Cagliari, Pula & Nora

Cagliari, Bastione San Remy

 

Cagliari

 

Bimmel-di-bam, ringe-ding-ding! Heute weckt uns das Handy, da wir keinesfalls verschlafen wollen. Also auf mit uns und zum Frühstück, denn um 9:00 wollen wir fix und fertig sein und unser Fiat Punto Cabrio entgegen nehmen, mit dem wir die nächsten 3 Tage herum kurven werden.

Ui, heute ist aber viel los beim morgendlichen Buffet. Sind hier lauter Frühaufsteher? Egal, wir haben trotzdem mehr als genug Zeit zu essen und unsere sieben Sachen zusammen zu packen. Um 9 Uhr sind wir an der Rezeption, aber der Autovermieter nicht. Ein kurzer Anruf der Rezeptionistin auf seinem Telefonino gibt Hoffnung - er ist schon unterwegs.

Die Formalitäten sind rasch erledigt (wieder mal keine Airmiles, denn die Diners Club Karte sieht man nicht so gerne hier) und schon stehen wir vor unserem Gefährt. Na bumm! Das ist aber wirklich schon etwas in die Jahre gekommen. Egal, Sardinien, Sonnenschein und Cabrio, dazu wir beide und schon heißt es: „Herz was willst Du mehr?”

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Elefantenturm am Castello
IconElefantenturm am Castello

 

kühles Gässchen im Castello
Iconkühles Gässchen im Castello

 

Unser erstes Ausflugsziel ist die Inselhauptstadt Cagliari. Wir kommen über die bekannte Via Roma entlang des Hafens in die Stadt und können gleich zu Beginn die aus dem 19. Jahrhundert stammenden Häuser mit ihren Arkaden betrachten. Hier sind Cafés und Geschäfte untergebracht und im Schatten der Durchgänge herrscht reges Treiben.

Wir gedenken einfach drauf los zu fahren und hoffen auf ein Schild mit „centro storico” oder ähnlicher Beschriftung. Das stellt sich ein wenig später als ein fataler Fehler heraus. Es gibt hier haufenweise Einbahnen und die werden auch nicht gerade breiter. Zusätzlich ist die Beschriftung der Häuser wunzig und immer gerade dann gut zu entziffern, wenn wir eben dran vorbei sind.

Alexander wird unentspannt vom Autofahren, Karin vom Planlesen. Aber mit etwas Orientierungssinn, zum Meer findet man dann schon wieder, und ein wenig Mut zur rechten Zeit - die Gasse biegen wir jetzt einfach rechts ab - landen wir schlussendlich auf einem erlaubten Parkplatz direkt unter der Zitadelle. Super, besser geht's gar nicht!

Durch den Torre dell'Elefante, der 1307 vom Architekten Giovanni Capula gebaut wurde und der seinen Namen einer Elefantenfigur, die rechts neben dem Tor die Fassade schmückt, verdankt, betreten wir das älteste Viertel Cagliaris.

Bastione San Remy
IconBastione San Remy

 

Kathedrale Santa Maria
IconKathedrale Santa Maria

 

Castello wurde von den Pisanern und Aragoniern hier auf dem Berg erbaut und ist von einer schützenden Mauer umgeben. Die Häuser der Edelleute sind sehr elegant bzw. wird ihnen durch rege Bautätigkeit wieder zu altem Glanz verholfen.

Wir schlendern durch die schmalen, kühlen Gassen und besuchen nach einigen Blicken von den Bastionen über die Stadt die Kathedrale Santa Maria. Das Gotteshaus wurde oft umgebaut und vereint nun pisanischen, aragonischen und barocken Stil in sich. Im Inneren gibt es farbigen Marmor und viele Figuren.

Auch eine Krypta, welche die sterblichen Überreste der Fürsten von Savoyen beherbergt, befindet sich unter dem Altar und kann besucht werden. Natürlich schauen auch wir dort hinein, um der Familie unseres kleinen Prinzen, Eugen von Savoyen, unsere Referenz zu erweisen.

Cittadella dei Musei

 

Kathedrale Santa Maria
IconKathedrale Santa Maria

 

Kathedrale Santa Maria
IconKathedrale Santa Maria

 

Weiter geht es über die Piazza Palazzo mit ihren schönen Palais zur Citadella dei Musei. Das Wetter ist zwar viel zu schön, um es in den Innenräumen einer Ausstellung zu verbringen, aber ein kleines Café lockt mit 2 Espressi und einem äußerst sauberen Örtchen.

Nach dieser kurzen Pause geht es rasch wieder zurück zum Parkplatz, wo wir nochmals 50 Cent für die Verlängerung der Parkzeit investieren. Die Siesta kommt uns zugute, sodass wir nun bis 16:30 stehen bleiben können.

Wieder zurück im Castello wollen wir uns jetzt die Bastione San Remy genauer ansehen. Am Weg dorthin sehen wir auf einem Schild einen Saal der Universitätsbibliothek abgebildet. Kann man das besichtigen? Wir versuchen unser Glück in einem der alten Palazzi. Nein, eine Tür weiter radebrecht der Portier auf unsere Frage.

Im nächsten Gebäude werden wir freundliche empfangen, aber Englisch versteht und spricht man kaum. Mit Händen und Füßen machen wir uns verständlich und bekommen eine Privatführung - auf Italienisch. Macht nichts, ein paar Brocken verstehen wir schon.

Bibliothek der Universität
IconBibliothek der Universität

 

Bibliothek der Universität

 

Bibliothek der Universität
IconBibliothek der Universität

 

Die Bibliothek wird heute als Vortragssaal genutzt, jedoch werden die Bücher nach wie vor gelesen. Das zeigt uns einerseits die Bestuhlung des Raumes, andererseits die fahrbaren Leitern, die an den Regalen stehen.

Auch hier dürften verschiedene Stile vereint sein - der Saal ist weiß mit goldenen Verzierungen, die barock aussehen, die Milchglasscheiben, durch welche heute Tageslicht dringen kann, wurden jedoch erst nach dem Krieg installiert. Wirklich wunderschön sind die vielen alten Bücher, die teilweise in Leder gebunden und deren Rücken Gold verziert sind.

Während Alexander fotografiert, versucht unser italienischer Führer etwas Smalltalk mit Karin. Woher wir kommen? Ah aus Vienna, wie schön und diese Musik! 14 Tage bleiben wir in Sardinien? Ja, eine sehr schöne Insel.

Via Roma
IconVia Roma

 

Rathaus
IconRathaus

 

Als wir gehen wollen wir uns mit Trinkgeld für die Freundlichkeit bedanken. Das lehnt der Herr jedoch entschieden ab - es sei eine Ehre, Besuchern das Kleinod der Universität zeigen zu dürfen. Wir sind beeindruckt.

Nach wenigen Schritten stehen wir nun auf der Bastione San Remy. Die Bastione entstand Anfang des 20. Jahrhundert auf den spanischen Festungsmauern und bietet einen wunderbaren Ausblick auf Cagliari, das Meer und das Umland.

Offensichtlich wird es auch von den Einheimischen gerne genutzt, wie wir aufgrund von Bartresen und der vielen modernen Lounge-Möbel schließen, die hier verteilt sind.

Die Stufen hinunter gehend kommen wir auf der Piazza Costituzone an und folgen anschließend der Viale Regina Margherita zum Hafen. Im Schatten der Alleebäume findet sich so manches hübsche Geschäft und wir bemerken wieder, dass Italien vor allem das Land der Mode ist. Selbst wenn die Läden nicht besonders teuer sind schauen die Sachen einfach gut aus.

An der Via Roma lassen wir uns in einem der Cafés auf Tramezzini und Cola nieder - wir sind doch schon recht viel gelaufen und Durst und ein kleiner Hunger machen sich bemerkbar. Es ist angenehm, hier unter den kühlenden Arkaden zu sitzen und den Leuten beim Flanieren zu zusehen.

Cagliari

 

Cagliari
IconCagliari

 

Am Eck zum Largo Carlo Felice bewundern wir noch das neugotische Rathaus mit seinen Türmchen und Spitzbogenfenstern, bevor wir die Straße wieder bergauf in Richtung unseres Parkplatzes spazieren.

Als letztes Ausflugsziel in Cagliari möchten wir noch das Amphitheater im Nordwesten der Stadt besuchen. Es ist das bedeutendste Gebäude aus der Römerzeit und wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. im Stil griechischer Theater in den Fels gehauen. Zirkusspiele mit wilden Tieren sollen hier stattgefunden haben und auch Nachstellungen von berühmten Seeschlachten.

In konzentrischen Kreisen nähern wir uns langsam aber stetig unserem Ziel, nur um schlussendlich festzustellen, dass es erst in 30 Minuten wieder aufmacht. Nein danke, wir haben keine Lust, solange auf dem Parkplatz zu warten und so fahren wir statt dessen Richtung Pula.

Unterwegs kaufen wir im Supermarkt Auchan Wasser, Getränke und auch ein bisschen Salzgebäck ein. Endlich nicht mehr beim Wassertrinken sparen - ist eh so ungesund wenig zu trinken!

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Pula
IconPula

 

Pula
IconPula

 

Pula und Nora statten wir auf dem Heimweg noch einen kurzen Besuch ab. Ersteres ist ein recht hübscher Ort mir Hauptplatz und schmucken Häusern. Rund um die Kirche - leider findet gerade eine Totenmesse statt und da wollen wir sicher nicht stören - sind die Straßen mit kleinen Fähnchen geschmückt, die im Wind rattern.

Nora besteht hauptsächlich aus einem Aquarium, dem kleinen Ort und dem Strand, der von einem alten Turm überragt wird. Die Bucht ist recht schön mit klarem, türkisfarbenem Wasser und wenig Steinen darin. Aber baden können wir im Hotel auch und eine Dusche wäre nach dem heißen, langen Tag ebenfalls etwas Wunderbares. So drehen wir nur eine Runde und sind schon wieder dahin.

Im Hotel erwartet uns nach dem Frischmachen eine Überraschung zum Abendessen: auf wundersame Weise ist es dem netten Maitre gelungen, einen Tisch in die Ecke der offenen Terrasse für uns zu platzieren. Toll und ganz ohne Schmattes bis jetzt! Einziger Wehrmutstropfen sind die Gelsen, die sich unter dem Tisch an unseren Beinen gütlich tun.

Nach dem Abendessen, das auch heute wieder recht gut war, geht es zurück in unser Cottage, wo wir uns bald von diesem langen, erlebnisreichen Tag ausruhen. Gute Nacht! Morgen fahren wir dann in westliche Richtung.

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