Juckende Stiche

Schottlands Norden
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Schottlands Norden

 

Mit unseren vollen Bäuchlein und nach den verschiedenen alkoholischen Getränken, haben wir geschlafen wie die Steine. Nur ein wenig heiß war es heute Nacht im Zimmer, woran auch das geöffnete Fenster leider nichts ändern konnte.

Karin hätte heute fast das gesamte Frühstück verweigert - noch so voll von gestern Abend - aber dann angesichts des „echten” Müslis und der vielen frischen Beeren hat sie doch etwas gegessen. Alexander schmaust wie gewöhnlich Scrambled Eggs und Bacon - er verträgt halt einfach „etwas” mehr. Auch unser Tisch direkt an der Fensterfront mit Blick auf die Summer Isles versüßt das Frühstück noch zusätzlich.

Beim Auschecken lernen wir noch kurz den freundlichen Besitzer kennen. Nach einigen Sätzen Smalltalk klettern wir ins Auto und sind schon unterwegs zu unserer nächsten Station, denn heute Abend wollen wir auf der Isle of Skye im Toravaig House Hotel übernachten.

Das Wetter ist heute wieder sehr gut (danke lieber Wettergott!) und auch die Landschaft ist immer noch so wunderschön einsam und wildromantisch wie gestern. Wir kommen an Loch Maree und Loch Ewe vorbei und halten dann bei Inverwe Garden.

Nach obenInverewe Garden

Inverewe Garden
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Inverewe Garden
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Inverewe Garden

 

Inverewe Garden (gälisch Garradh Inbhir Iu) zählt zu den nördlichst gelegenen botanischen Gärten in Europa, in dem auch subtropische Pflanzen wachsen. Durch seine bevorzugte Lage direkt am warmen Golfstrom gedeihen hier sehr vielfältige und vor allem für die eigentliche Lage ganz untypische Pflanzen.

Wir bewaffnen uns mit je einem Audioguide und betreten den riesigen Park. Gleich zu Anfang werden wir in die geschichtlichen Hintergründe eingeweiht. Ein Schotte namens Osgood Mackenzie gründete 1862 Inverewe Garden, was keiner so recht verstehen konnte. Die Einheimischen nannten das Land „Ploc Ard - the High Lump” (der große Klumpen).

Anfangs standen hier viele Felsen, gerade mal ein Baum und das alles umgeben von einer ca. 20 ha große aber vollkommen verkümmerten Weide. Osgood ließ sich von solch unwirtlichen Bedingungen nicht abschrecken und begann sein Grundstück mit allerlei Gewächsen zu bepflanzen. So wuchs sein Garten von Jahr zu Jahr und wurde immer opulenter.

Inverewe Garden
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Inverewe Garden
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Inverewe Garden

 

Als Osgood Mackenzie 1922 starb, pflegte seine Tochter Mairi Sawyer den Garten weiter. Sie und ihr zweiter Ehemann bauten auch 1935 das heutige Inverewe House (kann nicht besichtigt werden), nachdem das ursprüngliche durch ein Feuer zerstört wurde. Ein Jahr vor ihrem Tod übergab Mairi Sawyer den Garten dem National Trust for Scotland zur weiteren Pflege und Erhaltung.

Unser Audioguide erzählt uns neben ausführlicheren geschichtlichen Daten, einer Vielzahl an Infos zu Pflanzen und Anbaumethoden (Karin ist sehr interessiert, Alexander weniger) auch eine Reihe von lustigen Anekdoten aus dem Leben eines/r GartenbesitzerIn.

So ist Mairi über einen Zeitungsartikel auf die Idee gekommen einige Pflanzen mit verrottetem Fisch und Seetang zu düngen - bäääh! Die Pflanzen haben es Ihr jedoch gedankt und gediehen so schön wie nie zuvor.

Inverewe Garden
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Inverewe Garden
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Inverewe Garden
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Der Walled Garden war Osgoods liebstes Projekt. Hier an der sonnigsten und windgeschütztesten Stelle im gesamten Areal platziert er seine wichtigsten Pflanzen und umgab sie mit kleinen Ziegelmauern zum Schutz vor zu heftigen Meeresbrisen. Blumen und Gemüse gedeihen hier friedlich Beet an Beet. Auch ranken sich Rosen an Seilen, die zwischen Holzpfosten gespannt sind - alles sehr idyllisch.

Inverewe Garden

 

Inverewe Garden
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Nach dem Walled Garden durchqueren wir den Steingarten mit dem liegenden Eukalyptusbaum und kommen danach auf unserem Weg zum westlichsten Punkt durch ein Waldstück mit vielen verschiedenen, in alle Farben blühenden Rhododendren. Danach betreten das so genannte „nasse Tal”.

Friedvoll und beschaulich ist es hier. Wir umrunden einen kleinen Teiche mit Iris in blau und gelb sowie Seerosen. Das Areal ist so groß, dass wir nur selten auf andere BesucherInnen treffen, stellenweise sind wir sogar ganz alleine. Nett!

Am nördlichsten Punkt des Gartens liegt in einer Bucht einsam eine Segelyacht. Ui, ist das kitschig! Der Audioguide erzählt gerade, dass Mairi als Kind lieber hier gespielt, als Aufgaben gemacht hat. Können wir nur zu gut verstehen! Nach diesem sehr ausgiebigen Spaziergang kehren wir wieder zum Eingang zurück. Lauschig ist es hier - schade, dass wir wieder weiter fahren müssen.

Eintritt Inverewe Garden: £ 8.- pro Person / Audioguide: £ 1.- pro Person.

Nach obenKyle of Lochalsh

Bei Kyle of Lochalsh legen wir einen kurzen Stopp bei der örtlichen Greißlerei ein. Getränke und scharfe Drops werden gesucht. Ein paar Minuten später sehen wir schon die Skye-Bridge und sind sehr erstaunt. „Das” ist die Skye-Bridge!

Am Weg zum Kyle of Lochalsh
IconAm Weg zum Kyle of Lochalsh

 

Hätten wir uns imposanter vorgestellt. Sie ist eigentlich eine sehr kurze (etwa 500 m), dafür aber recht hohe Brücke (12 m). Schwupps und schon sind wir auf der Insel. Gut, dass am 21. Dezember 2004 die Maut abgeschafft wurde, denn sonst hätte uns dieses kurze Stück für Hin- und Rückfahrt satte £ 11.40 gekostet. Na bumm!

Erstmals seit unserer Reise lässt uns das Navi im Stich. Es kennt unser Hotel leider nicht - schade. Nur rudimentär sind einige wenige Straßen und große Orte eingetragen. Was tun wir jetzt? Karin findet auf der Straßenkarte (ja genau dieses altmodische Ding in Papierform ) eine Bucht, welche den gleichen Namen wie unser Hotel trägt. Also umdrehen - dort fahren wir jetzt hin.

Über bestens ausgebaute Straßen (danke EU für diese Förderung) geht unsere Reise zügig weiter. Kurz vor der Bucht sehen wir auf der linken Straßenseite die Hauseinfahrt zum Toravaig House Hotel. Punktgenau getroffen und das ganz ohne Navi.

Die Rezeptionistin entpuppt sich leider als „bauernschlauer Hausdrachen” mit recht geringen Sympathiewerten. Nach dem Einchecken schleppt Alexander wieder einmal unsere Koffer zum Zimmer, denn auch hier scheint kein Kofferboy angestellt zu sein. Zum Gewicht beider Koffer kommt noch erschwerend hinzu, dass die Treppe sehr schmal ist. So laufen wir halt 2x die Treppe ab, denn Alexander und ein Koffer in jeder Hand geht sich hier nicht aus.

Die Skye-Bridge in größerer Entfernung

 

Unser Zimmer ist sehr hübsch dekoriert hat allerdings die Weitläufigkeit einer Schuhschachtel für Schuhgröße 36. Wenn einer von uns beiden aus dem Bett aufsteht, muss der anderer im Bett warten. Und einen Meerblick gibt es leider auch nicht - alles ein bissi schade, oder?

Also zurück an die Rezeption zum Hausdrachen und nach einem Zimmertausch (mit Meerblick) gefragt. Das geht leider nicht, denn die einzigen 3 Zimmer mit Meerblick sind auf Monate im Voraus ausgebucht und die anderen Zimmer sind alle gleich groß (besser gesagt klein!). Na gut dann halt nicht.

Nach dem Umziehen wollen wir auf der Terrasse im Garten ein Bier (Guinness) trinken und Stichworte für den Reisebericht notieren. Bier kommt, Gelsen auch! Hilfe wo kommen denn die schrecklich vielen, winzig kleinen Muckerln her, welche heftig juckende Stiche auf unserer Haut hinterlassen? Wir flüchten in die Lobby, wo es mückenfrei ist und sogar Free-WLAN (Internet Access) gibt, wenn man die Fehlermeldung beim Connect mit Cancel weg klickt.

„Das Abendessen ist fertig, dürfen wir sie ins Speisezimmer bitten.” Also das braucht man uns nicht 2 Mal zu sagen, wir folgen der netten Bedienung und genießen danach ein hervorragendes Abendessen. Karin wählt Jakobsmuscheln, Lachs und Campari Orangen Gelee. Alexander stimmt für Lanark blue, anschließend Steak medium rare (aber bitte ohne Haggis!) und zum Abschluss Schoko Creme Brulee. Yummi, exzellente Küche!

Die Besitzerin kommt im Laufe des Abendessens vorbei und macht auf freundlichen Smalltalk. Jedes 2. ihrer Wort ist „good stuff, good stuff” und erinnert uns damit sehr an Hagrid, den Wildhüter von Hogwarts aus den Harry Potter-Romanen, der immer „schöne Sache, schöne Sache” sagt. Verwandt vielleicht?

Schön war der heutige Tag und wieder mal gehen wir mit vollen Wauzis ins Bett. Gute Nacht!

zu den FAQs und den Kommentaren
Auf der letzten Seite dieses Reiseberichtes findest Du die Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten und hast selbst die Möglichkeit einen Kommentar zu diesem Reisebericht zu hinterlassen.
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