Der Wandertag

Heute haben wir uns vorgenommen, die diversen Sehenswürdigkeit am und um den Montjuic zu erobern. Aus diesem Grund krabeln wir am Placa d'Espana aus der U-Bahn und warten auf den Bus Nr. 13.

Poble Espanyol
IconPoble Espanyol

 

Poble Espanyol
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Als er endlich kommt ist er derart voll, dass wir beschließen, lieber den nächsten zu nehmen, bevor wir uns wie die Sardinen da hinein quetschen.

Nachdem schon der vierte Bus der Linie 50 vorbei fährt und noch immer kein 13er, beschleicht uns das leise Gefühl, dass unsere Generosität vielleicht ein Fehler war. Wir konsultieren den Fahrplan. Tatsächlich! der 13er fährt nur alle 30 Minuten. Mist!

Als die ½ Stunde endlich vorüber ist - inzwischen ist es richtig schön warm geworden - kommt unser Bus endlich doch. Erleichtert lassen wir uns auf 2 ergatterte Sitzplätze fallen und los geht's. Über Stock und Stein fahren wir, vorbei am Poble Espanyol - wollten wir uns das nicht ansehen? - durch die eine oder andere Wohnsiedlung - wo sind wir hier eigentlich? - bis zur Endstation.

Aha! Einen anderen Bus gibt es hier nicht. Nach ca. 10 Minuten „Rast” fahren wir mit dem selben Bus wieder retour. Als wir diesmal beim Poble Espanyol aussteigen, ist der Buschauffeur schon fast ein Du-Freund von uns.

Nach obenPoble Espanyol

Poble Espanyol
IconPoble Espanyol

 

Poble Espanyol
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Das Poble Espanyol ist ein künstliches Dorf, welches zur Weltausstellung 1929 errichtet wurde und sich bei Einheimischen wie Touristen immer noch großer Beliebtheit erfreut. An 116 Häusern werden hier landestypische Buastile Spaniens gezeigt.

Das Dorf gefällt uns gut! Die Häuschen sind entlang kleiner Straßen angelegt, mit lauschigen Plätzen und ein wenig Grün dazwischen. Da es noch recht früh ist, sind außer uns beiden kaum andere Besucher unterwegs. In den Läden, von denen jetzt langsam einer nach dem anderen aufsperrt, kann man Kunsthandwerk erstehen.

Glas, Keramik, Schmuckstücke und vieles, das sich als Mitbringsel eignet, bekommen wir zu sehen. In einem Geschäft kaufen wir 2 T-Shirts mit Gaudí inspirierten Motiven und halten ein nettes Schwätzchen mit der Ladenbesitzerin.

Poble Espanyol

 

Poble Espanyol
IconPoble Espanyol

 

Poble Espanyol

 

Während wir so durch die Gassen schlendern, wird es immer wärmer. Wir machen eine Pause und kehren in ein Lokal ein. Bei Cafe con Leche, netter Musik und netter Aussicht ruhen wir ein wenig im Schatten eines Orangenbäumchens aus. Erst ein paffender Pfeifenraucher vertreibt uns (ja, ja, so schnell kann einen sowas stören).

Wir verlassen das Poble, fahren mit dem 13er wieder Placa d'Espana und nehmen dort die Metro bis Parallel. Von dort geht eine Zahnradbahn den Berg hinauf. Das Tempo der Zahnradbahn ist wirklich hurtig, die Fahrzeit dauert nur wenige Minuten.

Weiter zum Castell de Montjuic soll es mit einer Seilbahn gehen. Mit einem Schild bei der Station teilt man uns mit, dass diese leider bis Mitte 2006 in Reparatura ist - wie so manch anderes hier in Barcelona. Schade, denn von hier aus führt nix den Berg hinauf. Also nehmen wir unsere Füße unter den Arm und marschieren los.

Nach obenCastell de Montjuic

Es ist heiß und uns läuft der Schwitz hinunter, aber hier sind wenig Menschen und der Park ist sehr hübsch hergerichtet. So kämpfen wir uns tapfer Meter für Meter den Berg hinauf, bis wir nach etwa 1 Stunde beim Castell de Montjuic angekommen sind.

Blick vom Castell de Montjuic
IconBlick vom Castell de Montjuic

 

Castell de Montjuic

 

Eine sehr nette Aussicht entschädigt uns für die Mühen des Aufstiegs. Und viel Wind weht hier auch, sodass wir uns abkühlen können. Wir blicken über das Meer und über die Stadt.

Nachdem wir je € 1 bezahlt haben, erklimmen wir auch noch die Burgmauern. Noch ein paar Meter höher als zuvor lauschen wir den Schreien der herumschwirrenden Möven, dem Tosen des Meeres weit unter uns und dem Wind der durch alle Zinnen pfeift.

Das ebenfalls hier befindliche Militärmuseum muss sein Dasein leider weiterhin ohne unseren Besuch fristen , da wir dafür so gar kein Interesse aufbringen können. Aber zu seinem Erhalt haben wir durch die Entrichtung der Eintrittsgebühr immerhin ein wenig beigetragen.

Nach einer kurzen Stärkung mit 2 Sandwiches und 2 ½ Liter-Flaschen Cola (zusammen € 10.-), die wir beim Brunnen vor dem Castell erstehen und auch gleich verzehren, geht es den Berg wieder zu Fuß hinab in Richtung botanischen Garten. Schließlich kann es keinen botanischen Garten in der Nähe (?) geben, ohne dass Karin ihn sieht.

Nach obenJardi Botanic

Der Weg ist gut beschildert aber leider ohne Entfernungsangaben. Und so gehen wir und gehen ... und gehen und gehen ... bis wir schon fast glauben, uns verlaufen zu haben.

Jardi Botanic
IconJardi Botanic

 

Jardi Botanic
IconJardi Botanic

 

Jardi Botanic

 

Aber auch dieser Hatscher nimmt schließlich ein glückliches Ende und wir landen im botanischen Garten.

Der Jardi Botanic liegt am südwestlichen Abhang des Montjuic und vereint auf 15 Hektar alle mediterranen Vegetationsgebiete dieser Welt.

Wie in einem Amphitheater sind die verschiedenen Gebiete aneinander gereiht: Südafrika, Australien, die Kanaren, Kalifornien, Chile, Nordafrika und auch die Mittelmeerpflanzen aus Orient und Occident.

Wir folgen dem Pfad zuerst ganz nach oben und dann in langgezogenen Serpentinen nach unten. In jedem Gebiet gibt es schöne oder wundersame Gewächse zu sehen und zu bestaunen. Besonders entzückend ist ein kleiner Olivenhain mit vielen verschiedenen Lavendelarten und -sorten, in dem es einfach himmlisch duftet.

Von überall aus bieten sich grandiose Ausblicke über Barcelona und dass wir die einzigen Besucher sind, - welche Touristen verirren sich bei der Hitze schon zu Fuß hier herauf - steigert unser Wohlbefinden noch zusätzlich. Was für ein zauberhafter Ort!

Einige Anblicke zarter Blüten und Nasen voll betörender Düfte später verlassen wir den botanischen Garten und machen uns vorbei an den beiden Stadien auf den Weg Richtung Palau Nacional.

Nach obenMuseu Nacional d´Art de Catalunya

Museu Nacional d´Art de Catalunya
IconMuseu Nacional d´Art de Catalunya

 

Museu Nacional d´Art de Catalunya
IconMuseu Nacional d´Art de Catalunya

 

Auch bergab stellt sich der Weg nicht als wesentlich kürzer heraus, wenn er auch weniger schweißtreibend ist, als der Aufstieg. Auch dass wir nun die Stadt ständig in unserem Blickfeld haben, lässt den Abstieg angenehmer erscheinen. Dank Karins guter Orientierung sind wir rasch an unserem Ziel.

Der Palau Nacional war einst das Hauptgebäude der Weltausstellung von 1929. Mit seinen Türmchen, Kuppeln und verschnörkelten Verzierungen sieht das Gebäude aus wie eine Mischung zwischen Schloss und Kirche, ein Traumgebilde.

Heute beherbergt der Palast das Nationalmuseum katalanischer Kunst und enthält u.a. Europas beste Sammlung frühmittelalterlicher Fresken. Sie soll eine Quelle der Inspiration für Joan Miro gewesen sein.

Müde lassen wir uns auf den Stufen, die zum Palau Nacional hinauf führen, nieder und schauen über Treppen und Kaskaden hinunter auf die Placa d'Espana. Die beiden Türme, welche den Platz flankieren, erinnern wirklich sehr stark an den Campanile in Venedig.

Auf unserem Weg bergab überlegen wir noch, ob wir später am Abend wieder kommen, um die Springbrunnen und Lichtspiele anzusehen. Das soll ein großartiges Spektakel sein! So, wie sich unsere Füße anfühlen, zweifeln wir aber sehr daran.

Unterwegs kaufen wir noch ein paar Köstlichkeiten für unser Abendessen am Zimmer ein. Nach deren Verzehr sowie einer Dusche und einem ausgiebigen Fußbad fallen wir völlig fertig in unsere Betten. Es war ein langer Wandertag heute. Gute chrrrrr ...

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