In der Hauptstadt Andalusiens

Das Frühstückszimmer liegt gleich neben dem Patio mit dem Swimmingpool. Als wir durch den ersten Innenhof gehen, hören wir ein tausendstimmiges Vogelkonzert, das aus der Bougainvillea kommt. Die Piepmätze begrüßen wohl den neuen Tag. Die Tische sind nett gedeckt, nur etwas dunkel ist es hier, denn die Lampen sind leider abgedreht. Alexander sucht nach dem passenden Lichtschalter, muss aber leider kapitulieren. Einige Minuten später kommt ein nettes Mädel an unseren Tisch. Etwas verhalten fragt sie nach unseren Getränkewünschen - dies aber auf Spanisch. Mit unserer englischen Antwort ist sie etwas überfordert.

Alexander versucht „Ham & Eggs” zu bekommen - scheitert aber. Wir vermuten, dass ihre Antwort und Handbewegungen uns klar machen sollen, dass sie alleine ist und es nur das hier am Buffett befindliche Futter gibt. Ok macht auch nichts.

Einige Minuten später wird uns der Tee serviert. Da das Buffet recht karg ist und keine Butter beinhaltet, versucht es Alexander noch ein 2. Mal. Englische Worte und gleichzeitige Pantomime helfen - wir erhalten ein kleines Butterschälchen. Das Mädchen verschwindet und ward nicht mehr gesehen.

Naja, eine Tasse Tee ist ja nett, aber wir hätten gerne eine 2. Tasse. Selbst ist der Mann - besagt doch ein Sprichwort. So macht sich Alexander mit dem leeren Teekännchen auf die Suche nach der Küche. Vorbei am Bügelzimmer, der unordentlichen Werkstatt, 2 winkeligen und kurzen Gängen landet er schließlich in der Küche. Hier steht auch das Mädchen und presst Orangen für frischen Saft aus.

Kurz und vorsichtig geräuspert - sie erschrickt trotzdem - zeigt Alexander ihr das leer Teekänchen mit einem liebenswürdigem Lächeln. Einige Minuten später haben wir jeder eine 2. Tasse heißen Tee. Ganz schön schwierig.

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Kathedrale Santa Maria de la Sede

 

Kathedrale Santa Maria de la Sede
IconKathedrale Santa Maria de la Sede

 

Von Carmona ist es nur eine kurze Reise nach Sevilla. Das Auto stellen wir auf einen Parkplatz und ab mit uns in die Altstadt. Als erstes wählen wir die Kathedrale für eine Besichtigung aus. Sie wurde im 15. und 16. Jahrhundert in gotischem Stil auf den Überresten der arabischen Mezquita Mayor gebaut und ist das größte religiöse Gebäude Spaniens und das drittgrößte der christlichen Welt.

Der Grundriss bildet ein großes Rechteck, das an allen Seiten mit Portalen ausgestattet und in fünf Schiffe mit zwei Reihen Seitenkapellen unterteilt ist.

Monumental liegt sie vor uns die Kathedrale. Laut Reiseführer sind die Sehenswürdigkeiten immens. An der Puerta de la Lonja tragen vier Herolde den Sarkophag Christoph Kolumbus (ob er wirklich im Sarg liegt ist ungewiss). Der Chor, die unzähligen Kapellen, der Orangenhof - überall gibt es viel zu erkunden und bestaunen.

Nach ein paar Minuten kommen wir beim Hochaltar an. Hupps hier wird gerade eine Messe zelebriert. Schon haben uns die Aufpasserinnen erspäht und deuten ganz fuchtig auf Alexanders Kamera - nix Foto! Sorry, dass hier gerade eine Messe gefeiert wird, haben wir nicht gesehen. Da wollen wir mal nicht stören und verlassen die Kirche. Wir kommen später wieder.

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Alcazares Reales

 

Alcazares Reales
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Seit über 2000 Jahren ist der Königspalast in Sevilla am selben Ort geblieben und wird auch noch heute genutzt, wenn die königliche Familie hier aufhält. Teilweise sind die Mauern der Alcazares, der „königlichen Schlösser” sogar noch römischen Ursprungs, während das zinnenbewährte Mauernwerk, welches die Gebäude und Gärten umschließt, von den Almohaden errichtet wurde. Ein weiterer geschichtsträchtiger Ort also und Zeichen der vielen Kulturen, die Andalusien im Laufe der Zeit gesehen hat.

Das Kernstück des Königspalastes und seine wohl größte Sehenswürdigkeit ist ein Gebäude, dass aus einem etwas späteren Bauabschnitt stammt - der Alcazar Peters des Grausamen, der hier 1350 - 1369 regierte. Peter hegte eine Partnerschaft mit Mohammed V., dem moslemischen König von Granada.

Alcazares Reales
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Alcazares Reales
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Diesem verhalf er zur Rückeroberung seines Thrones, als er wieder einmal von selbigem gestürzt wurde. Aus lauter Dankbarkeit schickte Mohammed Pedro seine Künstler und Handwerker, um seinen Palast zu verschönern. Es waren übrigens die selben Künstler, die einige Jahre später den Löwenhof der Alhambra in Granada gestalteten.

Auch hier finden wir Botschaftersaal, Audienzhalle und Hof der Damen, die ähnlich prunkvoll wie die Alhambra verziert sind. Trotzdem werden wir nicht müde, mit den Augen den geschwungenen Linien der Ornamente zu folgen und die Pracht auf uns wirken zu lassen. Dazu hören wir die Erklärungen des Audioguides und sind froh, dass sich hier nicht ganz so viele Besucher wie in Granada durch die Räumlichkeiten schieben.

Alcazares Reales
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Alcazares Reales
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Nachdem wir auch den Palast Karls V. mit seinen schönen Gobelins und den leuchtenden, mehrfarbigen Kacheln besichtigt haben, betreten wir die Gärten der Alcazares. Gleich zu Beginn begrüßt uns eine Merkurstatue in einem großen Wasserbecken vor der selbstverständlich alle Besucher fotografiert werden wollen, sodass sich ein unsagbarer Stau bildet.

Von einer Galerie auf der umgebenden Mauer aus haben wir einen guten Blick auf die Gartenanlage. Wenn sie auch seit 500 Jahren als Oase gerühmt wird, für uns kann sie doch weder mit dem Generalife noch mit den Terrassengärten des Alcazar von Cordoba mithalten. Nach einem Rundgang verlassen wir die Alcazares Reales und wenden uns der nächsten Sehenswürdigkeit zu.

Eintritt Alcazares Reales: € 5.- pro Person

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Kathedrale Santa Maria de la Sede
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Kathedrale Santa Maria de la Sede
Sarkophag Christoph Kolumbus

 

Da die Kathedrale gleich gegenüber der Alcazares ist, versuchen wir unser Glück ein zweites Mal. Unserer Meinung nach müsste die Messe längst vorbei sein. Und wirklich geht nun alles seinen gewohnten Gang, was man gleich daran erkennt, dass der Kirchenbesuch im Gegensatz zu heute morgen jetzt nurmehr gegen Eintrittsgebühr möglich ist. Soll uns recht sein.

Die Kunstschätze, auf die wir schon heute in der Früh einen Blick werfen konnten, können wir nun in aller betrachten und auch fotografieren. Staunend setzen wir uns auf eine Kirchenbank in der Hauptkapelle und schauen den größten gotischen Hochaltar der Welt an. Es ist einfach unglaublich, wieviel vergoldtes Schnitzwerk hier zu sehen ist - ein ganzer Wald an Figuren, zierlichen Säulchen und Ornamenten!

Ebenfalls sehr prächtig und das größte Spaniens ist das Chorgestühl aus dem 15. Jahrhundert Figuren, Einlegearbeiten und Reliefs verzieren die 117 Sitze. Es heißt, dass einer der Bauherren der Kathedrale gemeint haben soll: „Errichten wir eine so große Kirche, dass uns die Nachwelt für verrückt erklärt.” Beim Betrachten dieser Superlative können wir uns das lebhaft vorstellen!

Kathedrale Santa Maria de la Sede

 

Kathedrale Santa Maria de la Sede

 

Von der Kathedrale aus ist auch die Giralda zu begehen, das ehemalige Minarett aus dem 12. Jahrhundert. Die Schlange beim entsprechenden Aufgang ist ganz kurz und so sind wir auch schon beim Besteigen. Gelesen haben wir ja schon einiges über diesen Turm, der doch sehr außergewöhnlich ist. Er hat nämlich nicht die sonst übelichen Stufen, sondern nur eine Rampe, die Stockwerk um Stockwerk nach oben führt. Sehr praktisch für den Muezzin, der hier früher mit seinem Pferd oder Maulesel nach oben ritt, um die Gläubigen zum Gebet zu rufen.

Vor allem Karin liebt die Giralda sehr. Sie leidet nämlich ein wenig unter Höhenangst und obwohl sie auf jeden Turm klettert, um die Aussicht zu genießen, so geschieht dies nicht immer ganz ohne mulmiges Gefühl. Die Rampe jedoch vermittelt ihr einen so stabilen Eindruck, dass sie unbeschwert nach oben läuft.

Von der Aussichtsplattform des Glockenturms, der im Jahr 1568 von Hernan Ruiz ergänzt wurde, können wir die Stadt Sevilla vollständig überblicken. Nach mehreren Rundgängen gehen wir gemächlich die Rampe der Giralda wieder nach unten. Die bequemste Turmbesteigung, die wir je gemacht haben.

Kathedrale Santa Maria de la Sede
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Kathedrale Santa Maria de la Sede

 

Bevor wir uns zum Palacio de Espana begeben schauen wir auch noch kurz ins benachbarte Archivo General de Indias. In der ehemaligen Handelsbörse aus der Zeit Felipe II. ist eine Sammlung wertvoller diplomatischer und historischer Dokumente über die Kolonien in Amerika und die Philippinen untergebracht sowie die Unterlagen über die Eroberung und Kolonisierung der Neuen Welt, welche Carlos III. im Jahr 1785 hier her verfügte.

Eintritt Kathedrale Santa Maria de la Sede: € 7.- pro Person

Es ist wirklich ein Monster-Archiv und der Anblick der alten und teilweise mit farbenprächtigen Wappen verzierten Dokumente ist ein erhebendes Gefühl. Der Eintritt ist übrigens kostenlos - nur einen Sicherheitscheck beim Eingang muss man über sich ergehen lassen.

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Palacio de Espana
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Palacio de Espana

 

Mit unserem Mietauto fahren wir nun zum Plaza de Espana, wo wir unter schattigen Platanen parken und mit unseren Fotoapparaten bewaffnet auf das Gebäude vis-a-vis los marschieren.

Der Palacio de Espana wurde anläßlich der Ibero-Amerikanischen Ausstellung 1929 errichtet und stellt Spaniens Beitrag dar. In weitem Bogen umspannt das Gebäude mit den romantischen Türmchen den großen Platz, der von einem Wassergraben gesäumt wird. Angeblich gibt es hier mitunter Boote, die auf dem Kanal fahren, doch derzeit - vielleicht wegen der großen Trockenheit im heurigen Jahr - ist der Kanal trocken.

Palacio de Espana
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Palacio de Espana

 

Die gesamte Frontseite des Palacios ist mit gekachelten Bildern dekoriert, auf denen man für jede Region Spaniens historische Szenen, Wappen und Landkarten sehen kann. Ein sehr farbenprächtiger Anblick, dem man entlang flanieren kann. Dazwischen fällt uns auch viel Renovierungsbedürftiges und Baufälliges auf.

Im Inneren des Gebäudes sind heute einige Verwaltungsbüros untergebracht. Zumindest die diversen Türschilder erzählen davon obwohl die Tauben, die gurrend überall in den Arkaden hocken, eigentlich einen verlassenen Eindruck vermitteln.

Palacio de Espana
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Palacio de Espana

 

Die Nachmittagshitze macht uns zu schaffen und so folgen wir der schattigen Kühle, welche die Grünanlagen des Parque de Maria Luisa auf der gegenüberliegenden Seite verheißt. Familien mit Kinderwagen spazieren hier neben Studenten auf Fahrrädern und Touristen, die in der Pferdekutsche durch den Park gefahren werden. Eine kleine Wochenendidylle!

Auch wir folgen den verschlungenen Wegen, vorbei an so manchem Wasserbecken, bis zum Archäologischen Museum und jenem für Volkskunst und Tradition. Beide Gebäude sind ebenfalls hübsch anzusehen.

Da wir heute noch ein weiteres Ziel haben, drehen wir wieder um und gehen durch die Grünanlage zurück zu unserem Auto, das diesmal dank der Platanen gar nicht so arg aufgeheizt ist. Auf geht's zur letzten Station des heutigen Tages, der Casa de Pilatos.

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Casa de Pilatos
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Casa de Pilatos

 

Nachdem wir einige Zeit mit der Parkplatzsuche in einer erlaubten Zone verbracht haben, stehen wir nach kurzen Fußmarsch im Vorhof der Casa de Pilatos. Sie soll - neben den Alcazares Reales - der prachtvollste Stadtpalast Sevillas sein. Natürlich nehmen wir gleich ein Ticket, das uns auch eine Führung durch die Innenräume im Obergeschoss verspricht.

In diesem Palast der Herzöge von Medinaceli ist eine Verschmelzung der verschiedensten Stilrichtungen zu bewundern. Das Abstrakte der maurischen Dekorationselemente wird ergänzt durch Statuen und figürliche Darstellungen der Renaissance. Eines geht ins andere über ohne sich selbst Grenzen zu setzen, einfach nur dem Schönheitsempfinden gehorchend.

Im weiten Hof, den umliegenden Räumlichkeiten und auch in den Gärten sind zahlreiche Götterstatuen zu finden. So können wir etwa Demeter, Minerva, Athene und auch eine Muse vor Fliesenwänden mit arabischen Mustern bewundern und sehen Cäsarenköpfe in arabeskengeschmückten Nischen. Ein Paradebeispiel für den Mudejar-Stil!

Casa de Pilatos
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Casa de Pilatos
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Nach ausgiebigem Umsehen in den unteren Räumlichkeiten und den Gärten, versammeln wir uns gemeinsam mit anderen Besuchern vor dem Eingang zum Obergeschoss. Pünktlich zu Führungsbeginn öffnet sich die Türe und eine junge Frau läßt uns ein. Sie geleitet uns durch die Räumlichkeiten und erklärt in ausgezeichnetem Englisch die zu bewundernden Gegenstände oder erzählt etwas Amüsantes.

Erstaunt sind wir, dass Gemälde und Fresken ohne weiteres auch mit Blitz fotografiert und die Antiquitäten sogar angefasst werden dürfen. Kein Problem die chinesischen Vasen aus irgendeiner Kaiserdynastie zu begrapschen oder auf Stühlen aus dem 17. Jahrhundert Probe zu sitzen - wie wir anhand der taiwanesischen Mit-Gäste bemerken, die das alles wirklich tun.

Nach einer kurzweiligen Stunde ist die Führung durch das Obergeschoss zu Ende und wir verlassen die Casa de Pilatos. Auf dem Weg nach Hause kaufen wir noch schnell etwas für unser Abendessen ein und sind froh, bald in unsere Betten zu kommen. Es war wieder ein Tag voll schöner Erlebnisse. Gute Nacht und bis morgen!

Eintritt Casa de Pilatos: € 8.- pro Person

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