Arequipa

Arequipa, Hund am Dach

 

Arequipa, Hund am Dach
IconArequipa, Hund am Dach

 

Unser Tag startet mit Frühstück auf der Terrasse im Innenhof der Casa de Melgar. Es ist schön, hier zu sitzen und in den ruhigen Garten zu schauen, während man seinen morgendlichen Imbiss mampft. Wirklich erwähnenswert ist auch die ausgesprochen nette Bedienung, die fröhlich und freundlich lächelnd für Nachschub an Gebäck und Heißgetränken sorgt. So beginnt der Tag gleich angenehm und entspannt.

Nach dem Frühstück treffen wir uns alle vorne bei der Rezeption. Unser Bus führt uns ein paar Gassen bergauf in das Viertel, in dem wir unseren Spaziergang durch Arequipa beginnen.

Wir folgen verwinkelten Gassen mit Treppen, gesäumt von weißgetünchten Häusern mit Terrassen, von welchen Hunde auf uns herunter schauen. Apropos weiß: Arequipa wird auch die weiße Stadt genannt. Zweierlei Gründe gibt es dafür. Einerseits weil hier einst nur die Spanier in der Stadt leben durften, die indigene Bevölkerung musste außerhalb der Stadtgrenze ihre Unterkünfte beziehen, andererseits weil viele der Gebäude aus einem weißen Gestein vulkanischen Ursprungs, errichtet wurden.

Mitunter sind Wände mit Tontöpfen voll Geranien geschmückt, was Erinnerungen an Andalusien wach ruft. Ruhig und beschaulich ist es, denn obwohl die Sonne bereits gleißendes Licht verbreitet, ist es noch relativ früh am Morgen und außer uns und dem einen oder anderen exotischen Frühaufsteher ist niemand in den Gassen unterwegs.

Nach obenMirador de Yanahuara

Mirador de Yanahuara, Blick auf Arequipa & Vulkan Misti
IconMirador de Yanahuara, Blick auf Arequipa & Vulkan Misti

 

Arequipa
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Mirador de Yanahuara, Igreja de san Juan Bautista

 

Am oberen Ende des Gassengewirrs angekommen, erschließt sich uns ein kleiner Park mit Aussichtsterrasse, dem Mirador de Yanahuara. Von hier aus haben wir von Rundbögen eingerahmt einen schönen Blick auf die umliegenden Berge, allen voran der Vulkan und Hausberg der Stadt El Misti, und die Stadt zu unseren Füßen.

Unter den Palmen des Parks sind versteckt Lautsprecher angebracht und brasilianische Musik dudelt sanft im Hintergrund. Wir wenden uns von der Aussicht nach rechts und betrachten die Igreja de San Juan Bautista. Sie wird gerade zu irgendeinem Anlass mit Blumen geschmückt, sodass wir heraußen bleiben müssen.

Das Portal ist über und über mit Figuren verziert, die dem typischen Mestizen-Barock entsprechen. Hier tummeln sich Engel neben Indianern und Heilige werden beschattet von Muscheln und Blätterranken.

Ein großes Kruzifix ist mit den Attributen der Leidensgeschichte Christi geschmückt: Leiter, Lanze, Nägel, der mit Essig getränkte Schwamm, usw. Da die meisten Indios nicht lesen konnten, war das eine anschauliche Methode, die Geschichte in Symbolen festzuhalten und quasi schaubar anstelle von lesbar zu machen.

Nach obenDie Welt der Alpacas und Lamas

Fabrik Mundo Alpaca
IconFabrik Mundo Alpaca

 

Fabrik Mundo Alpaca
IconFabrik Mundo Alpaca

 

Fabrik Mundo Alpaca
IconFabrik Mundo Alpaca

 

Als wir uns hier am Mirador mit Kirche und Park satt gesehen haben, geht es wieder ein Stückchen mit dem Bus hinunter. Bei Mundo Alpaca erfahren wir alles, was es über Alpacas und Lamas, deren Haltung und die Verarbeitung ihrer Wolle zu lernen gibt.

Einige dieser kuscheligen Artgenossen werden auch in einem Gehege hier auf dem gepflegten Anwesen mitten in der Stadt gehalten, sodass wir aus nächster Nähe Fotos machen können.

Von den verschiedenen Tierarten erzählt man uns, die unterschiedlichen Qualitäten der Wolle können wir nicht nur sehen sondern auch angreifen und beim Sortieren nach natürlicher Farbschattierung sehen wir zu. Mit Pflanzen werden wunderschöne und sehr haltbare Färbungen erzeugt und auch dazu gibt es Erklärungen und Anschauungsmaterial.

Fabrik Mundo Alpaca

 

Fabrik Mundo Alpaca

 

Fabrik Mundo Alpaca

 

Zu guter Letzt zeigt uns eine Frau in bunter Tracht auch noch, wie die feine, nunmehr gesponnene Wolle auf einem traditionellen Webstuhl zu wärmender Kleidung verarbeitet wird.

Natürlich gibt's zum Abschluss einen großen Shop, wo man alles aus Alpaca kaufen kann, was das Herz nur begehrt. Vom zarten Schal bis zum schweren Wintermantel ist alles zu haben und wird sogar nach Europa versandt, damit die armen Touristen nicht so schwer schleppen und dann auch noch Übergepäck beim Heimfliegen zahlen müssen.

Fabrik Mundo Alpaca
IconFabrik Mundo Alpaca

 

Wir schlendern auch im Geschäft herum, schauen und probieren sogar das eine oder andere Stück. So ein wärmender Alpacamantel für die winters immer frierende Karin, noch dazu zu einem stark reduzierten Preis, das wäre schon was.

Doch die Farben wollen ihr nicht so recht zu Gesicht stehen - blasser europäischer Teint verträgt einfach keine so kräftigen Töne - uns so bleiben die guten Stücke im Laden und die Kreditkarte unbenutzt.

Als alle mit schauen, anprobieren, aussuchen und einkaufen fertig sind, geht es weiter zur nächsten Station unserer Arequipa-Erkundung. Durch das Geflecht der Straßen und Gassen folgen wir Hermann vorbei an der Kirche San Francisco mit ihrem hübschen Park, wo zwischen Bäumen der allgegenwärtige Misti zu bewundern ist. Genau gegenüber ist Zig Zag, wo wir gestern Abend so gut gespeist haben.

Nach obenKoloniales Erbe und eine verlorene Schamanin

vor der Kirche
Iconvor der Kirche

 

Kirche San Francisco

 

Kirche San Francisco
IconKirche San Francisco

 

Weiter durch die Calle Moral stehen wir bald in einem schönen Innenhof, der mit Steinmetzarbeiten aus Sillar verziert ist.

Die Casa Tristan del Pozo wurde 1738 erbaut und beherbergte einst das alte San-Jeronimo-Seminar. Später wohnte hier die Familie Ugarteche, weswegen der Stadtpalast auch unter diesem Namen bekannt ist. Wasserspeier sowie reich mit Schnitzerereien dekorierte Fensterläden und Türen machen das Haus, das sich heute im Besitz einer Bank befindet, zu einem architektonischen Juwel.

Durch einen kleinen Markt gelangen wir auf die Plaza de Armas mit der dominierenden Kathedrale. Doch was ist das? Im auffälligen, blau-roten Ganzkörpertrikot schlängelt sich Spiderman durch die Autos hindurch, welche rund um den Platz fahren. Peru hat also auch Platz für Superhelden, Arbeit haben sie sicherlich genug.

Nur zweimal ums Eck befindet sich die Iglesia La Compania de Jesus, eine der ältesten Kirchen Arequipas. Wir betreten auch hier erstmal den Innenhof und sehen uns um. Plötzlich ist Hartmut ganz aufgeregt - Annelore ist weg!

Wir suchen hier und suchen dort, schauen in den Souvenirladen im Innenhof, doch unsere Schamanin ist und bleibt verschwunden. Alexander und Hermann teilen die Gruppe in Suchtrupps auf und wir machen uns auf, die Verlorene wieder zu finden.

Casa Tristan del Pozo

 

Casa Tristan del Pozo
IconCasa Tristan del Pozo

 

Casa Tristan del Pozo

 

Es ist schon einiges an Abgrasen der Gassen und Geschäfte in der Umgebung notwendig, bis wir Annelore schließlich wieder in unserer Mitte haben. Irgendwann hatte sie uns aus den Augen verloren, da sie aber kein Kind von Traurigkeit ist, ging sie einfach ihren Lieblingsbeschäftigungen nach: Bummeln und Shoppen. Na egal, Hauptsache wir sind wieder alle beisammen!

Zurück bei La Compania de Jesus muss Hermann erst mal jemanden auftreiben, der uns die Sakristei aufsperrt. Das Warten darauf zahlt sich aber wirklich aus, wie wir nach dem Eintreten feststellen.

Wände und Decke sind über und über mit bunten Fresken aus Pflanzenfarben bedeckt, die Hermann amüsanterweise als vegetarische Tinte bezeichnet. Exotische Pflanzen und Früchte sind zu sehen und sogar Engel mit indianischem Federschmuck.

La Compania de Jesus ist ein überaus standhaftes Gotteshaus, da es als einzige Kirche bisher alle Erdbeben in Arequipa unbeschadet überstanden hat. Als wir uns an den detailreichen Fresken satt gesehen haben, geht es weiter zur letzten Sehenswürdigkeit und dem eigentlichen Höhepunkt des heutigen Tages, zum Kloster Santa Catalina.

Nach obenKloster Santa Catalina

Kloster Santa Catalina
IconKloster Santa Catalina

 

Kloster Santa Catalina
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Kloster Santa Catalina

 

Kloster beschreibt eigentlich kaum, was sich da vor uns ausbreitet. 1579 wurde hier eine „Stadt in der Stadt” auf über 20.000 Quadratmetern erbaut, in welcher über 300 Jahrhundert 150 Nonnen mit ca. 400 Dienstmädchen wohnten.

Seit 1970 ist das ehemalige Kloster BesucherInnen zugänglich und diese kommen auch tatsächlich nicht nur von weit her, so wie wir, sondern auch aus Peru selbst, da Santa Catalina auch für Einheimische eine besondere Sehenswürdigkeit ist.

Als wir mit unserer Gruppe ankommen, werden gerade Fotos von einem frisch vermählten Brautpaar aufgenommen. Stimmt, eine romantischere Kulisse kann man hier in Arequipa und Umgebung wohl kaum für Bilder vom „schönsten Tag im Leben” finden.

Santa Catalina besteht aus lauter kleinen Wohnungen mit Salons, Schlafzimmern, kleinen Innenhöfen und Küchen, welche von den Nonnen und ihren Dienstmädchen bewohnt wurden.

Kloster Santa Catalina
IconKloster Santa Catalina

 

Kloster Santa Catalina
IconKloster Santa Catalina

 

Kloster Santa Catalina

 

Da es sich zumindest bis zur Reform von 1871 durchwegs um betuchte Damen handelte, die eine Mitgift von mindestens 1.000 Goldpesos brauchten, um überhaupt in Santa Catalina eintreten zu dürfen, waren auch die Zellen mit sehr schönen und wertvollen Gegenständen eingerichtet und dekoriert.

Teppiche, Tafelsilber, Gemälde, Spitze - viele Kleinodien besaßen die Nonnen und man kann sie teilweise auch heute noch besichtigen.

Die vorherrschenden Farben in der Klosterstadt sind weiß, blau und rot. Weiß steht für die Unschuld, blau für den Himmel und rot für den Heiligen Geist. Alle Häuser, Türen, Fensterläden etc. sind in diesen Farben gestrichen, was ein sehr einheitliches und ruhiges Bild ergibt.

Zuerst werden wir von einer kompetenten Angestellten durch die Klosterräumlichkeiten geführt und auf viele Besonderheiten aufmerksam gemacht. Danach haben wir Zeit, uns nach Herzenslust nochmal alles anzusehen und Fotos zu machen. Stunden kann man hier verbringen und immer noch lohnenswerte Motive finden!

Nach obenEin süßer Nachmittag

Plaza de Armas
IconPlaza de Armas

 

Plaza de Armas
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Plaza de Armas

 

Im Klostercafé lädt Helga anläßlich ihres Geburtstages zu Kuchen und Kaffee ein. Wir beide teilen ein Stückchen Schokotorte, das sich als „mui rico” (äußerst reichhaltig) herausstellt. Im Innenhof sitzen wir beisammen plaudern und machen einander auf dies und das aufmerksam, was wir auf den Streifzügen auf eigene Faust entdeckt haben.

Nach der Geburtstagsjause und einem abschließenden Rundgang durch das wundervolle Santa Catalina gibt es noch ein wenig Zeit durch Arequipa zu schlendern. Wir genießen es, uns treiben zu lassen und ohne besonderes Ziel die Atmosphäre der Stadt bei einem Spaziergang in uns aufzunehmen.

Wir schauen in ein Schokoladegeschäft namens La Iberica, welches uns von Hermann ans zuckersüße Herz gelegt wurde. Natürlich kaufen wir ein paar Kostproben ein und es schmeckt auch gut, allerdings sind wir nicht so hingerissen, wie viele andere, die La Iberica als die beste Schokolade überhaupt bezeichnen.

Arequipa
IconArequipa

 

Plaza Espana
IconPlaza Espana

 

Plaza Espana, Kirche Santa Marta

 

Nach Spaziergang und anschließendem Frischmachen in unserem Hotel, treffen wir uns zum Abendessen nochmal im Zig Zag. Neben dem auch heute wieder hervorragenden Essen gibt es diesmal auch einen besonders guten Wein. Annelore stiftet ein Flasche Alamos Malbec Reserva 2008 aus Argentinien als Finderlohn für uns nach ihrem morgendlichen Ausreißen.

Mit Speis, Trank und Plauderei findet dieser ereignisreiche Tag einen würdigen Abschluss und nach dem kurzen Fußweg zurück in unsere Bleibe schlafen wir schon bald ein. Und morgen geht das Abenteuer weiter!

zu den FAQs und den Kommentaren
Auf der letzten Seite dieses Reiseberichtes findest Du die Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten und hast selbst die Möglichkeit einen Kommentar zu diesem Reisebericht zu hinterlassen.
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