Die Antreiber

Ein wenig Theorie zu den Antreibern:

Jeder Mensch wird durch seine Erfahrungen geprägt, die er/sie in bestimmten Situationen erlebt hat. Dadurch entstehen Muster, welche ins Unterbewusstsein eindringen und sich dort festsetzen.

Oft werden diese Verhaltensmuster bereits in der Kindheit von den Eltern geprägt. Kinder lernen aus den Aussagen der Eltern, was richtig ist und wie man o.k. ist.

Vielleicht hast Du bei anderen Eltern folgende Sätze gehört:
„Komm beeile Dich …”
„Weine nicht schon wieder …”
„Schreib schöner …”
„Ohne Fleiß - kein Preis …”
„Wenn Du das und das nicht machst, dann wirst Du so wie Onkel Max …”
„Ein Indianer kennt keinen Schmerz …”

Durch solche Aussagen wird für Kinder die Realität geprägt, die Wahrheit. Sie setzt sich im Hinterkopf fest und späteres Verhalten wird dadurch stark bestimmt. Bis zu einem gewissen Grad können diese Antreiber hilfreich sein als Leitlinien für ein erfolgreiches Leben. Manchmal aber gehen wir zu weit und alles wird statt besser - schlimmer.

Um den Kampf gegen die eigenen „inneren Antreiber” (die Glaubenssätze) gewinnen zu können, musst Du diese zunächst in ihrer Ausprägung kennen. Es sind innere Stimmen, die Dir z.B. Folgendes sagen:

Die 5 inneren Antreiber sind
Sei perfekt!
Sei schnell!
Mach es allen recht!
Streng Dich an!
Sei stark!

 

Nach obenWelche Antreiber habe ich?

Bewerte bitte die nachfolgenden Aussagen mithilfe der Bewertungsskala (1=gar nicht / 2=kaum / 3=etwas / 4=gut / 5=voll und ganz), so wie sie jetzt gerade auf Dich zutreffen. Klicke das entsprechende Kästchen einfach an.

Fragen 1 bis 10
nicht - ganz
1. „Nur nicht lockerlassen” ist meine Devise.
2. Es regt mich auf, wenn Leute so „herumtrödeln”.
3. Ich kann nur schwer verstehen, wenn Leute unbekümmert in den Tag hinein leben.
4. Meine Probleme löse ich selbst.
5. Ich verwende oft den Satz „Es ist schwierig, etwas so genau zu sagen.”
6. Wann immer ich eine Tätigkeit mache, mache ich sie gründlich.
7. Es ist mir wichtig zu erfahren, ob ich meine Sache gut gemacht habe.
8. Für dumme Fehler habe ich kaum Verständnis.
9. Ich zeige meine Ungeduld, indem ich mit den Fingern auf den Tisch trommle.
10. Ich habe eher eine harte Schale und einen weichen Kern.

 

Fragen 11 bis 20
nicht - ganz
11. Bei Diskussionen nicke ich häufig mit dem Kopf.
12. Ich schätze rasche und bündige Antworten auf meine Fragen.
13. Ich sage oft: klar, präzise, korrekt, eindeutig.
14. „Zähne zusammenbeißen” heißt meine Devise.
15. Beim Erklären verwende ich gern klare Aufzählungen wie: 1., 2., 3.,…
16. Viele Aufgaben sollte ich noch besser erledigen.
17. Es ist für mich wichtig, von anderen akzeptiert zu werden.
18. Ungenaue Leute kann ich nur schwer akzeptieren.
19. Ich bin im Umgang mit anderen auf Distanz bedacht.
20. Ständig bin ich auf Trab.

 

Fragen 21 bis 30
nicht - ganz
21. Wenn ich meine Meinung äußere, begründe ich sie auch.
22. Meine Probleme gehen niemanden etwas an.
23. Erfolge fallen nicht vom Himmel, ich muss sie mir hart erarbeiten.
24. Ich stelle meine Wünsche und Bedürfnisse zugunsten anderer Personen hintan.
25. Ich fühle mich verantwortlich, dass jeder, der mit mir zu tun hat, sich wohl fühlt.
26. Was ich einmal begonnen habe, führe ich auch zu Ende.
27. Oft sage ich mehr als eigentlich nötig wäre.
28. Auch um nebensächliche Dinge kümmere ich mich persönlich.
29. Bei Diskussionen unterbreche ich oft.
30. Um meine Ziele zu erreichen, strenge ich mich kräftig an.

 

Fragen 31 bis 40
nicht - ganz
31. Ich sage oft: „Ich verstehe das nicht.”
32. Beim Telefonieren bearbeite ich nebenbei oft noch etwas anderes.
33. Ich kritisiere andere Leute sehr ungern.
34. Wer rastet, der rostet.
35. Vieles gelingt mir trotz enormer Anstrengung einfach nicht.
36. Ich versuche mich danach zu richten, was andere von mir erwarten.
37. Ich sage oft: „Beeilt Euch!”
38. Mich kann nichts so schnell erschüttern.
39. Meine Wünsche erfülle ich mir schnell.
40. Ich bin nervös.

 

Fragen 41 bis 50
nicht - ganz
41. Gefühle zu zeigen ist nicht leicht für mich.
42. Aufgaben erledige ich möglichst rasch.
43. Ich liefere ein Ergebnis erst dann ab, wenn ich es mehrere Male überarbeitet habe.
44. Ich bin diplomatisch.
45. Ich sage eher „Kannst Du es nicht einmal versuchen?” als „Versuch es einmal.”
46. Ich mache eher ein ernstes Gesicht.
47. Ich bin anderen gegenüber oft hart, um nicht verletzt zu werden.
48. Ich glaube, dass die meisten Dinge nicht so einfach sind, wie sie scheinen.
49. Die an mich gestellten Erwartungen möchte ich übertreffen.
50. Meine Schwächen zeige ich anderen gegenüber sehr ungern.

 

Du hast bisher keine Frage beantwortet.
Deine inneren AntreiberDeine Punkte
Sei Perfekt!0 Punkte
Sei Schnell!0 Punkte
Mach es allen recht!0 Punkte
Streng Dich an!0 Punkte
Sei stark!0 Punkte

 

Wenn bei Dir der Wert eines Antreibers »40« übersteigt, darf mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass dieser Antreiber Dein Verhalten „natürlich und völlig unbewusst” wesentlich beeinflusst und mitbestimmt.

Nach obenVor- und Nachteile der inneren Antreiber

So wie alles auf der Welt haben auch die inneren Antreiber nicht nur Schatten-, sondern auch ihre positiven Seiten.

Sei perfekt!
Glaubenssatz: Ich muss alles noch viel besser machen.
Es ist nie gut genug.
Stärke:hilfreich bei Aktivitäten, welche Sorgfältigkeit und Genauigkeit benötigen
Schwäche:Angst, etwas kann schief gehen
kein 80/20 (Pareto Prinzip)
oft Übererfüllung der Ziele
Hang zur Pedanterie
Erlauber:Ich darf auch Fehler machen.
Ohne Fehler lernt man nix.
Sehr oft ist auch 80% vollkommen ausreichend.

 

Sei schnell!
Glaubenssatz: Ich muss schnell sein, sonst werde ich sicher nie fertig.
Stärke:rasch Entscheidungen treffen, Einfallsreichtum
Schwäche:Angst, etwas zu versäumen
sich selbst wenig Zeit zu geben
permanent unter Zeitdruck zu stehen
oft kaum soziale Kontakte
keine Zeit für Details haben
Keine Durchhaltefähigkeit
Erlauber:Ich darf mir Zeit nehmen und auch Pausen einlegen.
Nicht alles muss sofort fertig sein.

 

Mach es allen recht!
Glaubenssatz: Ich bin nur dann wertvoll, wenn alle mit mir zufrieden sind.
Wenn ich „Nein” sage, werde ich sofort abgelehnt.
Stärke:beliebt bei KollegInnen
kommt bei anderen gut an
oft hohe soziale Kompetenz
Schwäche:Unfähigkeit Nein sagen zu dürfen/können
keine Abgrenzung
wird gern ausgenutzt
eigene Bedürfnisse zählen nicht
Erlauber:Ich darf meine Bedürfnisse aussprechen.
Ich bin OK, auch wenn jemand unzufrieden mit mir ist.
Ich darf es auch mir selbst recht machen.

 

Streng Dich an!
Glaubenssatz: Ich muss mich immer anstrengen, egal wobei.
Das Leben ist hart.
Ohne Fleiß kein Preis.
Stärke:Einsatzbereitschaft
Schwäche:Angst, dass andere besser sind als ich
nicht mit dem Erreichten zufrieden sein, wenn es leicht geht
Es gibt ständig Probleme / Schwierigkeiten / Krisen
Erlauber:Erfolge dürfen gefeiert werden.
Auch Arbeit darf leicht sein.

 

Sei stark!
Glaubenssatz: Niemand darf es merken, dass ich schwach / empfindlich / ratlos bin.
Gefühle sind ein Zeichen von Schwäche / machen verletzbar.
Ein Indianer kennt keinen Schmerz.
Stärke:Belastbarkeit
Eigenständigkeit
Schwäche:Angst, andere könnten meine Schwäche entdecken und mich ablehnen
Schwächen und Fehler sind schlecht
Heldentum um jeden Preis
Erlauber:Ich darf mir Hilfe holen. Dadurch verliere ich nicht mein Gesicht.

 

Wichtig ist, dass Deine inneren Antreiber Dein Handeln nicht permanent bestimmen und so zum Zeitfaktor werden. In der richtigen Situation eingesetzt, sind sie goldeswert. Nur wann ist diese „richtige” Situation? Diese Frage kannst nur Du beantworten .

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Judith Bachmann
schrieb am 14. September 2018

Danke ich fand die Fragen spannend.

 

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