Makarska & Mostar

Kroatien

 

Kroatien

 

Guten Morgen zum letzten Mal in Split! Trotz anfänglicher Karussellfahrt war die Nacht ganz ok, aber wir sind trotzdem nicht traurig, dass wir heute weiterziehen. Es warten neue Abenteuer auf uns.

Nach dem Duschen und Anziehen gibt es nochmals dalmatisches Frühstück mit Schinken, Käse, Oliven und Brot von gestern. Diesmal haben wir noch Paprika gekauft, die gut schmecken. Die Paradeiser gestern in der Früh waren's nicht so ganz.

Als der Abwasch erledigt ist, packen wir unsere sieben Sachen zusammen, tragen die Taschen zum Auto und fragen im Restaurant nebenan wegen des Auscheckens. Die Antwort ist knapp: Schlüssel abgeben ja, zahlen nein. Eh klar! Was anderes hätten wir auch nicht erwartet.

Alexander schreibt ein Brieferl an die Vermieterin, die sich nie hat blicken lassen, dass sie uns die Rechnung gerne heimschicken kann. Das Schreiben hinterlassen wir am Couchtisch im Wohnzimmer. Sorge, dass man uns die Rechnung nicht nachschickt, haben wir keine.

Wir haben alle unsere Habseligkeiten verstaut und verlassen nun Split. Alexander meistert die engen Gasserln bravourös und Karin ist wieder einmal dankbar, dass sie hier nicht fahren muss. Sie hätte vor lauter Angst vor Kratzern im schönen, neuen Autolack sicher Blut und Wasser geschwitzt.

Nach obenMakarska, die Stadt zwischen Gebirge und Meer

Makarska
IconMakarska

 

Makarska
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Über den Cetina-Canyon geht es Richtung Meer. Jahrtausende lang gestaltete die Cetina diese Schlucht und schuf wundersame Formen im Stein des Flussbettes. Kristallklares Wasser, bis zu 180 m hohe Felsen, Wasserfälle, Seen, unterirdischen Tunnel - alle Ingredienzien für einen Naturpark sind hier vorhanden. Wir genießen die schöne Landschaft im Vorbeifahren mit unserem Cabrio.

In Makarska legen wir einen Kaffeestopp ein, da uns sowohl die Uhrzeit als auch die wirklich schöne Küste dringend dazu einlädt. Makarska ist ein netter Ort mit einer hübschen Uferpromenande zum Flanieren. Yachten liegen hier vertäut, Fähren und Ausflugsschiffe fahren die kroatische Inselwelt an.

Brac, Pag, Korcula, alles Namen, die mit idyllischer Natur und herrlichen Badestränden locken. Wir aber wollen diesmal keine der Inseln besuchen, sondern später mit dem Auto weiterfahren.

Makarska
IconMakarska

 

Vorerst lassen wir uns in einem Café nieder, trinken jeder einen Espresso und schauen Leute und Boote an. Danach ist uns noch ein wenig nach Beine vertreten. Der Reiseführer schreibt zwar etwas von einem Muschelmuseum, das lockt uns aber trotzdem nicht. Wir gehen quasi in die zweite Reihe hinter die Uferpromenade.

Eine kleine Kirche, dahinter steile, hohe Berge. Einen Altstadtkern oder so gibt es aber nicht. Dafür einen Bäcker mit duftendem Gebäck, sodass wir vor dem Weiterfahren noch einen Kirschplunder kaufen und am Parkplatz naschen.

Nun geht es mit dem Cabrio der Küste entlang, die Namen „Riviera” wirklich verdient. Kleine Kieselbuchten, Pinien, klares Wasser. Ein LKW bleibt stehen und der Fahrer geht kurz schwimmen. Recht hat er, der Job ist schwer genug!

Nach obenPodgora - das Mittagessen ruft!

Kroatien

 

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Etwas später halten wir in Podgora und kehren in der Pizzeria Roko zu Mittag ein. Bei einem Ausblick auf Palmen und Meer teilen wir eine frische Pizza, einen gemischten Salat und dazu Mineralzitron. Die Kellnerin, die uns freundlich bedient, spricht ausgezeichnetes Deutsch mit nördlichem Akzent. Zum Abschluss des Festmahls gibt es noch je einen Schluck Slibowitz und Orangenlikör auf Kosten des Hauses. Sehr nett, aber wir nippen lieber nur.

Nach dieser Pause geht es weiter Richtung Mostar. Karin versucht aus dem fahrenden Auto zu fotografieren. Naja, schwierig ist das schon! Alexanders Kamera, die schneller auslöst, ist schwer, das Auto wackelt und die Motive fahren auch nicht mit. Die Ausbeute ist eher dürftig.

Der Jadranska Magistrala folgend kommen wir an den Bacinska Jezera vorbei, wo wir einen kurzen Stopp einlegen. Es handelt sich um 7 miteinander verbundene Binnenseen, die wunderschön und naturbelassen in einem Becken nördlich von Ploce liegen.

Kroatien

 

Von der Straße aus kann man die Karstseen von einem kleinen, erst 2005 errichteten Aussichtsparkplatz überblicken. An den Ufern der Gewässer erstrecken sich Wiesen und es wachsen Pappeln. Ein richtig idyllisches Naturparadies ist das hier!

An der Grenze zu Bosnien gelangen wir an einen Zöllner, der schon ein wenig genervt zu sein scheint. Unbedingt will er eine „green security card” für unser Auto sehen und lässt uns an der Seite parken. Wir brauchen etwas, bis wir verstehen, dass wir den Versicherungswisch vorweisen sollen und Karin verschwindet mit dem Kopf im Handschuhfach. Als wir das Papier endlich vorzeigen können, wachelt uns der Herr Zöllner völlig uninteressiert durch. Und das war jetzt notwendig?

Wir folgen der Straße entlang der Neretva Richtung Mostar. Die Anzahl der Minarette nimmt zu und vermittelt das Gefühl, näher an den Orient zu kommen. Ca. 30 km von Mostar entfernt kommen wir an Pocitelj vorbei, einer mittelalterlichen Stadt, die hier an die Felsen geschmiegt liegt. Das Wetter ist augenblicklich nicht so sonderlich und so beschließen wir, auf unserem Rückweg Pocitelj einen ausgiebigen Besuch abzustatten und jetzt lieber daran vorbei zu fahren.

Nach obenMostar

Mostar

 

Mostar
IconMostar

 

In Mostar müssen wir zuerst nach unserer Bleibe, dem Motel Emen fragen, finden dann aber doch ganz gut hin. Der Empfang ist sehr nett, fast schon herzlich und man räumt uns einen kostenlosen Parkplatz vis-a-vis.

Das Hotel selbst liegt am Anfang der Fußgängerzone. Die Rezeption, Aufenthaltsräumlichkeiten sowie unser Zimmer gefallen uns sehr gut. Alles ist modern und einfach und will auf wohltuende Art und Weise nicht mehr scheinen als es eben ist. Wir fühlen uns wohl.

Kaum, dass wir unsere Siebensachen aufs Zimmer gebracht und uns ein wenig heimisch gemacht haben, sind wir auch schon mit unseren Fotoapparaten unterwegs. Mostars Altstadtkern ist sehr hübsch und sehr orientalisch.

Natürlich ist da die Brücke Stari Most, was zwar Alte Brücke heißt, die aber trotzdem neu ist. 1556 bis 1566 wurde sie vom osmanischen Architekten Mimar Hajrudin erbaut und wölbt sich in steilem, hohen Bogen über die Neretva.

Stari Most (alte Brücke)

 

Stari Most (alte Brücke)
IconStari Most (alte Brücke)

 

Stari Most (alte Brücke)
IconStari Most (alte Brücke)

 

Im Bosnienkrieg wurde die Stari Most am 9. November 1993 durch massiven Beschuss zerstört. Die Verbindung zwischen Orient und Okzident war getrennt und auch die Bevölkerung der Stadt war entzweit.

1996 bis zur feierlichen Eröffnung 2004 wurde die neue Alte Brücke wieder aufgebaut und 2005 ins UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen. Die Einweihung sah man auch als Zeichen der Versöhnung und Wiedervereinigung zwischen Ost und West.

Als wir die Stari Most hinaufgehen, wurlt es nur so von Menschen. Spiegelglatt ist der Marmorbelag auf dem hohen Bogen, nur Querrillen verhindern, dass man in einem Rutscher die Brücke überquert. Am Geländer hängen die Menschen fest wie an einem Käfig. Einige halten sich an, um nicht zu fallen, die meisten jedoch starren gebannt auf einen jungen Mann, der offensichtlich vorhat, sich von der Brücke in die grüne Neretva zu stürzen. Gegen Geld versteht sich und nicht etwa, weil er lebensmüde ist.

„Platsch!” - der junge Mann ist gesprungen und „Aaaah!” geht es durch die Menge.

Mostar
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Koski Mehmed Pasha Moschee
IconKoski Mehmed Pasha Moschee

 

Bazar
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Eine Reisegruppe mit älteren Herrschaften kommt von der orientalischen Seite über die Stari Most und benutzt alles und jeden als lebendiges Geländer, um den unsicheren Schritt zu stabilisieren. Sei's drum.

Was im westlichen Teil bereits mit Shishas und Schals begonnen hat, das setzt sich auf der orien­talischen Seite in einer Art Bazar fort. Tücher, Teppiche, kupferne Mokkatässchen, Kunst und Tand werden den Tagestouristen angeboten und tragen zum besonderen Flair der Stadt bei.

Wir schlendern die Fußgängerzone entlang und treten an deren Ende in die Moschee Koski Mehmed Pasha ein. Der Eintritt ist frei und wir dürfen uns ungezwungen im muslimischen Gebetshaus umsehen.

Stari Most (alte Brücke)
IconStari Most (alte Brücke)

 

Stari Most (alte Brücke)
IconStari Most (alte Brücke)

 

Koski Mehmed Pasha Moschee

 

Dicke Teppiche und bunte Glasfenster sowie Bronzeleuchter prägen das Bild. Über eine schmale Wendeltreppe steigen wir auf das Minarett hinauf, um den Ausblick von Oben auf Stadt, Fluss und Brücke zu genießen.

Eng ist es im Turm und Geländer gibt es keines. Zur Not könnte man sich nur an den Kabeln anhalten, die von den Lautsprechern durch das Treppenhaus in die Tiefe führen. Auch hier wurde der Muezzin schon lange durch die Technik ersetzt.

Auch die Aussichtsplattform ist nicht gerade geräumig, jedoch bietet sie wie erhofft eine grandiose Sicht. Wir zwängen uns einmal rundherum, fotografieren natürlich die Brücke aus allen Winkeln, aber auch den unter uns liegenden Hof rund um die Moschee und verlassen die Plattform schließlich, als auch andere BesucherInnen hier herauf kommen.

Wieder unten angelangt werden wir auf einen Plan der Altstadt Mostars aufmerksam, der die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ausschildert. Darunter auch Biscevica cosak, das türkische Haus, das heute ein Museum ist. Na, dann lass uns das Mal ansehen!

Nach obenBesuch im Biscevica-Haus (Türkisches Haus)

Biscevica Haus (Türkisches Haus)
IconBiscevica Haus (Türkisches Haus)

 

Biscevica Haus (Türkisches Haus)

 

Das türkische Haus, in dessen Innenhof wir alsbald stehen, wurde 1635 gebaut und ist eines der schönsten Wohnhäuser aus der osmanischen Zeit. Der Innenhof ist mit einem Mosaik aus Kiesel ausgelegt, es gibt einen Brunnen mit Kupferkannen und wer mag, kann gegen eine kleine Extragebühr einen türkischen Kaffee auf einer der mit bunten Webteppichen und Kissen belegten Steinbänken trinken.

Wir entrichten die Eintrittsgebühr, ziehen die Schuhe aus und steigen über eine Holztreppe ins Obergeschoss. Ein großer, eher dunkler Raum ist mit allerhand Möbel, Handarbeiten, Bildern und dekorativen Artikeln eingerichtet. Daneben eine kleine Kammer, wahrscheinlich zum Schlafen. Das absolute Highlight ist jedoch das Sommerzimmer!

Ein großer, heller Raum mit vielen Fenstern geht direkt auf den Fluss hinaus. Hier saß die Dame des Hauses auf der langen Bank direkt am Fenster mit ihren Freundinnen zum Handarbeiten oder sie empfing Besuch. Vom Wasser her stieg angenehme Kühle auf und das Zimmer war dank der vielen Fenster luftig und ideal, um einem heißen Sommernachmittag zu entfliehen.

Biscevica Haus (Türkisches Haus)
IconBiscevica Haus (Türkisches Haus)

 

Biscevica Haus (Türkisches Haus)
IconBiscevica Haus (Türkisches Haus)

 

Biscevica Haus (Türkisches Haus)

 

Zwei Damen aus den USA sind von dem schönen Salon mindestens ebenso begeistert wie wir. Hartnäckig genießen sie die Aussicht und sind gar nicht mehr zu halten, als sie eine Kiste mit Accessoires zum Verkleiden finden. Foto hier, Foto dort und keine Spur davon uns Platz für eine Aufnahme ohne sie zu machen. Doch irgendwann ist auch der Posierwillen der beiden Ladies erschöpft und dann sind wir am Drücker oder besser gesagt am Auslöser!

Am Weg wieder zurück durch die mittelalterlichen Gässchen klettern wir ein paar Stufen hinauf auf der Suche nach einem Dachlokal, das wir vom Minarett aus gesehen haben. Tatsächlich werden wir wenig später fündig. Ein kleiner Dachgarten, ein paar Tische und Bänke und ein Bierchen für jeden - schon ist die Idylle komplett! Bei herrlicher Aussicht sieht man auch über den mangelnden Eifer des Kellners gerne hinweg.

Nach dieser Erfrischung gehen wir zurück in unsere Unterkunft. Ein wenig ausruhen, ein paar Zeilen für den Reisebericht, die Fotos entladen - das alles machen wir auf den gemütlichen Teakliegen auf unserer Terrasse. Sehr entspannend. Nun noch rasch gegen die Abendkühle umziehen und es geht wieder los. Eine Kleinigkeit zu essen wäre fein und viiiiiiele Nachtaufnahmen vom dunklen Mostar wollen wir machen. Für letzteres nehmen wir auch das Stativ mit.

Nach obenMostar bei Nacht

Stari Most (Alte Brücke), Nachtaufnahme
IconStari Most (Alte Brücke), Nachtaufnahme

 

Stari Most (Alte Brücke), Nachtaufnahme
IconStari Most (Alte Brücke), Nachtaufnahme

 

Bazar, Nachtaufnahme
IconBazar, Nachtaufnahme

 

Als wir wieder auf die Straße gehen, beginnen erste Läden die Gehsteige hochzuklappen. Offenbar lebt man wirklich primär von Tagestourismus hier. Doch nicht nur Geschäfte machen zu, auch die Restaurants. Wir beschließen, erst einmal ausgiebig zu spazieren und zu fotografieren und dann erst etwas zu essen.

Das Lokal unserer Wahl wird wahrscheinlich unser nettes Motel Emen werden. Die Bedienung ist sehr freundlich und wahrscheinlich ist auch das Essen frisch und gut. Warum also das Geld jemand anderem geben?

Wir gehen über die Alte Brücke, deren Marmorbelag im Dunkeln glänzt wie nass vom Regen. Auch auf drüberen Seite holen Geschäftsleute ihre Ware nach drinnen. Laute Musik dröhnt aus Ali Babas Höhle, aber sonst ist es auch hier gähnend leer.

Stari Most (Alte Brücke), Nachtaufnahme

 

Altstadt, Nachtaufnahme
IconAltstadt, Nachtaufnahme

 

Koski Mehmed Pashas Moschee ist geschlossen, das schwere Holztor in der Umfriedung des Hofes fest versperrt.

Von einer Restaurantterrasse, die fast völlig dunkel und gänzlich unbesucht ist, machen wir Aufnahmen von Stari Most und den terrassenförmig angeordneten Häusern mit Licht vis-a-vis. Es sieht ein bisschen wie die Kulisse eines Zwergenfilms aus.

Durch einen neueren Stadtteil Mostars gelangen wir zur zweiten Brücke über die Neretva. Einheimische sitzen in Parks auf ein abendliches Schwätzchen zusammen und schauen uns etwas verwundert an. So spät noch Fremde in der Stadt? Wir machen Fotos von Brücke zu Brücke und gehen schließlich weiter zu einem Lokal, das uns fatal an „Hermanns Strandbar” erinnert. Auf einer Sandbank oberhalb des Flusses stehen chillige Möbel und eine kleine Bar bietet Getränke an.

Später erfahren wir durch Recherche im Web, dass es sich dabei um den archäologischen Park Mostars handelt. Von wegen Strandbar … Wir experimentieren ein bisschen mit Aufnahmen der Brücke, die sich in der dunklen Neretva spiegelt.

Stari Most (Alte Brücke), Nachtaufnahme
IconStari Most (Alte Brücke), Nachtaufnahme

 

Altstadt, Nachtaufnahme

 

Durch das „Zwergenland” schlendern wir zurück zu unserem Motel Emen. Der Appetit wäre jetzt gerade recht für ein Abendessen. Karin möchte einen leichten Fisch, Alexanders Gusto steht nach einem kleinen Stück Fleisch. Klein gibt's nicht, also teilen wir eine gemischte Grillplatte für eine Person und einen ebenso gemischten Salat.

Als das Essen kommt ist es sehr frisch, sehr gut und für einen kaum zu bewältigen. Für 2 Personen ist die Portion aber gerade recht. Satt und zufrieden lassen wir die Rechnung aufs Zimmer schreiben und gehen hinauf. Im Bett sehen wir uns gemeinsam noch eine halbe Folge Criminal Minds an, bevor selig einschlafen und vom Morgenland träumen. Gute Nacht!

zu den FAQs und den Kommentaren
Auf der letzten Seite dieses Reiseberichtes findest Du die Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten und hast selbst die Möglichkeit einen Kommentar zu diesem Reisebericht zu hinterlassen.
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