Die Höhlen Hpo Win Daung und Shweba Daung

Von Paläontologen und Alchemisten

Shweba Daung
IconShweba Daung

 

Shweba Daung

 

Heute liegt eine lange Anreise vor uns, denn um 7:30 ist bereits Abfahrt. Karin geht es mittlerweile auch wieder gut. Sie ist zu 95% wieder hergestellt. Nach 5 Stunden Fahrt inklusive einem „Zuschneider” quer durch die Pampas - unser Fahrer war noch nie in dieser Gegend und Soe ist nur ein mäßiger Navigator - landen wir mit kleiner Verspätung ca. 25 km von Monywa entfernt.

Schon während unserer Fahrt durch die unwegsamen Hügel macht Soe uns darauf aufmerksam, dass hier einige sehr bedeutende Ausgrabungen stattgefunden haben. „Die zahlreichen Funde in der Umgebung lassen Paläontologen vermuten, dass diese Bergregion bereits vor mehreren Millionen Jahren besiedelt war” erklärt er uns stolz. Die fossilen Überreste des so genannten Potaung Menschen, eines zwischen 34 und 50 Millionen Jahre alten Primaten, wurden hier gefunden.

Shweba Daung

 

Shweba Daung

 

Soe weist unseren Fahrer an, zuerst zu dem einige Minuten entfernt liegenden Shweba Hügel zu fahren. Hier wurden vor über 100 Jahren Höhlen in den Berg geschlagen, kunstvoll verziert und aufwendig mit Buddha-Figuren geschmückt.

Während wir die steilen Stufen hinunter steigen, schiebt plötzlich ein kleines Mädchen ganz zutraulich ihre Hand in Alexanders und begleitet uns.

Der Anblick der zahllosen engen Gänge, kleinen Nischen und Tempeln, alle mit Ornamenten reich geschmückt und teilweise noch sehr farbenprächtig, ist überwältigend. In jedem Winkel finden sich Statuen, Blumen und Muster und so kommen wir mit dem Schauen und Fotografieren gar nicht nach.

Mit dem Auto nur einen Katzensprung entfernt befinden sich in einer Schlucht die Höhlen Hpo Win Daung. Sie sind nach dem legendären Alchemisten Hpo Win benannt, der hier wahre Wunder vollbracht haben soll. Heute sind hier zahlreiche Buddha-Figuren und Wandmalereien zu sehen. Sie stammen meist aus dem 17. oder 18. Jahrhundert, manche sind sogar noch älteren Datums.

Hpo Win Daung
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Hpo Win Daung

 

Auf dem Retourweg durch die Anlage kauft Soe von den einheimischen Verkäuferinnen etwas Futter für die Affen. Sie werden von den Frauen mit lautem „La-la-la-la” herbei gerufen. Eigentlich unnötig, da sich vor allem die älteren Männchen als äußerst rabiat erweisen.

Ungefragt kommen sie in vollem Galopp daher und reißen ungeduldig die verpackten Futtersackerln an sich. Ganz freche Affen stehlen auch noch die Hälfte aus den Verkaufskörben, bevor sie von den Frauen vertrieben werden können.

Wir treten die lange Rückfahrt an, die sich gleich zu Beginn wieder durch einen „Zuschneider” auszeichnet. Eine Zeitlang kommt es uns schon komisch vor, dass die Fabrik und der Berg, die bei der Hinfahrt zu unserer Linken waren, nicht und nicht zu unserer Rechten auftauchen wollen.

20 Minuten später hält der Fahrer ziemlich abrupt vor den Ruinen irgendwelcher Tempel mitten im Nichts und Soe erklärt uns mit zerknirschtem Lächeln: „Hier sehen alle Straßen irgendwie gleich aus.”

Nach obenKaunghmudaw-Pagode

Kaunghmudaw-Pagode
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Kaunghmudaw-Pagode

 

Nachdem wir dann doch noch die richtige Straße gefunden haben, halten wir einige Stunden später vor der Kaunghmudaw-Pagode. König Tharlun ließ die Pagode 1636 für die vermeintliche Zahnreliquie von Kandy sowie eine wundersame Bettelschale errichten.

Bei der Zahnreliquie handelte es sich jedoch nur um eine Kopie, da es nur 4 echte Zahnreliquien gibt: 1 in Kandy, Sri Lanka, 1 in China, 1 im Himmel und 1 in der Welt der Geister und Dämonen - das erzählt uns Soe.

Auffällig ist, dass die Pagode etwas anders als die üblichen aussieht. Der Legende nach ist dies so, weil die Königin dem ratlosen König Tharlun ihre entblößte Brust als Vorlage für die Form des Stupa bot.

In Wirklichkeit wurde die Pagode in Anlehnung an die Dagoba des Mahazedi in Anuradhapura, Sri Lanka gebaut, was ihr unterschiedliches Aussehen prägte.

Rings um die Pagode stehen 812 Stelen, jede 1½ m hoch. In ihnen sind kleine Öffnungen, in die zu bestimmten Vollmondfeiern Öllämpchen gestellt werden. Das muss sicherlich sehr hübsch aussehen!

Weiters sehen wir bei unserem Rundgang noch eine 2½ m hohe Marmorsäule, auf der die Geschichte der Pagode in birmanischer Sprache festgehalten ist.

Nach obenHügel voller Klöster und Pagoden

Sagaing

 

Sagaing
IconSagaing

 

Unser letzter Halt auf dem Rückweg nach Mandalay führt uns in die Hügel westlich von Sagaing. Unzählige Klöster und Pagoden bedecken die Hänge rund um die Stadt und wir sehen wahre Prozessionen von Nonnen und Mönchen, die in der Dämmerung auf ihrem Heimweg bergauf wandern. Unser Wagen fährt langsam an ihnen vorbei.

Bei der Sun-U-Ponnya-Shin Pagode steigen wir aus. Sie wurde 1315 vom Minister U Ponnya, der unter Athin Khaya Sun, dem Gründer von Sagaing diente, gestiftet. In der Gebetshalle knien zwei Männer (Vater und Großvater?) vor der Buddha-Statue und spielen ungezwungen mit einem Baby.

Juchzend macht es seine ersten Krabbelversuche unter Buddhas mildem Lächeln. Auf 2 bronzene Opferstöcke macht Soe uns aufmerksam. Sie haben die Form eines Hasen und eines Frosches und erinnern an frühere Inkarnationen Buddhas.

Von der Terrasse rund um die Pagode haben wir einen sehr schönen Blick auf Sagaing, Inwa und den Ayeyarwadi. Die Dämmerung ist inzwischen Dunkelheit gewichen (kein Wunder bei der langen Fahrt mit den Zuschneidern ), sodass Alexander einige Mühe hat, nicht verwackelte Fotos (Stativ hat er keines mit) zu machen. Aber die Ruhe des Abends zaubert eine ganz besondere Stimmung.

Nach obenAuf finsteren Straßen

der Tag geht zu Ende

 

Das letzte Stück des Weges von Sagaing nach Mandalay beweist uns das große Vertrauen der Burmesen in Buddha. Straßenbeleuchtung gibt es keine. Mit viel Glück lassen kleine Feuer am Straßenrand oder ein beleuchteter Verkaufsstand das nächste Schlagloch erahnen.

Dafür sind Burmesen zu Fuß, auf unbeleuchteten Ochsenkarren oder gleich zu mehrt auf Fahrrädern ohne Licht und Rückstrahler unterwegs. Ohne zu sehen oder gesehen zu werden. Unsere Müdigkeit ist während dieser abenteuerlichen Fahrt wie weg geblasen und wir sitzen leicht verkrampft im Fond.

Aber unser Fahrer, der solche Zustände gewöhnt ist, meistert die Fahrt mit Bravour und so kommen wir schlussendlich heil in unserem Hotel in Mandaly an. Nach einem kleinen Abendessen fallen wir müde in unsere Betten. Es war ein langer Tag!

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