Duino und Triest

Guten Morgen an diesem bereits 3. Tag unseres Kurzurlaubes. Ach, wie schnell doch schöne Zeit vergeht! Für den heutigen Tag stehen ein Besuch des Castello di Duino (liegt etwas nördlich) und ein Spaziergang auf der Strada Napoleonica auf unserem Plan. Alles andere wird sich ergeben, wir lassen uns überraschen. Aber zunächst geht es jetzt wieder zum köstlichen Frühstück. Gleiches Prozedere wie in den vergangenen Tagen und es schmeckt auch diesmal wieder grandios.

Nach obenCastello di Duino

Duino, Castello di Duino

 

Duino, Castello di Duino

 

Leider ist das Wetter heute nicht mehr sonnig, vielmehr bewölkt und etwas grau in grau. Da trifft es sich gut, dass das Castello di Duino sich nur wenige Kilometer außerhalb von Triest befindet und wir bereits nach einer ½ Stunden auf Parkplatz­suche sind. Nach ein bisschen Suchen in den Gassen rund um Schloss und Gelände werden wir auch bald fündig. Jetzt, zur frühen Stunde, sind noch wenige Personen zum Ticketkauf angestellt, angenehm.

Als Erstes wollen wir uns das Schloss ansehen. Ausgestattet mit je einem Audio­guide starten wir unseren Rundgang. Hier gibt es vieles zu besichtigen: eine Grotte, einige ehemalige Wohnräume, ein reich gedecktes Speisezimmer (sieht fast so aus, als würde gleich das Essen serviert werden), eine Bibliothek mit wertvollen alten Büchern, das Piano Forte, auf dem einst Franz Liszt spielte, die Terrasse mit weitem Blick aufs Meer und auf die alte Ruine und natürlich die palladianische Treppe, ein Meisterwerk der Architektur.

Das obere Ende der Treppe führt in private Gemächer der Familie Thurn und Taxis, die Besitzer des Schlosses Duino, und damit für BesucherInnen nicht zugänglich. Auf italienisch ist der Name des Fürstenhauses übrigens ungleich klangvoller als auf Deutsch: della Torre e Tasso. Ist das nicht zum Dahinschmelzen?

Duino, Castello di Duino
IconDuino, Castello di Duino

 

Duino, Castello di Duino
IconDuino, Castello di Duino

 

Duino, Castello di Duino
IconDuino, Castello di Duino
Grotte

 

Wenn wir auch nicht in die Privatgemächer dürfen, so ist doch die Besichtigung des alten Turmes erlaubt. Oben angelangt haben wir einen schönen Blick über den Schlosspark und die numgebende Gemeinde Duino-Aurisina. Der Park ist recht weitläufig und stilvoll angelegt.

Blumenbeete, kleine Wege, Steintreppen, Skulpturen und ein kleiner Pool wechseln einander auf unserem Spaziergang ab. Der Audioguide weiß auch hier Kurzweiliges zu berichten und erzählt uns die Legende der weißen Frau, der „Dama Bianca”.

Vor langer Zeit lebte einmal ein böser Ritter im Schloss, welcher seine tugendhafte und schöne Frau von der Mauer der Burg stoßen wollte. Fassungslos über dieses Vorhaben, bat sie den Himmel um Hilfe, der sich ihr erbarmte und sie in einen weißen Felsen verwandelte, noch ehe ihr Körper den Boden berührte.

Man erzählt sich, dass sich ihr Geist von diesem Tag an nachts aus den Felsen löst, um umherzuwandern. Die Dama Bianca irrt im Schloss umher, bis sie die Wiege findet, in der einst ihr Söhnchen schlief. Dort verharrt sie in Schweigen bis zum Sonnenaufgang, um dann zu den Felsen zurückzukehren und sich bis zur nächsten Nacht erneut in Stein zu verwandeln.

Duino, Castello di Duino
IconDuino, Castello di Duino
Speisesaal

 

Duino, vom Castello di Duino
IconDuino, vom Castello di Duino
Castello Vecchio di Duino

 

Am Weg zum Ausgang sehen wir den Hinweis „Zum Bunker”. Karin ist nicht sonderlich interessiert, Alexander schon und so steigt er die steile nass-rutschige Treppen hinab, welche zum Eingang des Bunkers aus dem 2. Weltkrieg führen. Im Jahr 1943 besetzte die deutsche Wehrmacht Triest und Umgebung und errichtete tief im Felsen einen Bunker. Hier ist es sehr dunkel, uneben und wenig interessant. Ausgestellt sind ein paar Informationstafeln zur Entstehung des Bunkers und hinter Gittern ein paar alte Überbleibsel aus dem 2. Weltkrieg.

Der Bunker öffnet sich schließlich mit einem Blick zum Meer. Hier standen früher die Kanonen, welche den nahen deutschen Stützpunkt bei Sistiana schützen sollten. Das war’s dann auch schon wieder, also den Weg zurück und die Stufen hinauf, immer darauf achtend, auf den nassen Stufen nicht auszurutschen.

Karin, die oben am Karstfelsen geblieben ist, hat in der Zwischenzeit den Blick weit über den Golf von Triest schweifen zu lassen, ganz nach dem Motto „Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen”.

Duino, Castello di Duino
IconDuino, Castello di Duino

 

Duino, Castello di Duino
Terrasse

 

Duino, Castello di Duino
IconDuino, Castello di Duino
Stiegenhaus

 

Sicher würde ein Zitat von Rainer Maria Rilke hier besser passen als eines von Astrid Lindgren, denn Rilke war mit der kunstsinnigen Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe befreundet und öfter Gast auf Schloss Duino.

Die „Duineser Elegien”, ein Werk das in die Weltliteratur eingegangen ist, sind hier entstanden und auch der Rilkeweg, der mit spektakulären Ausblicken entlang der Felsen vom Schloss aus in den Nachbarort Sistiana führt, erinnert an den Literaten.

Ein bisschen spazieren wir noch gemeinsam durch den Park. Bunt bepflanzte Beete, gepflegt getrimmte Eiben, verwitterte, von wildem Wein überwachsene Steintreppen. Ein wirklich romantischer Ort mit viel Inspiration für die Künstler, die hier Gäste sein durften. So, nun ist unser Besuch des Castello di Duino aber wirklich zu Ende.

Am Retourweg, es ist mittlerweile schon fast Mittag, halten wir Ausschau nach einem netten Lokal am Meer um etwas zu trinken und vielleicht auch eine Kleinigkeit zu essen. Tja, das ist gar nicht so einfach, denn jetzt sind fast alle Parkplätze entlang der PKüstenstraße schon belegt. Mit etwas Geduld und viel Glück finden wir eine passende Lücke.

Duino, Castello di Duino
IconDuino, Castello di Duino

 

Duino, Castello di Duino

 

Die lange Gerade der Küstenstraße zwischen Triests Stadtteil Barcola und der Abzweigung zum Schloss Miramar ist die Lieblings-Badeadresse der Triestiner. Sie wird auch „I Topolini” genannt, was auf Deutsch Mäuschen bedeutet. Der entzückende Name kommt von den zehn halbrunden Betonterrassen, die hier ins Meer hinausragen. Sie sehen nämlich aus wie Micky Maus Ohren und Micky Maus heißt auf Italienisch eben Topolino.

Beim „Stuberl Marine” bleiben wir hängen. Nette kleine Tischchen laden zum Verweilen ein und wir nehmen die Einladung gerne an. Mit dem Mittagessen müssen wir aber noch warten, denn die Küche öffnet erst in 30 Minuten. Ok, kein Problem, wir nehmen jetzt einmal jeder ein kleines Bier. So, jetzt ist die Küche geöffnet und wir bestellen gegrillten Fisch und Calamari auf kleinem Salat. Ganz frisch, ganz köstlich!

Nach obenOpicina und die Strada Napoleonica

Trieste, von Strada Napoleonica
Aquädukt

 

Trieste, Strada Napoleonica
IconTrieste, Strada Napoleonica

 

In Opicina ist die weit über die Grenzen Triests bekannte Pasticceria Saint Honore von Roberto di Mosenich unser nächstes Ziel. Opicina liegt hoch über Triest und ist mit einer Straßen­bahn von der Stadt aus erreichbar. Unter anderen Köstlich­keiten können Schokoladenfans das Transport­mittel hier auch als süßes Souvenir erstehen.

Ein Parkplatz in der Nähe ist schnell gefunden, aber als wir dann vor der Konditorei stehen, sind die Türen leider fest verschlossen. Sonntag­nachmittag ist leider zu. Sehr Schade, denn morgen müssen wir schon wieder abreisen. Dann heben wir uns den Genuss des legendären Schoko­konfekts eben für unseren nächsten Triest Aufenthalt auf, ein weiterer Grund zum Wiederkommen.

Gleich ums Eck ist ein kleiner Eissalon, welcher sich als zweifacher Glücksgriff entpuppt. Erstens geöffnet und zweitens verkauft man hier köstliches Gelato. Mit je einem Becher Eis beginnen wir unseren Spaziergang durch Opicina. Vereinzelt sitzen noch Leute in den Lokalen, aber sonst ist jetzt wenig los. Wir schlendern entlang der Via Carducci bis wir zum Ortszentrum von Opicina kommen. Hier ist auch die Endstation der Opicina Tramway, welche Triest mit dem Vorort Opicina verbindet.

Trieste, Strada Napoleonica

 

Trieste, von Strada Napoleonica
Faro della Vittoria (Siegesleuchtturm)

 

Die Lokalbahn nach Opicina wurde am 9. September 1902 in Betrieb genommen. Bis 2012 ging alles gut, dann aber entgleiste während Renovierungsarbeiten eine Bahn. Der Betrieb wurde 2 Jahre lang eingestellt. Aber auch nach der Wiederinbetriebnahme gab es 2016 erneut einen schweren Unfall, 2 Wagen stießen frontal zusammen und 8 Personen wurden verletzt.

Seitdem besteht ein Schienenersatzverkehr und die Bahn wird weiter renoviert. Wir hoffen, dass die Renovierungen irgendwann einmal abgeschlossen sind und wir dann mit der Straßenbahn von Triest nach herauf nach Opicina fahren können.

Unser nächstes Ziel hier in Opicina ist Triests angeblich schönste Höhenpromenade. Mit viel Glück finden wir einen Parkplatz am Anfang der Strada Napoleonica, gleich beim Obelisken. Insgesamt ist sie fünf Kilometer lang und verbindet Opicina mit dem Ort Prosecco, aber bis Prosecco wollen wir sicher nicht gehen. Mal sehen wie lang es uns freut.

Die Straße trägt ihren Namen aufgrund einer Legende, wonach wohl die napoleonischen Truppen sie als erste begangen haben. Allerdings ist es eher wahrscheinlich, dass der Name „Vicentinischer Spazierweg” uns näher an die Fakten bringt. Er rührt vom Nachnamen des Ingenieurs Vicentini her, der diese Höhenstraße geplant hat.

Trieste, Teatro Romano di Trieste
IconTrieste, Teatro Romano di Trieste

 

Trieste, Teatro Romano di Trieste

 

Trieste, Teatro Romano di Trieste

 

Heute ist die Napoleonica ein bequemer, völlig autofreier Wanderweg. Man kann entweder auf dem breiten Kiesweg spazieren, auf dem heute sogar Eltern ihre Kleinen im Kinderwagen schieben, oder einen schmaleren Pfad durch den lichten Wald. Kein Wunder, dass sich hier auch Sportler wie Läufer und Radfahrer gerne tummeln.

Nach etwa 1,5 km sehen wir das Viadukt und den Faro della Vittoria (Siegesleuchtturm) und beschließen, genug des Weges entlang gegangen zu sein, zumal es drückend schwül ist und wir ganz verschwitzt sind. Komm, gehen wir wieder zum Auto zurück und fahren heim ins Hotel.

Geparkt wird im uns schon bekannten Parkhaus in der Nähe des Teatro Romano di Trieste und auch beim letzten Abendessen in Triest wollen wir keine Experimente starten und gehen wieder zu Cermut Piccola Osteria furlana, weil es uns gestern so gut geschmeckt hat. Eine richtige Entscheidung, denn auch heute mundet es uns hier wieder sehr. Ein ereignisreicher Tag geht bei gutem Essen und hervorragendem Wein zu Ende. Für morgen haben wir uns den Besuch von Ljubljana vorgenommen, das auf dem Heimweg nach Wien liegt. Wir freuen uns schon darauf. Gute Nacht!

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