Prag, die Stadt der 100 Türme

Kurz vor 05:30 werden wir bereits vom lauten Jubilieren der Vögel geweckt, das durchs offene Fenster dringt. Eine Unzeit? Aber nein! Uns ist das nur recht, da wir heute gleich nach dem Frühstück aufbrechen wollen. Prag, die Stadt der 100 Türme wartet auf uns.

Taschen und Fotosachen haben wir schon gestern gepackt und so verlassen wir um kurz vor 09:00 Uhr nach einem ausgiebigen Geburtstagsfrühstück (Karin ist ja ein St. Patrick's Day-Baby) unsere Wohnung.

Noch ist das Wetter schön und wir nutzen die Gelegenheit, mit offenem Wagen zu fahren. Unser Navigationssystem meint sogar mit der Adresse unseres Prager Hotels etwas anfangen zu können und so geht es glücklicherweise ohne gröbere Staus zur Grenze. Zwischenzeitlich wird es etwas kühler und wir bleiben stehen, um das Dach zu schließen. Aber auch dieser Stopp dauert nur wenige Minuten und hält uns nicht wirklich auf.

Kleinseite
IconKleinseite

 

Kleinseite
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Gleich nach der tschechischen Grenze in Kleinhaugsdorf machen wir eine kurze Pause und erkunden erstmals das Duty Free Shopping Center Freeport. Viel haben wir ja schon davon gehört bevor es teilweise ausgebrannt ist und noch Excalibur City geheißen hat. Na wui! Disneyland für Einkaufssüchtige oder so. Wir drehen eine Runde, suchen das Örtchen auf, essen jeder ein Sandwich und fahren etwas kopfschüttelnd weiter. Da kommen wirklich Leute viele Kilometer weit her, um sich hier dem Kaufrausch hinzugeben? Was es nicht alles gibt …

Einige Stunden auf holprigen Landstraßen durch ziemlich öde Gegenden später nähern wir uns dem Ziel unserer Fahrt. Prag mit seinen 100 Türmen liegt vor uns und unser Navigationssystem leistet wirklich gute Dienste und lotst uns brav zu unserem Hotel auf der Kleinseite.

Nach obenAnkunft auf der Kleinseite

Kleinseite
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unser Schlafzimmer im Hotel Appia Residence

 

Malerisch ist dieser Stadtteil hier. Verwinkelte Gässchen, alte Häuser und ganz ruhig. Fast meint man, die Zeit sei hier stehen geblieben. Auch das Appia Residence, das Karin übers Internet für uns gebucht hat, ist ein ehemaliges Palais. Die Garage ist wie das gesamte Haus peinlichst sauber.

Nach dem Einchecken gehen wir auf unser Zimmer und finden uns in einer Reitschule wieder. Vorraum, Bad und WC, großzügiger Schlafraum und riesiger Wohnraum mit Sitzecke, Esstisch und Kochnische. Super!

Die Meinung anderer BesucherInnen über dieses Hotel findest Du auf tripadvisor.

Rasch packen wir aus, ziehen uns etwas wärmer an - inzwischen ist es leider noch kühler geworden - und machen uns auf zu unserer ersten Erkundungstour.

Wir spazieren durch die Gässchen der Kleinseite, betrachten die vielen schönen Fassaden, machen ein paar Fotos. Bei der Kirche Maria unter der Kette, der ältesten Kirche hier im Viertel, stehen wir zwischen den romanischen Türmen und schauen in den trüben Himmel.

Einstmals hätte hier nach einem Brand das neue Kirchenschiff entstehen sollen, doch der Bau wurde nicht vollendet und bildet nun eine Art Vorhof zur eigentlichen Kirche. Diese ist heute leider wegen eines Konzertes geschlossen und so ziehen wir ohne das Innere gesehen zu haben wieder von dannen.

Karlsbrücke
IconKarlsbrücke

 

Karlsbrücke
IconKarlsbrücke

 

Die Karlsbrücke ist unser nächstes Ziel und dieses Bauwerk ist wirklich immer wieder beeindruckend. Gesäumt von Heiligenskulpturen spannt sie sich über die Moldau und verbindet aufs Anmutigste die Kleinseite mit der Altstadt.

Auch heute tummeln sich viele Menschen, Einheimische wie Touristen, auf der Brücke. Händler bieten ihre bunten Waren feil und Musikanten und Kleinkünstler führen ihre Stücke vor. Und alles findet unter dem milden Lächeln von St. Prokop, St. Veit oder der Heiligen Elisabeth statt.

Heute wollen wir auf der Kleinseite bleiben und so drehen wir am Altstädter Brückenende um und gehen wieder zurück. Kurz vorm anderen Ende verlassen wir die Karlsbrücke über einen Treppenabgang und gehen unter der Brücke durch zum Teufelsbach.

vor dem Kafka-Museum
Iconvor dem Kafka-Museum

 

Kleinseite - Certovka
IconKleinseite - Certovka

 

Kleinseite - Certovka
IconKleinseite - Certovka

 

Hier sieht es fast ein bisschen aus wie in Venedig. Ausflugsboote legen von einem geschützten Steg ab und 2 Matrosen mit Kappen und blau-weiß geringelten T-Shirts machen dafür Werbung.

In einem Café mit Terrasse zum Teufelsbach sitzen die Gäste auf mit Schaffellen belegten Stühlen. Mag das auch wärmer sein als ohne, so finden wir die Herrschaften trotzdem noch ziemlich hart im Nehmen - zumindest was die Temperaturen anbelangt.

Da haben wir schon mehr Verständnis für die kleine Snackbar vis-a-vis, wo man seine Hotdogs neben einem glimmenden Feuerkorb verzehren kann, der ein wenig Wärme spendet.

Auf der Suche nach einem Kaffeehaus gelangen wir über ein paar Stufen zum Kafka-Museum und bestaunen den relativ neuen Springbrunnen im Hof. Zwei unbekleidete Herren mit drehbaren Gesäßen pinkeln lustig in ein Becken vor ihnen. Keine Frage, dass sie zu den meistfotografierten Nackten in Prag gehören.

Nach obenDie französisch-tschechische Verwechslung

Malteserplatz
IconMalteserplatz

 

Johannes von Nepomuk Denkmal
IconJohannes von Nepomuk Denkmal

 

Ein paar Gassen weiter finden wir ein kleines Lokal, das nett aussieht. Kuchen und Torten sind auch in Vitrinen zu sehen und so sind wir sicher, uns hier bei einem guten Heferl Kaffee und einer Mehlspreise aufwärmen zu können. Eine Weile stehen wir schon gustierend am Tresen als wir von der Bedienung nach unseren Wünschen gefragt werden.

Alexander hätte gerne etwas typisch Tschechisches und bittet um eine Empfehlung. „Tja leider” sagt die Serviererin, „das hier ist ein französisches Lokal”. Na macht auch nix, Kaffee und Kuchen schmecken immer gut!

Frisch gestärkt und erwärmt verlassen wir wenig später das kleine Café. Am Weg noch kurz ein wenig Proviant für ein Nachtmahl sowie Getränke eingekauft und wir schlendern retour in unsere Reitschule, wo vor allem Karin sich dringend aufwärmen muss.

Morgen wollen wir dann mit einem der vorgeschlagenen Spaziergänge aus unserem Reisführer auf der Prager Burg beginnen. Gute Nacht!

zu den FAQs und den Kommentaren
Auf der letzten Seite dieses Reiseberichtes findest Du die Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten und hast selbst die Möglichkeit einen Kommentar zu diesem Reisebericht zu hinterlassen.
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