Barcelona und das Meer

La Rambla

Kolumbus Denkmal
IconKolumbus Denkmal

 

La Rambla

 

Die Nachwehen des gestrigen Tages immer noch in den Knochen spürend, wollen wir es heute ein wenig gemütlicher angehen. Wir beschließen, die La Rambla entlang bis zum Meer zu schlendern. Noch ist es zeitig am Vormittag, die Straßencafes im Schatten der Bäume weisen noch freie Plätze auf und hier und dort kann man einem Straßenkünstler beim Schminken zusehen.

Am Ende der Flaniermeile, auf dem Platz vor dem Hafen, befindet sich eine Kolumbus-Statue. Auf einer 60 m hohen Säule steht der Entdecker und blickt hinaus aufs Meer. Laut unserem Reiseführer könnten wir es ihm gleich tun, da ein Aufzug uns zur Aussichtsplattform bringen soll.

Als wir uns jedoch dem Eingang nähern, finden wir fest verschlossene Türen vor. Nicht, dass Karin darüber in Tränen ausgebrochen wäre, heute einmal eine Therapiemöglichkeit auslassen zu müssen.

Wir überqueren den Platz und gehen vor an den Yachthafen, Port Vell. Hier finden wir auch die sogenannten Golondrinas (Schwalben), die Hafenrundfahrten anbieten. Na, das wär doch was? Schon, schon, aber nicht zu dieser frühen Stunde! Wir notieren also geistig die Abfahrtszeiten und wenden uns nach links und gehen der Mole entlang Richtung Parc de la Cuitadella.

Nach obenDer Zoo und das Parlament von Barcelona

So, da sind wir also. Was machen wir jetzt? Den Park haben wir ja schon erkundet und es ist immer noch früh und außer ein paar Sportlichen, die auf den Kieswegen joggen, ist niemand unterwegs. Das Café ist noch zu, die Enten im Teich haben den Kopf noch auf die Flügel gelegt. Welcher Teufel hat uns eigentlich geritten, so früh rum zu laufen?

im Parc de la Cuitadella
Iconim Parc de la Cuitadella

 

im Parc de la Cuitadella

 

Vielleicht wäre der Zoo einen Besuch wert? „Floquet de Neu” (Schneeflocke) war lange Zeit der Star des Zoos im Parc de la Ciutadella: er war der weltweit einzige Albino-Gorilla der in Gefangenschaft lebte. Leider starb er in der zweiten Hälfte des Jahres 2004.

Nichts desto trotz ist er immer noch das Wahrzeichen des Zoos und es gibt verschiedene Aktionen, die in seinem Namen getätigt werden.

Foto: Vis-à-Vis Barcelona
Vis-à-Vis Barcelona

 

Natürlich ist auch der Zoo noch geschlossen, sodass wir erst einmal nur die Öffnungszeiten und Eintrittspreise an den Schaltern studieren.

€ 14.- pro Person ist aber schon ein bisserl heftig wenn man bedenkt, dass der Tiergarten im Vergleich zu manch anderem sehr klein ist. Während wir auf die Öffnung warten, kommen 2 Busse voll lärmender Schulklassen an, die heute wohl einen Ausflug machen. Nein danke! Das müssen wir uns jetzt aber wirklich nicht antun.

Während wir uns also vom Zoo wieder weg bewegen, kommen wir am Parlament de Catalunya vorbei. Es ist eines der 3 Institutionen, welche zur Generalitat de Catalunya zählen und die Selbstverwaltung der Region Katalanien sicherstellt. Dass wir das Parlament anstelle des Tiergartens besuchen ist wirklich rein zufällig und soll in keinster Weise irgend eine Aussage tätigen.

Wir sind immer noch unschlüssig, was wir jetzt eigentlich machen wollen. Auf große, weite Hatscher so wie gestern haben wir heute keine Lust. Der Hop-On Hop-Off Touristenbus mit dem offenen Oberdeck wäre sicherlich bequem, ist aber mit € 17.- pro Ticket auch net grad wohlfeil. In unserem Reiseführer finden wir schließlich einen Hinweis auf die besterhaltene romanische Kirche der Stadt. Also auf nach Sant Pau del Camp!

Nach obenSant Pau del Camp

Wir halten uns westlich der La Rambla und scheinen plötzlich in einer anderen Stadt zu sein. Zunehmend orientalisch wird es hier, sowohl was Geschäfte und Gerüche, aber auch Sprache und Menschen anbelangt. Es gibt die typischen Gemischtwarenhändler, die Konserven und Säckchen in bunten Farben und mit fremdländischem Aufdruck anbieten. Es riecht nach Gewürzen und aromatisiertem Tabak. Letzterer stammt wohl aus dem Shisha Geschäft gleich nebenan. Dieser Geruch wird auch bei uns zu Hause immer vertrauter. In einem Shisha Shop kann mittlerweile auch alles online bestellt werden. Zum Flair von La Rambla trägt dieser orientalische Laden auf jeden Fall bei.

Ebenso wie die Barbiere, denn in der Straße, die wir entlang gehen, befindet sich ein Friseurladen neben dem nächsten!

Sant Pau del Camp

 

Sant Pau del Camp

 

Alle samt sehen sie aus wie Wohnzimmer. Riesige, etwas schäbige Diwans, werden von einer Unzahl an männlicher Kundschaft bevölkert. Diese trinken Tee, rauchen Wasserpfeifen (genau!), schwatzen und lachen. Die Rasur oder der Haarschnitt scheinen Nebensache zu sein, Hauptsache kommunikativ ist es.

Durch die engen Gassen schlendern wir weiter zu dem auch als Barri Xino bekannten, südlichen Teil des Bezirks El Raval. Vom einstmals legendären Hafen- und Rotlichtbezirk - Barri Xino heißt Chinesenviertel - ist nicht viel zu spüren. Offensichtlich sind die Bordelle und Stundenhotels der Modernisierung gewichen. Am Rande des Barri Xino liegt schließlich das Kloster Sant Pau del Camp.

Wir treten ein und erhalten gegen eine Spende einen gefalteten, doppelseitig bedruckten A4-Zettel, der uns ein wenig über die Geschichte des Klosters erzählt. Es gibt nur wenig und dazu recht verwirrende Dokumentation über Sant Pau. Zwischen 897 und 911 dürfte laut der Inschrift eines Grabsteins vom Grafen Guifre-Borell gegründet worden sein.

Die alte Kirche wurde um das 13. Jahrhundert komplett renoviert und 1879, gut 40 Jahre nachdem die Mönche aus dem Kloster entlassen wurden, ist Sant Pau unter Denkmalschutz gestellt worden.

Der Kreuzgang, der in der kleinen Brochure sehr schön beschrieben wird, ist leider nicht zu besichtigen. Wegen Renovierung bis 2006 geschlossen! Das kennen wir doch schon ...? Wir umrunden das alte Kloster noch einmal von außen und verlassen die Stätte wieder.

Auf unserem Weg zurück zur La Rambla kommen wir doch noch an einer recht „wilden” Straße vorbei. Zwischen durchaus renovierungsbedürftigen Wohnhäusern gehen einige Damen in sehr schrillem Outfit ihrem Gewerbe nach. Offensichtlich herrscht irgendeine Art von Uneinigkeit, wie wir aus dem lauten Gezänk schließen. Na dann schnell weg hier!

Nach obenHafen- und Küstenrundfahrt

während der Hafen- und Küstenrundfahrt
Iconwährend der Hafen- und Küstenrundfahrt

 

während der Hafen- und Küstenrundfahrt
Iconwährend der Hafen- und Küstenrundfahrt

 

Unterwegs zum Hafen kaufen wir gefüllte Weckerln und Getränke ein, die wir während der Bootsfahrt verzehren wollen. Mit einem Ausflugsboot von Las Golondrinas startet unsere 1½ stündigen Hafen- und Küstenrundfahrt 30 Minuten später.

Wir sitzen gemütlich an Deck, während der Port Vell und anschließend der Port de Barcelona an uns vorbeiziehen. Danach kommen wir auf's offene Meer hinaus und fahren 18 Meilen parallel zur Stadt.

Die vielen Strände, unter ihnen Sant Sebastian und Barceloneta, sind bunt bevölkert. Es muss schön sein, in einer Stadt zu leben, in der man im Sommer gleich ans Meer baden gehen kann.

Nach ca. 45 Minuten erreichen wir Diagonal Mar, das wir an der großen Solaranlage erkennen können. Hier wendet unsere Schwalbe und es geht zurück. Da wir nun auf der dem Meer zugewandten Seite sitzen, verschmausen wir zuerst unseren mitgebrachten Imbiss, um dann ein wenig in der Sonne zu dösen. Hach wie angenehm!

Wieder zurück in unserem Hotel - heute ist es ein wenig früher, da wir für unsere morgige Abreise noch packen möchten - beschließen wir diesen Tag mit einem Gläschen Cava auf der Dachterrasse.

während der Hafen- und Küstenrundfahrt

 

während der Hafen- und Küstenrundfahrt

 

Die Heimreise am nächsten Tag verläuft recht unspektakulär, sodass wir ihr kein eigenes Kapitel widmen wollen. Morgens nach dem wie immer guten Frühstück ziehen wir unsere Koffer hinauf zum Placa Catalunya, wo uns der Bus zum Flughafen direkt vor der Nase wegfährt.

Das ist aber nicht weiter tragisch, da wir genug Zeit haben und der nächste Bus schon wenige Minuten später anhält.

Am Flughafen sind dann die Formalitäten schnell erledigt und wir verbringen die Wartezeit in einem der Cafés. Der Flug selbst wartet auch mit keinen besonderen Highlights auf. Am späten Nachmittag kommen wir wohlbehalten wieder in unserem geliebten Zuhause an.

Es war ein wunderschöner Urlaub, in dem wir viel gesehen und „a Gaudi mit'n Gaudí!” hatten.

Nach obenFAQ - Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten

Was hat Eure Reise gekostet?
Pro Person € 797.- welche sich wie folgt gliedern:
€ 290.- Flug Wien - Barcelona - Wien (inkl. Gebühren und Abgaben)
€ 476.- Aufenthalt im Hotel H10 Montcada (Doppelzimmer / Nächtigung / Frühstück)
€ 24.- Barcelona Card für 3 Tage
€ 7.- Busticket Flughafen - Hotel - Flughafen

 

Nach obenWeitere 180 Fotos von dieser Reise

findest Du in unserem Fotoalbum Barcelona . Hier gleich ein paar Beispiele:

zum Fotoalbum von Barcelona

 

zum Fotoalbum von Barcelona

 

zum Fotoalbum von Barcelona

 

zum Fotoalbum von Barcelona

 

zum Fotoalbum von Barcelona

 

Viel Vergnügen beim Betrachten!

Nach obenBisher gibt es für diese Seite 3 Kommentare

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Rainer (E-Mail-Adresse bekannt)
schrieb am 7. März 2007

Sehr gute und ausführliche Site!

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Toni (E-Mail-Adresse bekannt)
schrieb am 19. Mai 2010

Sehr gute und ausführliche Informationen über Barcelona. Danke für diesen Beitrag.

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Markus (E-Mail-Adresse bekannt)
schrieb am 30. März 2011

Frage: Es wird oft angeboten die Barcelonacard bereits online zu lösen. Macht dies Sinn? Man kann sie ja auch vor Ort lösen - ist das denn kompliziert?

 

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