Zwerge und Riesen

Wieso Barcelona?

Der Frühling zieht ins Land und uns zieht's hinaus. Auch heuer wollen wir wieder einen Städtetrip machen, eintauchen in eine andere Kultur und uns verzaubern lassen von einem fremden Ort. Schon ein paar Mal war Barcelona als Destination bei uns im Gespräch, aber immer schob sich dann doch ein anderes Ziel davor. Heuer soll es nun wirklich nach Barcelona gehen!

Nach obenDer Flug - eine Reise für figurbewusste Zwerge

Na das beginnt ja besonders „gut”. Wir sitzen im Flugzeug und warten auf einen Passagier und der kommt nicht und kommt nicht,... (So wie im Lied Taxi der Gruppe DÖF - Deutsch-österreichisches Feingefühl: Tauchen & Prokopetz). Also muss das Gepäck dieses Passagiers wieder raus aus unserem Flieger. Mit mehr als 40 Minuten Verspätung heben wir endlich vom Flughafen Wien ab.

Fronleichnamsumzug
Während der Parade der Riesen und großköpfigen Karnevalfiguren.

 

Portal der Markthalle - La Boqueria
In dieser mediterranen Markthalle gibt es alles, was das Herz begehrt.

 

Der Aufenthalt in der „Holzklasse” ist schon an und für sich kein Zuckerschlecken. Für etwas kleiner gewachsene Personen (so wie Karin) ist zwischen den Sitzreihen gerade noch genug Platz für die Füße. Für Alexander - er ist mit seinen 1,79 m bei Gott kein Riese - reicht der Platz zum gerade Sitzen leider nicht mehr aus.

Und wenn man, so wie wir, auch noch 40 Minuten am Boden warten muss bis der Flieger endlich abhebt, dann steigert dies das Wohlbefinden in keinster Weise.

Genug lamentiert - jetzt kommt das Frühstück und beim Essen kann man sich ja bekanntlich gut entspannen und von den engen Platzverhältnissen ablenken. Überraschung! Für das Frühstück darf separat bezahlt werden! Ja, bitte wo sind wir denn da? Sind wir in das falsche Flugzeug eingestiegen? Dies ist doch keine Billigfluglinie, sondern die Austria Airlines und unsere Flugtickets sind ganz regulär gekauft - kein Super-Sonder-Billig-Angebot. Nennt sich das Service?

Also gut, ein wenig durstig sind wir - kein Wunder bei »dieser« Luft im Flugzeug. Dann bezahlen wir halt für unser Getränk extra. Was kostet eine 0,33l Dose Coca-Cola bitte? Das glaube ich jetzt aber nicht! € 2,5! Das ist doch unverschämt! Weitere Beispiele gewünscht? Ein Tramezzini mit Schinken/Käse oder Ei/Käse kostet € 3, ein kleines Baguette mit Lachs kostet € 5 ... Wir sind schockiert.

Zähne knirschend bezahlen wir der tapfer lächelnden Stewardess - sie kann für die Preise nix - die gewünschten € 5. Als die Stewardess ihr Wagerl an uns vorbei schiebt, taucht im Hintergrund eine 2. Stewardess mit einem anderen Wagerl auf. Als diese bei uns ankommt, sehen wir auch was sie den Passagieren anbietet: die im Flugpreis inkludierten Getränke! Kaffee oder Tee und eine kleine Flasche mit 200 ml stillem Vöslauer Mineralwasser. Verärgert über solch ein Vorgehen vertiefen wir uns in die kostenlose (wie lange noch?) Tageszeitung und freuen uns auf die hoffentlich baldige Landung in Barcelona.

Nach obenDoppelzimmer gleich halber Platz?

Für die Fahrt vom Flughafen zum Hotel haben wir diesesmal den öffentlichen Flughafenbus gewählt. Laut unserem Reisebüro in Wien, kostet das Taxi vom Flughafen zum Hotel nämlich einen leicht schockierenden Betrag. Der Bus wartet - wie bestellt - vor der Flughafen-Ankunftshalle. Tickets herzeigen und schwupps sind wir schon mit unserem Gepäck drinnen. Leider müssen wir die ¾stündige Fahrt stehen. Es gibt Zeitgenossen, welche ihre Koffer unbedingt auf den gegenüberliegenden Sitz stellen müssen - der Koffer fürchtet sich sonst sicher so alleine, oder?

Geschäftsportal
im Stil der Modernisme

 

Casa de l'Ardiaca
IconCasa de l'Ardiaca
Briefkasten an der Außenfasade

 

Unser Hotel das H10 Montcada liegt in der Via Laietana 24, welche wir von der Bushaltestelle am Placa Catalunya in 15 Minuten Fußmarsch erreichen.

Unsere Wahl fiel deswegen auf dieses Hotel, da es mitten im Gotischen Viertel von Barcelona liegt. Die Rezeption sieht nett und modern aus. Flugs den Voucher überreicht. Leider scheint es ein kleines Problem mit einem freien Zimmer zu geben. Die beiden Damen an der Rezeption diskutieren heftigst miteinander - leider auf spanisch, daher verstehen wir kein Wort .

Wir werden auf ein Gläschen Cava eingeladen - sehr nett - und nach weiteren 5 Minuten Wartezeit erhalten wir unseren Schlüssel für Zimmer Nr. 510. Frohen Mutes ab in den Aufzug und in den 5. Stock. Zimmertür geöffnet und dann Schock! Bitte was soll denn das sein? Ein Zimmer in einem 4 Sterne Hotel ganz sicher nicht! Keine Garderobe, kein Platz für unseren Koffer, kein Sessel, kein noch so kleines Tischchen. Nein, so ein kleines Zimmer haben wir noch nie gehabt!

Also hurtig zurück an die Rezeption und um ein anderes Zimmer gebeten. Lange Diskussion und Entschuldigungen, aber heute ist das ganze Hotel voll belegt und daher besteht für uns keine Chance auf ein anderes Zimmer. Die Damen an der Rezeption sind tief betroffen und wir sind stink sauer. Das Zimmer Nr. 510 ist eine Frechheit!

Die Meinung anderer BesucherInnen über dieses Hotel findest Du auf tripadvisor.

Nach obenDer Umzug der Riesen

So beschließen wir unseren ersten Spaziergang durch Barcelona in der Altstadt zu starten. Wir ziehen los - ganz ohne Plan - einfach die Atmosphäre der Stadt einsaugen und ein wenig Luft schnuppern. Wirklich sehr nett hier das gotische Viertel. Die vielen alten Bauwerke aus dem 13. bis 15. Jahrhundert und die engen Gässchen mit den bunten Geschäften nehmen uns gleich gefangen und verzaubern uns. Das wunzige Hotelzimmer ist bereits weit weg.

Laterne am Placa Reial
Die 2 Laternen am Placa Reial wurden von Antoni Gaudí entworfen.

 

Carrer de Ferran
am Weg vom Placa de Sant Jaume zur La Rambla

 

Die Carrer de la Llibreteria führt uns zur Kathedrale von Barcelona - genauer zum Kreuzgang der Kathedrale, welcher gut besucht ist.

Viele Touristen und Einheimische wandeln den überdachten Weg entlang. Teils die schnatternden Gänse und Enten beobachtend, teils die vielen kleinen Kapellen und den Brunnen bewundernd. Die Kathedrale selbst können wir nicht besichtigen - sonntags geschlossen.

Über die Carrer de Ferran gelangen wir zum Placa Reial. Der Platz wurde zwischen 1840 und 1850 an Stelle des alten Kapuziner-Klosters errichtet und von Francesco D. Molina entworfen, der sich von französischen Boulevards und kastilischen Plätzen inspirieren ließ. Das harmonische Ensemble besteht aus gleichartigen Gebäuden mit korinthischen Säulen und Bögen, die mit Motiven der Seefahrt und der Entdeckung der Neuen Welt verziert sind. Der Bodenbelag harmoniert mit den Palmen und den vom jungen Gaudi entworfenen Laternen.

Heute Sonntag ist hier viel los. Einige schon ausgewachsene „Kinder” spielen ungestüm Fußball und vereinnamen so fast den ganzen Platz. Der Rummel ist uns etwas zu heftig und so ziehen wir bald wieder weiter. Wir landen auf der berühmten La Rambla oder auch Les Rambles genannt. Beide Bezeichnung sind richtig, je nach dem ob Du die spanische (La Rambla) oder die katalanische (Les Rambles) Bezeichnung meinst.

das Schirmhaus
Icondas Schirmhaus
an der La Rambla auf Höhe der Metro-Station Liceu

 

das Cafe de L'Opera
gleich neben dem Schirmhaus

 

Die La Rambla ist wahrscheinlich der berühmteste Boulevard Barcelonas und wird auf beiden Seiten von Bäumen gesäumt. Diese schirmen die im Schritttempo dahin kriechenden Autos herrlich von uns Fußgängern ab. Während unseres Spaziergangs entlang der La Rambla kommen wir an so manchen Kiosken, Blumen- und Verkaufsständen für Vögel und Haustiere vorbei. Natürlich reihen sich auch zahlreiche Cafés und Restaurants zwischen den Verkaufsständen ein.

Auf Höhe der Metro-Station Liceu fallen uns gleich 3 bewundernswerte Gebäude auf: das große Theater von Liceu (die Oper), gleich gegenüber das Café de L'Opera und neben dem Café das Schirmhaus. Letzteres hat es uns angetan. Die Fassade ist sowohl von zahlreichen geöffneten wie auch geschlossenen Schirmen übersät. An einer Ecke wurde weiters ein markanter Drachen angebracht. Angeblich war dieses Haus früher ein Chinesisches Restaurant. Da der Eigentümer um jeden Besucher buhlte, ließ er sich etwas Besonderes einfallen: er verzierte das Haus mit den für China typischen Schirmen und einem Drachen.

Als nächstes entdecken wir ein Schild »zum Palau Güell«. Super - den besichtigen wir gleich. 1886 beauftragte der reiche Graf Güell den jungen Architekten Gaudí ein außergewöhnliches Wohnhaus für ihn zu bauen, welches sich von dem seiner Nachbarn abhebt. Heraus kam der Palau Güell, eines der ersten Meisterwerke Gaudís in Barcelona. Leider können wir diesen meisterlichen Palast nicht besichtigen. Vor dem Palau Güell hängt eine dicke Kette und auf einem Schild steht geschrieben »Wegen Umbauarbeiten bis Ende 2006 geschlossen.« So ein Mist!

in den Seitengässchen von Barcelona
Iconin den Seitengässchen von Barcelona

 

Fronleichnamsumzug
Während der Parade der Riesen und großköpfigen Karnevalfiguren

 

Wieder schlendern wir nordwärts entlang der La Rambla weiter, bis wir auf der linken Seite den Eingang zur Markthalle erspähen. Der Mercat de La Boqueria hat ein ganz aus Eisen und Glas konstruiertes Eingangsportal, welches mit bunten Glasmosaiken geschmückt ist. Leider sind jetzt alle Stände geschlossen - Marktzeit ist eben nur vormittags.

Ein wenig erschöpft suchen wir nach einem ruhigeren Ort. In einer der vielen Seitengasse werden wir fündig und steuern auf ein nettes kleines Kaffeehaus mit einladenden Tischchen im Freien zu. Wir wählen Kaffee mit Milch und 1 Stück Bananen-Schoko-Kuchen (ist für 2 Personen wirklich ausreichend groß). Nach einer ½ Stunde treibt uns die Neugier auf Barcelona wieder weiter.

Die vielen weißen Plastiksessel vor der Kathedrale (La Catedral de Santa Eulàlia) machen uns neugierig. Was passiert denn da? Wir setzen uns auf eine kleine Steinmauer außerhalb der Sesselreihen und treffen so zufällig 4 andere Touristen aus Wien. Von diesen erfahren wir, dass heute eine Freiluftmesse (Corpus Christi - L'ou com Balla) gehalten wird und danach ein Umzug mit den berühmten Riesenfiguren von Barcelona (den „gegantes”) stattfindet. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen!

Endlich nach 1½ Stunden Wartezeit beginnt der Gottesdienst. Feierlich erfolgen Lesung, Fürbitten und Kommunion und auch zahlreiche Lieder werden gesungen - nur vom Umzug ist leider weit und breit nichts zu sehen. Langsam wird uns fad und so beschließen wir, doch nicht auf den Umzug zu warten.

Gleich neben der Kathedrale finden wir einen blumengeschmückten Brunnen, auf dem ein Ei tanzt. Nett und welche Bewandtnis hat dieses Ei? Ein Blick in unseren Führer befriedigt unsere Neugier:

Corpus Christi wird im Juni mit Paraden von Riesen und großköpfigen Karnevalfiguren gefeiert. Die Tradition „L'ou com balla” (bedeutet soviel wie „das tanzende Ei”) stammt aus dem 16. Jahrhundert. Hier wird eine leere Eischale auf den Strahl eines Springbrunnens gelegt, der wiederum mit vielen Blumen geschmückt ist. Obwohl man es nicht glauben möchte, tanzt das Ei tatsächlich und auch wenn es mal runterfällt, klettert es gleich wieder auf den obersten Punkt des Strahls. Dieses Phänomen finden Sie auf allen Springbrunnen der Stadt.

 

Wir sind müde und wollen nun unseren langen Tag mit einem guten Abendessen ausklingen lassen. Also ab in Richtung unseres Hotels. Am Placa de Sant Miquel angekommen, sehen wir vor dem Rathaus 2 der berühmten Riesenstatuen stehen. Ah da sind die Figuren! So erleben wir den Umzug der Riesenfiguren doch noch. Figur um Figur kommt aus dem Rathaus. Dazwischen treten Musikgruppen auf, welche Touristen und Einheimische gleichermaßen mit Spiel und Tanz unterhalten.

Nun ist aber wirklich Abendessen angesagt und dann gleich husch-husch ins Bett. Morgen wartet ein neuer Tag auf uns. Gute Nacht.

zu den FAQs und den Kommentaren
Auf der letzten Seite dieses Reiseberichtes findest Du die Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten und Du hast auch selbst die Möglichkeit, einen Kommentar zu diesem Reisebericht zu hinterlassen.
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