Mandalay und Inwa

Nach obenBlattgoldherstellung

bei der Blattgoldherstellung

 

bei der Blattgoldherstellung

 

„Heute werden wir zuerst einen Handwerksbetrieb besuchen” eröffnet Soe den heutigen Tag. Als erstes lernen wir die Herstellung von Blattgold kennen. Das ist eine mühevolle und aufwendige Tätigkeit.

Immer wieder werden zuerst flache Goldsteinchen rein nur mit Manneskraft und schweren Hämmern dünner und dünner geschlagen. Die Anstrengung steht den Männern ins Gesicht geschrieben.

Aber auch die Frauen haben ein schweres Los bei der Blattgoldherstellung. Sie klopfen das in einem 3 jährigen, komplizierten Prozess hergestellte Bambuspapier mit Klöppeln in einem dunklen und feuchten Kellerloch ganz glatt. Der Lärm ist ohne Ohrschutz kaum auszuhalten.

Nach obenMahamuni-Pagode

die Mahamuni-Pagode
Icondie Mahamuni-Pagode

 

die Mahamuni-Pagode

 

Die Mahamuni-Pagode bildet das religiöse Zentrum von Mandalay. Der Buddha im Inneren der Pagode ist wohl die am höchsten verehrte Figur in ganz Myanmar. Neben dem Goldenen Felsen und der Shwedagon-Pagode zählt sie zu den Hauptpilgerzielen des Landes.

Bei der Figur soll es sich laut Soe um das Abbild Buddhas handeln. Soe erzählt uns während der Besichtigung auch diese Legende. „Gautama Buddha reiste persönlich in das Königreich Dhannavati um den Bewohnern die buddhistische Lehre zu predigen. Daraufhin bat der König den Erleuchteten, er möge doch sein Ebenbild hinterlassen. Buddha stimmte zu und 7 Tage später war das Ebenbild aus Bronze erschaffen. Buddha war zufrieden und hauchte diesem seinen Atem ein.” - soweit die Sage.

Die Mahamuni-Figur ist mir 3 m sehr imposant. Pausenlos wird sie von Gläubigen mit Blattgold bedeckt, welches inzwischen eine sicher einige Zentimeter dicke Schicht bildet. Daher sieht der Körper des Erleuchteten auch etwas unförmig aus. Als Besonderheit putzt ein Mönch jedem Tag um 4 Uhr in der Früh der Figur die Zähne.

Wir durchschlendern wieder die gesamte Anlage und sehen noch weitere interessante Gegenstände, wie z.B. 6 Khmer-Figuren aus Bronze (eine Kriegsbeute), einen 5 t schweren Gong und einige Steintafeln mit alten Inschriften.

Nach obenSteinmetze und Bronzegießereien

Bronzegießereien
IconBronzegießereien

 

Steinmetze

 

In Mandalay sind viele Handwerksbetriebe ansässig. So ist es auch nicht verwunderlich, dass unser nächster Halt bei 2 solcher Manufakturen statt findet. Zuerst besuchen wir die Steinmetze.

Verschiedene Stadien von mehr oder minder behauenen Skulpturen können wir bewundern. Dies ist Männerarbeit. Wenn die fertig gehauenen Figuren mit Wasser und Sandstein ganz fein geschliffen werden, dann sind zarte Frauenhände gefragt.

Gleich daneben befindet sich eine Bronzegießerei. Der Herstellungsprozess ist recht kompliziert. Zuerst werden Staub, Dung, Lehm und Reisschrot mit Wasser zu einer breiigen Masse gemischt. Daraus wird das Modell geformt.

Dann wird Wachs auf die Grobform gegossen und die feinen Züge hergestellt. Danach wird die Wachsschicht mit 2 weiteren Lehmschichten bedeckt. Das Modell wird erhitzt, bis das Wachs schmilzt und in den dadurch entstandenen Zwischenraum wird zum Schluss Bronze gegossen.

Da bei dieser Tätigkeit sehr viel Hitze entsteht, wird nur in der Früh gegossen. Wir sind leider bereits zu spät dran.

Nach obenMahagandhayon-Kloster (Mönchsspeisung)

Mönchsspeisung

 

Mönchsspeisung
IconMönchsspeisung

 

Am Ende von Amarapura liegt das Kloster Mahagandhayon. Hier dürfen wir einer ganz besonderen Zeremonie beiwohnen - der Mönchsspeisung. Bis es aber so weit ist, führt uns Soe ein wenig durch das Kloster.

Das Kloster wurde 1914 gegründet und steht unter dem Motto: Studium und Meditation. In der Nachkriegszeit wurde das Kloster zu einer bedeutenden Bildungsstätte ausgebaut.

Soe erzählt uns weiter, dass auch er einmal 1 Monat hier verbracht hat. Er half damals beim Bau eines kleinen Gebäudes mit. Natürlich wollen wir dieses sehen und Soe führt uns mit stolz geschwellter Brust hin.

Jetzt wird es aber Zeit, die Mönchsspeisung zu beobachten. Gegen 10:15 stellen sich hunderte Mönche in 2 Warteschlangen an. Plötzlich, auf ein für uns nicht sichtbares Zeichen, setzt sich der Zug in Bewegung. Von nun an geht es ruck-zuck, denn alles ist bestens organisiert.

Mönchsspeisung
IconMönchsspeisung

 

Mönchsspeisung

 

Immer 8 Mönche aus jeder Schlange gehen bis zu den mit vollen Reistellern wartenden Laien vor. Dann werden die Teller in die Almosenschalen gekippt und die Mönche setzen sich bis zur nächsten Station wieder in Bewegung.

Die Laien reichen die nun leeren Teller wartenden Helfern, welche sie wieder gegen volle Reisteller tauschen. Schon können die nächsten 8 Mönche bedient werden.

An der 2. Station erhält jeder Mönch ein kleines Stück Kuchen und schon verschwindet er in einen der riesigen Speisesäle. Die Speisung der 1000 Mönche dauert so nur wenige Minuten. Tolle Organisation!

Die Mönche nehmen den Reis stets ohne ein Wort des Dankes entgegen, denn schließlich sind es ja sie, die den Spendern eine Gelegenheit zum Erwerb von Verdiensten verschaffen. So anders ist die Welt hier.

Nach obenU-Bein-Brücke

U-Bein-Brücke
IconU-Bein-Brücke

 

U-Bein-Brücke
IconU-Bein-Brücke

 

Über den Taunghtaman-See führt seit 1851 die U-Bein-Brücke. Sie ist mit 1,2 km Länge, die heute längste Teakholz-Brücke der Welt. 1086 Stämme stützen dieses monumentale Bauwerk.

Wir spazieren gemächlichen Schrittes (es ist schon wieder ur-heiß) über die Brücke und bewundern die alten Pfeiler. Ab und zu wurden auch kleine Häuschen errichtet, in denen heute verschiedene Waren angeboten werden (Obst, Malereien, und einiges anderes).

Am anderen Ende der Brücke legen wir eine kurze Rast ein. Soe erzählt uns, dass die Brücke vor 2 Monaten noch komplett unter Wasser stand (Regenzeit). Heute sind mindestens 2½  m Platz. Soe ist wieder hungrig und isst kleine frittierte Fische. Die Gräten spuckt er einfach auf den Boden, worüber sich die Hunde sehr freuen. Wir haben keinen Hunger.

Den Rückweg zum kühlen Auto müssen wir dank Alexanders Frage „Können wir vielleicht mit dem Ruderboot zurück fahren?” nicht zu Fuß schreiten. Die Boote haben hier eine ganz typische Form und werden „Vogel” bezeichnet, welches ihre Form gut beschreibt.

Nach obenSeidenweberei und Thabyedan Fort

Thabyedan Fort

 

Bevor es nach Inwa geht, besuchen wir hier in Amarapura noch eine weitere Seidenweberei. Im Unterschied zu der Weberei am Inle-See werden hier sehr feine Muster für die prächtigen Prinzgewänder des Novizenfestes oder Hochzeiten hergestellt. Im angeschlossenen Verkaufsraum erstehen wir für Alexander 2 Shan-Hemden und für Karin 1 Hemd und 1 Seidentop.

Da es gestern bereits zu Dunkel war, steuern wir heute das Thabyedan Fort ein zweites Mal an. Das Thabyedan Fort war eine internationale Angelegenheit. Erbaut von Franzosen und mit englischen und italienischen Soldaten verstärkt.

Soe erklärt uns, dass es kurz vor dem Angriff der Engländer ein Telegram vom König gab, welches „Wer schießt begeht Hochverrat” besagte und es daher zu keinem Kampf kam.

Im Reiseführer wird als Grund für die kampflose Übergabe vermerkt, dass die Burmesen keine Waffen hatten und daher die Verbündeten wieder unverrichteter Dinge abzogen. Was auch immer die Wahrheit war, gekämpft wurde hier nie.

Nach obenInwa

Inwa

 

Inwa

 

Inwa war fast 400 Jahre lang politisches Zentrum des Birmanischen Reiches. Vom ehemaligen Ruhm der Gegend ist nur mehr sehr wenig zu sehen. Inwa strahlt heute eine friedliche, ländliche Atmosphäre aus.

Nach der Überfahrt mit einem kleinen Boot, setzen wir unsere Reise in einer Pferdekutsche über die holprigen und steinigen Wege fort. Die Fahrt im Pferdewagen ist mehr als abenteuerlich.

Während man vorne am Kutschbock noch relativ ruhig sitzt, reißt es uns, die wir hinten sitzen, bei jedem Loch wie wild hin und her. Nach einiger Zeit haben wir uns aber so gut verkeilt, dass die Fahrt richtig lustig wird.

Am Weg zum alten Teakholz Kloster - Bagaya Kyaung - halten wir kurz bei einigen Ruinen. Hier hat die Natur wieder gesiegt und erobert das Land zurück. Beim Einsteigen erleben wir etwas Lustiges: kaum steigt Alexander in die Pferdekutsche, spürt das Pferd das Gewicht und will lostraben. Der Kutscher kann sein Tier gerade noch zurück halten. Sollte Alexander vielleicht doch etwas abnehmen?

Bagaya Kyaung

 

Maha Aungmye Bonzan Kyaung
IconMaha Aungmye Bonzan Kyaung

 

Das Teakholz Kloster gehört zu den schönsten Teakholzklöstern in Myanmar. 267 mächtige Teakholzpfeiler stützen das Kloster. Heute dient es auch als Schule für die umliegenden Dörfer. Während wir die tolle Anlage betrachten, berichtet uns Soe, dass er hier eine kleine Spende hinterlassen wird. Dem schließen wir uns gerne an.

Weiter geht die abenteuerliche Fahrt mit dem Pferdewagen zum Maha Aungmye Bonzan Kyaung. Dieses Gebäude ist am besten erhalten. Als letzter Stopp in Inwa bleiben wir beim ehemaligen Wachturm stehen. Dieser war einst 27 m hoch, wurde aber beim Erdbeben von 1838 stark beschädigt.

Wir besteigen nun den schiefen Turm - dem Nanmyin Turm - und genießen den weiten Blick über die Felder. Er ist ca. 27m hoch, brach beim großen Erdbeben im Jahr 1838 fast zusammen und ist das letzte Überbleibsel des alten Palastes. Ganz oben finden wir einige Kinder, welche uns sofort alles Mögliche und Unmögliche abluchsen wollen: Geld, Zuckerln, Shampoo, Lippenstift, Kugelschreiber, Parfum, eben alles was Touristen haben könnten und nicht angewachsen ist. Die Kinder bekommen von uns alle unsere Zuckerln und sind glücklich.

Am Fuße des Turmes kaufen wir kleine Lackpostkarten zum Andenken (3 Stück für 1 USD). Dann geht es wieder mit der Kutsche, dem Boot und unserem Auto zurück nach Mandalay. Hier besuchen wir noch kurz eine Seidenstickerei - kleine Kinder müssen Akkordarbeit leisten - und kehren dann zum Hotel zurück.

Essen konsumieren wir heute am Zimmer - Karin hat erstmals wieder wirklich Hunger. Schnell schlafen gehen, denn morgen heißt es um 4:00 aufstehen. Wir fahren mit dem Schiff nach Bagan.

zu den FAQs und den Kommentaren
Auf der letzten Seite dieses Reiseberichtes findest Du die Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten und hast selbst die Möglichkeit einen Kommentar zu diesem Reisebericht zu hinterlassen.
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