Topkapi Palast

Topkapi Palast, Eingang

 

Guten Morgen, aufstehen, die Sonne lacht! Das tut sie glücklicherweise jeden Tag unseres Urlaubs hier in Istanbul und wir lachen natürlich mit. Urlaub mit der nettesten Gesellschaft der Welt in einer interessanten Stadt und dazu ein Traumwetter - kann es was Schöneres geben?

Duschen, anziehen und frühstücken erledigen wir heute etwas zügiger, denn wir haben uns den Besuch des Topkapi Palastes vorgenommen und wollen deswegen schon recht früh bei den Ticketschaltern an den Palast­toren sein. Vielleicht gelingt es uns ja so, den Massen an Mitbesucher­Innen zuvor zu kommen.

Jahrhundertelang war der Komplex des Topkapi Sarayi das Zuhause der osmanischen Sultans­familien, heute ist er DER Touristenmagnet in Istanbul. Obwohl nur ca. die Hälfte der Räumlichkeiten für die Öffentlichkeit zum Besuch freigegeben ist, der Rest ist aus Gründen der Sicherheit nicht zugänglich, muss man schon mehr oder weniger einen ganzen Tag für eine ausgiebige Besichtigung einplanen.

Hof der Schwarzen Eunuchen

 

Vor dem Hof der Schwarzen Eunuchen

 

Ca. 2 Millionen sind es, die sich Jahr für Jahr durch die prunkvollen Räume, den Harem, die Innenhöfe und Gärten wälzen und die besorgten Kuratoren des Palastmuseums meinen, schon allein ihr Atem stelle eigentlich eine Gefährdung für das kostbare Mobiliar in den Innenräumen dar.

Tja, sicher ist es nicht leicht, die richtige Balance zu finden zwischen der Öffnung für den Tourismus, die Geld bringt und dem Bewahren, was aber auch wieder Geld kostet.

Als wir kurz vor dreiviertel Neun vor den Palast­toren erscheinen, sind es glücklicherweise noch keine Millionen, die ebenfalls Tickets kaufen bzw. eintreten möchten, sodass wir kurz nach 09:00 den ersten Hof betreten.

Die Gebäude, welche vornehmlich für die Wächter bzw. die Unterbringung verschiedener Dienstleistungen gedacht waren, befinden sich zu beiden Seiten des „großherrlichen Tores”. Das Tor stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, der Regierungszeit von Mehmed II.

Hof der Schwarzen Eunuchen
IconHof der Schwarzen Eunuchen

 

Cuemle Kapisi (Haupttor des Harem)
IconCuemle Kapisi (Haupttor des Harem)

 

Der zweite Hof weist größere Rasen­flächen, Rosen­sträucher und gepflasterte, von Zypressen gesäumte Gehwege auf. Hier war das politische Zentrum mit Staatsräumen, Verwaltungs­gebäuden und einer Palast­küche, die bis zu 6000 Mahlzeiten pro Tag produzierte.

Den dritten Hof betritt man durch das Tor der Glückseligkeit und der Name legt schon nahe, was sich hier befand. Neben dem Thronsaal für den Empfang höchster Würdenträger und ausländischer Gäste und der Palast­schule, lagen hier die Privaträume des Sultans sowie der „verbotene Ort”, der Harem.

Der Harem ist ein ganz besonders sehenswerter Bereich im Topkapi Palast. Hier lebten die osmanischen Sultane mit ihren Familien bis 1856, die letzte Frau verließ den Harem um 1920. Leider ist der Harem eines Großteils seiner Einrichtung beraubt, doch auch jetzt noch sind die Räumlichkeiten mit Fliesen, Stuck, Wandmalereien und Mosaiken reich verziert.

Zimmer der Valide Sultana (Sultansmutter)
IconZimmer der Valide Sultana (Sultansmutter)

 

Hof der Valide Sultana (Sultansmutter)
IconHof der Valide Sultana (Sultansmutter)

 

Stellt man sich noch prachtvolle Teppiche, vergoldete Möbel und schön gekleidete Personen darin vor, muss der Eindruck in vergangenen Tagen schier überwältigend gewesen sein. An die 2000 Frauen können es schon gewesen sein, die im Harem von der Valide Sultana, der Sultans­mutter, befehligt wurden.

Die Position der Valide Sultana war die mächtigste, die eine Frau im Palast erreichen konnte und mit Einfluss sowie zahlreichen Vorzügen verbunden. Die Sultans­mutter hatte die prächtigsten Räumlichkeiten mit eigenem Mamorbad und Aussicht auf den Bosporus. Sie beriet den Herrscher in Regierungs­fragen, war um seinen Schutz vor Intrigen bemüht und suchte sogar seine Favoritinnen aus dem Harem aus.

Zimmer der Valide Sultana
IconZimmer der Valide Sultana

 

Hof der Valide Sultana (Sultansmutter)

 

Zimmer der Valide Sultana

 

Gebar eine Ehefrau dem Sultan einen Sohn, so hatte diese nun selbst die Möglichkeit, einmal Valide Sultana zu werden und so manch eine Prinzen­mutter half der damals leider herrschenden Säuglings­sterblich­keit noch nach, um die eigenen Chancen zu erhöhen.

Auch der schönen Roxelane, deren Bad wir ja schon kennengelernt haben und die bis heute zu den berühmtesten Haremsdamen zählt, wird eine solche Chancen­erhöhung nachgesagt.

Doch ein Großteil der Frauen bekam den Sultan ihr ganzes Leben lang nie zu Gesicht und verbrachte ihr Dasein mit Warten, Opium­konsum und Langeweile. Dass dieses Leben im goldenen Käfig Hack­ordnungen und Zustände wie in einer Schlangen­grube hervorbrachte, kann man sich nur allzugut vorstellen.

Ocakli Sofa (Kaminraum)
IconOcakli Sofa (Kaminraum)

 

Ocakli Sofa (Kaminraum)

 

So faszinierend die Geschichten oder besser die Geschichte des verbotenen Ortes ist, so schön sind die baulichen Überreste.

Die vielen Höfe sind überreich mit Mosaiken aus Iznik-Fliesen und vergoldeten Schrift­zeichen verziert. Die verschiedenen Blau- und Grüntüne vermitteln Kühle, obwohl es heute besonders heiß zu sein scheint.

Von den Innen­räumen stechen besonders die Zimmerflucht der Valide Sultana hervor (natürlich!), in der die Wände mit romantischen Szenen des orientalischen Lebens dekoriert, die Kuppeln mit üppigen Blumen und Früchten bemalt und die Böden mit dicken Teppichen ausgelegt sind.

Trakt des Kronprinzen

 

Trakt des Kronprinzen
IconTrakt des Kronprinzen

 

Trakt des Kronprinzen

 

Auch der Trakt des Kronprinzen lässt den Atem stocken, während man die bunten Glasfenster bestaunt, die das einfallende Sonnen­licht in strahlende Farben tauchen, bevor es auf Muster aller Art fällt und diese zum Leuchten bringt.

Wir durchstreifen Zimmer­fluchten, gehen von Hof zu Hof und bewundern den prächtigen Palast. Manch einer der Höfe hat ebenfalls mit Besonderem aufzuwarten: da gibt es Rosen­beete, dort einen besonders fein gearbeiteten Marmor­brunnen und hier eine wunderbare Aussicht auf das Wasser oder den Galata-Turm.

Trakt des Kronprinzen, Decke

 

Trakt des Kronprinzen, Decke

 

Die Sonne steigt höher, die Touristen­ströme werden dichter und unsere Mägen melden, dass es gegen Mittag geht. Na, warten wir lieber noch ein bisschen. Sicher wollen jetzt viele Essen gehen und wir können diese Gelegen­heit nutzen, um noch einiges in relativer Ungestört­heit zu betrachten.

Kaum, dass wir den Gedanken zu Ende gedacht haben, finden wir uns auch schon im vierten Hof wieder. Auch hier gibt es Terrassen und Gärten auf verschiedenen Ebenen. Die Ausschmückung der Räume zeugt auch heute noch von dem unermesslichen Reichtum, den die osmanischen Herrscher einst besessen haben. Nur erlesenste Materialien wurden verwendet und an Gold für Verzierungen hat man nicht gespart.

Vierter Hof, Wandbrunnen
IconVierter Hof, Wandbrunnen

 

Vierter Hof, Säulengang

 

Vierter Hof, Revan Pavillon
IconVierter Hof, Revan Pavillon

 

Wir haben den Eindruck, dass man hier bereits einen euro­päischen Einfluss erkennen kann, da viele der vergoldeten Gitter und Dekore an den Stil des Barock und Rokoko erinnern.

Ein wenig Andrang herrscht im Beschneidungshaus des Prinzen, welches auch wir trotz plötzlichem Auftreten von Phantom­schmerzen betreten. Der Raum ist entsprechend seiner Verwendung vergleichsweise hell, da die Fenster nur einen Buntglasrand haben und ansonsten das Licht ungedämpft einfällt. Auch hier ist natürlich alles schön verfließt, doch schon ein bisschen weniger prächtig als z.B. der Harem.

Vierter Hof, Brunnen
IconVierter Hof, Brunnen

 

Bibliothek des Sultans Ahmet III

 

Wir sehen uns die Gebäude der Reihe nach an, die den vierten Hof umgeben. Besonders schön ist der Bagdad-Kiosk aus dem 17. Jahrhundert, der ebenfalls mit hand­bemalten Iznik-Fliesen und Perlmutt verzierten Türen geschmückt ist.

Schließlich wagen wir uns doch zur Kantine vor, die eine Terrasse tiefer liegt und Tische und Stühle mit Blick auf den Bosporus bietet. Während Karin zwei Plätze ergattert - es ist gegen ein Uhr und immer noch voller Menschen, die auch etwas zu Mittag essen wollen - stellt sich Alexander beim Selbst­bedienungs­buffet an.

Arz Odasi (Audienzsaal)
IconArz Odasi (Audienzsaal)

 

Arz Odasi (Audienzsaal)

 

Etwas Salat und Schafkäse, Gebäck und Getränke, mehr brauchen wir ohnehin nicht. Gemütlich sitzen wir im Anschluss unter den großen Sonnenschirmen, stärken uns und genießen die kurze Ruhepause.

Die ist denn auch wirklich kurz, denn der Andrang an Hungrigen ist immer noch sehr groß und kaum hat man einen leeren Teller vor sich, warten schon mindestens 2 andere Personen, dass man ihnen den Platz zum Essen überlässt. Zusätzlich ist die Sonne weiter­gewandert, sodass nicht mehr alle unsere Körperteile im Schatten unter dem Schirm sind. Puh, ist das heiß!

Bevor man uns also den Sessel unter dem Popsch wegzieht und wir streifchenweise Sonnenbrand bekommen, sammeln wir unsere Sachen zusammen und setzen unsere Erkundung der Palastmuseen fort.

Neben den weiterhin beeindruckenden und reich verzierten Räumlichkeiten, darunter die Bibliothek des Sultans im dritten Hof, sind es diesmal auch die anderen BesucherInnen, die unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Überfüllte Stiege
IconÜberfüllte Stiege

 

Mann fotografiert

 

Hier liegt ein junger Mann rücklings auf dem Boden und versucht eine besondere Perspektive einzufangen, indem er Klappmesser macht und dabei seine Kamera vor sich hoch hält. Wir hoffen, dass Foto lohnt die Anstrengungen!

Da kommt uns eine kleine Gruppe entgegen, deren Mittelpunkt eine ältere Dame mit großem Sonnenhut und Haaren in sattem Pink bildet. Lust an Mode ist offensichtlich alters­unabhängig und über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten - auch und vor allem, wenn es um die Farbe auf dem Haupt geht.

Wir sehen uns die weiteren Höfe, Gebäude und Räumlichkeiten des Topkapi Palastes an. Darunter befindet sich der Diwan mit dem Versammlungssaal. Hier tagte einst der Rat des osmanischen Reiches, zusammengesetzt aus den höchsten Würdenträgern des Staates, und fällte einmal pro Woche wichtige Entscheidungen.

Ein vergittertes Fenster weist auf den kleinen Raum hin, in welchem es dem Sultan möglich war, versteckt den Ratssitzungen beizuwohnen und den Gesprächen zu lauschen.

Gleich nebenan befindet sich ein Gebäude, das zu den ältesten auf dem Palast­gelände zählt - hier werden der Reichs­schatz und die Waffen auf­bewahrt. In insgesamt 4 Räumlich­keiten sind verschiedene kostbare Exponate ausgestellt. Darunter gibt es auch eine Reliquie, die Arm- und Schädel­knochen Johannes des Täufers sein soll, genauso wie der legendäre Topkapi-Dolch.

Kubbealti (Versammlungssaal)
IconKubbealti (Versammlungssaal)

 

Kubbealti (Versammlungssaal)
IconKubbealti (Versammlungssaal)

 

Letzterer ist reich verziert und wurde durch den 1964 entstandenen Film „Topkapi” mit Melina Mercouri, Peter Ustinov und Maximilian Schell berühmt. Der Diamant, der den Knauf der Waffe schmückt, zählt bis heute zu den größten Diamanten der Welt. Als wäre dies nicht genug, ist er auch noch von 39 Brillanten umgeben, die um die Wette zu funkeln scheinen.

Darüber hinaus wird auch der sogenannte Löffelmacher Diamant Solitär (Kasikci Elmasi) ausgestellt, um den sich viele Geschichten ranken. Darunter die, wo ein armer Mann den Diamanten in einem Abfallhaufen gefunden hat und an einen Löffelmacher für 3 Löffel verkauft. Dieser Löffelmacher tauscht den Stein gegen 10 Silbertaler bei einem Juwelier ein. Dieser Juwelier konnte den Wert nicht einschätzen und fragte einen weiteren Juwelier um Rat.

Der zweite Juwelier erkannte den Wert des Diamanten und die beiden gerieten in einen heftigen Streit, wobei ein dritter Juwelier den Streit schlichtete, indem er beiden Streithähnen je einen Sack voll Gold gab. So kam es dann auch, dass der Wesir Köruluzade Ahmet Pasa von dem Stein hörte und der Sultan bestellte den Juwelier in den Palast.

Als der Sultan den Stein erblickte, wollte er ihn sofort besitzen und ließ ihn kurzerhand an seinen Turban nähen. Mittlerweile wurde der Diamant in ein Medallion umgearbeitet und wird von einer Doppelreihe aus 49 Diamanten umgeben. Der Diamant selbst ist 86 Karat schwer. Schon 2 von den umgebenden Diamanten würden reichen, um für Karin schicke Diamant Ohrstecker machen zu lassen.

Bibliothek des Sultans Ahmet III

 

Bibliothek des Sultans Ahmet III

 

Arz Odasi (Audienzsaal)

 

In Schatzhaus und Waffenkammer ist es dunkel, heiß und recht stickig, da die prachtvollen Aus­stellungs­gegen­stände jede Menge Besucher anziehen, die sich vor Staunen keuchend, langsam an den Exponaten vorbei schieben.

Wir bemühen uns, eine etwas schnellere Runde zurückzulegen und geben dem Sauerstoff mitunter dem Blick aus der ersten Reihe den Vorzug.

Bevor wir über den ersten Hof die Palast­anlage wieder verlassen, haben wir nochmals die Gelegenheit, uns anhand eines hier aufgestellten Modells einen Überblick über das Gesehene zu verschaffen.

Dritter Hof

 

Dritter Hof

 

In kleinem Maßstab liegt vor uns, was wie eine Aufzählung an Superlativen anmutet: auf einem Gelände von ungefähr 700.000 Quadrat­metern befinden sich zehn Moscheen, 14 Bade­häuser, zwei Kranken­häuser, fünf Schulen, zwölf Bibliotheken, sieben Schatz­kammern, 22 Brunnen und 348 Sultansräume.

Knapp 4 Jahrhunderte lang – war der Topkapi-Palast offizieller Sitz der Sultane, bis er modernen Ansprüchen und Repräsentations­bedürfnissen nicht mehr genügte und die Sultane in den neuen Dolmabahce-Palast umzogen, den wir ja schon besucht haben.

Sofa Koesk (Terrassen Pavillon)
IconSofa Koesk (Terrassen Pavillon)

 

Mecidiye Koesk (Kleiner Zierbau)

 

Dritter Hof
IconDritter Hof

 

Ist dieser auch besser ausge­stattet und zeit­gemäßer, so wird der Topkapi-Palast unserer Meinung nach jedoch viel mehr den Vorstellungen an einen Adels­wohnsitz aus 1001 Nacht gerecht. Wie auch immer, man sollte bei einem Besuch in Istanbul unbedingt beide Paläste besichtigen.

Nach obenIstiklal Caddesi

Mobiler Copyshop
IconMobiler Copyshop

 

Nach so viel Schwelgen in der Vergangenheit zieht es uns nun in die etwas neuere Zeit. Die Istiklal Caddesi, Fußgängerzone und Haupt­schlagader des Stadteils Beyoglu ist unser Ziel für einen Nachmittagsbummel.

Um dort hin zu gelangen, benutzt ma am besten die Tünel, die unterirdische Stand­seilbahn, die von der Talstation Karaköy zur Berg­station am Tünel-Platz fährt.

Auf unserem Fußweg zur Talstation sehen wir einen recht kuriosen mobilen Copyshop. Auf einem Wägelchen, das über und über mit Fotokopien behängt ist, steht ein Kopierer, der aussieht, als würde er nur mehr von Tixoband zusammengehalten. Gegen eine Gebühr kann man sich hier alles, was das Herz begehrt oder wozu es eben Notwendigkeit gibt, kopieren lassen. Sehr witzig!

Kleine Seitengasse

 

Kleine Seitengasse
IconKleine Seitengasse

 

Tünel, Unterirdische Standseilbahn

 

Bei der Station Tünel gibt es auch einige historische Bilder und Schrift­stücke, die ausgestellt sind und die Geschichte der Stand­seilbahn dokumentieren. 1875 wurde sie eröffnet, ist somit die älteste Stand­seilbahn Europas und gleichzeitig die zweitälteste U-Bahn der Welt. Nur London hat eine noch ältere.

Die Waggons sind jetzt natürlich nicht mehr alt, sondern sehr modern und bringen pro Jahr ca. 5,5 Millionen Fahrgäste von einer Station zur anderen.

Hotel Pera Palas

 

Pera, so wurde der Stadtteil Beyoglu früher genannt und so heißt auch eines der hiesigen Grandhotels „Pera Palace”. Es wurde Ende des 19. Jahrhunderts für die Gäste des Orient-Express eröffnet und beherbergte renommierte Persönlichkeiten wie Mata Hari, Atatürk, Greta Garbo oder Agatha Christie. Auf Anfrage kann man angeblich das Zimmer, in welchem die Grand Dame des Kriminal­romans logierte, auch besichtigen.

Das Interieur hustet noch ein wenig unter dem Staub der vergangenen Zeit und die Angestellten husten ihre Mißbilligung, wenn man fotografieren möchte. Das mag man nicht so gerne hier.

Wir sehen uns ein wenig um und gehen dann weiter zur Istiklal Caddesi. Grande Rue de Pera ist der alte Name der Fußgänger­straße und sie trägt ihn zurecht.

Istiklal Caddesi

 

Istiklal Caddesi

 

Istiklal Caddesi
IconIstiklal Caddesi

 

Wohnhäuser von beeindruckender Architektur des auslaufenden 19. Jahr­hunderts säumen die Pracht­straße. Nur, wieso ist hier im Juni immer noch die Weihnachts­beleuchtung ange­bracht? Wahrscheinlich aus zeit­ökonomischen Gründen, da man sie ja in 6 Monaten ohnehin wieder braucht.

Es gibt hier Botschaften und Konsulate, schöne Geschäfte und darüber, im ersten Stock, oft Kaffeehäuser oder Restaurants. Hier und dort tut sich eine der Jugendstil­fassaden auf und gibt den Weg frei in eine Passage.

Istiklal Caddesi Cicek Pasaji
IconIstiklal Caddesi Cicek Pasaji

 

Istiklal Caddesi Cicek Pasaji

 

Istiklal Caddesi Cicek Pasaji

 

Diese Zu- und Durchgänge sind meist überdacht, oft mit schön bemalten Glas­fenstern geschmückt und bieten ebenfalls Platz für Cafés oder Teestuben, wo man bei jedem Wetter draußen sitzen kann.

Eine dieser Passagen ist die Cicek Pasaji, die ehemalige Blumen­passage, in der wir uns auf einen Tee niederlassen. Während wir an unseren Tassen nippen, betrachten wir die alten Post- und Ansichtskarten, mit denen hier die Wände dekoriert sind. Ganz interessant, aus welchen Ländern die Andenken sind.

Als wir unser Päuschen beenden und weiter Richtung Taksim schlendern, fallen uns die Eis­verkäufer auf, die hier in der Fußgängerzone ein rechtes Spektakel veranstalten. Oft in Kostümen, die mit Quasten und Tressen über und über besetzt sind, vollführen sie mit Stanitzeln und Kellen wahre Kunststücke.

Eisverkäufer
IconEisverkäufer

 

Manchmal werden die gefüllten Tüten an langen Stangen an die Kundschaft gereicht und nicht selten diese dabei sehr geneckt, indem das Eis in Reichweite gebracht, jedoch kurz vor dem Zugriff wieder entzogen wird.

Dies führt sehr zur Belustigung der Umstehenden und ist dem Eisverkauf äußerst zuträglich. Auch wir sehen ein bisschen zu und amüsieren uns über die vergeblichen Bemühungen mancher Herrschaften, Eis mögen wir aber jetzt trotzdem keines.

Am Taksim-Platz angekommen, wo heute nicht mehr Wasser dafür aber der Verkehr verteilt wird (Taksim bedeutet Wasser­verteilung), steigen wir wieder in die Stand­seilbahn und fahren zurück zur Talstation.

Nach obenFriedhof Sultan Mahmud II

Friedhof Sultan Mahmud II

 

Friedhof Sultan Mahmud II
IconFriedhof Sultan Mahmud II

 

Friedhof Sultan Mahmud II

 

Die tief stehende Sonne wirft breits lange Schatten, als wir den Friedhof Sultan Mahmud II. besuchen. Im Abend­licht sehen die Türbe zwischen ein wenig verwildeter Vegetation besonders romantisch aus.

Marmor, Rosen und Grünzeug sind einfach immer eine fotogene Kombination.

Auf der Straße bergab zu unserem Hotel Amira wird ein Obst- und Gemüsemarkt zusammen gepackt. Am Nakilbent Sokak kann man frisch seinen täglichen Bedarf decken und wir staunen auch hier, wie wunderschön die Ware aussieht. Nicht nur, dass Obst und Gemüse in tadellosem Zustand ist, wurde von den Händlern auch alles schön aufgebaut und mit Blättern dekoriert. So manch einer unserer Nobel­supermärkte zuhause könnte sich hier ein Scherzerl abschneiden!

Nakilbent Sokak Markt
IconNakilbent Sokak Markt

 

Nakilbent Sokak Markt
IconNakilbent Sokak Markt

 

Zurück im Hotel versorgen wir nur kurz unsere Fotos bzw. Kameras, bevor wir geduscht und umgezogen schon wieder aufbrechen. Für heute Abend haben wir eine Reservierung im Restaurant 360°.

Auf dem Dach eines Wohnhauses aus dem 19. Jahrhundert, just in der Istiklal Caddesi, in der wir heute Nachmittag bummeln waren, hat ein recht angesagtes Lokal aufgemacht. In stylischem Ambiente kann man bei einem atemberaubenden Blick auf den Stadtteil Beyoglu und die umliegenden Sehenswürdigkeiten bis hin zum Bosporus wunderbar essen und trinken.

Abendessen im 360Istanbul

 

Abendessen im 360Istanbul

 

Und genau das tun wir auch! Entenbrust mit Erdbeer­vinaigrette, gegrillte Kalamari, rosa Thunfisch­stückchen und ein zartes Beefsteak bilden unser vorzügliches Abend­essen. Dazu noch Getränke und die netteste Gesellschaft der Welt … Herz was willst Du mehr.

Wir genießen alles inklusive dem tollen Blick und finden, dass dies ein würdiger Ausklang eines weiteren ereignis­reichen Tages hier in Istanbul ist. Spät abends bringt uns ein Taxi zurück zum Hotel, wo wir alsbald müde und glücklich in unser Bettchen fallen und neuen Abenteuer entgegen schlummern.

zu den FAQs und den Kommentaren
Auf der letzten Seite dieses Reiseberichtes findest Du die Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten und hast selbst die Möglichkeit einen Kommentar zu diesem Reisebericht zu hinterlassen.
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Dolmabahce Palast & Ortaköy  |Gewürze, eine Bootsfahrt und tanzende Männer
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