Anne, Blumen und 3 Museen

Nieuwmarkt, de Waag

 

Oudezijds Achterburgwal
IconOudezijds Achterburgwal

 

Kurz bevor der Wecker läutet werden wird munter. Heute ist das etwas früher, da wir schon vor 09:00 beim Anne Frank-Haus sein wollen in der frohen Hoffnung, dass um diese Uhrzeit die Warteschlange noch nicht so lange ist.

Beim Frühstück stellen wir heute fest, dass es doch noch andere Gäste gibt, die morgens etwas essen. Außer uns sind tatsächlich noch ein Paar und eine Dame anwesend. Auch unser „hamuriger” Freund und Frühstückskellner ist wieder da, muss seine philosophischen Betrachtungen jedoch unter all uns Gästen verteilen, wodurch für uns beide nur ein paar Sätze zur Wetterlage übrig bleiben. Tut uns gar nicht leid.

Nach obenAnne Frank Haus

Prinsengracht
IconPrinsengracht

 

Leidsestraat

 

Anne Frank Haus
IconAnne Frank Haus

 

Frisch gestärkt ziehen wir am Zimmer unsere Regenjacken an, schnappen die Rucksäcke und fahren dann mit dem bereits vertrauten 2er in die Stadt. Beim Anne Frank-Haus angekommen gibt es zwar schon eine Schlange, aber sie geht noch nicht ums Eck in die Seitengasse. Wir stehen nur 15 Minuten an.

Im Haus selbst ist es interessant über das versteckte Leben der beiden Familien sowie über deren Helfer zu erfahren. Sehr berührend die persönlichen Gegenstände zu sehen und dazu Einträge aus Annes Tagebuch zu hören oder zu lesen.

Fotos aus Zeitschriften, darunter Kinderfotos der jetzigen Königin Elisabeth von Großbritannien, des jungen Heinz Rühmann, Greta Garbo - alles sorgfältig ausgeschnitten und glatt an die Wand gebürstet. Sozusagen eine selbst gemachte Fototapete.

Es muss schlimm gewesen sein in verdunkelten, engen Räumen gelebt zu haben, während draußen zumindest ein begrünter Hof war. Zum Greifen nahe und doch unerreichbar, verboten, ja lebensgefährlich.

Sehr traurig ist auch der Schluss, wo Annes Vater, der als einziger die Zeit im KZ überlebt hat, darüber spricht, dass er trotz des guten Verhältnisses zu seiner Tochter, keine Ahnung von den Gedanken hatte, die sie ihrem Tagebuch anvertraute. Niemand kennt seine Kinder wirklich.

Nach obenMetz & Co.

Amsterdams Skyline

 

Amsterdams Skyline
IconAmsterdams Skyline

 

Nach dem Anne Frank-Haus besuchen wir das Café im 6. Stock von Metz & Co, einem Designer Einkaufstempel in einem Grachtenhaus in der Leidsestraat.

Das Unternehmen Metz & Co kann auf eine mehr als 260 Jahre alte Tradition zurückblicken, zählt seit 1815 zu den Hoflieferanten und ist äußerst luxuriös. Ein Espresso unter dem Dach des Kaufhauses soll nun unsere Lebensgeister wieder wecken und wir fahren mit dem Aufzug die 6 Geschosse hinauf.

Die Aussicht ist wirklich schön und das Café mit seiner postmodernen Einrichtung durchaus gemütlich und angenehmerweise kaum besucht. Nur der Kellner ist ein bisserl eingeschlafen und vermittelt den Eindruck eines Selbstbedienungsladens. Nach Espresso und Schauen fühlen wir uns erfrischt und fahren wieder hinunter.

Wir folgen dem Weg durch den mittleren Grachtengürtel, wie er in unserem Reiseführer vorgeschlagen ist. Bald kommen wir aber drauf, dass wir auch diese Gegend schon abgelatscht sind. Am Leidseplein betrachten wir den Balkon an der Stadsschouwburg, des Stadttheaters, auf welchem sich die Spieler von Ajax Amsterdam bejubeln lassen, wenn sie siegreich waren.

Nach obenPoffertjes

Leidsekade, Poffertjes (Pfannkuchenhaus)

 

Leidsekade, Poffertjes (Pfannkuchenhaus)
IconLeidsekade, Poffertjes (Pfannkuchenhaus)

 

Langsam melden sich unsere Mägen und wir gehen zu der Pfannkuchenbäckerei, die uns aufgrund ihres altmodischen Aussehens schon ein paar Mal aufgefallen ist. Es ist ein großer Stand, der ein wenig an ein Ringelspiel erinnert und auf dem groß „Poffertjes” geschrieben steht. Pfannkuchen gehören zur holländischen Hausmannskost und müssen bei einem Besuch in Amsterdam einfach verkostet werden.

Alexander ist ein Süßer und bestellt sich eine Palatschinke mit Ananas und Schlagobers, Karin mag lieber eine mit Schinken und Käse. Lustig ist die Zubereitung, da sich die gusseisernen Pfannen auf einem Förderband durch den Ofen bewegen wie auf einem Karussell.

Die beiden Pfannkuchen schmecken sehr gut und obwohl es jeweils nur einer ist, sind sie doch ordentlich sättigend.

Beim Zahlen fragen wir nach einer Toilette und erfahren, dass dieses Lokal nur im Sommer geöffnet hat und daher keine Bewilligung für ein WC erhält. Aha, na es wäre eh nur prophylaktisch gewesen.

Nach obenHortus Botanicus (Botanischer Garten)

Hortus Botanicus

 

Hortus Botanicus
IconHortus Botanicus

 

Hortus Botanicus
IconHortus Botanicus

 

Danach fahren wir mit der Bim zu Hortus Botanicus, dem botanischen Garten. Er ist als Kräutergarten nach der Pest entstanden, damit die Ärzte hier ihre Arzneien aus den Heilkräutern herstellen konnten. Obwohl sich hier über 6.000 Pflanzen und mehr als 4.000 Arten befinden, ist die Anlage doch sehr übersichtlich.

Es gibt einige Glashäuser, sowie ein Palmenhaus und einen Außenbereich, in welchem immer noch verschiedene Heilkräuter gepflanzt sind. Im Palmenhaus sehen wir witzige Töpfe, welche wie leere Konservendosen ausschauen. Das muss natürlich auf einem Foto festgehalten werden.

Bemerkenswert ist auch ein Seerosenteich, in welchem die riesige Victoria amazonica wächst. Ihre Blüten öffnet diese Königin der Seerosen in der Dämmerung, was sie seit 1859 auch regelmäßig hier im Hortus Botanicus tut.

Nach einem kurzen Rundgang (für einen langen ist zu wenig Platz) und ein paar Fotos ziehen wir schon wieder weiter.

Nach obenVakbondsmuseum

Vakbondsmuseum
IconVakbondsmuseum

 

Vakbondsmuseum
IconVakbondsmuseum

 

Vakbondsmuseum
IconVakbondsmuseum

 

Wir wollen nun zum Gewerkschaftsmuseum, um das schöne Stiegenhaus zu besichtigen. Das Gebäude, welches die Niederländische Gewerkschaft der Diamantschleifer (ANDB) beherbergt, wurde von H.P. Berlage entworfen. Wegen seines historischen Aussehens wird der rote Backsteinbau daher auch „De Burcht van Berlage” (die Burg von Berlage) genannt.

Es handelt sich dabei übrigens um den gleichen Architekten, der auch die Börse nahe dem Dam entworfen hat, welche heute als Veranstaltungs- und Konferenzzentrum genutzt wird.

Das Stiegenhaus in der Vorhalle ist auch wirklich so beeindruckend wie in unserem Reiseführer beschrieben und wir dürfen freundlicherweise auch in den oberen Stock, um einen besseren Blick zu haben. Auch auf die Wandgemälde von Rik Roland Holst erhaschen wir einen Blick.

Die ANDB wurde 1894 als erste Gewerkschaft Hollands gegründet. Sicherlich hat auch das kleine Museum einiges Interessantes zu bieten, doch da die Ausstellung leider nur auf Holländisch beschrieben ist, statten wir ihr keinen Besuch ab.

Fahrräder ganz anderes (bakfiets.nl)
IconFahrräder ganz anderes (bakfiets.nl)

 

Fahrräder ganz anderes (bakfiets.nl)

 

Zum Abschied erhalten wir von der Dame am Empfang noch einen Plan des Viertels Plantage. Wir bedanken uns und gehen wieder zurück auf die Straße. Hier werfen wir einen Blick auf den eben erhaltenen Plan und schauen, was es denn noch so alles zu besichtigen gäbe.

Wie der Name Plantage schon nahe legt, war die Gegend hier einstmals Grünfläche außerhalb der Stadtmauern, in welcher sich die Amsterdamer des 17. Jahrhunderts erholten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert wurde es dann zu einem Vorort Amsterdams.

Da es immer noch viel Grün gab, war die Plantage ein beliebtes Wohnviertel. Viele Juden, meist Diamantschleifer, zogen hier her und erreichten einen gewissen Wohlstand, der sich in den breiten Alleen und verzierten Sandsteingebäuden immer noch zeigt.

Nach obenVerzetsmuseum (Widerstandsmuseum)

Verzetsmuseum (Widerstandsmuseum)

 

Verzetsmuseum (Widerstandsmuseum)

 

Verzetsmuseum (Widerstandsmuseum)
IconVerzetsmuseum (Widerstandsmuseum)

 

Gleich um die Ecke, am Zoo vorbei, befindet sich das Widerstandsmuseum. Hier wird die Geschichte der Niederländer während des Zweiten Weltkrieges erzählt. Wir treten ein und sind erstaunt. Mit unterschiedlichsten Medien werden Informationen rund um die Widerstandsbewegung in Holland dargeboten.

Filme, Zitate, Gegenstände aus dieser Zeit, persönliche Geschichten von Leuten, die Widerstand geleistet haben. Man könnte wirklich Stunden in diesem Museum verbringen, ohne sich zu langweilen. Vieles ist gerade weil es so unspektakulär ist sehr berührend.

Besonders beeindruckt haben uns Portraits von Belgischen Widerstandskämpfern mit Fotos, wie sie damals und im Jahr 2002 ausgesehen haben, sowie einer kurzen Beschreibung dessen, was sie geleistet haben. Manche der Personen haben heute noch den gleichen Gesichtsausdruck wie in ihrer Jugend. Das Feuer, das damals in ihnen brannte ist auch heute noch nicht erloschen.

Verzetsmuseum (Widerstandsmuseum)
IconVerzetsmuseum (Widerstandsmuseum)

 

Verzetsmuseum (Widerstandsmuseum)

 

Danach umrunden wir zu Fuß den Zoo, um zum Energie-Museum Energetica zu gelangen, welches auf dem Viertel-Plan verzeichnet ist. Wir haben es nach einigen Zuschneidern zwar gefunden, allerdings ist es leider seit November 2007 geschlossen. Vor allem Alexander als gelernter Starkstromtechniker bedauert das sehr.

Karin ist mittlerweile schrecklich müde und schläft schon fast im Gehen ein, weswegen wir am Waterlooplein bei Bagels & Beans je einen doppelten Espresso trinken. Daneben ist Markt mit einem wilden Gemisch aus Alt und Neu, Hippie-Klamotten, gebrauchten Büchern, handgemachten Seifen und Ethno-Tand. Während wir uns am Kaffee laben ist es fein, das bunte Treiben zu beobachten. Espresso mit Aussicht sozusagen!

Nach obenJoods Historisch Museum (Jüdisch Historisches Museum)

Joods Historisch Museum
IconJoods Historisch Museum

 

Joods Historisch Museum

 

Joods Historisch Museum
IconJoods Historisch Museum

 

Durch diesen kunterbunten Markt hindurch gehen wir nach dem Kaffee zum Jüdisch Historischen Museum. Beim Eingang werden wir ordentlich gefilzt von einem entzückenden alten Herrn, dem das schon fast peinlich zu sein scheint. Mehrmals entschuldigt er sich, dass er in unsere Rucksäcke schauen will, was er dann nur verschämt tut.

Auch hier sind wir wieder überrascht, wie gut und multimedial alles präsentiert ist. Wir sehen die Große Synagoge der portugiesischen Juden in Amsterdam, viele Kultgegenstände und einige Gemälde, zu welchen der Audio guide teilweise amüsante Geschichten zu berichten weiß.

So z.B. von Sabbatai Zevi, einem Religionsgelehrter des 17. Jahrhunderts, der sich selbst zum wiedergekehrten Messias ausrief und dann zum Islam konvertierte, als ihm das Pflaster zu heiß wurde.

Um 17:00 sind wir gerade fertig, als das Museum schließt. Mit der Bim geht es zurück ins Hotel. Heute Abend essen wir am Amstelveenweg vielleicht Steaks oder beim Italiener, den wir noch nicht ausprobiert haben.

Im Hotel angekommen bereiten wir uns wie immer einen guten Kaffee, bearbeiten die tagsüber geschossenen Fotos, tippen ein wenig am Reisebericht und planen grob den nächsten Tag. Morgen wollen wir nach dem Mittagessen eine Schlummerpause einlegen, damit wir am Abend dann Lichterln in Amsterdam bei Nacht sehen und indonesische Reistafel möchten wir auch futtern gehen.

Hach, es ist wieder ein toller Tag gewesen. Bis morgen dann!

zu den FAQs und den Kommentaren
Auf der letzten Seite dieses Reiseberichtes findest Du die Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten und hast selbst die Möglichkeit einen Kommentar zu diesem Reisebericht zu hinterlassen.
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