Ägypten - Luxor

Karnak-Tempel in Luxor

Wie schnell doch die Zeit vergangen ist. Heute ist bereits der letzte Tag unserer Nilkreuzfahrt! Damit uns am letzten Tag nicht fade wird, hat Ismael einiges mit uns geplant: den Karnak-Tempel, den Luxor-Tempel, den Besuch einer Papyrusfabrik und (wer will) den Besuch eines Juweliers. Nun der Reihe nach.

Foto: Luxor - Karnak Tempel
Luxor - Karnak Tempel
Mehr als 20 Tempel umfaßt die Anlage von Karnak. Eine unfassbare Baustelle vieler Herrscherdynastien.

 

Die gesamte Anlage von Karnak ist gewaltig und unbeschreiblich weitläufig. Sie umfasst mehr als 20 Tempel und ist so groß, dass darin ca. 10 europäische Kathedralen Platz hätten! Um die gesamte Anlage intensiv zu besichtigen, benötigt man sicher mehrere Tage Zeit. Es ist auch etwas problematisch, die Tempelanlage von Karnak zu beschreiben, da es praktisch keine vorhandene Chronologie innerhalb der vielen Bauphasen gibt und viele Herrscher dort gebaut, abgerissen, renoviert und wieder neu gebaut haben, wo gerade Platz war.

Damals gehörte es sozusagen zum guten Ton seine Handschrift in Karnak zu hinterlassen. Allerdings gehörte es auch zum 'guten Ton' Heiligtümer von Vorgängern wieder abzureisen und aus ihren Steinen eigene Bauten zu erstellen, oder zumindest die Namenskartuschen und stilisierten Gesichter auszukratzen.

Zu Anfang begrüßt uns eine breite Widdersphingen-Allee, welche früher bis zum Luxor Tempel geführt hat. (Vielleicht kommt Dir diese Widdersphingen-Allee bekannt vor? - siehe das Heft „Asterix und Cleopatra”). Warum Widder? Der Widder war das heilige Tier des Gottes Amun, dem Karnak hauptsächlich geweiht ist.

Danach durchschreiten wir den 1. Pylon. Dieser unvollendete Pylon ist mit seinen Maßen 113 m Breite und 43,5 m Höhe, gleich das größte Tempeltor von Karnak. Danach erreichen wir den ersten Innenhof, in dem der kleine Tempel Ramses III. steht. Hier wurde früher die heilige Barke aufbewahrt. Unser Weg führt uns an unzähligen kleineren und größeren Gebäuden, Statuen, Pylonen, Pfeilern, Innenhöfen, Rampen und Obelisken aus verschiedenen Dynastien so lange vorbei, bis wir in der Säulenhalle landen.

Foto: Karnak Tempel - Säulenhalle
Karnak Tempel - Säulenhalle
Einstmals war diese Halle in fast völliges Dunkel gehüllt. Nur wenig Licht drang durch die "Oberlichte" die hier links im Bild zu sehen ist.

 

Der Anblick ist überwältigend, kaum mit Worten zu beschreiben. Wir kommen uns wie in einem Steinsäulenwald vor, in dem man sich leicht verlaufen kann. Auf einer Fläche von über 5000 m² (ca. 200 x 53 m) bilden 134 Papyrusbündelsäulen in 16 Reihen symbolisch einen heiligen Hain. Alle Säulen sind zwischen 13 und 24 m hoch.

Leider ist die ursprünglich bemalte Decke des Säulensaals heute vollständig zerstört, sodass die Säulen jetzt im Freien stehen. Diese fast vollkommene Dunkelheit, hat die mystische Stimmung in der Säulenhalle sicher noch verstärkt. Alle Säulen sind (bzw. waren) von oben bis unten mit Hieroglyphen bedeckt. Oftmals wurden die Königsnamen nachträglich mit dem Namen von Ramses II. übermeißelt.

Gleich in der Nähe sehen wir den Hatshepsut-Obelisken, welcher einer der größten Obelisken Ägyptens ist (29,5 m hoch - 320 Tonnen schwer). Dieses Prachtstück aus Rosengranit ist der nächste überwältigende Anblick. Ursprünglich standen an dieser Stelle 2 Obelisken mit Elektrum verkleideten Spitzen.

Während der 2. Obelisk einem Erdbeben zum Opfer fiel, wurde das Elektrum der Spitze vermutlich von den Nachkommen anderwärtig verwendet. Die Überreste des 2. Obelisken sind noch zu bewundern. Wieder führt uns unser Weg an vielen eindrucksvollen Gebäuden vorbei, bis wir beim heiligen See ankommen.

Foto: Karnak Tempel - Heiliger See
Karnak Tempel - Heiliger See
In der glatten Oberfläche des heiligen Sees spiegelt sich der Amun-Tempel wider. Er ist der größte heilige See Ägyptens und wurde früher durch eine Zuleitung des Nils versorgt. Heute wird er von Grundwasser gespeist.

 

Der heilige See ist in Rechteckform angelegt und hat die Maße 200 x 117 m. Am Heiligen See vollzogen Priester Waschungen, Trankopfer und veranstalteten rituelle Bootsfahrten. Ruhig liegt der See vor uns, ganz glatt. Kein Windhauch ist zu spüren. Zufälligerweise sind auch keine anderen Touristen in der Nähe und so genießen wir einige Minuten die Einzigartigkeit dieses Ortes.

Der letzter Halt unserer ausgedehnten Führung wird ein ganz besonderer Tempel - der Cola-Tempel. Ismael macht um diesen Tempel ein Geheimnis und will uns erst bei unserer Ankunft Genaueres erzählen. Als wir den 'Tempel' von der Weite sehen, wissen wir auch warum. Beim Cola-Tempel handelt es sich um einen Erfrischungsstand, welcher im Schatten liegt!

Nach obenLuxor-Tempel in Luxor

Foto: Luxor Tempel
Luxor Tempel
Amenophis III. erbaute den damals nur 195 Meter langen Luxor Tempel. Er ist Amun, dem Gott in Menschengestalt und dessen Familie geweiht, welche von Amenophis besonders verehrt wurden. Durch eine geschickte Politik brachte Amenophis III. Ägypten eine Periode des Friedens, der Kunst und Kultur.

 

Der Luxor Tempel ist der nächste Halt auf unserer heutigen Reise. Dieser Tempel befindet sich mitten in der Stadt. Als Erstes fällt uns sofort das andere Ende der Widderallee auf (siehe Karnak Tempel).

Vor dem Haupteingang des Tempels, dem großen Pylon, standen ursprünglich 6 Kolossalstatuen Ramses II., von denen wir noch 2 sitzende und 2 stehende Statuen sehen können. Auf der linken Seite steht wieder ein Obelisk aus Rosengranit (der zweite - auf der linken Seite - befindet sich heute in Paris auf dem Place de la Concorde).

Die gewaltigen Reliefs an dem 65 m hohen Pylon zeigen Szenen aus der Schlacht bei Kadesch. Diese gewaltige Schlacht endete unentschieden, aber Ramses II. ließ hier einen entscheidenden Sieg auf der Mauer verewigen (schon wieder - siehe Abu Simbel). Weiter geht es in den ersten Hof, welcher von einer Papyrussäulenhalle eingefasst ist.

Am Weg dorthin fällt uns, viele Meter über uns, ein einsamer Eingang auf. Da keine Stufen oder Leiter hinauf führen sind wir etwas verwundert. Ismael klärt uns aber gleich auf: „Lange Zeit war der Luxor Tempel im Sand verschüttet. Auf diesen Sandberg bauten wir eine Moschee. Als wir später den Sand zur Seite schafften und damit den Tempel ausgruben, war die Moschee auf einmal weit über dem Straßenniveau. Heute kannst Du von der Rückseite (als Moslem) die Moschee betreten.”

Auf dem Weg durch den Luxor Tempel gibt es noch viel Reizvolles und Wissenswertes zu sehen, aber unsere Lust Neues zu erkunden, wird von der Hitze schwer gedämpft. So schlendern wir hinter Ismael her, fotografieren das Eine oder Andere und sind froh, den kühlenden Bus zu erreichen.

Der Besuch der Papyrusfabrik ist nett. Wir erfahren, dass heute die gleichen altägyptischen Methoden angewendet werden, um Papyrus herzustellen. Natürlich werden auch viele Exponate zum Verkauf angeboten (wir erstehen auch 2 Papyri).

Der Besuch des Juweliers verhält sich ähnlich. Viele nette Schmuckstücke sind zu sehen und viele nette Verkäufer versuchen die Kundschaft von den Vorteilen und Preisen ihrer Ware zu überzeugen (auch hier schlagen wir wieder mit einem Horusauge für Karin zu). Nun ist es genug des Shoppings und Betrachtens. Den restlichen Tag wird nur mehr am Sonnendeck relaxed!

Nach obenKarnak-Tempel bei Nacht, Light und Sound Show

Foto: Karnak Tempel bei Nacht
Karnak Tempel bei Nacht
Erzählungen von Göttern, Herrschern und Menschen längst vergangener Tage dringen durch das Dunkel der Nacht, während die Ruinen der Tempel von Lichtern angestrahlt werden.

 

Der Besuch der Light & Sound Show ist optional. Daher ist unsere Gruppe (anfangs!) etwas kleiner. Dies ändert sich schlagartig bei der Ankunft am Tempeleingang.

Die komplette Widderallee ist bereits mit wartenden Touristen prall gefüllt. Alle harren auf den erlösenden Gong (oder was auch immer), damit die Tore von Karnak endlich geöffnet werden. Pünktlich erschallen Fanfaren und die Menschenmassen drängen nach vorne - nur das Tor bleibt noch zu! Zuerst erhalten wir einen geschichtlichen Überblick. Dann endlich - die Tore werden geöffnet und die Massen können los stürmen. Mit Absperrungen versuchen die Ägypter ihre Anlage vor uns zu schützen. Passend zu den Erklärungen wird immer das richtige Gebäude beleuchtet.

Was denken sich die Einheimischen bei diesem Anblick? Hunderte Touristen, stehen eingezäunt in einem kleinen Gebiet und drehen sich fast zeitgleich zum Licht um. Kaum öffnen sie die Umzäunung, stürmen die Gäste gleich wieder weiter. Ein wahrer Massenauflauf!

So gelangen wir Stück für Stück dem große Finale näher. Auf der Tribüne hinter dem heiligen See findet dann das pompöse Ende der Light & Sound Show statt. Den Rückweg zum Eingang darf jeder selbst gestalten und so bleibt ein wenig Zeit, inne zu halten und die nächtliche Stimmung des Karnak Tempels zu genießen. Die gesamte Show dauert ca. eine ¾ Stunde.

Trotz aller Unwegbarkeiten: Karnak ist bei Dunkelheit fast noch faszinierender als bei Tage. Wenn man inmitten der Säulen steht, kommt es einem fast unwirklich vor!

Nach obenIsmaels Sprüche

Unser Gästeführer war die ganze Reise immer um unser Wohl besorgt. Sein 'Deutsch' hat natürlich einen Akzent und manche seiner Sprüche sind es Wert, hier verewigt zu werden.

zu den FAQs und den Kommentaren
Auf der letzten Seite dieses Reiseberichtes findest Du die Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten und Du hast auch selbst die Möglichkeit, einen Kommentar zu diesem Reisebericht zu hinterlassen.
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