Mexiko Stadt und Xochimilco

Die Dachterrasse des Hotel Royal Zona Rosa für ALLE Gäste des Hotels
IconDie Dachterrasse des Hotel Royal Zona Rosa für ALLE Gäste des Hotels

 

Blick von der Terrasse im 16. Stock des Hotel Royal Zona Rosa auf die Skyline von Mexiko
IconBlick von der Terrasse im 16. Stock des Hotel Royal Zona Rosa auf die Skyline von Mexiko

 

Geweckt vom Gebimmel des Handies beginnt unser Tag in Mexiko Stadt. Das Duschen ist ein kleines Abenteuer mit den 4 verschiedenen Wasserhähnen, die Gott weiß welche Funktionen haben. Aber es kommt warmes Wasser von oben und klappt somit ganz gut, ebenso wie der gewöhnungsbedürftige Schlauchfön. Ein Blick auf den Wetterbericht im Internet verspricht strahlende Sonne und 26 Grad - super!

Die 2 Aufzüge des Hauses, die uns zum Frühstück bringen sollen, sind um diese Uhrzeit etwas überlastet, sodass wir recht lange warten müssen. Frühstück gibt es im gleichen Restaurant wie das gestrige Abendessen und die Qualität reiht sich nahtlos an das gestrige Mahl und das restliche Serviceniveau des Hotels, sodass wir nur sehr wenig essen.

Im Hintergrund siehst Du den Gemeinschafts- pool wieder für ALLE Gäste des Hotels

 

Während wir ziemlich lustlos auf kalten Toastscheiben herumkauen, hakt eine kleine, schon etwas erwachsenere Mexikanerin namens Beatriz unsere Namen auf ihrer Liste ab. Sie ist unsere Reiseführerin hier in Mexiko Stadt. Rundherum im Frühstücksraum sind alles Deutsche, die so wie wir auch Rundreisen. Nach knapp 20 Minuten haben wir unser kärgliches Frühstück verdrückt und gehen wieder aufs Zimmer. Wir wollen noch schnell unsere Fotosachen holen und von der Dachterrasse aus ein paar Bilder knipsen.

Die Aufzüge scheinen noch immer überlastet und es kommt ewig kein Lift. Also gehen wir zu Fuß übers Stiegenhaus, das aber leider nicht bis ganz hinauf geht. Im 16. Stock kommen wir aus dem Stiegenhaus heraus und steigen in den Lift, der glücklicherweise gerade hält. So glücklich war das aber auch wieder nicht, da er nach unten fährt.

Also wieder raus und wieder zu Fuß ein Stück im Stiegenhaus hinauf und dann mit dem richtigen Lift nach oben. Wir finden einen schönen Blick auf einen Teil der Stadt, schönes Wetter mit strahlend blauem Himmel und eine missmutige Putzfrau vor. Nach einigen Fotos verlassen wir diese winzige Grünoase wieder, um rechtzeitig zum Beginn unserer Rundreise beim Bus zu erscheinen.

An der Rezeption wollen wir den gestern Nacht so heftig urgierten Abzug der Kreditkarte machen lassen, doch die Rezeptionistin hat nur einen unwissenden Kuhblick für uns. Gnadenhalber nimmt sie unsere Dinersclub Karte entgegen, nur um nach mehrmaligem ergebnislosen Durchziehen festzustellen, dass das Hotel leider keine solche akzeptiert. Gut, dann eben Visa (und keine Flugmeilen für uns). Pünktlich sind die Reiseteilnehmer alle beisammen, und es geht mit der kleinen Beatriz ab in den Bus, der mehr als eigenartig riecht.

Nach obenAm Weg ins Zentrum

während der Fahrt ins Zentrum
Iconwährend der Fahrt ins Zentrum

 

während der Fahrt ins Zentrum
Iconwährend der Fahrt ins Zentrum

 

Mexiko Stadt ist ein Moloch und gleichzeitig eine faszinierende Stadt. Von seinen Einwohnern oft nur El D.F. genannt (von Distrito Federal, denn eigentlich handelt es sich nicht nur um eine Stadt sondern um einen ganzen Bundesbezirk), gehört Mexiko Stadt mit seinen 20 Millionen Menschen zu den größten Metropolen der Welt.

Auf durchschnittlich 2.300 Metern Seehöhe erstrecken sich auf einer Gesamtfläche von knapp 10.000 Quadratkilometern rund 11.000 Kilometer an Straßen. Letztere werden täglich unter anderem von 135.000 Taxis verstopft, von denen immer noch jedes zweite ein froschgrüner VW-Käfer ist.

Wir fahren durch Straßen mit ganz unmexikanischen Namen wie Liverpool und sehen die verschiedensten Bauwerke. Prachtalleen mit alten Palais zu beiden Seiten, deren Gehsteige von Bäumen beschattet sind, wenige moderne Hochhäuser von kühner Architektur, in deren glänzenden Fassaden sich die Umgebung spiegelt, Straßenzüge mit niedrigen Häusern, in welchen kleine Handwerksbetriebe untergebracht sind - all das sehen wir auf unserer Fahrt ins Zentrum und all die Verschiedenheit hat Platz in dieser riesigen Stadt und wechselt einander ab.

Die Farbe des Frühlings ist in Mexiko Stadt Lila. Wohin man auch schaut wogen die Blüten des Palisanderbaumes, Jacaranda mimosifolia, über Straßen und Plätzen. Im Frühjahr, noch bevor er frisch austreibt, ist dieser typische tropische Zierbaum übervoll mit bis zu 20 cm langen lavendelfarbenen Blütenrispen, die einen zarten Honigduft verströmen. Kann man sich eine Stadt schöner geschmückt vorstellen? Wohl kaum!

Unsere Reiseführerin Beatriz hat eine tiefe, rauchige Stimme und dürfte sich wohl an Milton Ericksons Sprachmodell versuchen. Ihre Ausführungen sind unspezifisch, beinhalten viele Aufzählungen (für jeden etwas) und eine Geschichte geht in die nächste über, ohne je ein Ende zu haben (nested Loops). Zusammen mit dem Schunkeln des seltsam riechenden Busses ein ideales Mittel, um uns schon fast in Trance zu versetzen.

während der Fahrt zum Zocalo, öffentlicher Bus
Iconwährend der Fahrt zum Zocalo, öffentlicher Bus

 

Auf den Prachtstraßen vorbei an Hochhäusern und kleinen Missionen, an Parks und durch Alleen, rund um Denkmäler und über Brücken begleitet uns Beatriz Stimme die uns auffordert, uns das alte Tenochtitlan, Venedig von Mexiko, mit seinen Kanälen bis ins Zentrum vorzustellen.

Jetzt ist hier natürlich kein See mehr sondern alles trocken und die ehemaligen Kanäle der alten Aztekenstadt sind Straßen gewichen. Nur dass Häuser und Denkmäler abrutschen und zu versinken drohen erinnert an den Sumpfboden, der vom einstigen See noch übrig ist. Und die häufigen Erdbeben zeugen von der Nähe der Zwillingsvulkane Popocatepetl und Iztaccihuatl. Hilfe, die Natur lebt in dieser Gegend wirklich sehr!

Da wir auch in Mexiko derzeit Osterferien haben, sind nur etwa 10 Millionen der mehr als 20  Millionen Einwohner anwesend. Eh nur! Der Rest macht Urlaub an der Küste oder sonst irgendwo im Land bei der Familie. Einen halbverlassenen Eindruck hinterlässt die Stadt deswegen trotzdem nicht.

Wir passieren den Palacio de Bellas Artes (Palast der Schönen Künste), einen wunderschönen Bau mit Kuppel und Skulpturen auf dem Platz davor. In seinem Art-Deco Stil mit neoklassizistischen und prähispanischen Motiven erinnert uns dieses Kulturzentrum, das von der UNESCO zum Kunstmonument erklärt wurde, an Barcelona. Schade, dass wir den Palacio nur aus dem Bus sehen können.

Nach obenDie Sagrario-Kirche und das Modell vom alten Tenochtitlan

Zocalo, Sagrario-Kirche
IconZocalo, Sagrario-Kirche

 

Zocalo, Sagrario-Kirche
IconZocalo, Sagrario-Kirche

 

Am Zocalo, dem großem Hauptplatz wo auch die Kathedrale steht, ist die Hölle los. Die aktuelle Ausstellung Ashes & Snow von Gregory Colbert ist in einem riesigen Zelt untergebracht, das den halben Platz bedeckt. Davor stehen die Massen Schlange, da der Eintritt frei ist.

Zwar für die kulturelle Bildung sehr löblich, für uns Touristen allerdings anstrengend, da unsere Sicht stark beeinträchtigt ist. Trotzdem sehen wir schöne Häuser rings um den Zocalo, die teilweise mit Kacheln verziert sind. Es handelt sich größtenteils um Regierungsgebäude und staatliche Büros, die hier untergebracht sind.

Direkt vor der Kathedrale hält unser Bus und wir klettern auf den Gehsteig. Ein paar Fotos können wir von der Fassade machen und dann geht es auch schon weiter. Es ist Karsamstag und die Kathedrale derzeit leider geschlossen. „Vielleicht später” mein Beatriz und wir folgen etwas enttäuscht und verwundert.

An der Kathedrale vorbei und durch die Sagrario-Kirche hindurch geht es zu den Ruinen des Aztekentempels Templo Mayor. 1978 wurde zufällig eine 8 Tonnen schwere Scheibe mit dem Bildnis der aztekischen Mondgöttin Coyolxauhqui entdeckt, worauf man mit größeren Ausgrabungsarbeiten an dieser Stelle begann.

Tenochtitlan Model

 

Zocalo, Sagrario-Kirche
IconZocalo, Sagrario-Kirche

 

Man fand den Templo Mayor - wie so viele Überreste alter Kult- und Kulturstätten, die verschüttet worden sind - bei Aushubarbeiten für den U-Bahnbau. Heute sind die archäologische Ausgrabungszone, für welche ironischer Weise einige neuzeitliche Häuser weichen mussten so wie einst alte Tempel für diese geschliffen wurden, sowie das angeschlossene Museum gegen Gebühr zu besichtigen. Aber auch hier führt uns Beatriz vorbei und Tage später, als wir andere Ausgrabungen kennen lernen, verstehen wir auch warum.

Gleich neben dem Templo Mayor befindet sich ein Modell vom alten Tenochtitlan. Die kupferne Nachbildung der Inselstadt mit ihren Dämmen, welche sie mit dem Festland verbanden, ragt aus einem Wasserbecken, das den Texcoco-See darstellt, heraus. Im Zentrum des Modells sehen wir den Ritualbezirk mit der großen Pyramide, auf welche 114 steile Stufen hinauf geführt haben sollen. Darauf thronte der Doppeltempel für Tlaloc, den Regengott und Huitzilopochtli, den Gott des Krieges. So also haben die Überreste des Templo Mayor wahrscheinlich in ihrer vollen Pracht ausgesehen!

Skulptur vor der Sagrario-Kirche
IconSkulptur vor der Sagrario-Kirche

 

Zocalo, Sagrario-Kirche
IconZocalo, Sagrario-Kirche

 

Ruine Templo Mayor
IconRuine Templo Mayor

 

An einem Haus hinter dem Modell ist das Zeichen Tenochtitlans sowie eine spanische Übersetzung des Namens angebracht. Zwar gibt es auch Theorien, die Tenochtitlan von Tenoch, dem ältesten Stammesfürsten der Azteken ableiten, doch hier entschied man sich für die Zusammensetzung von Nahuatl-Wörtern, die bedeuten: „Platz, an dem es viele Kaktusfeigen zwischen den Steinen gibt”.

Eine alte Prophezeiung hatte geweissagt, dass die Hauptstadt der Mexica dort gegründet werden sollte, wo ein Adler mit einer Schlange im Schnabel auf einem Kaktus sitzt. Tja und 1325 scheinen die Azteken dieses Phenomän dann gefunden zu haben, worauf sie Tenochtitlan gründeten. Seit jenem Tag wird das Symbol der Gründungslegende bis heute im Wappen von Mexiko geführt.

Weiter geht's entlang des Zocalo, vorbei am alten erzbischöflichen Palast, bis wir in die Moneda einbiegen, eine Straße, welche ein wenig koloniales Flair vermittelt. Einzig die vielen WC-Schilder, die in allen Farben und jeder Höhe auf Orte der Entspannung hinweisen, werden den Spaniern seinerzeit wohl entgangen sein. Nach ein wenig Umsehen huldigen wir dem Gott der Schlange und stellen uns in selbiger an, um in den Palacio Nacional zu gelangen.

Nach obenPalacio Nacional

Kakteengarten
IconKakteengarten

 

Durchgang zum Kakteengarten

 

Springbrunnen im Innenhof
IconSpringbrunnen im Innenhof

 

Nachdem Tenochtitlan 1521 von den Spaniern erobert und verwüstet wurde, ließ sich Hernan Cortes aus den Resten des ehemaligen „Neuen Palastes” von Mocetzuma II., seine Residenz mit Namen „Neues Haus” bauen. Ab 1535 regierten von hier aus alle 62 Vizekönige das Land und seit der mexikanischen Unabhängigkeitserklärung 1821 bis zum heutigen Tag ist der Palacio Nacional Amtssitz des Präsidenten. Wir befinden uns also an einer Stätte, die seit Jahrhunderten fortdauernd ein Ort der Macht war.

Nach einer Untersuchung unseres Handgepäcks dürfen wir endlich eintreten. Es empfängt uns zuerst ein Innenhof mit Springbrunnen, den wir überqueren. Danach besuchen wir zunächst den kleinen botanischen Garten, in dem viele verschiedene Arten von Kakteen und Agaven aus ganz Mittelamerika gesammelt wurden.

Die Sukkulenten gedeihen hier zwischen den alten Häusern aufs Prächtigste und da kaum andere Leute anwesend sind vergisst man fast, dass man sich mitten in der brodelnden Metropole Mexikos befindet. Manche der Agavenblätter, die wir hier zu sehen bekommen sind sogar so dick, dass Liebespaare ihre Namen eingeritzt haben.

Ausschnitt eines Murales (Wandbild)

 

Ausschnitt eines Murales (Wandbild)

 

Die Murales (Wandbildern) von Diego Rivera
IconDie Murales (Wandbildern) von Diego Rivera

 

Danach wenden wir uns der Hauptattraktion des Palacio Nacional zu, den Murales (Wandbildern) des berühmten Malers Diego Rivera. Von monumentaler Größe sind die Fresken, welche Rivera viele Jahre lang beschäftigten und die alle Teile der mexikanischen Geschichte zum Thema haben.

Azteken, Maya, Spanier, Patres, Krieg und Unterwerfung sind zu sehen, Visionen vom großen, alten Tenochtitlan, Handwerkskunst, Landwirtschaft und Handel sind ebenso abgebildet, wie Rockefeller, Vanderbilt und Karl Marx im „Kampf der Klassen”. Schön, bunt und voller Symbole sind die Murales, aber irgendwann haben wir uns daran satt gesehen.

Ein kurzer Rundgang durch die Räumlichkeiten des Parlaments und zum Abschluss noch das Aufsuchen des WC, wo die Mädels wieder ewig anstellen müssen, da es nur 2 Kabinen gibt. Also wieder mal Zeit für einen Häuseltratsch. Ein Glück nur, dass Frauen so kommunikativ sind.

Nach obenCatedral Metropolitana

Catedral Metropolitana
IconCatedral Metropolitana

 

Catedral Metropolitana
IconCatedral Metropolitana

 

Danach geht es noch mal zurück zur Kathedrale und wir haben Glück und können bei diesem zweiten Anlauf hinein. Aufgrund des fortgeschrittenen Vormittages ziehen wir allerdings im Eiltempo durch das Gotteshaus. 1573 wurde mit dem Bau der größten Kathedrale des amerikanischen Kontinents begonnen, doch erst 1813 wurde sie fertig gestellt. Diese lange Dauer erklärt auch den Mix der unterschiedlichsten Stilrichtungen.

Von Renaissance über Barock bis zu Klassizismus ist hier alles vertreten. Wie viele andere Kirchen wurde auch die Catedral Metropolitana auf den Resten eines alten Aztekentempels gebaut. Im Laufe der Zeit sackte die Kirche immer weiter in den porösen Untergrund - wir erinnern uns, einstmals war hier Tenochtitlan, die Inselstadt im Texcoco-See - und geriet in bedrohliche Schieflage. Vorne war das Kirchenschiff sogar einmal 2,5 Meter tiefer als hinten.

Hauptaltar
IconHauptaltar

 

Kerzenhalter
IconKerzenhalter

 

In aufwendigen und kostspieligen Verfahren wurden Schächte gegraben und das Bauwerk mit Betoninjektionen und Erdabtragungen wieder ins Lot gebracht und gestützt. In der Mitte der Kirche befindet sich nun ein Pendel, mit dem man die Schräglage des Bauwerkes verfolgen kann und das auch als Foucaultsches Pendel zum Nachweis der Erdrotation genutzt werden kann.

Über dem kunstvoll geschnitzten Chorgestühl aus edlem Holz befinden sich zwei Orgeln aus dem 17. und 18. Jahrhundert, bei denen die vielen Pfeifen horizontal aus dem Instrument stehen wie ein Dach - ein für uns recht ungewöhnlicher Anblick.

Hinter dem Hochaltar aus weißem Marmor und mit einem schwarzen Christus am Kreuz befindet sich der Retablo des los Reyes (Altar der Könige) aus dem 18. Jahrhundert. Er ist wunderschön in Gold gearbeitet und mit Skulpturen übersät. Seinen Namen verdankt er dem zentralen Gemälde, auf dem die Anbetung des Jesuskindes durch die Heiligen Drei Könige abgebildet ist. Wir sind beeindruckt.

Doch unsere Bewunderung währt nicht lange, denn schon kommt Beatriz mit dem bunten Kapperl und drängt uns zum Ausgang. Der Bus steht vor der Kathedrale und hier darf man eigentlich gar nicht parken.

Nach obenXochimilco

Xochimilco
IconXochimilco

 

die Boote Carmen und Carmelita

 

Folgsam klettern wir alle in unser Gefährt und es geht weiter nach Xochimilco. Auch dieser Name stammt aus dem Nahuatl und bedeutet soviel wie „wo die Blumen wachsen”. Na das klingt ja vielversprechend! Es handelt sich um eine Gegend, ca. 20 km vom Stadtzentrum entfernt, in dem es viele Glashäuser, Rollrasen und überhaupt viel Vegetatives gibt.

Die Kanäle von Xochimilco sind die Überreste des einst so großen Texcoco-Sees und müssen im Vergleich zu vergangenen Zeiten nunmehr kläglich wirken. Heute wie damals werden hier auf schwimmenden Gärten - eine Anbauform, die wir auch schon am Inle-See in Burma kennengelernt haben - Blumen und Gemüse das ganze Jahr über geerntet.

Doch der Hauptzweck von Xochimilco ist mittlerweile das Vergnügen. Einheimische und Touristen lassen sich auf grellbunten Booten, die alle einen Frauennamen haben, durch das Wasser staken. Dabei wird gegessen, getrunken, Musik gehört und dem städtischen Alltag für eine kurze Weile entflohen. Rund um die Kanäle gibt es einen ebenfalls bunten Markt und einige kleine Restaurants. Und in ein solches kehren wir nun ein, da es Mittag und somit Essenszeit ist.

eines der 'Foto-Boote'
Iconeines der 'Foto-Boote'

 

Wer will frische Früchte kaufen?
IconWer will frische Früchte kaufen?

 

Beatriz empfiehlt uns mit Käse gefüllte Paprika, die auf der spanischen Karte zwar Chilis heißen (Chiles rellenos), aber nicht so scharf schmecken, wie der Name befürchten lässt.

Es handelt sich dabei um eine für Mexiko typische Fastenspeise. Schließlich ist es Karsamstag vor der Auferstehungsfeier, wo man traditioneller Weise noch kein Fleisch ist. Das hält uns aber nicht ab jeder eine Flasche Sol dazu zu trinken - Corona gibt's hier leider nicht.

Nach dem Essen, das uns recht gut schmeckt, haben wir 20 Minuten, um alleine durch den Markt zu strandeln. Anschließend treffen wir uns wieder um in der Gruppe in einem der bunten Boote auf dem Kanal zu fahren.

auch Einheimische fahren gerne mit den Booten
Iconauch Einheimische fahren gerne mit den Booten

 

Bonsai Verkauf auf dem Wasser
IconBonsai Verkauf auf dem Wasser

 

ein Sombrero liegt allein im Boot
Iconein Sombrero liegt allein im Boot

 

Die Bootsfahrt ist dann auch sehr lustig. Das wirre Durcheinander hat etwas von einer Autodromfahrt im Prater - bumms! Es fällt uns auf, dass hier viel mehr Mexikaner als Touris sind. Zum Osterwochenende ist es für viele Tradition mit ihren Familien hier Boot zu fahren, zu futtern und Musik zu hören.

Es gibt Boote mit Bonsaibäumchen, eines mit einem etwas abenteuerlichen Fotografen, einen Maiskocher, ein Boot voll kandierter Äpfel, Ponchos, Puppen - und viele, viele Mariachi-Boote.

Diese für Mexiko so typischen MusikerInnen sind in der Charro-Tracht gekleidet, die unser Bild von Mexikanern nachhaltig geprägt hat. Die Männer tragen enge schwarze Hosen mit Silberverzierungen an den Seiten, hochhackige Stiefel, weiße Rüschenhemden und einen ausladenden, kunstvoll bestickten Sombrero. Die Damen sind ähnlich angezogen, jedoch mit langen Röcken.

Eigentlich handelt es sich hierbei um eine Abwandlung der Festtagstracht der Viehhirten. Begleitet von Gitarren, Geigen und Trompeten, werden populäre Lieder von Herz und Schmerz, sowie Tanzmusik dargeboten. Die Sänger knödeln aus vollem Hals übers Wasser - oft 3-stimmig (laut, falsch und mit Begeisterung).

Nach obenSan Angel - Bazar del Sabado

San Angel - Bazar del Sabado
IconSan Angel - Bazar del Sabado

 

San Angel - Bazar del Sabado
IconSan Angel - Bazar del Sabado

 

Nach diesem ca. 45-minütigen Ausflug zu Wasser steht noch ein Besuch des Stadtviertels San Angel auf unserem Programm. Auf der Plaza San Jacinto findet immer am Wochenende ein Künstlermarkt statt und es gibt den bekannten Bazar del Sabado, der nur samstags geöffnet hat.

Hier gibt es alles von Kunst bis Kitsch. Manche Bilder zeugen von ästhetischem Gespür und handwerklichem Können, andere nur von großem Selbstbewusstsein. Nach einem flotten Marsch ans obere Ende des Marktes bekommen wir 1 Stunde zum Rumlaufen und Fotografieren - endlich ein wenig mehr Zeit!

Begeistert schlendern wir durch die Parks von Platz zu Platz, bewundern ausgestellte Werke und erstehen ein kleines Küchenbild (wir haben eine kleine Sammlung von Bildern aus aller Herren Länder hinter dem Esstisch in unserer Wohnküche) im schmalen Hochformat um 120.- Pesos.

Die Künstlerin ist eine Dame mittleren Alters namens Nela, mit der wir auch ein wenig plaudern und scherzen, während sie ihr Werk für unseren weiteren Transport gut einpackt. Es ist gegen 15:00 Uhr und es wird langsam sauheiß. Wir trinken aus unseren Wasserflaschen und lechzen nach Schatten.

Als wir alles abgelaufen haben und die ausgestellten Bilder schon auswendig kennen, machen wir noch eine Runde durch den Bazar del Sabado, der ebenfalls sehr hübsch ist.

Im Innenhof befindet sich ein Lokal mit großen, bunten Pinatas in Teufelsform, die zwischen den Bäumen hängen und Musikanten, die zu dritt mit je 4 Schlägern (also insgesamt 12) eine Marimba bearbeiten. Die Burschen machen das wohl öfter, denn sie sind sehr schnell - die können das ganz offensichtlich.

San Angel - Bazar del Sabado
IconSan Angel - Bazar del Sabado

 

San Angel - Bazar del Sabado

 

San Angel - Bazar del Sabado
IconSan Angel - Bazar del Sabado

 

Wir sehen ganz hübsche Keramiken und vor allem ein paar an Planeten erinnernde Metall-Lampen, die uns gut gefallen. Aber die Gebilde sind zu groß, zu schwer und auch zu teuer, um ein Mitbringsel zu sein. Es gäbe sicher noch einiges zu entdecken hier doch unsere freie Zeit ist leider schon wieder vorbei und wir müssen zum Treffpunkt.

Besichtigung gibt es heute keine mehr, es geht retour ins Hotel. Morgen brechen wir schon um 08:00 Uhr auf, denn die Basilika von Guadalupe und Teotihuacan stehen auf dem Programm. „Leichte Kleidung, bequeme Schuhe und Sonnencreme nicht vergessen zum Pyramidenkraxeln” ermahnt uns Beatriz.

Als wir am Zimmer eine Dusche nehmen kommen wir drauf, dass keine Handtücher mehr da sind. Na super! Eine telefonische Reklamation bei der Rezeption bringt nichts. Glücklicherweise ist es ja nicht kalt. Als wir dann später zum Abendessen in die Fußgängerzone gehen wollen, sieht Karin vom Lift aus im 8. Stock das Wagerl vom Hauskeeping stehen. Schnurstracks fahren wir wieder hinauf und ringen der Senorita mit Händen und Füßen 2 Handtücher ab. Währenddessen spricht sie auf uns in Spanisch und wir auf sie in Englisch ein. Schlussendlich haben wir aber gewonnen!

San Angel - Bazar del Sabado
IconSan Angel - Bazar del Sabado

 

San Angel - Bazar del Sabado

 

Wir gehen in die nahe gelegene Fußgängerzone und kehren im Restaurant Konditori ein, das von Beatriz u.a. empfohlen wurde. Alexander bestellt ein Steak, das eher ein Lendenschnittchen und naja ist. Dafür ist Karins Fisch-Kebab mit Kokosreis sehr gut und so viel, dass Alexander gerne auch noch die Hälfte haben kann. Dazu trinken wir 2 Wasser und 2 Coronas. Bezahlt haben wir 406.- Pesos inkl. Steuer und 15% Trinkgeld. Selbiges wird hier in Prozent direkt in den Kreditkartenleser eingetippt, mit einem aufgerundeten Betrag, so wie das bei uns üblich ist, fängt man hier nix an.

Als Abschluss gönnen wir uns noch 2 Espressi To-Go vom Starbucks vis-a-vis. Hier schmeckt der Kaffee so, wie er soll und ist kein Americano, wie das Blümchenwasser hier genannt wird. Am Heimweg kaufen wir noch Sprite, Wasser und eine kleine Dose Pringels in einem Wunzi-Laden ein. Die Bedienung spricht kein Wort Englisch und nimmt keine USD. Letzteres passiert uns hier erstmalig! Wir haben dann 2 Pesos Nachlass bekommen, bevor gar kein Geschäft gemacht wird. Kreditkarten wurden nämlich auch keine genommen.

Zurück auf unserem Zimmer widmen wir uns noch den Fotos und ein paar Stichworten des Reiseberichtes bevor wir in die Betten fallen. Wir haben wirklich eine Menge erlebt heute - gute Nacht!

zu den FAQs und den Kommentaren
Auf der letzten Seite dieses Reiseberichtes findest Du die Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten und hast selbst die Möglichkeit einen Kommentar zu diesem Reisebericht zu hinterlassen.
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