Sibenik & Senj

Sibenik Hafen

 

Sibenik Hafen
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Guten Morgen! Karin ist gestern recht schnell eingeschlafen, um nicht zu sagen weggebrochen, und wacht mit ziemlich verstopfter Nase auf. Es dauert geraume Zeit, bis sie wieder Luft bekommt und auch die morgens ohnehin nicht sonderlich verständlichen Lebenszeichen klingen heute ziemlich hohl.

Der warme Dampf in der Dusche hilft ein bisschen und nach dem Anziehen und geht es frohgemut ab zum Frühstück. Selbiges ist ein wenig lieblos, aber wir finden uns jeder etwas und Alexander kann sogar Eier bestellen.

Er entscheidet sich für ein weiches Ei und harrt freudig auf das Servieren. Das Frühstücksei, welches dann kommt ist noch ein bissi gar roh, aber immerhin heiß.

Als wir nach dem Auschecken das Hotel verlassen ist es immer noch trocken und sogar die Sonne kommt ein bisschen raus. Also Dach runter und rauf auf die Schnellstraße in den Norden. Die an uns vorbeiziehende Landschaft ist karg mit geduckten Olivenbäumen und hin und wieder ein paar kriechenden Weinreben. Nächster Halt Sibenik.

Nach obenSibenik - Festungen, Klostergärtchen und Bürgerköpfe

Altstadt
IconAltstadt

 

Altstadt
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Altstadt

 

So wie Trogir ist auch Sibenik ein UNESCO Weltkulturerbe. Es besitzt einen sehr hübschen Altstadtkern auf einem Hang, gekrönt von der Festung St. Michael (heute auch St. Anna genannt). Letztere wollen wir auch gleich erklimmen. Unterwegs besorgen wir in einer Apotheke noch ein Päckchen neo-angin Halstabletten für Karin, die zur laufenden Nase jetzt auch noch Halsweh bekommen hat.

Auf dem Berg von St. Michael angekommen ist außer uns nur noch eine andere Touristin in der Festung, die erst später von Mann und Freundespaar eingeholt wird. Wir haben also alle Aussicht ganz für uns!

Die besteht auf der einen Seite aus einem Friedhof, der Stadt und dem Meer, auf der anderen Seite ist sie jedoch weniger berauschend. Wir gehen eine runde auf den noch erhaltenen Festungsmauern, mehr ist von dem ehemaligen Kastell leider nicht übrig.

Als die anderen Touristen auch hier oben ankommen, sind wir schon wieder am Weg nach unten. Ätsch! Wie war das mit dem frühen Vogel?

Friedhof unterhalb der Festung Sveti Mihovil
IconFriedhof unterhalb der Festung Sveti Mihovil

 

Altstadt
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Hinunter geht's durch die alten Gässchen, die fast ein wenig an ein verwinkeltes Dorf auf einer Kykladeninsel erinnern. Ein Schild macht uns darauf aufmerksam, dass zu unserer Rechten der mittelalterliche Klostergarten von Sveti Lovro rekonstruiert wurde. Natürlich müssen wir das sehen.

Ein kleiner formaler Garten thront hier über den Dächern der Altstadt, bepflanzt mit Kräutern und Arzneipflanzen, Rosenhochstämmchen und Feigenbäumchen. Sehr idyllisch! Pflanzenfreundin Karin ist trotz Schnupfnase verzückt.

Die gerade stattfindende Bewässerung und das etwas grelle Morgenlicht machen es leider recht schwierig, das verträumte Plätzchen in stimmungsvollen Bildern festzuhalten, sodass wir nach einer kleinen Runde und einigen Fotos wieder gehen.

Am unteren Treppenabsatz angekommen stehen wir vor der Kathedrale des Hl. Jakob, der bedeutendsten Sehenswürdigkeit von Sibenik. Das Gotteshaus befindet sich auf dem schönen, mit Efeugirlanden geschmückten Platz der Republik, um welchen auch Stadtloggia und Rektorenpalast angesiedelt sind.

Festung Sveti Mihovil
IconFestung Sveti Mihovil

 

Altstadt
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Mittelalterlicher Klostergarten des Klosters Sveti Lovro

 

Auch ein Dalmatinac-Denkmal ist hier errichtet worden, das den Bildmeister aus dem 15. Jahrhundert, der das Stadtbild Sibeniks so nachhaltig geprägt hat, darstellt.

Zu allererst nähern wir uns St. Jakob. Ende des 13. Jahrhundert wurde Sibenik Bischofsitz, worauf die Bürger der Stadt eine Kathedrale bauen wollten, die an Schönheit und Größe die von Trogir bei weitem noch übertreffen sollte. Sie rissen die alte Pfarrkirche ab und schufen Platz für die neue Kathedrale … auf deren Baubeginn man aber dann aus Geldmangel doch noch bis 1431 warten musste.

Vielleicht ein Glück, denn so war es der Baumeister Dalmatinac, der die Kirche plante und mit Skulpturen bereicherte. An den Simsen sieht man beispielsweise 70 Köpfe, welche damals bekannte Stadtbürger portraitieren und die der Kathedrale damit eine skurrile Besonderheit verleihen.

Vom Inneren der Kirche, das ebenfalls sehr schön ausgestaltet sein soll, bekommen wir leider kaum etwas zu sehen. Wegen einer Probe für ein abendliches Konzert werden wir gleich wieder hinaus komplementiert kaum, dass wir die Kathedrale betreten haben.

Altstadt
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Trg Republike (Platz der Republik) Gradska Loza (Stadtloggia)
IconTrg Republike (Platz der Republik) Gradska Loza (Stadtloggia)

 

Kathedrale Sveti Jakov (Kathedrale zum heiligen Jakob) Seitenportal
IconKathedrale Sveti Jakov (Kathedrale zum heiligen Jakob) Seitenportal

 

Im Kaffeehaus vis-a-vis trinken wir einen Espresso aus originalen Meinl Kaffeetassen und sehen uns die schönen Gebäude am Platz der Republik an. Alles ist aus weißem Marmor und Kalkstein und selbst das Pflaster besteht aus glänzend geschliffenen Steinplatten. Sehr nett!

Als sich die Altstadt langsam mit Japanern zu füllen beginnt, zahlen wir und machen uns wieder auf den Retourweg.

Auf unserem Spaziergang zum Auto fallen in einen der vielen Souvenirläden ein und erstehen so ein kroatisches (eigentlich ja bretonisches), langärmeliges Fischerhemd für Alexander. In Karins Größe ist das Leiberl leider nicht verfügbar.

Dafür aber 2 Shops weiter! Hier gibt es alles im maritimen Ringellook, von den Flip-Flops bis zur Zopfspange. Selbstverständlich führt man auch die ersehnten Fischerhemden in diversen Größen. Sie sind sogar noch etwas besser ausgeführt als das zuvor gekaufte also erstehen wir ein blau-weißes Leiberl für Karin und zwei weiß-blaue für uns beide.

Kathedrale Ssveti Jjakov
IconKathedrale Ssveti Jjakov

 

Kathedrale Ssveti Jjakov
IconKathedrale Ssveti Jjakov

 

Danach marschieren wir zurück zum Parkplatz, wo uns noch eine kleine Übungsmöglichkeit fürs Umdrehen erwartet oder vielleicht ist es ja ein Test, ob der Renault Megane auch als Amphibienfahrzeug zu gebrauchen ist.

Es gibt kaum Platz zum Wenden hier an der Mole! 10 cm nach vorne steht schon das nächste Auto und 20 cm zurück ist das Meer. Nach einigen Minuten vorsichtigem Hin- und Herruckeln kombiniert mit Oberarm trainierenden Lenkbewegungen ist die Übung gelungen. Geschafft, alles trocken, ohne Schrammen - und weg hier!

Karins Nase läuft wie verrückt und beim Greißler gegenüber dem Übungsparkplatz mit Waschmöglichkeit hatten sie keine Paptatüs. Ein großer Supermarkt mit einer noch größeren Packung Taschentücher muss her. Auch ein bisschen etwas für ein Mittagessen wäre zeitlich durchaus angebracht. Glücklicherweise finden wir schon bald einen Merkur, wo beides vorrätig ist.

Kathedrale Ssveti Jjakov
IconKathedrale Ssveti Jjakov

 

Kathedrale Ssveti Jjakov

 

Kathedrale Ssveti Jjakov
IconKathedrale Ssveti Jjakov

 

Karin bekommt 200 Mentholfetzerln (parfümierte Taschentücher) und fürs Essen kaufen wir Weckerln, Rohschinken, Salami, Käse und Gurkerln. Gegessen wir am Parkplatz weil der Hunger einfach schon zu groß für eine Aussichtssuche ist. Zwar nicht sonderlich romantisch, dafür aber sehr nahrhaft.

Nach der Mittagspause geht es weiter in Richtung Rijeka. Da das doch ein schönes Stück zu fahren ist, bleiben wir in Senj stehen um uns die Beine zu vertreten und einen Espresso zu trinken. Unser Reiseführer erzählt von der Festung Nehaj, was auf Deutsch „Fürchte Dich nicht” bedeutet.

Nach obenSenj - Fürchtet Euch nicht, es ist eh keiner da

Senj

 

Senj
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Schon bei unserer Anfahrt über die Berge sehen wir die Burg aus dem 16. Jahrhundert, welche über dem kleinen Städtchen thront. Aber eigentlich haben wir keine Lust auf ein Museum und wollen lieber durch die ebenfalls im Reiseführer angepriesenen malerischen Altstadtgässchen laufen.

Ein Parkplatz ist schnell gefunden und schon stapfen wir los. Senj wurde vor ca. 3.000 Jahren hier auf den Hängen des Hügel Kuk mit Blick auf das Meer gebaut - und stellt sich als absolut verschlafenes Nest heraus!

Ein paar alte Männer sitzen vor dem Kaffee und tratschen. Sonst kommt es uns vor als wären nicht nur die Fensterläden zugemacht (das sind sie tatsächlich) sondern auch die Straßen hochgeklappt. Gehsteige gibt es hier eh keine weil im Stadtkern nur winzige Gasserln für Fußgänger vorhanden sind.

Dass die Kathedrale der Heiligen Jungfrau Maria aus dem 12. Jahrhundert fest verschlossen ist, passt ganz und gar zu dem verlassenen Eindruck, den wir von Senj bekommen. Aber irgendwie hat diese fast schon geisterhafte Nachmittagsruhe auch wieder etwas und so macht uns unser Spaziergang doch durchaus Spaß.

An der Uferpromenade, wo sich noch der eine oder andere Mensch zeigt, kehren wir in einem Café ein und trinken Espresso. Aber auch hier ist nicht wirklich Highlife und so brechen wir bald weiter nach Rijeka auf.

Nun zieht sich die Fahrt ein wenig, da einiges an Schwerverkehr auf der Bundesstraße herrscht und die Strecke landschaftlich auch nicht so arg berauschend ist. Dunkle Wolken türmen sich drohend am Himmel, aber glücklicherweise ist es immer noch trocken.

Nach obenRijeka - Sackgassen und Parkplätze

Rijeka

 

Rijeka

 

Endlich haben wir die Stadtgrenze unseres heutigen Tagesziels erreicht. Rijeka ist auf den ersten Blick laut, schmutzig und recht enttäuschend. Wir folgen Verkehr und Schildern in Richtung Zentrum.

Karin entdeckt unterwegs einen Wegweiser zum Grandhotel Bonavia. Dort wollen wir es probieren und um ein Zimmer fragen. Durch diverse gekrümmte Gasseln fahren wir von einem Hinweisschild zum nächsten, bis wir plötzlich vor einem Gebührenparkplatz stehen und nicht weiter können, da wir in einer Einbahn sind. Und jetzt?

Eine Frau macht uns mit Händen und Füßen klar, dass wir einfach ein Ticket lösen und durch den Parkplatz fahren sollen. Beim Ausgang geht's dann weiter. Na hoffentlich!

Die Methode funktioniert tatsächlich und der Parkplatzwächter winkt uns auf Vorzeigen des eben gelösten Einfahrttickets einfach durch.

Auf den zweiten Anlauf finden wir dann auch das Bonavia. Glücklicherweise gibt es direkt vorm Hotel einen Parkplatz mit Schranken. Andernfalls wäre man hier in der Altstadt wohl erschossen oder könnte sich sein Auto auf den Rücken schnallen.

Das Hotel schaut gut aus und hat noch genau ein Zimmer. Wir nehmen es ungesehen. Als wir oben ankommen sind wir sehr angetan. Das Zimmer ist groß, sauber, hat ein bisschen Aussicht und sogar istrische Kekserl als Willkommensgruß am Couchtisch. Glück gehabt!

Rijeka

 

Rijeka

 

Um uns die Beine von der nachmittäglichen Fahrt zu vertreten, machen wir eine kleine Runde ohne Fotokameras (Alexander fühlt sich fast amputiert) durch die Innenstadt. Entlang des Korzo, einer Prachtstraße, die als Fußgängerzone gewidmet ist, gibt es viele schöne Geschäfte und ein paar nette alte Häuser.

In einem Levis Shop kaufen wir ein paar neue Jeans für Alexander. Das ist auch wirklich dringend notwendig, da seine Hosen immer weiter werden und ihm schon fast über die Hüften rutschen. Und ein wenig günstiger als zu Hause kauft man hier doch ein.

Wieder auf der Straße sehen wir bei unserem Abendspaziergang zwar viele Cafés aber kein Restaurant. Schade, denn eigentlich hätten wir schon rechten Hunger.

Hotel Bonavia

 

Wir beschließen, zu unserem Hotel zurück zu kehren und dort im Restaurant zu essen. Das hat auch den Vorteil, dass es anschließend nicht mehr weit in unser Bettchen ist.

Das Angebot im Restaurant ist sehr gut, die Bedienung ist dafür noch in Ausbildung. Bemüht, aber ein wenig unbeholfen. Oder liegt es daran, dass man mit uns ausländisch reden muss? Na, egal. Karin bestellt Schwertfisch, Alexander Medaillons vom Rind. Beides ist ausgezeichnet, wie auch der Wein, von dem jeder von uns ein Glas trinkt.

Im Laufe des Abendessens bekommt Karin immer ärgeren Schnupfen und auch ganz glasige Augen. Das ist aber wirklich eine heftige Verkühlung! Bald gehen wir hinauf ins Zimmer und schlafen gleich ein. Gute Nacht!

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