La Ruta del Modernisme

Der Morgen danach

Guten Morgen. Na Gott sei Dank, diese Nacht ist endlich vorüber. Interessiert an ein paar Details? Gerne! Da wäre mal die Temperatur im Zimmer. Zuerst war sie ok (die Klimaanlage ist eingeschaltet). Leider ist das Zimmer so klein, dass das Gebläse konstant und direkt auf das Bett bläst und dieser Zug ist äußerst unangenehm.

Kathedrale von Barcelona
im Kreuzgang

 

Kathedrale von Barcelona
IconKathedrale von Barcelona
Die Hauptfassade wurde erst 1889 vollendet, der Mittelturm 1913.

 

Also fest in die Decke einwickeln. Geht leider nicht, denn die gemeinsame Decke ist für 2 Personen viel zu kurz. So kämpfen wir die halbe Nacht um ein kleines Stück mehr an der Decke. Kaum passt es für einen von uns beiden, hat der andere keine Decke mehr und liegt im Zug der Klimaanlage. Irgendwann ist es Alexander dann zu dumm und er dreht die Klimaanlage ab. Fein der Zug ist jetzt weg, dafür wird es unerträglich heiß im Zimmer. Jetzt ist dafür schwitzen angesagt.

Nach der Morgentoilette (wenn man am WC sitzt, stoßen die Knie bereits an der Duschkabine an - kopfschüttel - dieses Zimmer ist ein Horror!) hoffen wir auf ein gutes Frühstück. Im Untergeschoss ist bereits das Buffet aufgebaut und das ist reichlich und bietet viel Auswahl. Sowohl warme (Speck, Eierspeise, Würstchen, …) als auch kalte Speisen, wie auch Müsli werden reichlich und appetitlich dargeboten. Mit vollem Bauch und großer Hoffnung auf ein anderes Zimmer pilgern wir nach dem Frühstück zur Rezeption.

An der Rezeption werden wir gleich vom Hotel Manager angesprochen. Wir bringen unser Anliegen vor und werden von ihm mit den Worten „Ich habe gerade nachgesehen, wir haben leider kein anderes Zimmer frei. Vielleicht in 3 oder 4 Tagen.” abgefertigt. Trotz langer Diskussion - das kann's doch gar nicht geben, dass in den nächsten Tagen kein Gast das Hotel verlässt - bleibt er gebetsmühlenartig bei seiner Aussage „Hier ist nix frei”. Wir sind zutiefst angefressen. Das ist kein 4 Sterne Hotel!

Kurz nachdem wir wieder in unserem wunzigen Zimmer sind, läutet auf einmal das Telefon. Hupps wer da? Der Manager. Er hat doch ein anderes freies Zimmer gefunden. Also ab zur Rezeption - neue Keycard mit Dank entgegen genommen und das neue Zimmer besichtigt. Das ist gleich wie 1000 zu 1. Ein großes Eckzimmer mit großem Bad. Im Zimmer gibt es ein Fleckchen für unseren Koffer und auch für einen Tisch mit Sessel ist ausreichend Platz. Wir können uns also doch sparen, vorort in Barcelona Hotel suchen zu gehen.

Jetzt sind wir beide glücklich - Barcelona wir kommen!

Nach obenDie Kathedrale von Barcelona

Krypta der heiligen Eulalia
Alabastasarkophag (1339)

 

Chorgestühl
IconChorgestühl
Die oberste Reihe des Chorgestühls ist mit den Wappen verschiedener europäischer Königshäuser bemalt.

 

Wir starten unseren heutigen Rundgang durch die Altstadt so wie im Reiseführer vorgeschlagen mit der Kathedrale von Barcelona. Aussen ist sie leider derzeit komplett eingerüstet, daher schreiten wir gleich ins Innere. Jetzt, am frühen Vormittag, sind hier wenig Leute anwesend. Ruhig und majestätisch liegen die drei Kirchenschiffe vor uns. Die gewaltigen Dimensionen der Kathedrale sind beeindruckend: 83 m lang und 25 m hoch.

Als erstes betreten wir das wunderschöne Chorgestühl in der Mitte der Kathedrale (ein Werk von Bartolomé Ordóñez, 16. Jahrhundert). Die vielen Holzschnitzereien und Wappen beeindrucken uns sehr. Der Eintrittspreis von € 2 pro Person ist in unseren Augen gerechtfertigt.

Am Rande der Seitenschiffe befinden sich 28 Seitenkapellen, reich geschmückt, teils mit Figuren, die wie aus einer Puppenstube aussehen. Karin meint, hier hat man eine Vorliebe für „Grottenbahnen”, da alles an Märchenfiguren mit Drachen und Prinzen erinnert. Irgendwie versucht jede Kapelle ihre Nachbarin an Schönheit und Zierrat zu übertreffen.

Rechts vom Haupteingang befindet sich die Kapelle des Heiligen Sakraments, die im 17. Jahrhundert umgebaut wurde, um die Grabstätte des hl. Olegario zu beherbergen. Weiters sehr sehenswert ist die Krypta in der in einem Alabaster-Sarkopharg die heilige Eulalia (1339) begraben liegt.

Nach obenLa Ruta del Modernisme

Weiter geht unser Rundgang durch die Altstadt am Museu Frederic Marés vorbei, an der Capella Reial de Santa Agata und am Museu d'Histora de la Cuitat. Die beiden letzteren haben leider heute (Montag) geschlossen.

Barcelonas Markthalle
IconBarcelonas Markthalle

 

Wir bemerken, dass wir gestern schon recht viele der Sehenswürdigkeiten gesehen haben und können uns jetzt beim zweiten Mal auf so manches Detail konzentrieren. z.B. auf die vielen St. Georgs-Statuen, die man in Barcelona überall sieht. Über Hauseingängen, auf Keramik-Fliesen, an Brunnen etc. Kein Wunder, ist Georg der Drachentöter doch der Stadtheilige Barcelonas.

An la Rambla angekommen schlendern wir an den wunderschönen Häusern entlang bis zum Mercat de Sant Josep. Der Markt ist jetzt geöffnet und so erleben wir eine bunte Vielfalt an Köstlichkeiten, die von Einheimischen und Touristen gleichermaßen eingekauft oder an Ort und Stelle verkostet werden.

Einige der Markstände sind im Art-Deco Stil verziert. Wir schlendern zwischen den vielen Ständen hindurch und genießen die gustatorischen Hochgenüsse. Dann folgen wir dem Pfad der Ruta del Modernisme wieder weiter.

Palau de la Musica Catalana
von innen :-)

 

Palau de la Musica Catalana
IconPalau de la Musica Catalana
von außen

 

Diese ist für uns Touristen eine super Sache. Einfach den im Boden alle paar Meter eingelassenen roten Siegeln folgen und schon landen wir beim nächsten katalanischen Jugendstil-Gebäude: dem Palau de la Musica Catalana.

Leider sind für heute bereits alle Tickets ausverkauft. Daher kaufen wir gleich 2 Karten für morgen 13:00. Alexander „übersieht” die »Hier-ist-überall-fotografieren-verboten-Schilder« - hupps, na sowas - und schießt schnell ein Foto der Eingangshalle.

Wie von der Tarantel gestochen sprintet ein Ordner herbei, wachelt mit beiden Händen und ruft laut „No Photos”. Na die sind aber streng hier. Wir spazieren noch durch das angeschlossene Kaffeehaus - auch sehr nett, auch sehr viele »Nix-forografieren-Schilder« - und verlassen dann den Palau de la Musica Catalana. Morgen kommen wir ja wieder und betrachten ihn ausführlicher.

Nach obenBasilica de Santa Maria del Mar

Nach einem kurzen Zwischenstopp in unserem Zimmer ziehen wir wieder weiter in Richtung Hafen. Nun steht sie vor uns - die Basilica de Santa Maria del Mar. Rasch hinein, denn in einer ½ Stunde beginnt die Mittagsruhe und dann ist die Basilica für einige Stunden geschlossen.

Basilica de Santa Maria del Mar

 

Basilica de Santa Maria del Mar
Auch sehr sehenswert: die Fenster- rosette an der Westfront aus dem 15. Jhdt. welche die Krönung Mariens zeigt.

 

Bei der Basilica de Santa Maria del Mar handelt es sich um eine der besten Exemplare der gotisch-katalanischen Architektur des 14. Jahrhunderts. Sie ist ein Werk des Architekten Berenguer de Montagut und war die Kirche der Reeder und Händler des gotischen Barcelonas.

Die Basilica ist in drei Schiffe ohne Kreuzgang gegliedert. Sie besticht durch ihre Schlichtheit, vermittelt aber dennoch einen Eindruck von Schönheit. Besonders aufgefallen ist uns die beachtliche Höhe des Mittelschiffs mit ihren majestätischen achteckigen Säulen. Die Basilica de Santa Maria del Mar wurde zu Ehren der Heiligen Maria, der Schutzpatronin der Seefahrer, in nur 55 jähriger Bauzeit errichtet.

In der Nähe der Basilica befinden sich die Markthallen der Stadt, der Mercat del Born aus dem 19. Jahrhundert. Das wird jetzt unser nächstes Ziel. Auffällig ist das rot-blau gemusterte Dach, das von einer kleinen Kuppel geziert wird. Die Halle - eine Eisenkonstruktion - wird derzeit leider nicht als solche genutzt. Angeblich soll hier in Zukunft die Stadtbibliothek einziehen. Derzeit ist alles eine große abgeschlossen Baustelle.

Nach obenParc de la Ciutadella

Kaum haben wir die Passeig de Picasso überquert, schon landen wir im Parc de la Ciutadella. Schön grün und friedlich ist es hier. Zuerst aber ein wenig Geschichtliches. 1715 ließ Philipp V. nach der Eroberung Barcelona hier eine Festung errichten. Diese diente als Gefängnis und zugleich als Abschreckung gegen die aufständische katalanische Bevölkerung. Angeblich sollen hier Massenhinrichtungen statt gefunden haben. Auch von auf Lanzen gespießten Köpfen zur Abschreckung wird in manchen Reiseführen berichtet.

Parc de la Ciutadella

 

Parc de la Ciutadella
Der Park ist 30 Hektar groß und lockt auch mit einem kleinen See zum Bootsfahren.

 

Es ist daher kein Wunder, dass ganz Barcelona jubelte, als im Jahre 1878 die Zitadelle abgerissen und anstelle dieser ein Park errichtet wurde. Uns gefällt ein Park auch viel besser als so ein gruseliger Ort. 1888 fand hier dann die Weltausstellung statt. Das nördliche Siegestor (Arc de Triomf) bildete damals das Eingangsportal zum Ausstellungsgelände.

Unser Weg durch den Park beginnt beim zoologischen Museum. Das Gebäude könnte mit seinen glänzenden Goldzinnen einem Märchen entsprungen sein. Wir schlendern weiter entlang einiger herrliche Alleen, Blumenterrassen und netten kleinen Denkmäler.

Im Mittelpunkt des Parks entdecken wir eine große Wasserfall-Kaskade mit vielen Skulpturen. An ihrem Bau hat der junge Gaudí einst mitgearbeitet. Nach einigen Fotos spazieren wir in nördlicher Richtung wieder weiter.

Parc de la Ciutadella

 

Arc del Triomf

 

Hier wird der Park von der Passeig de Pujades unterbrochen. Zwischen uns und dem Arc del Triomf befindet sich derzeit eine große Baustelle (wieder einmal). So weichen wir in die Seitengasse aus und schlendern am Palacio de Justicia vorbei. Auch ein interessantes Gebäude! Besuchen darf man es leider nicht. Besonders fasziniert haben uns die verzierten Metallschalen entlang des Weges. Nun ist der Arc del Triomf wieder in Sichtweite und die Baustelle zu Ende.

Nach dem Arc del Triomf, dieser ist wenig spektakulär (man kann weder hinauf noch hinein), ruhen wir unsere müden Knochen in einem kleinen Strassenkaffee aus. Der junge Kellner ist recht kommunikativ und so entwickelt sich ein nettes Gespräch. Mit der Warnung vor Hadntaschen raubenden Zigeunergruppen verlassen wir den ruhigen Ort und schlendern noch ein wenig in der Altstadt herum. So richtig haben wir aber heute keinen Löffel mehr zum Herumlaufen. Wir sind einfach müde und so laufen wir zurück in unser Hotel, wo wir nach ausgiebiger Dusche und eine kleinen Abendimbiss ins Bett fallen. Gute Nacht!

zu den FAQs und den Kommentaren
Auf der letzten Seite dieses Reiseberichtes findest Du die Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten und Du hast auch selbst die Möglichkeit, einen Kommentar zu diesem Reisebericht zu hinterlassen.
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