Sri Lanka - Kandy & Peradeniya

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Peradeniya - Botanischer Garten
Peradeniya wurde (wie kann es anders sein) 1821 von den Engländern als botanischer Garten gewidmet.

 

Peradeniya - Botanischer Garten
verschiedene Bougainvilleae in leuchtenden Farben säumen einen kleinen See

 

Heute ist der Start unserer Reise richtig christlich. Um 8 Uhr setzten wir uns in Richtung Kandy in Bewegung. Noch einmal durchfahren wir die Berge mit den vielen Teeplantagen und nehmen Abschied vom schönen kühlen Hochland. Lalith schlägt vor, wieder bei seinem Freund mit dem Obststand stehen zu bleiben, weil es heute frische Mangos gibt. Wir sind aber vom Frühstück noch so satt, dass wir dankend ablehnen - so viel können wir einfach nicht essen.

Gut 2 Stunden schaukeln wir über holprige Straßen talwärts, bis wir Peradeniya erreichen. Der Botanische Garten, auf den sich Pflanzenfanatikerin Karin schon sehr freut, ist jetzt dran. Wir machen ein Wiedersehen in 2 Stunden aus - wie manche Leute es in 30 Minuten schaffen ist uns ein Rätsel - und schlendern nach kurzem Blick auf den Übersichtsplan los.

Gleich zu Beginn begegnet uns ein Gärtner mit seiner Harke, der uns aufgrund unserer hellen Hautfarbe gleich als seine Opfer auserwählt.

Er zeigt uns den ceylonesischen Bambus, den wir aufgrund seiner Größe und der guten Beschilderung kaum übersehen hätten. Kaum haben wir die Kamera gezückt, will er uns auch schon zur nächsten Sehenswürdigkeit im Garten führen. Also das geht uns jetzt aber doch zu schnell. Wir bedanken uns sehr höflich und fotografieren weiter. Nutzt nichts! Er läuft um uns herum, zupft uns an den Ärmeln und rückt uns nicht mehr von der Pelle. Erst als wir unmissverständlich „No!” sagen, trabt er auf seine nächsten Opfer zu.

Botanischer Garten - Orchideen
Mr. Jabaes McRae legte zwischen 1827 und 1830 eine Sammlung einheimischer Orchideen an, die auch noch im Orchideenhaus bewundert werden kann.

 

Botanischer Garten - Orchidee
Vielfalt an Formen und Farben

 

Rund um einen künstlichen Teich mit einer Insel, die Sri Lanka darstellt, sehen wir viele Bougainvilleae in verschiedenen prächtigen Farben. Auch ein Beet mit verschiedenen Blumen ziert den Weg.

Danach geht es zum Arboretum, das sich aber hauptsächlich durch die vielen einheimischen Liebespaare auszeichnet, die sich hier im Schatten der Bäume ein Stell-Dich-Ein geben.

Bemerkenswert sind auch die vielen fliegenden Hunde, die zu Hunderten in den Bäumen hängen und schlafen. Entgegen allen Vampir-Mythen in der prallen Sonne.

Wir wandern weiter durch Königs- und Kokospalmen-Allee, bis wir zu einer Rasenfläche mit kleinen blütenüberrankten Pergolen kommen. Als Karin zu lange an der Aufnahme einer Blüte herum doktert, wird sie höflich gebeten sich zu entfernen, da hier gerade ein Film gedreht wird. Auch gut - sehen wir uns halt das Orchideen-Haus an. Hier sind über 100 Orchideen-Arten dicht an dicht untergebracht. Rote, gelbe, violette, weiße Blüten - eine schöner als die andere. Natürlich müssen wir wie verrückt fotografieren. Sonst gibt der Botanische Garten leider nicht so viel her, also beschließen wir, in der Cafeteria im Schatten ein Cola zu trinken und pünktlich zum vereinbarten Treffpunkt zurück zu kehren.

Nach obenBesuch einer Batik-, Edelstein-, Holzschnitzer- und Seidenfabrik oder doch nicht?

Lalith
unser Fahrer und Gästeführer

 

Nach dem Besuch des botanischen Gartens und anschließendem Mittagessen mit nettem Blick über Kandy steht auf dem Standard-Programm der Besuch verschiedener Fabriken. Danke, das ist nicht unser Begehr. Wir wollen keine Einkaufstour sondern Kultur, Land und Leute kennen lernen. Nur unser Wunsch nach mehr Kultur trifft bei Lalith vorerst auf taube Ohren.

Als erstes fahren wir die Holzschnitzerei an. Na gut - aber sicher nur diese eine! Dort erstehen wir eine sehr nette Maske als Souvenir für unsere Wohnung. Dann möchte Lalith uns zur nächsten Fabrik weiter führen. Unser mittlerweile massiverer Protest zeigt Wirkung. Er bietet uns als nächstes eine Ayur Veda Behandlung an. Nein danke, auch das wollen wir eigentlich nicht!

Lalith ist etwas in der Klemme. Einerseits scheint er den Auftrag zu haben, uns Touristen eine bestimmte Route zu zeigen, andererseits sollen den Gästen ihre Wünsche erfüllt werden. (Warum bei einer Reise „Sri Lanka - A' la Carte” die üblichen Punkte abgeklappert werden sollen, verstehen wir nicht ganz).

Nach einigen Überredungskünsten Alexanders ist Lalith weich geklopft und fügt sich. Wir haben es geschafft! Wir bleiben nur 1 Nacht in Kandy (zuerst waren 2 Nächte geplant, was aber für die paar Sehenswürdigkeiten viel zu lang ist) und fahren morgen bereits weiter Richtung Sigiriya. Sehr gut so! Dann geht sich nämlich auch noch der Besuch von Anuradhapura ganz im Norden aus und wir haben mehr Zeit im kulturellen Dreieck - und zwar ohne Kaufzwang .

Nach obenDer weiße Buddha in Asgiriya

Der weiße Buddha in Asgiriya
Asgiriya und Malwatta gehören beide zum Siyam-Nikaya, dem ältesten Orden des gegenwärtigen Sangha.

 

Asgiriya ist das zweite bedeutende Kloster in Kandy. Das älteste Kloster Malwatta ist heute leider geschlossen, da ein ehrwürdiger Mönch gestern gestorben ist und heute im ganzen Land Trauerfeiern statt finden. Der Weg zum Kloster führt wieder über eine enge und steile Straße hinauf. Das sind wir aber bereits gewohnt.

Vor dem Tempel werden die Schuhe ausgezogen - kein Problem - nur der Steinboden ist etwas heiß. Autsch! Im Inneren der Buddhafigur sehen wir die Geschichte Buddhas in Wandbildern dargestellt. Da Lalith lieber beim Auto bleibt - Asgiriya gehört nicht zur Standardtour und wir müssen unsere Eintrittskarten daher selber zahlen - erhalten wir leider auch keine Erklärungen. Macht aber auch nichts. Von der Buddhafigur haben wir einen schönen Ausblick über die Stadt. Danach geht es weiter in unser Hotel zum Auffrischen unser Kräfte.

Nach obenKandy - Suisse Hotel

Das Suisse Hotel in Kandy ist die 3. Unterkunft auf unserer Rundreise. Es ist ebenfalls im Kolonial-Stil gebaut, hat aber nicht das gleiche englisch-anheimelnde Flair wie das St. Andrews. Trotzdem gefällt es uns sehr gut. Die Räume sind extrem hoch und wirken durch das viele Tropenholz, das für Boden, Türen und Möbel verwendet wurde, richtig gediegen.

Unser Zimmer liegt ganz oben im 4. Stock und hat einen großen Balkon mit Aussicht auf den See. Sehr nett! Das Badezimmer ist das beste, das wir bisher auf unserer Reise hatten. Wir erfrischen uns mit einer ausgiebigen Dusche und ziehen uns nach ein bisschen Lesen und Fotos bearbeiten zum Abendprogramm um.

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Kandy - Dance Show
Anmutige Tänzerinnen in historischen Kostümen zeigen traditionelle Folklore

 

Eigentlich sind wir allergisch gegen Folklorever- anstaltungen extra für Touristen, dieses Mal werden wir aber positiv überrascht.
Die Darbietungen sind durchwegs gut und erinnern uns eher an eine Zirkusaufführung als an einheimische Tänze, welche für die Touris noch mit einer Extraportion Kitsch versehen werden.

Wir sehen verschiedene Instrumente, hauptsächlich Trommeln und Zimbeln, zu welchen Damen und Herren in traditioneller Kleidung Tänze mit verschiedenen Bedeutungen zeigen. Sehr interessant ist ein exorzistischer Tanz, in dem eine Schlange und ein Adler gegeneinander kämpfen. Die Trommeln schlagen einen wilden, tranceartigen Rhythmus, während die beiden Tänzer ihre mit Masken geschmückten Köpfe heftig im Kreis bewegen. Angeblich wird der Tanz wegen seiner therapeutischen Wirkung heute noch angewendet.

Der krönende Abschluss, nach weiteren Tänzen und artistischen Leistungen, ist der Auftritt der Feuerschlucker. Zuerst werden die Götter um ihren Beistand gebeten. Danach bewegen die Künstler brennende Fackeln ganz dicht über ihre Körper und nehmen diese auch in den Mund. Zu guter Letzt gehen sie über glühende Kohlen. All das natürlich ohne sich dabei zu verletzen.

Nach obenKandy - Zahntempel

Kandy - Zahntempel
Der Dalada Maligawa wurde im 18. Jahrhundert gebaut und ist das religöse Zentrum Sri Lankas.

 

Nach der Dance Show geht es gleich zum berühmten Zahntempel. 3 mal täglich wird im Tempel Zeremonie abgehalten. Da viel Trommellärm vorherrscht, versteht man sein eigenes Wort kaum - geschweige denn Laliths Erklärungen (nur mäßig schade, da sein Geschichtsunterricht wohl schon ziemlich lange her ist).

Der heilige Zahn - der Legende nach stammt er direkt von Buddha - wird nur alle 5 Jahre der Öffentlichkeit gezeigt. Aber auch ohne den Zahn zu Gesicht zu bekommen, ist der Tempel sehr imposant. Die Wände sind reich verziert. Weiters besuchen wir - nachdem wir einige Minuten in einer Warteschlange stehen - die Bibliothek. Die Hauptattraktion ist ein 950 Jahre altes Palmenblattmanuskript, welches von den Sri Lankern wie ein Schatz geschützt wird. Nach der Führung durch die anderen Räume des Tempels fahren wir wieder zum Abendessen in unser Hotel zurück.

Der Speisesaal, den wir bei unserem Weg nach unten schon von einer Balustrade aus sehen konnten, erinnert an einen englischen Ballsaal. Heute gibt es Buffet, wobei vor allem die frisch zubereiteten Roti mit Daahl Karins Zustimmung finden. Eine gute Tasse Tee schließt unseren Tag heute ab.

zu den FAQs und den Kommentaren
Auf der letzten Seite dieses Reiseberichtes findest Du die Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten und Du hast auch selbst die Möglichkeit, einen Kommentar zu diesem Reisebericht zu hinterlassen.
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