Nessie gesucht

Loch Ness

 

Guten Morgen! Langsam strecken - ein wenig noch im Bett räkeln - gut haben wir hier geschlafen. Danach kommt die Morgentoilette in dem leider winzigen Badezimmer dran, aber immer schön der Reihe nach. Karin ist über das regionale Wasser ganz begeistert, denn nach dem Waschen & föhnen hat sie „ganz viele Haare” - eine richtige Löwenmähne.

Die Vorfreude auf das Frühstück ist groß und treibt uns zur Eile. Wird es ähnlich fulminant wie das gestrige Abendessen? Ja, keine Enttäuschung - vielerlei köstlich schmeckende Dinge werden angeboten. ½ Stunde später müssen wir leider wieder gehen - mehr passt beim besten Willen nicht mehr in uns hinein!

Als wir vor die Tür treten fällt uns der ganz feine Nieselregen erstmals auf - no problemo - zum Glück haben wir ja unsere Waxhats . Zahlen (das köstliches Essen und Trinken hat so rund £ 100 ausgemacht) und los geht's.

„Besichtigen wir als erstes die nahe gelegene Dallas Dhu Historic Distillery oder fahren wir gleich zu Loch Ness und Urquhart Castle?” Wir entscheiden uns für den Weg direkt zu Loch Ness. Erstens ist der Weg in den Norden heute etwas länger und zweitens sind wir uns sicher, dass die eine oder andere Distillery unseren Weg noch kreuzen wird.

Nach obenUrquhart Castle und Loch Ness

Urquhart Castle

 

Urquhart Castle
IconUrquhart Castle

 

Der Weg von Foress zu Loch Ness führt über die Stadt Inverness, welche für ihre alten Steingebäude und den Blumenschmuck weit über ihre Grenzen bekannt ist. Fein, halten wir in der Nähe des Stadtkerns und schauen uns ein wenig um.

Bitte was ist denn das hier? Ein Stau? Ja warum denn? Ohje, die Hängebrücken über den Ness ist gesperrt und der gesamte Verkehr wird umgeleitet. Nach mehr als einer ½ Stunde Stopp und nur wenig Go gelangen wir zum Übel des Staus. Ein Kreisverkehr wird von 2 Polizisten manuell geregelt. In der Zwischenzeit haben wir auch keine Lust mehr Inverness intensiver anzusehen - wir fahren weiter.

Die Landschaft nach Inverness in Richtung Loch Ness ist sehr eine Augenweide. Die Straße schlängelt sich entlang des Lochs und bietet immer wieder Parkplätze zum Fotografieren. Birkenwälder mit Farnen, Fingerhut und Moos sind die häufigsten Pflanzen am Wegesrand.

In Drumnadrochit (und auch danach) treffen wir auf Geschäfte wie dem Loch Ness Exhibition Center oder dem Loch Ness Monster Center - ok wir sind am richtigen Weg zum Urquhart Castle. PS: Wie schrecklich auch immer das arme Ungeheuer von Loch Ness ist, aber so „unbeschreiblich” wie dieser Kitsch der hier am Straßenrand angeboten wird (wir sind nur vorbei gefahren - aber nicht hineingegangen) kann Nessie nicht sein.

Urquhart Castle

 

Urquhart Castle

 

Urquhart Castle
IconUrquhart Castle

 

Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über Urquhart Castle datieren um das Jahr 1200. Über die Jahrhunderte wurde die Burg so oft eingenommen, zerstört und danach wieder aufgebaut und erweitert, dass man leicht die Übersicht verlieren kann. Jedem schien die Burg zu gefallen (oder wer es die strategischen Lage am Loch Ness?) und so belagerte er die Burg und falls es gelang nahm sie für seinen Clan ein.

Ab 1600 verlor die Burg rapide an Bedeutung. Das nahe gelegene Fort William übernahm die Führerschaft in der Region. Um 1689 (wir finden auch die Jahreszahlen 1691 oder 1692) sprengten die bedrängten Insassen Urquhart Castle unnötigerweise, denn die Jakobiten wären noch monatelang nicht in der Lage gewesen die Burg zu erobern.

Heute ist Urquhart Castle ein Besuchermagnet. Geboten werden einem neben einem großen, sehr anschaulichen Ausstellungszentrum, ein Cafe auch ein kleines Kino, welches nach Abschluss des kurzen Films über die Geschichte Urquhart Castle eine Überraschung bietet. Der Leinwand hebt sich - der Vorhang gleitet zur Seite und gibt einen gefälligen Blick auf die gesamte Burganlage frei.

Urquhart Castle
IconUrquhart Castle

 

Urquhart Castle
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Loch Ness
IconLoch Ness

 

Am Weg zum Tower House treffen wir auf 2 junge Japanerinnen, welche sich gegenseitig vor dem dort ausgestellten Trebuchet einzeln fotografieren. „Do you want a picture with both of you in front of the trebuchet?” fragt Alexander freundlich die beiden Besucherinnen. „Oh yes please” und schwupps hat er die kleine Kamera schon in der Hand. Klick und die Mädels sind happy.

Danach fragt man uns ob wir auch ein gemeinsames Foto haben wollen. Aber ja warum denn nicht, Danke und so stellen wir uns gleich wie die jungen Japanerinnen mit zu Dächern gefalteten Händen vor das Trebuchet. Viel ließen die Sprengmeister leider nicht von Urquhart Castle über. Neben dem Gatehaus ist nur mehr der große Turm halbwegs gut erhalten geblieben. So schlendern wir von Grundmauer zu Grundmauer und betrachten die Schilder mit der Geschichte der ursprünglichen Räume.

Urquhart Castle muss einmal eine riesige Burg gewesen sein. So laufen wir bergauf und bergab und erregen mit unserer Kleidung ein wenig aufsehen. Wir tragen die gleichen dicken Norwegerpullis und den gleichen Wachshut - manch einer schaut uns nach - weil wir so lieb sind ?

So nun haben wir Urquhart Castle genug besichtigt, kosten wir das sonnige und trockene Wetter noch ein wenig aus und lassen uns Tee und Kuchen auf der Terrasse mit Blick auf Loch Ness und der Burg gut schmecken. Beim Verlassen des Besucherzentrums kaufen wir für Alexander noch Manschettenknöpfe der Buchanan. Wir folgen der Straße welche uns zuerst entlang des Loch Ness zurück führt und dann entlang des Caledonian Canal hinauf nach Norden.

Ticket Urquhart Castle: £ 6.50 pro Person

Nach obenDunrobin Castle

Dunrobin Castle
IconDunrobin Castle

 

Dunrobin Castle
IconDunrobin Castle

 

Dunrobin Castle
IconDunrobin Castle

 

Fast der nördlichste Punkt Schottlands ist unser heutige Tagesziel - das Forss Country House Hotel. So geht unsere Fahrt immer entlang der A9 hinauf in den Norden. Auf etwa der Hälfte der Strecke sehen wir ein Hinweisschild: Dunrobin Castle.

Ein wenig ausruhen täte uns sicher gut und warum verbinden wir das nicht gleich mit der Besichtigung von Dunrobin Castle? Schwupps und schon biegen wir ab.

Was da vor unseren Augen auftaucht sieht aber gar nicht wie ein typisches schottisches Schloss aus?! Die Vorderseite mit dem Uhrturm und dem ältesten Turm aus dem 14. Jahrhundert mag ja noch angehen, doch der Rest versetzt uns fast nach Frankreich. In weiß gehalten und mit seinen vielen runden Türmchen sieht Dunrobin Castle aus wie ein Loireschloss. Wir sind gespannt.

Gleich nach dem Erstehen der Tickets suchen wir die Waschräume auf. Die Damentoiletten sind original alt mit Kabinen aus Holz und Milchglasscheiben in der oberen Hälfte. Auch die Waschbecken und Armaturen stammen aus längst vergangenen Tagen. So wird auch dieser notwendige Besuch zu einem kleinen Erlebnis.

Dunrobin Castle
IconDunrobin Castle

 

Dunrobin Castle
IconDunrobin Castle

 

Dunrobin Castle
IconDunrobin Castle

 

Danach wollen wir uns die Gärten ansehen, solange es noch trocken ist, denn der Himmel ist voller dicker, grauer Wolken. Der Park ist unterhalb des Schlosses angelegt und wir müssen einen hübschen Weg mit Treppen und Mäuerchen den Hang hinunter. Der Blick auf das grüne Parterre und das Meer dahinter ist grandios.

Am Fuße einer der Treppen wächst eine Gunnera, die ihre Beinamen Mammutblatt und Riesenrhabarber ganz zu recht trägt. Karin schlüpft unter die Blätter hinein und taucht ein in eine "grüne Hölle". Das Licht fällt gefiltert durch die großen Blätter und es duftet stark nach Waldmeister, der zwischen den dicken Stängeln der Pflanzen wächst. Schön!

Bunten Blumen und Kletterrosen an Stützmauern entlang geht es weiter zum Parterre. Unterwegs treffen wir eine Falknerin mit einer großen Eule auf dem Arm. Ganz aus der Nähe dürfen wir den hübschen Vogel betrachten, der uns aus wachsamen Augen beobachtet.

Dunrobin Castle
IconDunrobin Castle

 

Dunrobin Castle
IconDunrobin Castle

 

Endlich im Parterre angelangt finden wir einen ebenfalls französisch anmutenden Garten mit Holzpyramiden als Rankgerüsten, Blumen, Kräuter und kleinen Obstbäumen vor, der mit dem sich darüber erhebenden Schloss ein vollkommen harmonisches Bild ergibt. Er wurde um 1850 von Sir Charles Barry entworfen und umgesetzt, jenem Architekten, der auch für die Houses of Parliament in London verantwortlich zeichnet.

Auch ein Wasserbecken finden wir hier vor, in dessen Mitte ein kleiner Quell konzentrische Kreise erzeugt. Der Eindruck ist sehr meditativ und bei längerem Zuschauen werden wir fast schläfrig. Also rasch wieder den Hang hinauf, um das Innere des Schlosses zu besichtigen.

Dunrobin Castle
IconDunrobin Castle

 

Dunrobin Castle
IconDunrobin Castle

 

Dunrobin Castle

 

Dunrobin Castle ist mit seinen 189 Wohnräumen das größte Schloss der nördlichen Highlands. 1401 findet es erstmalig schriftliche Erwähnung als Sitz von Robert de Moravia, dem 6. Grafen von Sutherland. Die ehrwürdigen Gemäuer haben bereits viel gesehen - Königin Victoria war hier zu Gast, es diente als Krankenhaus und als Knabeninternat.

Die Sutherlands, deren Stammsitz Dunrobin ist, werden jedoch leider nicht nur mit Angenehmem in Verbindung gebracht. Die schrecklichen Vertreibungspraktiken der Highland Clearances, bei denen im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert Menschen auf zum Teil gewaltsame Weise von ihrem gepachteten Land vertrieben wurden, damit von den herrschaftlichen Großgrundbesitzern großräumig Schafzucht betrieben werden konnte, machten leider auch die Sutherlands berühmt.

Dunrobin Castle
IconDunrobin Castle

 

Dunrobin Castle
IconDunrobin Castle

 

Auf dem Rundgang durch das Innere des Schlosses gibt es viel zu sehen. Bilder, Mobiliar, eine Ahnengalerie und so manches Erinnerungsstück hat sich im Laufe der Jahrhunderte hier angesammelt. Besonders nett finden wir ein Kinderzimmer mit vielen alten Spielsachen und ein Butlerzimmer mit alten Staubsaugern aus mehreren Jahrzehnten.

Viele der Wände sind von einer Holzvertäfelung bedeckt. Das finden wir bemerkenswert, da wir so etwas auf unseren bisherigen Besichtigungen noch nirgends gesehen haben. Nach mehr als einer Stunde finden wir uns am Ausgangspunkt unseres Rundganges wieder und verlassen dieses hübsche und so untypische Schloss, um unseren Weg nach Norden fort zu setzen.

Eintritt Dunrobin Castle & Garden: £ 7.- pro Person / Fotografieren in den Innenräumen verboten

Nach diesem erquickenden Besuch klettern wir wieder ins Auto und fahren weiter nach Norden. Die Landschaft wird immer karger. Heide, Meer hin und wieder eine Schafherde, Nebelfetzen ziehen ganz tief vom Meer herein - fast kann man im Auto auch nichts mehr sehen.

an der schottischen Nord-Ost Küste
Iconan der schottischen Nord-Ost Küste

 

Später wird es sogar noch einsamer, nicht einmal mehr Schafe sind hier unterwegs und auch kein Meer ist mehr zu sehen. Nebel und Nieselregen sind alles, was es hier gibt. Keine Bäume, keine Häuser - nichts außer braunem Heidekraut. Karin hat arge Gewissensbisse, in welche Einöde sie uns da geschickt hat. Wir sind schon gespannt, wo unser heutiges Hotel sein wird und ob es eh nett ist.

Ist! Das Forss Country House Hotel liegt in einem kleinen Wäldchen mit Forellenbach hinterm Haus. Wir bekommen ein großes Zimmer und das erste große und relativ moderne Bad während unserer Reise hier in Schottland.

Zum Abendessen, das wir auch diesmal in diesem gemütlichen Hotel einnehmen, wählen wir beide Räucherlachs mit Wildkräutern als Vorspeise. Als Hauptgang bekommt Alexander glacierten, geräucherten Schweinebauch mit Apferln und Gemüse, dazu handgeschnitzte Chips, Karin nimmt einen Fisch namens Hake, der sich als Seehecht herausstellt, mit Gemüse. Beides schmeckt sehr gut.

Als krönenden Abschluss gibt es einmal Schokokuchen und Eis für den „süßen” Alexander und eine kleine Käseplatte mit altem Portwein für Karin. Mit kleinen Hicksi-Lachern schaffen wir es gerade noch stilvoll in den 1. Stock in unsere Betten und schlafen gleich darauf ein chrrrr ...

zu den FAQs und den Kommentaren
Auf der letzten Seite dieses Reiseberichtes findest Du die Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten und hast selbst die Möglichkeit einen Kommentar zu diesem Reisebericht zu hinterlassen.
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