Meißen

Bahnhof Neustadt

 

Bahnhof Neustadt
IconBahnhof Neustadt

 

Einen wunderschönen guten Morgen! Nach dem Aufwachen und Herrichten treffen wir uns wieder alle beim Frühstück, wo wir uns beim Buffet gütlich tun. Heute gibt es zur Feier des Tages auch für alle "Jungen" noch ein Gläschen Prosecco.

Während des Essens und Trinkens beratschlagen wir, was heute zu unternehmen wäre und kommen überein, dass uns ein Besuch von Meißen gefallen würde. Alexander macht sich bezüglich Anreise schlau und so fahren wir alsbald mit der Straßenbahn zum Bahnhof, den wir bereits von einem unserer Spaziergänge kennen.

Dort steigen wir in die S-Bahn um, die uns ins ca. 22km von Dresden entfernte Meißen bringt. Die Fahrt ist kurz und angenehm, noch dazu, wo der Fahrpreis in unserer Dresden Regio-Card inkludiert ist.

Meißen

 

Meißen

 

In Meißen angekommen, kann man sich kaum verlaufen, da es ohnehin nur 3 Wegweiser gibt: zum Markt, zu Dom und Albrechts­burg und zur Manufaktur.

Nach wenigen Schritten stellt sich jedoch heraus, dass jedes dieser 3 Ziele für die Eltern doch ein wenig zu beschwerlich zu Fuß zu erreichen ist und so bleiben wir bei der nächsten Bus­halte­stelle stehen und fragen den Fahrer, wohin er denn fährt.

Nach obenPorzellanmanufaktur

Meißen, Porzelanmanufaktur

 

Meißen

 

„Zur Manufaktur” lautet die Antwort und da wir annehmen, dass auch Alexanders Eltern diese besuchen möchten, nehmen wir dies als Ziel gerne an.

Dort angekommen stellt sich jedoch heraus, dass Alexanders Vater zu müde ist, Alexanders Mutter die Führung schon einmal gemacht und daher kein Interesse hat, sodass schluss­endlich nur wir 3 Kinder wie die Elefanten durch den Porzellan­laden stürmen … nein, natürlich nicht! Ganz brav und gesittet folgen wir der Führung, die sich als kurzweilig und interessant herAusstellt.

Die Porzellan­manufaktur ist mittlerweile in einem hochmodernen Gebäude unter­gebracht und was als Führung tituliert wird, stellt sich als mehrere Schauräume heraus, in denen Mitarbeiter bzw. Künstler der Manufaktur die verschiedenen Arbeits­schritte zeigen, während Erklärung aus der Konserve (vom Tonband) dazu laufen.

Meißen, Porzelanmanufaktur

 

Meißen, Porzelanmanufaktur

 

Meißen, Porzelanmanufaktur

 

Es ist zwar ein bisserl eigen­artig, wir sind aber gar nicht un­glück­lich über diese Art des Näher­bringens, da wir so der manchmal durchaus lästigen Pflicht des Mit­arbeitens entbunden sind.

Ihr kennt das sicher auch, wenn während der Führung mehrmals und nach­drück­lich gefragt wird, ob man den keine Fragen hätte. Eine (Un-?)Sitte, die aus den USA auch zu uns gekommen ist.

Einerseits fühlt man sich dann ver­pflichtet, den oder die FührerIn nicht vor den Kopf zu stoßen und stellt mehr oder weniger intelligente Fragen, um der Aufmerk­samkeit zu versichern, anderer­seits ist man aber sowohl dem Schul­alter schon entwachsen und außerdem auch auf Urlaub … Na wie gesagt, dem entgehen wir hier glücklich smiley.

Meißen, Porzelanmanufaktur, Ausstellungsraum
IconMeißen, Porzelanmanufaktur, Ausstellungsraum

 

Meißen, Porzelanmanufaktur, Ausstellungsraum
IconMeißen, Porzelanmanufaktur, Ausstellungsraum

 

Die Führung selbst ist sehr interessant und beginnt damit, dass wir einem „Töpfer” (sicherlich gibt es für diesen Handwerker hier in Meißen einen besonderen, weniger profanen Namen), dem wir dabei zusehen können, wie er aus einen Patzen Ton eine wunderschöne Tasse formt.

Danach werden die Arbeitsschritte des Zeichnens und Aufbringen von Farbe gezeigt, das Formen zartester Figuren sowie auch das Glasieren.

Spannend ist auch die Herstellung des berühmten Zwiebel­musters und dessen eigenartige Farbe, bevor es gebrannt wird und dadurch das typische Blau erhält.

Meißen, Porzelanmanufaktur, Ausstellungsraum
IconMeißen, Porzelanmanufaktur, Ausstellungsraum

 

Meißen, Porzelanmanufaktur, Ausstellungsraum

 

Meißen, Porzelanmanufaktur, Ausstellungsraum
IconMeißen, Porzelanmanufaktur, Ausstellungsraum

 

Es gibt auch Aus­stellungs­räume, die wir alleine be­sichtigen können sowie den obligaten Shop. Sowohl in den einen wie auch im anderen sehen wir viele schöne Exponate, von denen aber selbst jene, die für Greti und Pleti gedacht sind, für unseren Geschmack sehr teuer sind. Die Aus­stellungs­stücke sind ohnehin uner­schwinglich bzw. stehen gar nicht zum Verkauf.

Im Anschluss an den Besuch der Porzellan­manufaktur holen wir die Eltern vom Kaffeehaus ab und gehen nun gemeinsam in Richtung Markt.

Nach obenMarkt & Frauenkirche

Meißen, Blick zur Frauenkirche

 

Meißen, Gasthaus Vincenz Richter

 

Meißen selbst ist ein wirklich hübsches Städtchen mit einer Reihe an Fach­werk­häusern, mit Kopf­stein gepflasterten Gässchen, Kirchen und vielen lauschigen Plätzen.

Was wir bisher nicht wussten und neu dazu gelernt haben ist, dass das hier eine ausgesprochene Wein­gegend ist. Die Hänge in der Umgebung bestehen primär aus rotem Granit, welcher zwar schwer zu behauen ist, jedoch die Wärme gut speichert und nur langsam abgibt. Ideale Bedingungen für Wein!

Wir erfahren, dass haupt­sächlich Weiß­wein angebaut wird, nämlich Riesling und eine Wein­sorte, welche sich Elbling nennt. Letztere haben wir schon bei Pfunds Molkerei als einen sehr leichten, spritzigen Weißwein kennen­gelernt. Der Name hat übrigens nichts mit der Elbe zu tun sondern bezeichnet eine eigene Trauben­sorte.

Nachdem wir den Markt erreicht haben, biegen wir in Richtung Albrechts­burg und Dom ab und kehren schließlich bei einem sehr nett aus­sehenden Gasthaus ein. Es ist ein wenig von Wein­stöcken umrankt und draußen stehen ein­ladend beschattete Tische und Bänke.

Meißen, Ritterfigur
IconMeißen, Ritterfigur

 

Meißen, Blick zum Meißner Dom

 

Meißen

 

Eltern teilen sich Lendchen mit Her­zoginnen­kartoffeln und Spargel, Karin und Alexander teilen sich Schnitzel mit Spargel und nehmen figur­bewusst Salat statt Erdäpfel als Beilage und Alexanders Bruder Harald isst ganz alleine Salat mit Puten­streifen. Dazu gibt es Bier, Radler bzw. Apfel­saft aufge­spritzt von welchem wir ja mittlerweile wissen, dass man hier Apfel­schorle dazu sagt.

Wir fragen die freundliche Bedienung nach dem Buchstabenstein, den Alexanders Mutter gerne sehen möchte und erfahren auch gleich, wie wir am besten dorthin gelangen. Wir zahlen und machen uns auf den Weg.

Meißen, Blick zum Marktplatz
IconMeißen, Blick zum Marktplatz

 

Meißen, Blick zur Marktgasse
IconMeißen, Blick zur Marktgasse

 

Alexander, Harald und Vater Ferdinand sind etwas flotter unterwegs, während die beiden Damen einen gemäch­licheren Spazier­schritt einge­schlagen haben.

So kommt es, dass sich die 3 Lauser in der Frauen­kirche, die wir passieren ver­stecken und Alexanders Mutter und Karin sehr zu ihrem Gaudium ordentlich nach den Ver­schwundenen suchen lassen.

Als endlich wieder alle gefunden waren, bleiben Alexanders Eltern in der Kühle der Kirche zurück, während Karin, Alexander und Harald den Turm erklimmen. Lustig ist, dass wir beim Kauf der Tickets nicht nur diese ausgehändigt bekommen sondern auch einen großen Schlüssel, mit dem wir den Aufgang zum Turm selbst auf- und zusperren können und den wir zum Abschluss auch wieder abgeben müssen.

Meißen

 

Meißen

 

Als wir oben an der Spitze des Turmes ankommen und an die Brüstung gelehnt die Aussicht genießen, sind wir vom Panorama und dem Blick auf die Stadt entzückt.

Nicht nur, dass es überall hübsche Häuser und Plätze gibt, sind sie auch all­esamt herge­richtet und dazwischen gibt es lauschige Plätzchen, begrünte Flächen, kleine Terrassen mit Holz­möbeln oder Rasen­flächen mit Picknick-Decken.

Ganz offensichtlich machen es sich die Leute hier gemütlich und lassen es sich gutgehen. Recht so!

Nach obenBuchstabenstein

Meißen, Buchstabenstein

 

Meißen, Buchstabenstein

 

Wieder unten angelangt fragen wir nochmals nach dem Buch­staben­stein. Wir sind auf dem richtigen Weg und erreichen ihn auch bald, indem wir einfach der Kirche entlang gehen, vorbei an einem weiteren sehr romantischen Gasthaus und dann ein paar Stein­treppen hinauf.

Dort finden wir den Stein in der Mauer. Er sieht aus wie eine Sigille und ist an der östlichen Futte­rmauer des Anwesens Freiheit 10 eingebettet. Ca. 40x40cm ist der Buch­staben­stein groß und zeigt ein barockes Monogramm der ineinander verschlungenen Anfangsbuchstaben des Alphabetes A, B, C und D.

Was das Sand­stein­relief tatsächlich einmal war, darüber gibt es einige Spekulationen, vom Andenken an das für Luthers Bibel­über­setzung verwendete Meißner Kanzlei­deutsch bis zum früheren Torschluss­stein aus 1690, hört man verschiedene Theorien.

Meißen, Buchstabenstein
IconMeißen, Buchstabenstein

 

Meißen

 

Welchem Zweck der Buch­staben­stein auch einst gedient haben mag, er ist jedenfalls ein interessantes Relikt und die mütterliche Seele hat eine Ruhe, da sie uns dieses Kleinod zeigen und es selbst auch nochmals sehen konnte.

Nun geht es weiter entlang eines lauschigen und etwas holprigen Rundwegs, der uns oberhalb der Stadt in Richtung Albrechts­burg und Dom führt. Überall gibt es Hübsches zu sehen, Torbögen, Kletter­rosen, altes Gemäuer, kleine Gärtchen … wir sind entzückt!

Nach obenPausenrast im Restaurant Burgkeller

Meißen, Hotel Burgkeller Terrasse, Skyline
IconMeißen, Hotel Burgkeller Terrasse, Skyline

 

Da wir ein bisschen schneller unterwegs sind als der Rest der Familie, beschließt Alexander bei einem Gasthof, dessen Namen irgendwie auf den tollen Ausblick und/oder die große Terrasse anspielt, eine kleine Erholungs­pause einzulegen.

So lassen wir uns denn an einem Tisch für 5 auf besagter Terrasse unter wunderbar Schatten spendenden Kastanien nieder und halten nach den Nach­züglern Ausschau. Die Bedienung kommt recht rasch und wir bestellen erst einmal Apfel­schorle gegen den großen Durst.

Als die restliche Familie ankommt, bestellen wir 2 Walnuss Eisbecher und 3 Eiskaffee ohne Schlag und sehen dann minuten- oder fast schon stundenlang zu, wie Leute, die viel später gekommen sind, viel früher ihre Bestellung bekommen, diese verzehren, zahlen und auch wieder gehen. Gibt's das denn, hat man auf uns vergessen?

Meißen, Blick in den Hohlweg

 

Als wir reklamieren bekommen wir zu hören unsere Bestellung würde ein Momentchen dauern, da die Küche das selbst macht. Wie nun, was bedeutet das denn? Dass wir keinen Eskimo-Becher aus dem Supermarkt bekommen oder was soll diese Aussage heißen?

Als unsere Bestellung dann irgendwann doch kommt, handelt es sich bei dem Eiskaffee um lauwarmen Filterkaffee, in dem zerlassenes Fett schwimmt. Gräulich! Alexanders Bruder bestellt noch eine Kugel Vanilleeis, da solches in der braunen Brühe nicht auszumachen ist, der Geschmack der Kreation wird dadurch jedoch nicht besser.

Enttäuscht zahlen wir und verlassen das Lokal. Diesmal gehen wir jedoch nicht wieder über die Terrasse sondern durch das Hotel, wodurch wir gleich beim Dom landen.

Nach obenDom zu Meißen

Meißen, Meißner Dom, am Dach
IconMeißen, Meißner Dom, am Dach

 

Meißen, Meißner Dom, Mittelschiff
IconMeißen, Meißner Dom, Mittelschiff

 

Meißen, Meißner Dom
IconMeißen, Meißner Dom

 

Hier besuchen wir zunächst den romantischen Kreuzgang, der mit Farn bewachsen ist und nebst schönen Bögen auch die eine oder andere Stein­figur aufweist.

Alexander bemerkt, dass es um 16:00 eine Führung gibt und treibt uns zur Eile. Sein Vater Ferdinand sucht sich ein schattiges Plätzchen unter einer Linde, wo er auf uns warten wird, Mutter Hedi kommt mit uns mit.

Erst als wir bereits bezahlt haben und schon im Dom sind stellt sich heraus, dass es sich um eine Turmführung handelt, die nur etwas für uns jüngere ist, denen das Treppensteigen nichts ausmacht.

Meißen, Domplatz

 

Meißen, Meißner Dom, am Dach

 

Alexander, Harald und Karin folgen nun einer älteren Dame, die aussieht, als wäre sie der Fernsehserie Golden Girls entsprungen, die uns aber in Sachen Treppen­steigen eine ordentliche Vorgabe macht.

Mehrere Hundert Stufen - wir erinnern uns an rund 350 - geht es nun hinauf, höher und immer höher fast bis in den Himmel. Während des Kletterns bekommen wir nicht nur einiges zu sehen sondern erfahren natürlich auch über den Dom und seine verschiedenen Bauabschnitte.

Unter anderem, dass der Dom anfänglich gänzlich ohne Türme dastand. Nicht, weil es so geplant gewesen wäre, sondern weil - zwar auch ungeplant aber doch - das Geld ausgegangen war.

Meißen, Meißner Dom
IconMeißen, Meißner Dom

 

Meißen, Meißner Dom, am Dach
IconMeißen, Meißner Dom, am Dach

 

Meißen, Skyline

 

Da wir nur zu dritt sind haben wir die Möglich­keit, bis zum aller­höchsten Punkt des Turmes zu steigen. Zwar wird uns, vor allem Karin, die nicht gänzlich frei von Höhen­angst ist, ein wenig mulmig dabei, jedoch zahlt sich die Über­windung wirklich aus.

Der Ausblick in dieser luftigen Höhe ist einfach grandios! Zwischen­durch gibt es Stein­treppen, die ganz stark an jene wunder­schöne Bibliothek erinnern, welche in der Verfilmung von Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose” zu sehen ist. Diese Führung ist wirklich ein besonderes Erlebnis und absolut sehenswert.

Wieder unten angelangt sehen wir uns noch das Innere der Kirche an, das zwar schön ist, die Turm­besteigung jedoch keinesfalls toppen kann.

Nach obenAlbrechtsburg

Meißen, Albrechtsburg

 

Meißen, Albrechtsburg
IconMeißen, Albrechtsburg

 

Im Anschluss besuchen wir auch noch die Albrechts­burg, wo wir jedoch nur mehr 1 Stunde Zeit haben, bevor die Tore geschlossen werden. Das bedeutet, dass wir hier ohne Führung und eher im Eiltempo durch die Räum­lich­keiten laufen.

Das Interessante ist, dass die schön restaurierten Räume, die teilweise mit Wand­malereien aus dem 19. Jahrhundert, welche uns sehr an Neuschwan­stein erinnern, ausgeschmückt sind, auch einmal zu ganz anderen Zwecken verwendet wurden.

Eine Zeitlang wurde die Albrechts­burg nämlich als Porzellan­manufaktur „missbraucht”, bis schließlich der Denkmal­schutz sowie Leute mit Kultur­bewusstsein und National­stolz auf den Plan gerufen wurden und all das wieder rückgängig gemacht haben.

Die Albrechts­burg ist, soweit wir dies in der Kürze beurteilen können durchaus sehens­wert, auch wenn es nur wenige Räume sind, die bereits wieder hergestellt bzw. gar im Original­zustand belassen wurden.

Meißen, Albrechtsburg
IconMeißen, Albrechtsburg

 

Meißen, Albrechtsburg

 

Meißen, Albrechtsburg

 

Nach dem Besuch der Burg sammelt sich die Familie unter der großen, alten Linde am Dom­platz, von wo aus wir gemeinsam zum Bahnhof gehen, um mit der S-Bahn um 18:53 zurück nach Dresden zu fahren.

Das bisherige Programm hat scheint's alle so geschafft, dass niemand am Abend noch etwas essen oder unter­nehmen möchte. So geht ein weiterer ereignisreicher Tag zu Ende. Gute Nacht!

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