Guatemala City und Copan

Kirche Yurrita del Carmen (Capilla Yurrita)

 

Guatemala Ciudad
IconGuatemala Ciudad

 

Morgen! Nein, ein guter Morgen ist das heute nicht - zumindest für Karin. Gleich nach dem Aufstehen hat sie ärgste Kreislaufbeschwerden und Bauchkrämpfe. Nach der Dusche legt sie sich noch mal aufs Bett und verzichtet dankend auf ein Frühstück. Allein die Vorstellung ruft gleich wieder Bauchgrimmen hervor. Das kann keinesfalls nur Restalkohol von gestern sein!

Alexander ist glücklicherweise nicht so schlimm beisammen. Er geht ins nunmehr offene Restaurant zum Frühstück nur um dort festzustellen, dass weder die gebotenen Speisen noch das Service des Öffnens wert waren. Rasch füllt Alexander notdürftig den Magen, um dann die Koffer sowie die leichenblasse Karin zum Bus zu bringen.

Sie setzt die große Sonnenbrille auf, drückt die Kopfhörer des iPods in die Ohren, ringelt sich auf dem Sitz ein und das war's dann für den restlichen Vormittag. Als Edgar unseren Bus südlich des Parque Central anhält, klettert nur Alexander mit den anderen Mitreisenden raus um sich die Sehenswürdigkeiten anzusehen.

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Catedral Metropolitana
IconCatedral Metropolitana

 

Regierungsgebäude am Weg zum Parque Central

 

Guatemala Ciudad, der vierte und bisher letzte Anlauf einer Hauptstadtgründung in Guatemala. In keinem anderen zentralamerikanischen Land hatten die Conquistadores solche Schwierigkeiten damit wie hier. 1524 ließ sich Pedro de Alvarado für 3 Jahre in Ixmiche nieder, musste die Siedlung jedoch wegen Unruhen aufgeben.

Die zweite Hauptstadt, heute als Ciudad Vieja bekannt, wurde 1541 von den Wassermassen eines Sees am Vulkan Agua zerstört. Antigua, die schönste Kolonialstadt in Zentralamerika, fiel 1773 einem Erdbeben zum Opfer. Seit 1776 gibt es nun offiziell Nueva Guatemala de la Asuncion, die jüngste und hoffentlich letzte Hauptstadt, die gleichzeitig auch die am höchsten gelegene Zentralamerikas ist.

21 Zonen machen Guatemala City aus und mit ein bisschen Fantasie sehen diese auf der Karte wie die Tentakel eines Riesenkraken aus. Die Zone 1, in der wir uns hier befinden, ist das ursprüngliche Kerngebiet und Geschäftszentrum der Stadt.

Hier gibt es den Parque Central, den Nationalpalast, die Kathedrale und auch den Zentralmarkt. Ebenfalls hier in der Zone 1 steht auch das prächtige alte Postgebäude aus den 1940er Jahren. Schmiedeeiserne Geländer und Mahagoniholzdecken zieren das Gebäude und ein Bogen wölbt sich über die angrenzende Gasse.

Catedral Metropolitana
IconCatedral Metropolitana

 

Catedral Metropolitana

 

Die Catedral Metropolitana, die ebenfalls besucht wird, flankiert die Ostseite des Parque Central. 1782 bis 1815 wurde das Gotteshaus erbaut und beherbergt viele Kunstschätze, die nach der Zerstörung Antiguas hierher gebracht wurden. Auch eine deutsche Orgel, welche die beste in Zentralamerika sein soll, ist hier untergebracht.

Das Innere der Kathedrale ist mit Bildern, Figuren und Altären der besten guatemaltekischen Künstler ausgestattet. Heute ist das Kircheninnere besonders schön, da sie über und über mit Blumen geschmückt ist. Leider ist der Anlass ein trauriger, da es sich um ein Begräbnis handelt.

Der Norden des Parque Central wird vom Palacio Nacional, dem Nationalpalast, begrenzt. Es handelt sich dabei um ein prächtiges Gebäude in einer Mischung aus spanisch-islamischem Mudejar-Stil, versehen mit diversen Elementen aus Gotik und Klassizismus.

5 Stockwerke ist der Monumentalbau hoch und beherbergt zahlreiche Patios. Künstlerisch ausgestaltet ist er u.a. von Rodolfo Galeotti Torres, einem der bedeutendsten Bildhauer Guatemalas. Ebenfalls erwähnenswert ist der in der Sala de Recepcion (Empfangshalle) befindliche 0-Kilometer. Von diesem Punkt aus werden alle Distanzen im Land vermessen.

Palacio Nacional
IconPalacio Nacional

 

Palacio Nacional 0-Kilometer

 

Der Palacio Nacional wurde 1943 unter der Regierung von Jorge Ubicos eingeweiht, welcher jedoch kurz darauf durch die Oktober-Revolution von 1944 gestürzt wurde. Seit 1998 ist der Nationalpalast offiziell nur mehr Museum, die Regierung ist in die Zone 4 von Guatemala City umgezogen.

Nach ein bisschen Beine vertreten geht unsere Busfahrt weiter nach Copan. Unterwegs geht es Karin immer schlechter. Bei einer Raststation, wo wir für Getränke und das Gegenteil kurz halten, gibt's medizinische Erstversorgung.

Zum Glück haben wir ja Ärzte en masse in unserer Gruppe. Ute verabreicht einen Löffel voll Vomex-Tropfen, die im wahrsten Sinne des Wortes Fass zum Überlaufen bringen. Scheußlich schmeckende Medizin zu eh schon völlig flauem Magen geht gar nicht. Doch der Druck ist erst einmal weg und das ist gut so.

Parque Central
IconParque Central

 

Parque Central

 

Als nächstes wird ein Zäpfchen von Birgit überreicht. Gleicher Wirkstoff, andere Anwendungsform - vielleicht funktioniert das besser. Als Karin von der Toilette zurück kommt, räumt Arne die Rückbank, sodass sie sich zum Schlafen ein bisschen hinlegen kann.

Mit Alexanders Knie als Kopfkissen und seinen Armen als Sicherheitsgurt falls Edgar bremsen muss, klappt das sehr gut und das Medikament entfaltet seine sedative Wirkung. Als wir ein paar Stunden später in Copan ankommen ist sie schon wieder so fit, dass sie im Schatten sitzend die Tour von Don Pedro mitmachen kann. Die Grenzüberquerung nach Honduras hat Karin verschlafen, sie war allerdings auch nicht sonderlich spektakulär.

Nach obenCopan - Ausgrabungen

Relief von Copan im Besucherzentrum
IconRelief von Copan im Besucherzentrum

 

die Grenze zu Hunduras
Icondie Grenze zu Hunduras

 

Copan gehört mit Tikal und Palenque zu den bedeutendsten der alten Maya-Stätten. Als der Forschungsreisende John L. Stephens im 19. Jahrhundert begleitet vom Zeichner Frederick Catherwood, dem wir viele detailgetreue Skizzen zu verdanken haben, hier eintraf, war Copan eine fast gänzlich vom Wald zugewachsene Ruinenstadt.

Stephens erkannte den Wert dieses Fundes und um ihn nach Herzenslust erforschen, kartografisch erfassen und die besten Fundstücke Gewinn bringend in den USA verhökern zu können, kaufte er kurzerhand das gesamte Gebiet um einen Preis, der den Einheimischen hoch genug war, um ihn für verrückt zu halten und Stephens niedrig genug, um nicht einen Augenblick zu zögern. Der Preis betrug USD 50.-! Heute ist Copan eine der besterforschten Ruinenstädte und gemeinsam mit Tikal ein Weltkulturerbe der UNESCO.

Westlicher Platz / Stele P

 

Westlicher Platz / Struktur 16
IconWestlicher Platz / Struktur 16

 

Westlicher Platz
IconWestlicher Platz

 

Die günstige Lage der Maya-Stadt in einem fruchtbaren, windgeschützten Tal auf 600 m Höhe, führte zu einer nachgewiesenen Besiedlung schon ab 1000 v.Chr. Bis 300 v.Chr. blieb das auch so, doch während in anderen Gegenden Könige die klassische Form der Mayakultur prägten, gab es im Copan-Tal unerklärlicher Weise einen Bevölkerungseinbruch und die Gegend fiel für rund 500 Jahre in eine Art Dornröschenschlaf. Als Jahr der Gründung wurde später das Jahr 160 n.Chr. angegeben, wie man auf Stele I lesen kann.

Erst mit König „Blauer-Quetzal-Ara”, Yax-Kuk-Mo, begann der große Aufstieg Copans im Jahr 426. Später werden wir diesen Herrscher und Ahnherrn Copans als Statue im Museum sehen. Yax-Kuk-Mo gilt als der Gründer einer Dynastie, aus der 16 Herrscher hervorgingen, welche 400 Jahre lang ohne Unterbrechung die Regenten von Copan bildeten.

Östlicher Platz (Jaguar Platz) / Struktur 22

 

Westlicher Platz / Stele P
IconWestlicher Platz / Stele P

 

Einige von ihnen erreichten besondere Berühmtheit. So beispielsweise Rauch-Imix-Gott K, der von 628 bis 695 regierte und einer der langlebigsten Könige war. Unter ihm erreichte Copan seine größte flächenmäßige Ausdehnung. Viele Stelen, die er im gesamten Tal als Zeichen seiner göttlichen Abstammung errichten ließ, künden von seiner Herrschaft.

Sein Nachfolger 18-Kaninchen ist ebenfalls besonders bemerkenswert (nicht nur seines witzigen Namens wegen). Unter ihm wurde Copan zu einem Kunst- und Kulturzentrum, was durch zahlreiche Monumentalbauten während seiner Regentschaft belegt ist.

Am 3.5.783 wird 18-Kaninchen von Cauac-Himmel, dem Herrscher von Quirigua in einer Schlacht gefangen genommen und anschließend in einer Opferzeremonie getötet. Cauac-Himmel war genau der König, den 18-Kaninchen 13 Jahre zuvor in Quirigua auf den Thron gesetzt hatte. Tja, Undank ist der Welten Lohn. Die Ganze Geschichte von 18-Kaninchens Glück und Ende ist übrigens auf der Hieroglyphentreppe abgebildet, die der übernächste Herrscher Rauch-Muschel bauen ließ.

Großer Platz / Ballspielplatz
IconGroßer Platz / Ballspielplatz

 

Östlicher Platz (Jaguar Platz)
IconÖstlicher Platz (Jaguar Platz)

 

Yax Pasaj Chan Yoaat oder auch Yax Pac, genannt Sonnenaufgang, war Rauch-Muschels Sohn und der vorletzte Herrscher von Copan. Was genau zum Untergang des Reiches geführt hat ist ungewiss. Auffällig ist jedoch, dass mit Sonnenaufgangs Regentschaft die Zahl der adeligen Würdenträger, Amtsinhaber und sonstiger Herrschaften der Oberschicht, welche Ansprüche an die Stadtkasse stellten, überproportional zunahm. Frei nach dem Motto „Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken”.

Mit U Kit Took, von welchem kaum Nennenswertes zu berichten ist, ging Copan dann offensichtlich gänzlich unter. Der letzte Kalendereintrag einer Inschrift ist vom 6. Februar 822.

Copan ist insgesamt eine sehr interessante Stätte. Es gibt unzählige, teilweise sehr gut erhaltene Stelen, anhand derer Peter uns den Maya-Kalender näher bringt. Ganz ohne Esoterik erklärt er uns den Long Count, den Sonnenkalender Haab und den Zeremonialkalender Tzolkin. Und zum Beweis, dass das alles ganz einfach ist, rechnet er uns alle mögliche Daten in Baktun, Katun, Tun, Uinal und Kin um. Tja, wer Mathematik versteht, ist klar im Vorteil.

Großer Platz / Hieroglyphentreppe
IconGroßer Platz / Hieroglyphentreppe

 

Großer Platz / Hieroglyphentreppe

 

Großer Platz / Ballspielplatz
IconGroßer Platz / Ballspielplatz

 

Trotz aller Nüchternheit ist es aber doch so, dass die Mayakalender untrennbar mit der Mythologie des Volkes verbunden sind. Dies wird vor allem durch die Schreibweise der Zahlen im Klassikum deutlich, als die Profile von Göttern verwendet wurden. Zahlen waren keine abstrakten mathematischen Begriffe sondern Götter, welche die Last der Zeit trugen und der Menschen Schicksale bestimmten.

Neben seiner profanen Funktion als „Zähler der Tage”, sowie dem prophetischen Charakter hatte der Tzolkin aber auch noch eine weitere Bedeutung: er diente als landwirtschaftlicher Kalender. Er begann Mitte Februar, wenn die neuen Maisfelder abgesteckt wurden und endete im Oktober, zur Zeit der großen Ernte.

Die Feldbestellung wurde mit ihm geregelt und er kann auch als eine Sammlung von Bauernregeln angesehen werden. In dieser Art und Weise wird der Tzolkin auch heute noch von vielen Bauern der Stämme angewendet.

Auf einer der Stelen ist eine adelige Frau zu sehen, die ihr Blutopfer bringt, indem sie ihre Zunge mit einer Dornenkette durchbohrt und das Blut mit Papierstreifchen auffängt, welche in einer Opferschale platziert und anschließend verbrannt werden.

Großer Platz / Ballspielplatz

 

Großer Platz
IconGroßer Platz

 

Deutlich erscheint vor ihr die Schlange der Vision, die durch dieses Opfer hervorgerufen wird. Das Durchbohren der Zunge ist ein typisches Opferritual der Herrscher bzw. herrschenden Bevölkerungsschicht. Personen werden nach dem Vollzug dieses schmerzhaften, mit den Göttern verbindenden Rituals oft als Zunge zeigende Masken dargestellt.

Wir gehen auf schattigen Pfaden und wandern zwischen Tempeln, die entweder noch oder wieder halb im Dschungel verborgen sind. Eine wunderbare, fast schon mystische Stimmung.

Copans bedeutendste Struktur ist der so genannte Rosalila-Tempel. Seinen Namen hat er nach den Farben, mit welchen er primär bemalt war. Das besondere an diesem Tempel ist, dass er fast vollständig erhalten ist. Die Überbauung durch den Tempel des nachfolgenden Herrschers war die Struktur den zerstörerischen Umwelteinflüssen entzogen und legt nun Zeugnis von der einmaligen Hochkultur an diesem Ort ab.

Großer Platz / Stele H

 

Großer Platz / Stele I

 

Erstaunlich ist dass der Rosalila so heilig war, dass er nicht einfach wie üblich überbaut sondern in einer feierlichen Begräbniszeremonie regelrecht beigesetzt wurde. 1992 wurde Rosalila von dem Archäologen Ricardo Agurcia freigelegt, als er ihn innerhalb des Überbaus, dem heutigen Tempel 16, fand.

Rosalila war vor seiner Beisetzung komplett mit einer schützenden Stuck sowie einer weiteren Lehmschicht bedeckt worden. Dies ermöglichte den vollständigen Nachweis der originalgetreuen Farbgebung, was bis jetzt bei keinem anderen Mayatempel der Fall war.

1995 wurde bei der Freilegung des Sockels unterhalb von Rosalila noch eine weitere Struktur namens „Margarita” entdeckt. Dort vermuten Archäologen die Grabstätte des Copan-Gründervaters Yax-Kuk-Mo.

Leider ist diese größte Attraktion Copans für uns Touristen nicht zugänglich. Nur eine verschmierte Plexiglasscheibe lässt einen trüben Blick in ein düsteres Inneres zu. Schade! Allerdings gibt es im Museum in Copan eine Nachbildung des Tempels zu besichtigen.

Der restaurierte Ballspielplatz, den wir nun besuchen, liegt in der vollen Sonne. Don Pedro beeindruckt das wenig, denn er erzählt und erzählt all die Geschichten und Geschichtchen, die dieser Ort hier zu bieten hat. Karin drückt sich in einen schmalen Streifen Schatten am Rande des Spielfelds.

Großer Platz
IconGroßer Platz

 

Großer Platz
IconGroßer Platz

 

Am Ende von Pedros Ausführungen zeigt er uns noch die Perspektive der Ruinen von Copan, welche auf dem 1 Lempira-Schein abgebildet ist. „Wenn Ihr hier steht seht Ihr das gleiche, wie auf dem Geldschein” - und wir stellen uns andächtig auf.

Anschließend gibt es noch 30 Minuten freie Fotozeit. Alexander nutzt diese, was sehr tapfer ist ob der unbarmherzigen Hitze, um alles noch einmal abzulaufen und von den schönsten Aussichtspunkten Fotos aufzunehmen.

Karin geht mit den anderen langsam zur Cafeteria zurück um Wasser zu trinken und sich im Schatten ein wenig auszuruhen. Als wir wieder alle beisammen sind und fertig gegessen und getrunken haben, geht es mit unserem Bus in die nahegelegene Stadt Copan.

Nach obenCopan - Stadt

Zunächst besuchen wir das örtliche archäologische Museum. Es ist etwas kleiner, aber nichts desto trotz über und über mit interessanten Fundstücken gefüllt. Allen voran sei hier das aufwändig verzierte Räucherfass erwähnt, auf dessen Deckel das Abbild des Copan-Gründers Yax-Kuk-Mo zu sehen ist.

Archäologisches Museum
IconArchäologisches Museum
Yax K'uk' Mo

 

Archäologisches Museum

 

Der erste Herrscher Copans ist im Teotihuacan-Stil gekleidet, was auf eine enge Verbindung dieses Stadtstaates mit den Mayas des 4. Jahrhunderts v.Chr. schließen lässt. Besonders auffällig ist die Darstellung mit der „Taucherbrille” des Regen-, Blitz- und Donnergottes Tlalok, der auch für Fruchtbarkeit steht und ebenso gefürchtet wie verehrt wird.

Für unsere ZahnärztInnen gibt es hier im Museum auch noch einige Ausstellungsstücke von besonderem Interesse: Totenschädel mit vollständig erhaltenem Gebiss, in welchem man die mit „Jadeplomben” Beißerchen zu bewundern sind. Besondere Arten des Zahnschmuckes haben hier also schon eine sehr lange Tradition!

In einem kleinen, begrünten Innenhof mit Wasserbecken werden wir eines Kakaobaumes ansichtig. Theobroma cacao L., so der botanische Name des Malvengewächses, ist ein schlankes Bäumchen, das im Unterholz gedeiht. Das auffällige an der Pflanze ist, dass die rosenroten Blüten und daher später auch die Früchte, direkt am Stamm sitzen.

Auch das Exemplar vor uns weist ein paar noch grüne Kakaofrüchte auf, die später - je nach Sorte - bräunlich werden und die kostbaren Kakaobohnen beinhalten.

Xocolatl, bitteres Wasser, nannten die Azteken ein Getränk aus Kakaobohnen, Wasser, Cayenne Pfeffer und Vanille. Vor allem Moctezuma II. soll ein großer Freund dieses Trankes gewesen sein und die Kakaobohnen auch als Zahlungsmittel genutzt haben. Uns Europäern schmeckt die ursprüngliche Zubereitung des bitteren Wassers nicht, weswegen erst später Zucker zugesetzt und das Wasser durch Milch ersetzt wurde.

Die Nutzung der Kakaopflanze begann um das Jahr 1.500 v.Chr. durch an der mexikanischen Golfküste lebenden Olmeken und wurde ca. 600 v.Chr. von den Maya fortgesetzt. Für die Maya war der Kakaobaum göttlichen Ursprungs und das Getränk wurde zu Ehren des Kakaogottes Ek Chuah getrunken, der auch für Handel und Verkauf zuständig war.

Archäologisches Museum
IconArchäologisches Museum

 

Hotel Marina Copan

 

Schokolade mit hohem Kakaoanteil ist mittlerweile auch bei uns sehr beliebt, da sie aufgrund der verschiedenen Inhaltsstoffe des Kakaos als gesund und keinesfalls als Dickmacher gilt.

Nachdem wir das kleine archäologische Museum ausgiebig betrachtet und Don Pedros Erklärungen aufmerksam gelauscht haben, geht es nun zu unserem Zuhause für die heutige Nacht. Das Hotel Marina Copan liegt in einer kleinen Straße unweit des Parque Central und gefällt uns ausnehmend gut. Rund um mehrere kleine Innenhöfe sind die Zimmer verteilt und auch eine hübsche Poollandschaft ist vorhanden.

Karin ist immer noch ein bisschen geschwächt und hält einen kleinen Spätnachmittagsschlaf, während Alexander unsere Mitreisenden in ihren Zimmern besucht und das eine oder andere Foto von unserem Hotel schießt. Natürlich muss unsere glückliche Ankunft hier auch mit mehreren Schlucken Tequila begossen werden.

Als wir am Abend das Hotel verlassen ist es schon recht dunkel. Was wir zu sehen bekommen lässt uns aber vermuten, dass Copan ein recht nettes Städtchen ist. Wir spazieren eine Runde um den Hauptplatz und entlang einer Straße, wo Essen in Garküchen angeboten wird. Danach folgt so etwas wie ein Markt. Auf Tischen werden allerlei Gegenstände zum Verkauf feilgeboten, doch es ist nichts dabei, das jetzt unbedingt erstanden werden müsste.

Am Ende der Straße finden wir Carnitas Nia Lola, das einheimische Lokal, wo wir alle zum Abendessen verabredet sind. Auf einer Bank vor dem Lokal treffen wir Elsbeth und Wulf, die bereits ein Feierabendbier genießen. Alexander tut sich auch an einem gütlich, Karin bleibt aufgrund des immer noch beleidigten Magens lieber bei Salvavida, dem Lebensretter Wasser.

Hotel Marina Copan

 

Hotel Marina Copan

 

Alexander und Wulf kaufen in einem nahegelegenen Laden Rum. Es stehen Flor de Cana und Zacapa Centenario zur Auswahl. Beides sind Ron-Sorten (Rum weckt Assoziationen an Stroh Inländerrum, was im Zusammenhang mit diesen göttlichen Gesöffen ein absoluter Frevel ist), die langsam in Eichenfässern gereift werden und einen sehr süßen, vollmundigen Geschmack, sowie eine fast schon seidige Konsistenz aufweisen.

Flor de Cana stammt aus Nicaragua, Zacapa aus Guatemala. Der Zacapa gewinnt, da er noch einen Tick süßer ist und Alexander ersteht die 23 Jahre alte Variante um USD 34,- pro Flasche. Ein Geschenk!

Als alle Mitglieder unserer Reisegruppe bei Nia Lola eingetroffen sind, feiern wir nochmals Birgits Geburtstag - diesmal nach mitteleuropäischer Zeit. Feliz cumpleanos, liebe Birgit! Es gibt eine Flasche Schampus, riesenhafte Spieße frisch vom Rost und Bier.

Die Kellnerinnen servieren Speisen und Getränke am Kopf balancierend und haben noch nie zuvor eine Champagnerflasche geöffnet. Sie trauen sich nicht und reichen die Flasche an einen Kundigen weiter. Plopp, geschafft!

Karin knabbert an einer trockenen Tortilla herum und verlässt die Geburtstagsfeier recht bald, um sich gesund zu schlafen. Alexander bleibt noch ein wenig und feiert mit den anderen. Als er später ins Hotel geht fällt ganz leichter Regen. Gut, vielleicht kühlt es für unseren morgigen Quirigua-Besuch ein wenig ab. Gute Nacht!

zu den FAQs und den Kommentaren
Auf der letzten Seite dieses Reiseberichtes findest Du die Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten und hast selbst die Möglichkeit einen Kommentar zu diesem Reisebericht zu hinterlassen.
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