die Heia gehen. Schließlich wollen wir morgen ausgeruht sein, denn der Flug kann je nach Wetter jederzeit starten. Ganz früh ist genauso möglich wie ganz spät oder gar nicht. Aber an letzteres wollen wir nicht einmal denken! Gute Nacht also und bis morgen.

zu den FAQs und den Kommentaren
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