Lazise, Gardone, Brescia

Lazise
Jeder hat so sein ganz persönliches Ritual am Morgen. Dieser Herr hier z.B. saugt mit einem kleinen Hand- staubsauger seine Ware ab.

 

Guten Morgen! Mmh, was haben wir gut geschlafen. Herrlich ruhig war es, die Vorhänge haben das Zimmer schön dunkel gemacht und die Matratzen waren - für Hotelbetten eigentlich unüblich - angenehm hart. Nach der Morgentoilette marschieren wir frisch fröhlich ins Restaurant zum Frühstück.

Oh super! Es gibt ein tolles Buffet, das wirklich keine Wünsche offen lässt. Dazu noch einen Platz auf der Terrasse draußen, ganz vorne in der ersten Reihe. Da schmecken Lachs, Rührei, Schinken und Toast gleich doppelt so gut. Ein freundlicher, Deutsch sprechender Ober bringt uns heißes Wasser für den Tee und sorgt zwischendurch dafür, dass unsere benutzen Teller verschwinden und wir immer genug Platz für den nächsten Gang am Tisch haben. So naschen wir dort und da immer Kleinigkeiten, bis wir wirklich satt sind.

Beim Auschecken entdeckt Alexander diverse kleine Prospekte über die nahe gelegenen Sehenswürdigkeiten, die wir gleich einstecken. Auch unser heutiges Ziel, der Botanische Garten in Gardone Riviera ist darunter. Gut, dass er auch sonntags offen hat!

Anders leider die Isola del Garda. Sicherlich hätten uns Adelssitz und Gärten der Familie Borghese Cavazza auch gut gefallen. Allerdings wollen die Herrschaften an Wochenenden ihre Ruhe wofür wir durchaus Verständnis haben. Vielleicht beim nächsten Mal.

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Lazise
IconLazise

 

Lazise
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Sehr netter Innenhof - leider verschlossen

 

Unser Navigationssystem würde uns gerne über die Autobahn nach Gardone führen, was wir jedoch dankend ablehnen. Wir ziehen es vor, durch die malerischen Orte entlang des Sees zu kutschieren. So ist unser erster Halt denn auch Lazise. Ein Bankomat wird gebraucht und ein bisschen bummeln wollen wir auch.

Wir stellen unser Auto auf einem Parkplatz nahe dem historischen Zentrum ab und schlendern los. Karin kriegt den Mund gar nicht mehr zu ob der vielen, üppig blühenden Rosen, die es hier gibt. In kleine Ausnehmungen im Kopfsteinpflaster der Straße gepflanzt, ranken sich Kletterrosen übervoll mit Blüten bis hinauf in den dritten Stock eines Hauses. Karin frisst der Neid!

Auf unserem Spaziergang durch die malerischen Gässchen finden wir recht rasch einen Bankomaten. Das Wetter hat inzwischen aufgeklart - so hat sich der Spruch mit dem Abendrot doch bewahrheitet - und wir machen einige Fotos von diesem romantischen Ort, bevor wir ihn wieder verlassen.

Nach oben Gardone Riviera, André Hellers Garten

Gardone, André Hellers Garten
IconGardone, André Hellers Garten

 

Gardone, André Hellers Garten
IconGardone, André Hellers Garten

 

Weiter geht es in Richtung Gardone. Unterwegs bleiben wir noch bei einem der offenen Supermärkte stehen, wo wir unseren Picknick-Korb wieder auffüllen und außerdem eine Tube Sonnencreme fürs Gesicht erstehen. Die Sonne kann es beim Cabriofahren doch recht gut und wir müssen ja keine rote Birne riskieren.

Das Panorama, welches man hier am Gardasee zu sehen bekommt, ist wirklich einzigartig und wir genießen die Fahrt bis Gardone sehr.

Dort angekommen sehen wir auch gleich eine bunte Fahne, die uns den Weg zu André Hellers Garten weist. Der Zahnarzt des letzten Zaren, Dr. Arthuro Hruska, hat diesen botanischen Garten angelegt, den die Stiftung André Heller 1988 übernommen hat.

Gardone, André Hellers Garten
IconGardone, André Hellers Garten

 

Gardone, André Hellers Garten
IconGardone, André Hellers Garten

 

Auto abstellen und hinein ins grüne Reich. Schon die Dame beim Eingang scheint in ihrem bunten Hippie-Outfit passend zu dem, was wir uns vorstellen. Voll Vorfreude entrichten wir € 8.- Eintrittspreis und erhalten Tickets und ein Plänchen. Und wirklich, unsere Erwartungen werden voll und ganz erfüllt!

Hinter einer Mauer erhaschen wir einen kurzen Blick auf die venezianische Villa, die jedoch nicht zu besichtigen ist. Davor biegen sich rosa Pfingstrosen unter der Last ihrer schweren Blütenpompons bis zum Boden. Wir folgen dem Weg zu einem kleinen Teich, über den eine Holzbrücke führt.

Gleich links sitzt ein strahlend weißer Ganesha vor blitzblauem Hintergrund während vor uns tibetanische Sprüche ihren Segen goldfarben an die Wand malen. Zwischen hohem Schilf kniend knipsen wir Fotos von dieser hübschen Szene.

Gardone, André Hellers Garten
IconGardone, André Hellers Garten

 

Gardone, André Hellers Garten
IconGardone, André Hellers Garten

 

Der Pfad führt weiter bergauf durch einen Regenwald, wo Dendrobien mit Gesichtern in leuchtendem Pink von den Bäumen zu uns herunter zu lächeln scheinen. Ein murmelndes Bächlein kreuzt den Weg, den wir hangaufwärts schreiten.

Alle paar Schritte gibt es Neues zu sehen. Verschiedenste Pflanzen in prächtigsten Farben - es ist gerade noch die Zeit der Azaleenblüte - Teiche, Amphoren, (künstliche) Gebirgslandschaften und Schluchten, nebelverhangene Bambuswälder. Die Vielfalt ist überwältigend, das Auge will schier übergehen, schwelgt in Farben und Formen, findet schließlich Ruhe im immer wiederkehrenden, satten Grün.

Dazwischen hier und dort eine Skulptur oder eine farbenfrohe Installation eines Künstlers. Besonders lustig finden wir die beiden spuckenden Dämonenköpfe in der indonesischen Landschaft.

Nach einer Stunde Schauen, Staunen, Bewundern und natürlich Fotografieren, verlassen wir diesen Garten Eden. In der Brochure steht als Abschlusswort: „Wir hoffen, dass auch Sie diesen außergewöhnlichen Ort frohen Herzens verlassen werden.” Ja, das tun wir!

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Brescia

 

Brescia
IconBrescia

 

Unsere Mägen melden sich mittlerweile und so kehren wir in Toscolano in einer Strandbar ein. Karin bestellt sich einen gemischten Salat mit Mozzarella und Tunfisch während Alexander die Pizza mit pikanter Salami wählt. Wir sind erstaunt, wie gut und frisch wir hier speisen!

Nach dem Essen beschließen wir, den Gardasee fürs Erste hinter uns zu lassen und fahren Richtung Brescia. Dem Navigationssystem noch kurz mitgeteilt, dass wir keine Autobahnen mögen und fast sind wir schon da. Schnell ist ein Hotel für die Nacht gefunden und wir schultern Fototasche und Rucksack, um die Sehenswürdigkeiten zu erkunden.

Zu allererst erklimmen wir den Hügel Cidneo, auf dessen Gipfel das Castello aus alter Zeit thront. Auf den Treppen hinauf begegnen uns immer wieder junge Männer, die sich hier scheint's ein Tütchen drehen bzw. die Zutaten dafür kaufen und verkaufen. Uns ist ein wenig mulmig und wir versuchen, auf die Straße auszuweichen. Oben angelangt stellen wir erfreut fest, dass kein Eintritt zu zahlen ist und es eine Beschilderung auch auf Deutsch gibt!

Castello
IconCastello
... und wieder runter

 

Castello
IconCastello
Stufen hinauf ...

 

Wir genießen die Aussicht in alle Richtungen, lesen hier und dort etwas über die Geschichte des Schlosses und fühlen uns von der kühlenden Brise, die hier heroben weht, sehr erfrischt.

In manchen der alten Räumlichkeiten, wie z.B. dem ehemaligen Getreidespeicher, sind nun Ausstellungsräume des hiesigen Vereins der Modelleisenbahner untergebracht.

Hier spielen schon etwas in die Jahre gekommene Buben mit ihren kleinen Zügen. Schranken gehen auf und nieder, Signale pfeifen, Tunnel werden passiert. Sicherlich ist hier so mancher Traum entstanden: „Wenn ich groß bin, werde ich Lokomotivführer!”

Für den Weg hinunter ins historische Zentrum nehmen wir diesmal gleich die Straße. Nach ein paar Schritten führen Stufen in gepflasterte Gässchen, denen wir folgen. Rechts führt plötzlich eine schmale Straße hinauf, die sehr einladend aussieht. Wir nehmen sie. Drei ältere Damen kommen uns entgegen und zwitschern begeistert etwas von „Chiesa” und „bella, molto bella, bella, bella.” Na da sind wir aber gespannt, was da Schönes kommt.

Und wirklich, am Ende der Treppe stehen wir vor Santa Maria della Caritá, einer Kirche, deren Ursprung auf das 16. Jahrhundert zurückgeht. Wir werfen einen Blick in die reich und wunderschön verzierte Seitenkapelle. Da jedoch gerade Andacht ist, machen wir natürlich keine Fotos und verlassen auch bald ganz leise wieder die Kirche.

Castello
IconCastello

 

Wir schlendern weiter durch die Stadt und sehen den Duomo Nuovo, den Neuen Dom an. So neu ist er allerdings auch wieder nicht, begann sein Bau doch in den ersten Jahren des 17. Jahrhunderts. Wir sehen uns den Sarg des Hl. Apollonio an und betrachten die beiden Gemälde von Romanino.

Wieder draußen im Sonnenlicht gönnen wir uns jeder einen starken, süßen Espresso in einem Café auf der Piazza Paolo VI. Das weckt die Lebensgeister!

Nächster Halt ist die Piazza Loggia, ein wunderschöner, alter Platz mit viel Flair. Seine Gründung entschied Marco Foscari 1433. Der Loggia Platz wird auf der westlichen Seite vom Palazzo Loggia flankiert, während östlich ein Uhrturm steht. Auf letzterem ist eine sehr schöne 24-Stunden-Uhr angebracht.

Darüber schlagen die Figuren „Tone und Batista” von der Bevölkerung auch „die Verrückten der Stunde genannt” die vollen Stunden. Sonst - nur als wir dort sind leider nicht - die Uhr rückt um keine Sekunde vor.

Die 24-Stunden-Uhr am Loggia Platz
IconDie 24-Stunden-Uhr am Loggia Platz

 

Duomo Nuovo
IconDuomo Nuovo

 

Jetzt möchten wir uns noch den kapitolinischen Tempel ansehen und marschieren weiter Richtung Piazza del Foro. Heute ist irgendeine Art von Floh- oder Kunsthandwerksmarkt und so ist die Straße mit bunten Standeln vollgestellt und mit Menschen förmlich verstopft.

Macht nichts! Wir stürzen uns ins Gewühl und lassen uns vom Menschenstrom treiben. Nach einigen Minuten sind wir auch schon beim römischen Tempel angelangt.

Der Tempel wurde zwischen 73 und 74 nach Christus unter Kaiser Vespasian errichtet und schloss nördlich das Forum der alten Stadt Brixia ein. Einige Stufen kann man hinauf gehen und steht dann vor einem verschlossenen Gitter, durch das man vielerlei Gedenk- und Votivtafeln aus der Stadt und der umliegenden Provinz erkennen kann. Von einem Studenten, der Booklets zu verkaufen versucht, erfahren wir, dass hier nur zu besonderen Gelegenheiten geöffnet wird.

römischen Tempel
Iconrömischen Tempel

 

Fresken von Ferramola
IconFresken von Ferramola

 

Alexander verspürt ein menschlich Rühren und so machen wir uns auf die Suche nach einer geeigneten Lokalität. Als wir die Straße weiter entlang gehen fällt uns auf, dass die Standeln jetzt zu irgendwelchen Museen zu gehören scheinen.

Nur wenig später stehen wir vorm Kloster Santa Giulia, dem heutigen Stadtmuseum. Es ist offen und der Eintritt ist heute auch noch frei - so ein Glück!

Nach dem das Dringendste erledigt ist, sehen wir ein Bild von wunderschönen Fresken in der Kirche von Santa Maria del Solario. Auch das müssen wir uns heute noch life ansehen.

Durch einige Ausstellungsräumlichkeiten hindurch und eine kleine Treppe hinauf finden wir besagte Kirche hier im Kloster. Beeindruckend sind die farbenfrohen Fresken von Ferramola, auf welchen Märtyrer dargestellt sind. In der Mitte des Raumes steht der größte Schatz des Klosters: ein großes, mit Edelsteinen besetztes Kreuz von König Desiderius und ein elfenbeinerner Reliquienschrein aus dem 6. Jahrhundert. Und über allem wölbt sich ein mit goldenen Sternen übersäter dunkelblauer Himmel. Wir sind beeindruckt!

Nach diesem Höhepunkt schlendern wir zurück in unser heutiges Hotel, wo wir an diesem Reisebericht schreiben und nach einem Imbiss müde in unser Bett fallen. Was für ein erfüllter Tag - gute Nacht.

zu den FAQs und den Kommentaren
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