San Francisco - China und die Feuerwehr

Den heutigen Tag wollen wir mit etwas mehr Ruhe angehen, denn die „kleinen” Strapazen der letzten Tage haben ihre Blessuren hinterlassen. Karins linke Ferse und Alexanders Kreuz melden sich mit Abnützungserscheinungen in Form von Blase und stechenden Schmerzen.

So wollen wir heute nebst ein wenig Einkaufsbummeln (das muss unbedingt sein, kann man aber über den ganzen Tag verteilt tun) zuallererst die Lombard Street besuchen. Danach steht der Telegraph Hill mit dem Coit Tower auf unserer Wunschliste. Abschließend wollen wir noch ein bisschen in Chinatown herumschlendern und auch diesen Stadtteil San Franciscos näher kennen lernen. Let's move!

Nach obenLombard Street, die 2.

Lombard Street am Russian Hill
IconLombard Street am Russian Hill

 

Lombard Street am Russian Hill
IconLombard Street am Russian Hill

 

Der Weg von unserem Hotel zum berühmten Teil der Lombard Street am Russian Hill - „kurvenreichste Straße der Welt” - beträgt nur wenige Blocks. Trotzdem nehmen wir lieber das Mietauto und fahren bis zum unteren Ende.

PS: Auch wenige Häuserblocks sind in San Francisco - wie auch im restlichen Amerika - viel zu weit um sinnvoll zu Fuß bewältigbar zu sein.

Die Sonne steht nun prächtig im Rücken und der Blick den Hügel hinauf ist fotografisch bestens angestrahlt. Alle acht Serpentinen zwischen Hyde Street und Leavenworth Street liegen in der Sonne. Nachdem wir nun um einige Fotos reicher sind, wollen wir den „Slalomkurs” ein weiteres Mal durchfahren.

Macht einfach großen Spaß dieses Rumkurven.

Nach obenEine Frau sieht rot - der Coit Tower am Telegraph Hill

Coit Tower

 

Coit Tower - Wandgemälde
IconCoit Tower - Wandgemälde

 

In der nordöstlichen Ecke der Stadt liegt der steile Hügel Telegraph Hill mit seinem Aussichtsturm dem Coit Tower. Der Turm verdankt seinen Namen der Millionärin Lillie Hitchcock Coit und ihrer Feuerwehrbegeisterung. Einer Legende nach half Lillie als Kind bei einem Brand in der Nähe des Telegraph Hill und wurde so zum Maskottchen der „Engine Company No. 5 of the Volunteer Fire Department” (Freiwillige Feuerwehr).

Anfänglich war sie nur Maskottchen eines Löschzuges, später dann Ehrenmitglied der städtischen Feuerwehr. Sie ließ sich eine eigene Feuerwehruniform, einen Helm und - für damalige Zeiten - einen unanständig kurzen Rock schneidern.

Dass sie auch Zigarren rauchte, Männerkleidung trug und öfter in Pokerrunden mit den Hafenarbeitern anzutreffen war, trug nicht unerheblich zu ihrem Ruf als Exzentrikerin bei. „Firebell Lillie” vererbte der Stadt einen namhaften Betrag, vom dem 1933 der 64 m hohe Turm am Telegraph Hill als Denkmal für die Feuerwehr fertig gestellt wurde.

Ob die Form der Turmspitze tatsächlich einer Feuerwehrspritze ähnelt - naja mit viel Phantasie - sei dahin gestellt. Auf jeden Fall bietet die Plexiglas verkleidete Aussichtsplattform einen wunderbaren Blick über San Francisco und die Bay. Bevor wir das Eintrittsgeld (nur Bargeld - keine Kreditkarte!) bezahlen, drehen wir eine Runde im Erdgeschoss und betrachten die Wandgemälde.

Blick vom Coit Tower
IconBlick vom Coit Tower

 

Blick vom Coit Tower - Parkplatz
IconBlick vom Coit Tower - Parkplatz

 

Die so genannten Murals (die Wandgemälde) dokumentieren ein Stück Arbeitergeschichte San Franciscos. Alle Bilder entstanden während der großen Depression unter dem Arbeitsbeschaffungsprogramm WPA (Works Progress Administration) und wurden von 25 ortsansässigen Künstlern ausgeführt.

Die nach dem Vorbild des mexikanischen Malers Diego Rivera im Stil des sozialistischen Realismus gestalteten Wandgemälde zeigen Alltagsszenen, ua. kalifornische Arbeiter in Werften, Fabriken und auf Feldern.

Knapp eine Minute später erreichen wir die Aussichtplattform. Während der kurzen Aufzugsfahrt werden wir vom chinesischen Aufzugswart mit kleinen geschichtlichen Details unterhalten. Hier lässt man nix aus, um Touristen zu informieren . Dank des fast nebelfreien Wetters ist der Rundblick über die Stadt ungetrübt. Einzig die Plexiglasscheiben bedürfen dringend einer Reinigung - und kruzifuzi warum hat Alexander noch immer keinen Polarisationsfilter gekauft?

Abgesehen von diesen Kleinigkeiten genießen wir eine Zeitlang den Ausblick und verlassen erst etliche Fotos später die Aussichtplattform. Noch ein kleiner Tipp zum Schluss: da der Parkraum vor dem Turm extrem knapp ist, komm entweder sehr früh oder parke gleich etwas weiter unten.

Nach obenChinatown

Chinatown
IconChinatown

 

Chinatown
IconChinatown

 

An der Grant Avenue treten wir durch Dragon Gate, das drachengekrönte offizielle „Eingangstor”, nach Chinatown. Chinatown ist eine kleine Stadt in der Stadt, welche sich zwischen Stockton und Kearny Street sowie Broadway und Bush Street befindet. San Franciscos Chinatown ist eines der größten chinesischen Vierteln außerhalb Asiens und wird zu den Hauptattraktionen der Stadt gezählt.

Heute herrscht hektisches Treiben auf den Straßen und in den zahlreichen Geschäften mit chinesischen Waren, buntbemalten Tempeln, Teestuben und Restaurants. Was hier nicht alles zum Verkauf angeboten wird! Shops mit chinesischem Trödel liegen gleich neben Läden, die (wahrscheinlich) wertvolle antike Vasen und Jadeschmuck anbieten. Gleich daneben preisen wieder Geflügel-, Gemüse- und Gewürzhändler ihre Waren lautstark an. Fischmärkte, Nudelfabriken, Bäckereien, Nähstuben - eine exotischere Auslage neben der nächsten liegt vor uns, offen zum Bestaunen und Wundern.

Chinatown
IconChinatown

 

Chinatown
IconChinatown

 

Chinatown
IconChinatown

 

Wir spazieren hier einige Zeit entlang und haben bald das Gefühl auf einen anderen Kontinent geraten zu sein. Beispielsweise wenn neben dem McDonalds-Symbol nur chinesische Schriftzeichen stehen, aus chinesischen Apotheken fremdartige Gerüche dringen oder ein Tempel zwischen den Häuserfronten auftaucht. Verzaubert und ein wenig berauscht verlassen wir nun San Franciscos Chinatown.

Uns steht der Sinn noch nach ein klein wenig Bummeln durch Fisherman's Wharf und entlang der Piers - das Meeres rauschen hören, vielleicht einen Kaffee (na ja, halt das dunkle Gebräu hier) trinken und den Tag wieder mit einem köstlichen Fischgericht abschließen. Gute Nacht & bis morgen am 49 Mile Scenic Drive quer durch ganz San Francisco.

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