Jaipur

Guten Morgen in Jaipur! Obwohl Karin gestern beim zu Bett gehen ein wenig skeptisch geschaut hat ob des dünnen Leintuchs zum Zudecken, war es doch gerade recht so. Hätte Alexander seinen Wecker nicht fälschlicherweise schon auf 05:00 gestellt (von gestern noch), hätten wir sicher selig durchgeschlafen. So haben wir noch eineinhalb Stunden gedöst, bis es dann wirklich Zeit zum Aufstehen war.

Arbeiterin beim Fort Amber
IconArbeiterin beim Fort Amber

 

Mit der Dusche haben wir uns noch gestern Abend angefreundet, sodass wir heute schon ganz routiniert die richtige Wassertemperatur finden. Auch zum Speisezimmer finden wir diesmal ganz ohne uns zu verirren. Wir sind die ersten Gäste, haben somit freie Platzwahl und ein noch völlig unberührtes Buffet. Alexander bestellt sich ein Omelette während Karin wieder indisch frühstückt. Wie kann man nur schon in aller Früh so abenteuerlustig sein!

Nach dem Frühstück schnappen wir unsere 7 Sachen, geben den Schlüssel an der Rezeption ab - mitnehmen geht nicht, da es nur einen Schlüssel gibt und sonst das Reinigungspersonal nicht ins Zimmer kann - und warten unter dem Deckenventilator im Innenhof auf unseren Guide für den heutigen Tag.

Karin schaut einen jungen Inder, der beim Travel Desk sitzt, recht erwartungsvoll an, aber der rührt kein Ohrwaschel. Also lassen wir uns häuslich nieder, Alexander putzt inzwischen das Objektiv und wir warten. Als es schon 08:40 ist und noch immer niemand nach uns fragt, geht Alexander auf einen Wartenden zu und fängt ein Gespräch an. Da hüpft der junge Inder plötzlich auf und spricht Karin an. Ja, es ist Vikram, unser Führer.

Nach obenEine Fassade ganz in Rosarot

Hawa Mahal, Palast der Winde

 

Hawa Mahal, Palast der Winde

 

Wir beginnen unsere Tour mit dem berühmten Wahrzeichen von Jaipur, dem Hawa Mahal oder Palast der Winde und seinen 971 Fenstern und Erkern - wir haben nicht nachgezählt. Von Palast kann man eigentlich auch gar nicht sprechen.

Es ist mehr eine Fassade, die der Maharaja Sawaj Pratap Singh für seine Haremsdamen 1799 erbauen ließ. Hier was es den Frauen möglich, durch die unzähligen durchbrochenen Fenster der Erker das bunte Treiben auf den Strassen zu beobachten, ohne dabei selbst gesehen zu werden.

Apropos bunt - die dominierende Farbe hier in der Altstadt Jaipurs ist Rosarot wie der rote Sandstein. Es ist die Willkommensfarbe, in der zu Ehren des Besuches von König Edward VII. die Häuser getüncht wurden. Die Farbgebung wurde bis heute beibehalten, auch wenn frisch gestrichen wird.

Hawa Mahal, Palast der Winde
IconHawa Mahal, Palast der Winde

 

Hawa Mahal, Palast der Winde
IconHawa Mahal, Palast der Winde

 

Auf unserem Weg zum Hawa Mahal fahren wir durch die breiten Strassen der Altstadt. In den schön verzierten Häusern befinden sich unten zur Strasse die Geschäfte, während im Stockwerk darüber Wohnungen sind. Die meisten der kleinen Läden haben noch zu, doch wird davor eifrig gekehrt. Überhaupt ist Jaipur eine auffallend saubere Stadt.

Auch heute noch tummeln sich viele Menschen vor dem Palast der Winde und der unsagbare Verkehr bestehend aus vielen, vielen Fahrrädern, Mopeds, Eselskarren und Autos drängelt sich hupend und klingelnd an dem Wahrzeichen vorbei. Allein das Überqueren der Fahrbahn, um zum Fotografieren auf den Mittelstreifen zu gelangen, erfordert eine enge Freundschaft mit Ganesha und ein gutes Karma.

Wir fotografieren begeistert die steinernen Verzierungen, die nun von der Morgensonne beschienen vor uns aufragen, während Vikram sich bemüht, uns die Straßenhändler vom Leib zu halten. Wieder zurück im Auto, machen wir uns auf den Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit.

Nach obenEin bernsteinfarbener Palast

Fort Amber
IconFort Amber

 

Fort Amber

 

Amber, das ca. 10 Kilometer nördlich von Jaipur liegt, war 7 Jahrhunderte lang die Hauptstadt der Kachchwaha-Fürsten. Auf einem Bergrücken, der das Tal überblickt, thront die Palastanlage, deren Farbe der Stadt den Namen gab: Amber.

Ganz wie die Maharajas des 16. Jahrhunderts werden auch wir den steilen Anstieg zum Palast auf dem Rücken eines Elefanten erleben. Zuvor ist noch ein wenig anstellen notwendig. Touristen aller Nationen freuen sich auf den Ritt und warten geduldig, während sie versuchen, sich der Straßenhändler zu erwähren.

Fort Amber
IconFort Amber

 

Fort Amber

 

Fort Amber
IconFort Amber

 

Nach wenigen Minuten (fein, dass noch nicht Hochsaison ist, sonst kann man hier nämlich bis zu 3 Stunden warten) sind auch wir an der Reihe und klettern auf den Rücken des gutmütigen Dickhäuters.

Unser Guide macht noch schnell 2 Fotos von uns und schon schaukeln wir in gemächlichem Tempo nach oben.

Unterwegs versuchen unzählige Händler uns zu überzeugen, dass gerade jetzt der beste Moment zum Kauf von Ansichtskarten, Spielsachen, Tüchern und sonstigen Souvenirs wäre. Dazwischen rufen Fotografen oder deren Animateure (= Lockvögel) uns lustige Sätze zu. Beispiele gefällig?

Fort Amber
IconFort Amber

 

Fort Amber
IconFort Amber

 

„Looky, looky!” oder „Open the glass please!” oder „Remeber me, I'm Toni from Amber Fort”, aber auch der „Hey” und der „Hello” sind hier noch nicht gestorben. Mittlerweile - dies ist unsere 4. Asienreise - sind wir aber schon recht resistent und widerstehen den Versuchungen problemlos.

Oben angekommen wird uns noch ein Elefantendressurstock zum Kauf angeboten. Gar nicht teuer, aber wo sollen wir den passenden Elefanten in Wien hernehmen? Also wieder nichts gekauft. Am Weg zum ersten Stopp, dem Hindu-Tempel, treffen wir auf ein Unikum. Man fragt uns - wie hier sehr oft - nach dem Land aus dem wir kommen.

Fort Amber
IconFort Amber

 

Fort Amber
IconFort Amber

 

Höflich antworten wir mit „Austria” und sind verblüfft als uns der Mann daraufhin antwortet „Krone, Kurier, Die Presse”. Ja wirklich, hier im Fort Amber gibt es einen Zeitungskolporteur, welcher halbwegs aktuelle Tageszeitungen aus allen Ländern dieser Welt anbietet. Zum Beweis zeigt er uns stolz einen Beitrag in einer älteren Sonntags-Krone. Was es nicht alles gibt.

Beim Hindu-Tempel, welcher der Göttin Kali geweiht ist, angekommen, erwartet uns die nächste Überraschung. Bevor wir eintreten können, „dürfen” wir all unser Lederwaren (z.B. Gürtel), Schuhe, Socken, Kamera, Zigaretten und Handy einem „vertrauenswürdigen” Wächter übergeben. Alexander ist wahrlich begeistert. Im Inneren bietet man uns Gangeswasser zu trinken und einen Tika-Punkt auf die Stirn an. Danke wir verzichten und sehen uns lieber die sehr schönen Steinmetzarbeiten an.

Fort Amber
IconFort Amber

 

Fort Amber
IconFort Amber

 

Die Festung Amber ist eine riesige Palastanlage, deren verzierte Türme und Pavillons sich malerisch im Wasser des Maoto-Sagar-Sees zu ihren Füßen spiegeln.

Geheimnisvoll ist zwar die Herkunft ihrer Erbauer, der Kachchwahas, jedoch nicht deren Reichtum. Sie waren der erste Rajputen-Clan, der mit den mongulischen Herrschern sympathisierte und so zu Wohlstand und Einfluss gelangte.

Tausende von Blumenornamenten schmücken das Ganesha-Portal, durch dessen Gitter die wartenden Frauen des Maharajas Rosenblätter zu Füßen Ihres Liebsten herab warfen. Waren sie weniger lieb, dann konnten sich auch ein paar Steinchen zwischen die Rosenblätter verirren .

Fort Amber
IconFort Amber

 

Fort Amber
IconFort Amber
Gemeinschatzplatz der 12 getrennten Wohnungen

 

Fort Amber

 

Im ältesten Teil der Anlage befinden sich die 12 getrennten Wohnungen für die 12 Frauen des Maharajas. An jeder Seite des Vierecks brachte er 3 Wohnungen an und erreichte so, dass sich die Frauen nur am Gemeinschaftsplatz gegenseitig sahen.

Das gesamte obere Stockwerk war dem Maharaja vorbehalten. Um Zwist unter den Frauen zu vermeiden, führten von hier 12 versteckte Treppen in die einzelnen Wohnungen. So wusste keine der Frauen, welche gerade in der Gunst des Maharajas stand.

Fort Amber

 

Fort Amber
IconFort Amber

 

Wir bahnen uns unseren Weg durch schmale Gänge, versteckte Innenhöfe und vorbei an so manchem verzierten Erker und kommen dann zur „Halle der Freuden”.

Hierbei handelt es sich um ein luftige Wohn- und 2 Schlafzimmerkombination, die mit einem gefinkelten Kühlsystem versehen ist. Aus einem 400 Jahre alten Bleirohr tropfte ganz fein Wasser auf hängende Grasmatten, durch welche wiederum der Wind strich und so angenehme Kühle spendete.

Fort Amber
IconFort Amber

 

Fort Amber
IconFort Amber

 

Zusätzlich wurde der erfrischende Luftstrom, der durch die Gitterfenster drang, über ein mit Rosenblättern gefülltes Wasserbecken geleitet und verströmte so auch noch Wohlgeruch. Eine perfekte Klimaanlage!

Den Höhepunkt des Rundganges bildet Shish Mahal, der Spiegelsaal. Über und über sind diese Räume an Wänden und Decke mit Ornamenten aus blinkenden Spiegelstückchen verziert. Um dem Maharaja immer wieder neue Eindrücke zu bieten, wurden in diesen Räumen die Teppiche oft gewechselt.

So konnte man leicht glauben, eine neue Halle vor sich zu haben. Auch die Tänzerinnen reflektierten sich in den Spiegeln und so sah es aus als würden sich unzählig viele Frauen zur Musik bewegen.

Nach obenWasserschloss und Paschmina

Unser Rückweg nach Jaipur führt uns am Jal Mahal, dem Wasserschloss von Jaipur vorbei. Wir legen einen kurzen Fotostopp ein - das Wasserschloss ist seit einigen Jahren geschlossen und wird mit etwas Glück demnächst renoviert. Hier wimmelt es extrem von Händlern, Behinderten und kleinen Kindern.

Jal Mahal, das Wasserschloss von Jaipur
IconJal Mahal, das Wasserschloss von Jaipur

 

Jal Mahal, das Wasserschloss von Jaipur
IconJal Mahal, das Wasserschloss von Jaipur

 

Letztere sind besonders süß und wollen uns mit Zauberkunststücken erfreuen. Dieses Mal ist Karin die Vernünftigere und zieht Alexander mit den Worten „Kinder sollen lieber in die Schule gehen und was Anständiges lernen statt auf der Strasse Kunststücke vorführen!” zurück zu Auto.

Nun führt uns Vikram (mit unserer Zustimmung) in eine Textilfabrik, wo mit Modeln Stoffe händisch bedruckt werden. In mehreren Durchgängen werden die Stempel in verschiedene Farben getaucht und präzise auf den Stoff platziert. Nach der Vorführung geleitet man uns ins Obergeschoß - ok die obligate Präsentation der eigenen Erzeugnisse.

Doch halt - hier will man uns nun Teppiche zeigen. Danke nein, denn diese haben wir bereits in Delhi eingekauft. Der Verkäufer ist schwer enttäuscht. Daher ab in den nächsten Stock. Jetzt sind wir bei den Stoffen, Tüchern, Krawatten, usw. angekommen. Etwa eine Stunde später verlassen wir das Geschäft um einen roten Paschmina, eine Tischdecke samt 6 passenden Stoffservietten und 2 Krawatten mit Stecktuch reicher.

Nach obenEin Spielplatz für die Sterne

Freilichtobservatorium von Jaipur

 

Freilichtobservatorium von Jaipur
IconFreilichtobservatorium von Jaipur

 

Die Instrumente der magischen Formeln wurden 1728 von Jai Singh II. errichtet. Seine Freude an und sein Wissen um Astrologie und Astronomie, welches er aus arabischen Bücher gewann, führte dazu, dass dieses außergewöhnliche Freilichtobservatorium errichtet wurde, welches auch heute noch zur Bestimmung verschiedener Himmelsbewegungen verwendet wird.

Das ganze Gelände sieht wie ein großer Spielplatz aus. Hier 2 große Räder zur Bestimmung der Sonnenbahn, dort steile Treppen, die zu einer Sonnenuhr führen und da ein Marmorbecken, mit dem das Tierkreiszeichen zum Zeitpunkt der Geburt bestimmt werden kann.

Dass die Instrumente auch heute noch mit erstaunlicher Präzision arbeiten, zeigt vom damaligen hohen Wissenstand. Der Gnomon (senkrechter Stab) der großen Sonnenuhr ist mit 30 m Länge wahrlich imposant. Diese Dimensionen ermöglichen es auch heute noch, mit dieser Sonnenuhr die aktuelle Zeit auf 20 Sekunden genau abzulesen.

Freilichtobservatorium von Jaipur

 

Freilichtobservatorium von Jaipur
IconFreilichtobservatorium von Jaipur

 

Freilichtobservatorium von Jaipur

 

Manche der Instrumente wurden in 2 Hälften geteilt. Jede Stunde abwechselnd ist immer eines der beiden Teile aktiv. So konnten und könnten auch heute noch die Astronomen in ihre Instrumente hinein steigen und das Ergebnis präziser ablesen. Ausführliche Erklärungen zur Funktionsweise der einzelnen Instrumente findet man auf den Webseiten von Bernhard Peter unter Jantar Mantar.

Leider schieben sich während unseres Besuches immer wieder dunkle Wolken vor die Sonne, so dass wir bei einigen Instrumenten nur ein Trockenstudium erleben. Aber immerhin bleibt das Wetter insgesamt auch trocken.

Auch heute sind Horoskope für die indische Bevölkerung noch sehr wichtig. Für Hochzeit, Geburt so wie jedes wichtige Ereignis, muss ein Sternkundiger ein Horoskop vorausberechnen oder zumindest das vergangene Ereignis ausführlich astrologisch kommentieren.

Nach obenStadtpalast

Jaipur Stadtpalast

 

Jaipur Stadtpalast
IconJaipur Stadtpalast

 

Jaipur Stadtpalast
IconJaipur Stadtpalast

 

Ein Teil des Palastes wird auch heute noch von der Familie des Maharajas bewohnt und ist daher für die Öffentlichkeit gesperrt.

Um weithin sichtbar allen Bewohner anzuzeigen, ob der Maharaja anwesend ist, gibt es die 2 Fahnen-Anzeige. Sind beide Fahnen (große und kleine) sichtbar, bedeutet dies die Anwesenheit des Maharajas. Ist nur die große Fahne oben, ist der Maharaja gerade auf Reisen. Wir sehen beide Fahnen.

Der Stadtpalast ist größtenteils wenig spektakulär. Es befinden sich hier neben vielen Geschäften 3 Ausstellungen: Gewänder, Waffen und Kunstgegenstände. Gleich am Anfang der Gewänder-Ausstellung sehen wir ein riesiges Stück Tuch. Daraus hätte man glatt ein Zelt machen können. Diese Kleidungsstück war im Besitz eines Maharaja (den Namen haben wir leider vergessen) mit außergewöhnlichen Körpermaßen: er war knapp mehr als 2 m groß und hatte einen Umfang von mehr als 2½ m. Enorm!

Dann folgen Räume mit prunkvollen Gewändern - diesmal aber in normalen Dimensionen. Erwähnenswert ist neben einem Polo-Anzug (ist ja noch nachvollziehbar) auch ein eigener Billardanzug (was es nicht alles gibt - so etwas hängt bei uns nicht in der Garderobe).

Jaipur Stadtpalast
IconJaipur Stadtpalast
Wellentor

 

Jaipur Stadtpalast
IconJaipur Stadtpalast
Sonnentor

 

Jaipur Stadtpalast

 

Anstelle der Waffenausstellung besuchen wir die „Halle der Freunde des Museums”. Und was glaubst Du was hier drinnen ist?

Richtig, Geschäfte! Aber schon ganz besondere, sonst wären es ja nicht die Freunde des Museums. Alle Stände verkaufen hier Bilder, welche mit einem 1-Haar-Pinsel gemalt werden. Nach einer ¾ Stunde verlassen wir die Halle mit einem kleinem, sehr fein gezeichneten Bild eines königlichen Liebespaares.

In der Mitte des Platzes befindet sich ein offenes Gebäude in dem 4 überdimensionale Silberkrüge ausgestellt sind. Diese mannshohen Behältnisse waren für den Maharaja Madho Singh II., welcher nach England reisen musste, aber währenddessen nicht auf sein heiliges Gangeswasser verzichten wollte. Wer kann denn schon wissen, ob das Wasser in England überhapt genießbar ist. Heilig ist es jedenfalls sicher nicht.

In der 3. Ausstellung - Kunstgegenstände - hängen riesige alte Teppiche an den Wänden und Bücher, Portraits, Fotos und kleine Altagsgegenstände werden in einigen Vitrinen dargeboten. Insgesamt ist die Halle relativ düster und stickig heiß, was unser Interesse stark reduziert. Ziemlich rasch sind wir daher auch wieder draußen.

Jaipur Stadtpalast
IconJaipur Stadtpalast
Lotostor

 

Jaipur Stadtpalast
IconJaipur Stadtpalast
Pfauentor

 

Jaipur Stadtpalast
IconJaipur Stadtpalast
Detail am Pfauentor

 

Letztes Highlight der Palastanlage ist der Pfauenhof mit den 4 berühmten Portalen: Lotos-, Pfauen-, Wellen- und Sonnen-Tor. Eines schöner geschmückt als das andere. Auf die Frage unseres Guides, welches uns denn am besten gefiele, haben wir keine Antwort. Wahrlich alle 4 Tore sind einzigartig.

Interessant ist auch die folgende kurze Begebenheit. Während wir die 4 Tore eingehend betrachten, betreten 3 indische Touristinnen den Innenhof. Kurz darauf entsteht eine Unterhaltung zwischen Vikram (unserem Führer) und den jungen Inderinnen. Soweit ganz alltäglich. Außergewöhnlich ist nur die Sprache in der sie sich unterhalten: Englisch.

Klar haben wir Vikram nachher auf unsere Beobachtung angesprochen und nach der Ursache befragt. Wäre es denn nicht einfacher, wenn Ihr Euch in Hindi unterhalten hättet? Vielleicht, aber wer in englischer Sprache sprechen kann, der zeigt gehobene Bildung in Indien. Daher sprachen sie untereinander Englisch statt in ihrer Muttersprache. Andere Länder - andere Sitten.

Nach obenEin wundes Zahnfleisch, Albert, Ohrringe und ein kleiner Junge

Alexander hat seit 2 Tagen ein geschwollenes Zahnfleisch, welches partout nicht von alleine verheilen will. Mittlerweile schmerzt es ihn bei fast jedem Bissen und strahlt auch in Hals und Kopf aus. Also woher bekommen wir eine passende Medizin? Karin weiss, dass es bei uns ein Medikament namens „Pyralvex” gibt - super! - und Vikram kennt das passende Viertel in der Stadt, wo man sowas bekommt.

Jaipur
IconJaipur

 

Jaipur

 

Wir biegen in eine Strasse ein und trauen unseren Augen kaum. Ein Laden mit Arzneimitteln neben dem anderen. Hilfe, wo sind wir bitte? Ist das der „Drogenmarkt” von Jaipur? Vikram reicht Karins Zettel über einige Köpfe sich ebenfalls anstellender Inder hinweg dem Verkäufer und erntet ein abschlägiges Kopfschütteln - unbekannt.

Macht ja nix, es gibt hier noch genügend andere Geschäfte. Auf zum nächsten. Leider wieder Fehlanzeige. Dies wiederholt sich auch bei den nächsten 3 Geschäften, sodass Vikram den Plan ändert und wir dieses Vierteö wieder verlassen.

Alle, die jetzt wissen wollen, wie die Geschäfte zu ihren Arzneimitteln kommen, seien beruhigt. Hierbei handelt es sich um ganz normale und legale Medikamente, welche die Ladeninhaber in großen Mengen - LKW-weise - kaufen und im Geschäft verkaufen. So eine Art Pharmagroßhändler auf indisch eben.

Bei der Apotheke neben dem Krankenhaus werden wir leider auch nicht gleich fündig, aber nach Schilderung von Alexanders Problem erhalten wir eine kleine Flasche mit Gel, das für zahnende Kleinkinder gedacht ist. Ok, was für Babys passend ist, wird Alexander auch nicht schaden. Hoffentlich hilft es!

Albert Hall
IconAlbert Hall

 

Am Weg zu unserem nächsten Halt kommen wir an der Albert Hall vorbei. Da diese von außen sehr nett aussieht, halten wir kurz für ein Foto. Innen befindet sich das Stadtmuseum mit Portraits der Maharajas, Miniaturen und kunsthandwerklichen Erzeugnissen. Aber alles in allem wenig aufregend. Wir fahren wieder weiter.

Jaipur ist vor allem für seine Schmuckindustrie bekannt. Klar, dass uns Vikram daher in eine Edelsteinschleiferei führt. Nach dem Besuch der kleinen Werkstatt bittet man uns in die Schauräume. Sehr nett dargeboten werden die Exponate und da wir derzeit die einzigen Besucher sind, nimmt man sich viel Zeit für uns.

So schlendern wir von einem Schmuckstück zum anderen, betrachten bei wenigen den Preis (ja sind wirklich alle angeschrieben) und haben keinerlei Absicht etwas zu kaufen. Der Schmuck sieht wirklich sehr gut aus - manches ist nicht unser Geschmack - aber die Preise passen nicht wirklich zu unserer Vorstellung eines Urlaubsmitbringsels.

Dies erkennt unser netter Verkäufer und sucht daraufhin nach preisgünstigerer, moderner Ware. Treffer, diese Ohrringe sehen aber hübsch aus und sind mit € 415.- auch halbwegs leistbar. Ein wenig noch überlegen - ja, bitte einpacken. Auch Alexander hätte etwas Passendes für sich gefunden - traumhafte Email-Manschettenknöpfe, Designerunikate. Leider war der Preis mit € 1.500.- zu traumhaft und so werden die Stücke wieder in die Vitrine zurück gelegt.

Genug der Besichtigungen, wir fahren zurück zum Hotel. Unser Abendessen genießen wir im Innenhof unseres Hotels Samode Haveli unter freiem Himmel. Während wir uns Essen schmecken lassen und dabei ab und zu den Sternenhimmel betrachten, unterhält uns auch noch ein Vater mit indischer Musik während sein 5 jähriger Sohn dazu tanzt. Ach, kann das Leben schön sein. Klar am Ende der Darbietungen gibt es Bakschisch für den kleinen Künstler mit den schwarzen Kulleraugen. Gute Nacht!

zu den FAQs und den Kommentaren
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