Ein Engel, ein Reiter und viel Platz

Unseren heutigen Berlinbesuch möchten wir im Stadtteil Kreuzberg beginnen. Wenn wir „Berlin Kreuzberg” hören, dann fällt uns sofort die Fernsehserie „Liebling Kreuzberg” aus unserer Jugend ein (1986 bis 1998). Ein Rechtsanwalt und Notar, der seine Kanzlei im Berliner Bezirk Kreuzberg hat und prinzipiell nur Fälle annimmt, die ihn interessieren. In der Serie wird Kreuzberg als individuelles, alternatives, mitunter sogar leicht verrücktes Multikulti-Viertel dargestellt, irgendwo zwischen cool, hipp und doch ein wenig schäbig. Mal sehen wie der Stadtteil Berlin Kreuzberg wirklich ist.

Nach obenPrinzessinnengarten Moritzplatz

Berlin, Kreuzberg
IconBerlin, Kreuzberg

 

Berlin, Kreuzberg
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Berlin, Kreuzberg
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Dresdener Straße, Markthalle VII, Durchgang

 

Als Erstes fahren wir mit dem Bus zum Moritzplatz. Hier befindet sich der Prinzessinnengarten Moritzplatz, auf den Karin als enthusiastische Hobbybotanikerin schon sehr gespannt ist.

Oje, die Enttäuschung ist groß, denn das, was wir hier zu sehen bekommen, sieht leider gar nicht wie ein Prinzessinnengarten aus. Wir sehen kaum gepflegtes Grün, keine Beete, alles schaut verlassen und wie Brachland aus.

Unsere Recherche im Internet bestätigt unseren Eindruck, die ursprünglichen Unterstützer nahmen mobilen Beete, Gebäude und Container an ihre neue Lokation mit, da der bestehende Mietvertrag vor 9 Monaten auslief (Dezember 2019).

Aber es gibt Hoffnung! Ein neuer Verein bemüht sich, hier wieder einen Grünraum zu schaffen, welcher des Namens Prinzessinnengarten würdig ist. Wir wünschen Euch viel Kraft, noch viel mehr Ausdauer und Erfolg!

Nach obenPrinzregentenstraße & Markthalle VII

Berlin, Kreuzberg
Dresdener Straße, Park

 

Berlin, Kreuzberg
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Dresdener Straße, Graffiti

 

Von der Prinzregentenstraße biegen wir in die Sebastianstraße ab und finden gegenüber dem Haus 82 die Gedenktafel „Der verratene Fluchttunnel in der Sebastianstraße - 28. Juli 1962”. Wir lesen die unglaubliche Geschichte von Verrat und unmenschlicher Fluchtverhinderung bis zum Tod. Erschütternd!

Am Ende der Sebastianstraße treffen wir auf einen ehemals schönen Backsteinbau. Jetzt sieht er etwas verwahrlost aus, aber in der Mitte der Einfahrt können wir auf einem Mauersims noch die Inschrift „Markthalle VII” lesen. Was ist denn das für ein Gebäude? Wir durchqueren den Torbogen und landen in einem kleinen Innenhof, wo gerade Kinder spielen.

Die Markthalle VII war einer von 14 Märkten in Berlin (erbaut 1888). Die Halle wurde leider fast vollständig im 2. Weltkrieg zerstört. Erhalten blieben die beiden denkmalgeschützten Vorderhäuser an der Dresdener Straße (mit der Inschrift Markthalle VII) und am Legiendamm 32 mit der Gaststätte „Zur kleinen Markthalle”.

Berlin, Kreuzberg

 

Berlin, Kreuzberg
Oranienstraße 26, Städtischen Blindenanstalt

 

Berlin, Kreuzberg
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Oranienstraße 25, nGbK Fassade

 

Was wir bisher vom Viertel Kreuzberg gesehen haben, entzückt uns ehrlich gestanden nur wenig. Die Gegend hier ist ziemlich heruntergekommen. Wir haben volles Verständnis, dass nicht überall nur reiche Leute leben, aber Aufräumen kostet kein Geld und ein wenig mehr Ordnung und Sauberkeit würde hier viel bringen.

Über das Kottbusser Tor (hier ist es laut und es herrscht viel Verkehr) erreichen wir die Adalbertstraße. Im Haus Nummer 95A befindet sich das FHXB (Friedrichhain-Kreuzberg Museum), welches ein Archiv zur Geschichte der beiden Berliner Bezirksteile beinhaltet. Da die Sonne gerade scheint, wollen wir lieber draußen bleiben und besuchen das Museum nicht.

Die Fassaden in der Oranienstraße Nr. 26 (ehemalige Städtische Blindenanstalt) und Nr. 25 (nGbK) laden uns zum genaueren Betrachten ein. Auch der gegenüberliegende Oranien-Hof (Nr. 183) erweckt unser Interesse. Der Gewerbehof entstand 1906/07. Wir schauen uns die Innenhöfe an und schlendern weiter durch Kreuzberg.

Nach obenLuisenstädtischer Kanal & Engelbecken

Berlin, Kreuzberg
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Luisenstädtische Kanal, Engelbecken, Kirche St. Michael

 

Berlin, Kreuzberg
Luisenstädtische Kanal, Engelbecken, Kirche St. Michael

 

Adalbert- und Waldemarstraße führen uns zum Luisenstädtischen Kanal und dem Engelbecken. Die Sonne glitzert auf der Wasseroberfläche des Engelbeckens, dahinter liegt die Michaeler Kirche und über allem wölbt sich der strahlend blaue Himmel. Sehr einladend! Komm lass uns eine Pause im Café am Engelbecken machen.

Das Engelbecken ist das einzige sichtbare Überbleibsel des historischen Kanals der Luisenstadt. Die ehemalige künstliche Wasserstraße zwischen Spree und Urbanhafen mündete einst hier.

1825 entstand erstmals die Idee zu einer Wasserstraße durch die Luisenstadt, die fünfzehn Jahre später vom Stadtplaner Lenné im Auftrag des preußischen Königs entwarf. Die vielen Arbeitslosen der damaligen Zeit wollte man mit einem Bauprojekt beschäftigen, das 1848 gestartet und vier Jahre später vollendet wurde.

Tatsächlich passierten Schiffe den neuen Wasserweg und fuhren bis hierher ins Engelbecken. Doch der Schiffsverkehr war gering, ganz im Gegensatz zu Lärm und Gestank, der dadurch verursacht wurde, sodass 1926 der Kanal zugeschüttet und wieder dem Erdboden gleich gemacht wurde. Einzig das Engelbecken blieb erhalten.

Berlin, Kreuzberg
Luisenstädtische Kanal, Engelbecken, Wohnhaus

 

Berlin, Kreuzberg
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Luisenstädtische Kanal, Engelbecken, Wohnhaus

 

Der Gartenarchitekt Erwin Barth setzte sich ursprünglich noch für den Erhalt des Kanals ein, scheiterte jedoch mit seinen Bestrebungen. Auch seine verschiedenen Entwürfe zur Gestaltung der Grünanlage, unter anderem mit indischem Flair, einem Schwimmbad oder einem Spielplatz werden nicht uneingeschränkt angenommen.

Nur einige wenige dieser Ideen werden schließlich umgesetzt bzw. in den 90er Jahren nach der Zerstörung durch den Zweiten Weltkrieg rekonstruiert. Heute ist das trockengelegte Kanalbett eine Grünanlage mit Erholungspark.

Fein, ein Tisch direkt am Engelbecken ist frei, den nehmen wir. „2 Cappuccino bitte, nein zum Essen bitte nix, wir sind noch vom Frühstück sehr satt”. Beim kurzen Warten auf die Bestellung fällt uns eine Besonderheit auf.

Die Wohnhäuser rechts des Engelbeckens sind alle neu und modern, wogegen die Wohnhäuser auf der anderen Seite bei uns einen stark verwahrlosten und schäbigen Eindruck hinterlassen. Die Kellnerin erklärt uns rasch den Unterschied: Hier verlief die ehemalige Sektorengrenze zwischen Ost- und West-Berlin.

Kaum wurde serviert, kommen unglaublich viele Wespen auf den Geschmack und gesellen sich zu uns und unserem Kaffee. Trotz wirklich netter Aussicht verlassen wir das Café sehr bald, denn die Wespenplage ist einfach zu unangenehm.

Und was schauen wir uns jetzt als Nächstes an? Alexander schlägt den Besuch von Schloss Charlottenburg vor. Ja, das machen wir. Mit U-Bahn und Bus erreichen wir das Schloss eine knappe Stunde später.

Nach obenSchloss Charlottenburg

Berlin, Schloss Charlottenburg
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Ehrenhof, Reiterstatue Friedrich Wilhelm

 

Berlin, Schloss Charlottenburg
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Ehrenhof

 

Herrschaftlich und in einen wunderschönen Garten eingebettet liegt das Schloss Charlottenburg im Westen Berlins. Mit Orangerie, Schlosspark und Nebenbauten gibt es hier viel für uns anzusehen.

Unsere Besichtigung beginnt im Ehrenhof. In der Mitte steht prominent das Reiterstandbild des Kurfürsten Friedrich Wilhelm. Gleich dahinter ist der Eingang zum Schloss.

Starten wir das Prozedere: Hände desinfizieren, Ticket und Audio Guide kaufen, Covid-Überprüfung zeigen und Fotorucksäcke im Locker verstauen. Als alles erledigt ist, starten wir den Rundgang.

Doch zuvor muss doch noch ein kleines Problem beseitigt werden. Hier werden BesucherInnen nur blockweise eingelassen und so wartet Alexander im ersten Saal zunächst vergeblich auf Karin. Erst als geklärt ist, dass wir ein Paar sind, darf Karin eintreten und wir beginnen die interessante Führung gemeinsam.

Berlin, Schloss Charlottenburg
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Mecklenburgische Wohnung

 

Berlin, Schloss Charlottenburg
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Mecklenburgische Wohnung, Alte Galerie

 

Berlin, Schloss Charlottenburg
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Porzellankabinett

 

Als Erstes besuchen wir das Alte Schloss und betrachten die sogenannte „Mecklenburgische Wohnung”. Sophie-Luise, die letzte Ehefrau Friedrichs I., stammte aus dem Haus Mecklenburg-Schwerin, was den Gemächern ihren Namen gab.

Es folgen Alte Galerie, das Audienzzimmer, die Wohnung Sophie Charlottes mit dem gläsernen Schlafgemach. Eine prachtvolle barocke Zimmerflucht wird von der nächsten übertrumpft bis hin zum Ovalen Saal, der schon den einen oder anderen Staatsgast gesehen hat.

Danach folgen die Räume Friedrichs I., welche jenen seiner Frau um nichts nachstehen. Die Audienzkammer schmückt eine Deckenmalerei, auf der die Künste und Wissenschaften allegorisch dargestellt sind.

Die Rote Kammer hat ihren Namen von der Wandbespannung aus rotem Damast. Dann gibt es noch das Arbeitszimmer und ein weiteres Highlight der Führung, nämlich das Porzellankabinett. Mehr als 2.500 chinesische Porzellane sind hier an den Wänden angeordnet. Eine faszinierende Sammlung!

Schlosskapelle und die chinesische Galerie (Porzellangalerie) bilden den Abschluss des Rundgangs. Über die Feststiege gelangen wir schließlich wieder ins Erdgeschoss.

Berlin, Schloss Charlottenburg
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Kapelle

 

Berlin, Schloss Charlottenburg
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Räume Friedrichs I, Arbeitszimmer

 

Berlin, Schloss Charlottenburg
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Stiegenhaus

 

Wie kam das Schloss eigentlich zu seinem Namen? Sophie Charlotte von Hannover errichtete zunächst ein Sommerschloss auf einem Grundstück, das sie von ihrem Mann mitsamt einem Dorf geschenkt bekommt. Da sie sehr kunstsinnig ist, verkehren hier bald Dichter, Philosophen, Maler und Musiker.

Angeblich darf nicht einmal der König ohne Einladung „Charlottes Musenhof” besuchen. Im Jahre 1705, mit nur 36 Jahren, starb Charlotte und das Schloss sowie das in der Nähe gelegene Dorf erhalten vom König den Namen Charlottenburg.

Nach soviel Kunstgenuss sind wir jetzt hungrig. Das nahe gelegene Restaurant Kleinen Orangerie bietet einen kleinen Garten samt Tischen und Stühlen sowie eine kleine Speisekarte an. Gerade richtig für ein kleines Päuschen und den kleinen Hunger.

Alexander wählt Currywurst und Karin einen hauchdünnen Flammkuchen, dazu jeder ein Bier. Das Bier bekommen wir gleich und nehmen es mit hinaus in den Garten, während das Essen frisch zubereitet und im Anschluss serviert wird. Angenehm ein bisschen zu sitzen und auszuruhen.

Berlin, Schloss Charlottenburg
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Neuer Flügel, Weißer Saal (Speisesaal)

 

Berlin, Schloss Charlottenburg
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Neuer Flügel, Weißer Saal (Speisesaal)

 

Berlin, Schloss Charlottenburg
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Ehrenhof

 

Frisch gestärkt und erholt setzen wir unsere Besichtigung fort. Über den Ehrenhof geht es nun nach rechts in Richtung Neuer Flügel. Äußerlich eher unscheinbar schließt sich die erste eigenständige Residenz Friedrichs des Großen östlich an das Alte Schloss seiner Großeltern an.

Auch hier gibt es der barocken Raumaufteilung entsprechende Zimmerfluchten, die allesamt mit großem finanziellem Aufwand ausgestattet wurden. Das sieht man denn auch, denn die Innen­ausstattung ist voll barocker und früh­klassizistischer Pracht.

Neben dem einst als Speisesaal genutzten Weißen Saal hat es uns vor allem die Goldene Galerie angetan. Grüner Stuckmarmor und filigrane Rokokodekorationen erzeugen den Eindruck, als würde der Garten in den Saal hereinwachsen. Wunderschön!

Berlin, Schloss Charlottenburg
Neuer Flügel, Goldene Galerie

 

Berlin, Schloss Charlottenburg
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Neuer Flügel, Goldene Galerie

 

Berlin, Schloss Charlottenburg
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Neuer Flügel, Goldene Galerie

 

Unter den Gemälden in der Galerie befinden sich auch Meisterwerke der französischen Malereien z.B. von Antoine Watteau, die international begeistern.

Friedrich Wilhelm II., Neffe und Nachfolger Friedrichs des Großen, ließ sich im Erdgeschoss des Neuen Flügel eine Sommerwohnung im chinesisch-etruskischen Stil einrichten und später auch noch die frühklassizistischen Winterkammern.

Gewohnt hat hier dann allerdings die Schwiegertochter Königin Luise, für die Karl Friedrich Schinkel ein sehr elegantes Schlafzimmer mit Möbeln aus Birnbaumholz entwarf.

Durch weitere Zimmerfluchten, teilweise von Schränken voll alter Bücher gesäumt, gelangen wir schlussendlich wieder in Schlosspark und zum Neuen Pavillon.

Friedrich Wilhelm III. hatte 1822 die Villa Chiatamone bei Neapel besucht. In Anlehnung an diese Villa beauftragte er ein Jahr später den Architekten Schinkel, einen Pavillon als ehelichen Wohnsitz mit seiner zweiten Frau Auguste Gräfin von Harrach zu entwerfen.

Da die Ehe nicht standesgemäß war, Auguste war ja bloß eine Gräfin, durfte das Haus nicht an die Dimensionen eines Schlosses herankommen.

Berlin, Schloss Charlottenburg
IconBerlin, Schloss Charlottenburg
Neuer Flügel, Schlafzimmer Königin Luise

 

Berlin, Schloss Charlottenburg
Neuer Flügel, Winterkammer

 

Berlin, Schloss Charlottenburg
Neuer Pavillon, Gartensaal

 

Schön ist der „Schinkel-Pavillon” trotzdem geworden und unserem heutigen Geschmack wesentlich mehr entsprechend. Klassizistische Fassade meets Interior von schlichter Eleganz sozusagen.

Vor dem Pavillon gibt es noch eine weitere Sehenswürdigkeit, die vor allem Karin sehr entzückt: die Jahrhundertblüte der Charlottenburger Agave. Erst nach 40-100 Jahren blüht eine Agave und das auch nur einmal in ihrem Pflanzenleben.

Kultivierte Pflanzen schaffen es mitunter sogar überhaupt nicht, diesen kolossalen Blütenstand hervorzubringen. Nicht so die Charlottenburger Agave, die stolze 8897 Blüten zählt - fast doppelt so viele wie bei der letzten Agaven-Blüte im Jahr 1838. Wow! Und wir sind live dabei.

Berlin, Schloss Charlottenburg
Neuer Pavillon, Treppe

 

Berlin, Schloss Charlottenburg
Park, Karpfenteich

 

Berlin, Schloss Charlottenburg
Park, Mausoleum

 

Durch den Schlossgarten, geschaffen von Simeon Godeau, einem Schüler des berühmten Versailler Hofgärtners Andre Le Notre, im Auftrag von Sophie Charlotte, schlendern wir nun zum Mausoleum. Der Park ist wirklich wunderschön, eine Barockanlage ganz im französischen Stil, die damals der modernste Garten im deutschsprachigen Raum gewesen sein soll.

Es war der Kurfürstin sogar möglich auf dem Wasserweg vom Berliner Schloss nach Charlottenburg zu reisen. Als Sophie Charlotte 1701 Königin von Preußen wurde, erweiterte sie nicht nur ihren Hofstaat, sondern auch die Gartenanlage. Spätere Nachfolger von Friedrich dem Großen fügten der damaligen Mode entsprechend einen Landschaftsgarten nach englischem Vorbild hinzu.

Das Mausoleum liegt im nordwestlichen Schlossgarten am Ende einer Tannenallee und wurde von König Friedrich Wilhelm III. für seine jung verstorbene Frau Luise selbst entworfen und in Auftrag gegeben. Natürlich übernahm der allgegenwärtige Karl Friedrich Schinkel dabei eine beratende Rolle.

Die Marmorsarkophage mit den Abbildern der hier Beigesetzten sind kunstvoll und elegant gearbeitet. Ein sehr friedvoller und würdiger Ort, dessen Besuch auch gut als Abschluss unseres Aufenthaltes auf Schloss Charlottenburg passt.

Nach obenKaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Berlin, Breitscheidplatz
Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche

 

Berlin, Breitscheidplatz
IconBerlin, Breitscheidplatz
Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche

 

Als wir uns wieder Richtung Zentrum bewegen, ergibt sich die günstige Gelegenheit, die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Breitscheidplatz quasi mitzunehmen. Es ist noch nicht allzu spät und so haben wir vielleicht diesmal Glück und kommen zu Öffnungszeiten hin. Und tatsächlich, die Türen sind geöffnet und wir können sogleich eintreten!

Die evangelische Gedächtniskirche, - es ist übrigens Kaiser Wilhelm II., der mit dieser Kirche seines Großvaters Kaiser Wilhelm I. gedenkt - von der nach einem britischen Luftangriff im Jahr 1943 ein Großteil zerstört wurde, zählt zu den bedeutendsten Baudenkmälern und Wahrzeichen Berlins.

Von dem einstmaligen Gebäude mit seinen 5 Türmer ist heute nur noch die 71 m hohe Turmruine und die Vorhalle übrig, welche als wichtiges Mahnmal der Nachkriegszeit gelten. In der Vorhalle befinden sich eindrucksvolle und kunsthandwerklich bedeutende Mosaike, welche das Gottesgnadentum, das Leben Wilhelms I. und Kriegsereignisse darstellen.

Der Architekt Schwechten, von dem der Entwurf des Bauwerks stammt, orientierte sich an den romanischen Kirchen des Rheinlands und prägte so die Neoromanik. Nach dem Beispiel der Gedächtniskirche wurde die Neoromanik daraufhin für eine Zeitlang zu einem äußerst beliebten Baustil in Deutschland. Das kann man auch an mehreren Gebäuden hier in unmittelbarer Umgebung sehen.

Kurz bevor die totale Genickstarre einsetzt, weil wir mit offenem Mund und in den Nacken gelegtem Kopf die goldglänzenden und detailreichen Mosaiken betrachten, verlassen wir diesen Ort wieder und machen uns auf den Weg in unser Apartment.

Wir sind etwas geschafft von den vielen Sehenswürdigkeiten des heutigen Tages und da am Abend noch eine Stativ-Runde angesagt ist, müssen wir vorher noch dringend einen Powernap machen, damit wir durchhalten.

Nach obenFotografieren zur Goldenen Stunde

Berlin, Regierungsviertel
Platz der Republik, Reichstagsgebäude

 

Berlin, Regierungsviertel
IconBerlin, Regierungsviertel
Bundeskanzleramt

 

Berlin, Regierungsviertel
Paul-Löbe-Haus

 

Rechtzeitig zu Beginn der Goldenen Stunde finden wir uns mit Kamera und Stativ bewaffnet wieder beim Spreebogen ein. Der 3XN Cube Berlin und das Bahnhofsgebäude bilden mit ihren kontrastreichen Spiegelungen in der untergehenden Sonne den Auftakt unserer Fotoserie des abendlichen Berlins.

Da es bis zur Blauen Stunde noch ein Weilchen dauert, lassen wir uns mit einer Dose Bier im Spreebogenpark nieder und beobachten das bunte Treiben. Verschiedene Straßenmusiker kommen und gehen, wahre Künstler auf Skatebords zischen an uns vorbei, andere Paare tun es uns gleich und genießen den Abend im Freien mit einem Getränk und Gesprächen, auf der Wiese sieht man einen jungen Mann, der Yogaübungen macht. Es ist interessant und kurzweilig einfach zu sitzen und zu beobachten.

Berlin, Pariser Platz
IconBerlin, Pariser Platz
Brandenburger Tor

 

Berlin, Spree
IconBerlin, Spree
Cube Berlin, Hauptbahnhof

 

Berlin, Regierungsviertel
IconBerlin, Regierungsviertel
Reichstagsgebäude, Glaskuppel

 

Als die Blaue Stunde beginnt, ziehen wir los. Reichstagsgebäude, Bundeskanzleramt, nochmals Cube Berlin und Hauptbahnhof sowie der Fernsehturm in der Ferne werden aus verschiedenen Perspektiven abgelichtet. Als es schon richtig dunkel ist, gehen wir vorbei am Reichstagsgebäude zum Brandenburger Tor. Beleuchtet bei Nacht wirkt es besonders monumental und die Quadriga scheint direkt auf uns zuzugallopieren.

Nach etlichen Fotos vom Brandenburger Tor mit und ohne anderen BesucherInnen, mit langer und mit kurzer Belichtungszeit etc. sind wir immer noch frisch - Powernap sei Dank. Wir beschließen, noch ein Stück zu Fuß zu gehen, bevor wir bei der Ruine des Anhalter Bahnhofs eine letzte Aufnahme machen und schließlich mit dem Bus wieder zum Hotel Mondrian Suites zurückkehren.

Ein langer und ereignisreicher Tag voller Sehenswürdigkeiten geht zu Ende. Gute Nacht!

zu den FAQs und den Kommentaren
Auf der letzten Seite dieses Reiseberichtes findest Du die Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten und hast selbst die Möglichkeit einen Kommentar zu diesem Reisebericht zu hinterlassen.
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