England - Hampton Court Palace und Windsor Castle

Hampton Court Palace

Hampton Court Palace
IconHampton Court Palace
Der rückseitige Ausgang in den Park wird durch Bäume im Formschnitt akzentuiert. Eine Erinnerung an Versailles, dem mancher der Besitzer nacheiferte, wird hier wach.

 

Nach einem sehr guten Frühstück machen wir uns auf dem Weg nach Hampton Court Palace. Das Schloss ist bald gefunden, nur die Parkplatzsuche nervt ein wenig. Dafür entschädigen der Palast und die Gartenanlagen aber gründlich.

Schon auf dem Weg vom Parkplatz fällt uns die rote Backsteinfassade dieses sehr eindrucksvollen Gebäudekomplex im Tudorstil auf. Es heißt, dass sich in Hampton Court Palace keine zwei der insgesamt mehr als 200 Rauchfänge gleichen.

Die Geschichte des Hampton Court Palace ist eng mit dem Namen König Heinrichs VIII verknüpft. Tatsächlich war dieses Gebiet aber schon im 13. Jahrhundert besiedelt. Die ersten, hier errichteten Gebäude, wurden von den Rittern von St. John of Jerusalem benutzt, einem religiösen Orden, der Anfang des 12. Jahrhunderts zum Schutz von Jerusalem gegen die Türken gegründet wurde. Doch erst Kardinal Wolseys Vision von Hampton Court Palace zog die Aufmerksamkeit und auch den Neid König Heinrichs VIII auf diesen Besitz.

Dazu eine kurze Geschichte: Wolsey, Erzbischof von York, war die eigentliche Macht in England und regierte praktisch uneingeschränkt. Heinrich wollte seine damalige Flamme Anne Boleyn zur Frau nehmen und brauchte dazu die päpstliche Einwilligung in eine Scheidung von Catherine von Aragonien. Wolseys Job wäre es gewesen, den Papst zu einer Eheannullierung zu bewegen, was er aber nicht schaffte. Dadurch fiel Wolsey derart in Ungnade, dass er sämtlicher Ämter und seines Besitzes enthoben wurde. So fiel Hampton Court Palace leider, leider dem begehrlichen Heinrich zu.

Hampton Court Palace - Tudor Kitchens
Die Küchenräumlichkeiten, 50 an der Zahl, sind sehr gut erhalten und vermitteln einen interessanten Einblick in die andere Seite des Lebens am Hofe.

 

Die gesamte Anlage ist wirklich prachtvoll und bietet einen guten Einblick in die Zeit der Tudors. Besonders lebendig wird der Eindruck durch die Führungen in zeitgenössischen Kostümen. So erzählen zum Beispiel Hofdamen von Leben und Lieben zu Zeiten Heinrichs VIII und würzen die historischen Fakten mit so manchem amüsanten Klatsch und Tratsch.

Neben den Georgian Rooms, Henry VIII's State Appartments, The King's Appartments und the Queen's State Appartments sind The Tudor-Kitchens ein absoluter Höhepunkt der Räumlichkeiten. Man kann sich so ein Leben am Hofe im 16. Jahrhundert besser vorstellen, wenn man die Küchenräume besichtigt. Alles ist liebevoll dekoriert, man meint direkt, das Essen könnte gleich aufgetragen werden. 1200 Personen mussten verköstigt werden, sodass die Küchen (50 Räume) auf 3350 qm erweitert werden mussten. Die armen Höflinge hätten sich sicherlich einen Geschirrspüler gewünscht.

Der Palast steht inmitten von mehr als 25 Hektar wunderschöner Tudor-, Barock- und viktorianischer Gärten, in denen man sich frei bewegen kann. Üppig blühende Staudenbeete, künstliche Wasserflächen, der elegante Privy Garden sowie der älteste und größte Weinstock der Welt lassen das Herz jedes Gartenliebhabers höher schlagen. Nach einem ausgiebigen Spaziergang, den vor allem Karin ganz besonders genossen hat, machen wir uns auf zur nächsten Tagesetappe.

Nach obenWindsor Castle

Windsor Castle Cricketplatz
Bei der britischsten aller Sportarten ist selbst das Teetrinken in den Spielregeln fix verankert.

 

Unser nächstes Ziel ist Windsor Castle, eine der 3 offiziellen Residenzen der englischen Königin.

Schon bei der Fahrt durch den Ort Windsor, bekommen wir einige beeindruckende Ansichten des Schlosses und des Parks zu sehen. Ob des großen Andrangs von so Touristen wie uns gibt es hier viele sehr gut ausgeschilderte Parkplätze. Wir nehmen den, der uns am nächsten zum Schloss scheint. Am Weg vom Parkplatz zum Schloss kommen wir an einem Cricket Club vorbei. „Na ist das nicht typisch britisch” sagen wir uns entzückt und sehen eine Weile den weiß gekleideten Herren beim Teetrinken zu, das ja ein fixer Bestandteil des Spiels ist. Da sich weiter nichts Aufregendes tut, gehen wir weiter zum Castle.

Die Entstehungsgeschichte der Burg reicht bis zu William dem Eroberer um 1070 zurück. Damals war es allerdings nur ein aufgeschütteter Erdwall mit einer Festung aus Holz-Pallisaden und diente zur Überwachung des Weges nach London.

Viel wurde in den letzten beinahe 1000 Jahren an diesem größten Schloss Europas geändert und ein Großteil dessen, was heute zu sehen ist, stammt aus der Regierungszeit von George IV. Die Queen bewohnt nur einen kleinen Teil von Windsor Castle, sodass 22 Räume der Öffentlichkeit zugänglich sind.

Windsor Castle
Das Beobachten der Wachablöse in diesem Hof erfreut sich großer Beliebtheit.

 

Nachdem wir zuvor Hampton Court Palace ausgiebigst besichtigt haben, hält sich unser Bedürfnis nach weiteren Prunkräumen in sehr bescheidenen Grenzen. Nach einem Rundgang durch die Außenanlagen haben wir von der Festung genug und richten unsere Aufmerksamkeit auf das leibliche Wohl - wir haben Hunger!

Angelockt durch Werbeträgerinnen in historischen Gewändern schlendern wir die Straße vor Windsor Castle entlang und kehren bei einem kleinen Italiener ein. Englische Küche muss man sich ja nicht unbedingt antun ... Mit nunmehr beruhigtem Magen macht sich satte Müdigkeit breit und wir freuen uns auf einen gemütlichen Abend im Bush Hotel.

Mit einem kleinen Spaziergang durch den wunderschönen Hotelgarten, der im goldenen Licht der Abendsonne besonders romantisch wirkt und einem Baileys on the Rocks an der Bar, beschließen wir unseren Tag. Gute Nacht!

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