Der Beginn der Rundreise

ein Geisterhäuschen

 

Na der Tag beginnt ja schon gut. Wir haben verschlafen! Also ganz rasch Koffer packen (wir reisen heute weiter), uns ein wenig waschen (hilft eh kaum bei diesen Außentemperaturen) und zum Frühstück hetzen. Etwas gestresst aber pünktlich schaffen wir es, den Treffpunkt zu erreichen.

Zu unserer großen Freude steht auch Kanithar beim Bus. Sie wird uns doch die ganze Reise begleiten, da Suni leider verhindert ist. Weitere Gründe nennt sie uns nicht - diese erfahren wir dann aber später. Das Gepäck ist im Kleinbus verstaut und alle Touristen sitzen brav auf ihren Plätzen. Die Rundreise kann losgehen. Naja fast. Der Bus hat leider ein kleines Gebrechen - die Batterie ist leer. Also organisiert der Fahrer schnell eine Ersatzbatterie. Mit ca. 1,5 Stunden Verspätung geht unsere Rundreise dann wirklich los.

Während der Fahrt durch Bangkok zeigt uns Kanithar die vielen kleinen Geisterhäuschen, welche fast neben jedem Gebäude stehen. Diese sind fast immer kunstvoll gestalteten und haben oft die Form eines vogelhausartigen Mini-Tempels. Sie sollen den Geistern, die einst das Grundstück bewohnten, eine neue Heimat geben und vor Unheil schützen. Entsprechend liebevoll werden die guten Geister versorgt, es stehen vor jedem Häuschen entweder frische Blumen, Essen oder auch mal eine Flasche Cola mit Räucherstäbchen. Teilweise sind sie auch mit bunten Lichterketten geschmückt.

Nach obenDer Schwimmender Markt in Damnoen Saduak

Der Schwimmender Markt in Damnoen Saduak

 

Der Schwimmender Markt in Damnoen Saduak

 

Die Fahrt nach Damnoen Saduak ist sehr kurzweilig. Kanithar hat ein perfektes Gespür für unsere Stimmung. Sie erkennt/spürt? ob wir gerade an ihren Erzählungen über Land und Leute interessiert sind oder lieber still die Gegend betrachten wollen. Eine perfekte junge Reiseleiterin.

Schon der erste Blick von einer Brücke gleich neben dem Parkplatz auf den schwimmenden Markt ist beeindruckend. Unter uns tummeln sich unzählige Boote. Teils haben wir den Eindruck, dass die inneren Boote total eingeklemmt sind und wahrscheinlich nie wieder ihren Platz verlassen können, so verschachtelt wirken die vielen Boote. Die Frauen (wir sehen keine männliche Bootsführer) sind aber in der Handhabung ihrer kleinen Boote so geschickt, dass das Manövrieren keine Schwierigkeit für sie ist.

Auf den Booten und in den vielen kleinen Geschäften an Land wird alles Mögliche verkauft. Von verschiedenen Souvenirs für Touristen über allerlei Früchte und Lebensmittel - alles ist hier zu erwerben. Auch sehen wir viele Einheimische, welchen ihren Bedarf abdecken und einkaufen gehen. In Garküchen (diese sind tw. auch auf den Booten!) werden traditionelle thailändische Speisen zubereitet. Das Geld und die Ware wandert dabei von Hand zu Hand, von Boot zu Boot, manchmal über mehrere andere Boote, die dazwischen liegen. Hier herrscht ein reges Treiben.

Chilli in allen Variationen

 

So viele verschiedenen exotische Früchte wie auf diesem Markt haben wir noch nicht gesehen: die roten Rambutan, Mangosteens, Jackfruits, Durians (Stinkfrüchte), Bananen, Pomelos, Rosenäpfel, Kokosnusmilch in Schalen uva. Im hinteren Teil des Marktes befinden sich Stände mit Unmengen von Chilis und ganze Körbe voll mit verschiedensten Knoblauchsorten, die wohl wichtigsten beiden Gewürze in der Thai-Küche.

Immer wieder animiert uns Kanithar, die eine oder andere für uns unbekannte Frucht zu kosten. Sie selbst kauft für uns so manches Unbekannte und reicht es uns zum Probieren. Manches schmeckt interessant, anderes ist köstlich und nur sehr wenig lehnen wir bei der "Nachschlagrunde" dankend ab . Am besten schmecken uns die gebackene Bananen mit frischer Kokosmilch, gefolgt von Kokosplatzerln und Kokospudding mit Maiskörnern als Nachspeise .

Nach obenPhra Pathom Chedi in Nakhon Pathom

Phra Pathom Chedi

 

Kopf des liegenden Buddhas

 

Nach diesen vielen kulinarischen Köstlichkeiten geht unsere Reise zum Phra Pathom Chedi in Nakorn Pathom weiter. Schon von weitem sehen wir die gewaltige, ockerfarbene Glocke des Chedis. Er zählt weltweit zu den größten Chedis und zu einem der heiligsten buddhistischen Bauwerke in Thailand. Mit den 127 m Höhe und einem Umfang von ca. 230 m an der Basis steht er majestätisch in der Landschaft.

Die Pagode wurde im Laufe der Jahre immer wieder vergrößert - überbaut. Der ursprüngliche, sehr alte Chedi wurde höchstwahrscheinlich vom Mon-Volk erbaut, das die Region vor den Thais bewohnte. Heute kommen zu religiösen Wallfahrten viele Pilger nach Nakhon Pathom.

Die verschobenen Füße stellen den Übergang Buddhas ins Nirvana dar

 

liegender Buddha in der westlichen Kapelle

 

Der Name Phra Pathom heißt auf thailändisch „der erste in Thailand erbaute Chedi”. Begehbar ist der riesige Chedi leider nicht. Aber um den Chedi können wir spazieren. Es führt ein kreisförmiger Galerie-Pavillon, der uns an einen Kreuzgang erinnert, rund um den Chedi. In geringem Abstand stehen hier verschiedene Buddha-Statuen.

Nach obenZigarettenpause am See

Pause beim Stausee

 

Die weitere Fahrt von Nakorn Pathom nach Kanchanaburi dauert etwas länger. Es geht durch tief grüne Dschungellandschaften, vorbei an unbekannten Orten. Langsam werden wir alle unruhig. Der eine Teil unserer Reisegruppe meldet ungezügelten Drang nach Nikotin, der andere Teil hat ein anderes dringendes Bedürfnis .

So halten wir neben einem netten Stausee (den Namen haben wir leider vergessen) und verbringen einige stille Minuten mit der Befriedigung unserer Gelüste und dem Betrachten der wahrlich idyllischen Landschaft. Danach geht es wieder weiter in Richtung Kanchanaburi.

Nach obenDie Brücke über den Khwae Yai in Kanchanaburi und die Fahrt mit der Todesbahn

Die Brücke über den Khwae Yai

 

Die Brücke über den Khwae Yai

 

Gleich nach der Ankunft überrascht uns Kanithar mit einer lokalen Köstlichkeit zum Probieren: Süßerdäpfel. In braunen Starnitzeln reicht sie uns etwas, das wie kleine Braterdäpferl aussieht. Sie schmecken wie Speckige, die mit Zucker kandiert sind. Mmmmmmh, sehr gut! Naschend schlendern wir zur berühmten Brücke.

Die Brücke war im 2. Weltkrieg heiß umkämpft und wurde schließlich sogar zerstört. Heute ist sie wieder in ihrer ursprünglichen Form aufgebaut. International wurde die Brücke am Kwai durch die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Pierre Boulles bekannt.

Hier endet vorläufig unsere Busfahrt, denn als nächstes steht die Fahrt mit der Todesbahn am Programm. Dazu ein wenig Geschichtliches: die kaiserlich japanische Armee ließ im 2. Weltkrieg (1943) durch Kriegsgefangene diese insgesamt 415 km lange Bahnlinie errichten. Die Kriegsgefangenen waren größtenteils Australier, Holländer und Briten. Sie sollten eine Verbindung zwischen Thailand und Burma herzustellen. Die Alliierten versuchten aber durch zahlreiche Bombardements dieses Vorhaben zu unterbinden.

während der Fahrt mit der Todesbahn

 

Die Arbeiten an der Todesbahn mussten unter unmenschlichen Bedingungen ausgeführt werden. Ursprünglich wurde eine 5 jährige Bauphase eingeplant. Die Japaner hielten ihre Kriegsgefangenen jedoch dazu an, die Strecke innerhalb von 16 Monaten fertig zu stellen. Die Kriegsgefangenen arbeiteten oft 14 bis 18 Stunden täglich und erhielten nicht ausreichend Nahrung. Oft mussten sie auch nachts arbeiten. Daher ist es wohl kaum verwunderlich, dass etwa 16.000 Arbeiter dieses Unterfangen mit ihrem Leben bezahlen mussten.

Heute kann der Teil der Todesbahn von Kanchanaburi bis Nam Tok befahren werden. Wir können die Fahrt mehr als 1 Stunde genießen. Immer wieder führt uns die Reise über sehr gebrechlich aussehende Abschnitte und vorbei an romantischen Ausblicken über den Fluß und der dahinter liegenden Landschaft. Der kräftige Fahrtwind bläst bei allen offenen Fenstern durch, sodass die Hitze gut erträglich ist. Alexander kann es nicht lassen und muss immer wieder ans Ende des Zuges gehen, um von der letzten Plattform aus die halsbrecherisch aussehenden Gleise zu fotografieren. Von dort hat er einen wahrlich grandiosen Ausblick über die Strecke.

Nach obenSchlafen im Hausboot

Ausblick am Abend

 

unser Fluss-Boots-Hotel

 

Nach so viel Abenteuer landen wir abschließend in unserem besonderen Hotel. Es handelt sich hier um ein Fluss-Hausboot-Hotel.

Die Zimmer sind einfach aber ur-romantisches gehalten. Das Bad ist absolut sehenswert. Als Ablauf der Dusche dienen die Spalten zwischen den Holzplanken am Boden. Auch die Betten sind einfach und funktionell. Ein Holzgestell, darauf 2 Matratzen - fertig ist das Bett. Wie gesagt, sehr einfach aber einmal ganz anders und genau der richtige Abschluss für den heutigen ereignisreichen Tag.

Zuerst nehmen wir abwechselnd die Hängematte in Beschlag (jedes Zimmer hat eine solche). Für unsere müden Glieder ist es eine Wohltat sich nun auszuruhen. Vom Fluss hören wir den leise auf das Wasser tröpfelnden Regen. Abgerundet wird die akustische Kulisse durch verschiedene Geräusche aus dem nahmen Regenwald. Einige Zeit später senkt sich langsam die Sonne und taucht die Wolken in ein zartes Orange-Rosa. Die Geräusche aus dem Regenwald werden immer leiser bis gänzliche Stille eintritt.

Abendessen

 

Das Abendessen nehmen wir gemeinsam ein. Da wir derzeit die einzigen Gäste im "Hotel" sind, wird extra nur für uns aufgekocht. Die Küche stellt eine Variation aus den lokalen Spezialitäten zusammen. Jeder darf sich nehmen, worauf sie/er Gusto hat. Großartig!

So können wir unsere Neugier nach den kulinarischen Spezialitäten wunderbar stillen. Für jede Geschmacksrichtung gibt es etwas am Tisch - süß oder sauer, scharf oder mild, bekannte und vollkommen neue Gewürze, für jeden von uns ist etwas dabei. Kaum ist eine Schale leer, wird diese sofort neu aufgefüllt. Müde und satt gehen wir spät Abends zu Bett und lauschen nochmals der Stille des Urwalds. Gute Nacht!

zu den FAQs und den Kommentaren
Auf der letzten Seite dieses Reiseberichtes findest Du die Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten und Du hast auch selbst die Möglichkeit, einen Kommentar zu diesem Reisebericht zu hinterlassen.
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