Ankunft in Triest

Trieste, Via Roma
IconTrieste, Via Roma
Statue James Joyce

 

Trieste, Canal Grande di Trieste

 

Trieste, Piazza Sant'Antonio Nuovo
IconTrieste, Piazza Sant'Antonio Nuovo

 

Seit diese dämliche Pandemie ausgebrochen ist, waren wir nicht mehr am Meer. Die Lockerungen bei den Einreise­bestimmungen, die Impfungen und das Sommerwetter haben uns zu Alexanders Geburtstag diesmal nach Triest geführt. Frei nach dem leicht abgewandelten Spruch: „A wann i an See seh, muss manchmal a Meer her”.

Wir haben Freitag und Montag freigenommen und verbringen ein langes Wochenende in und um die italienische Stadt, die Wien wohl am ähnlichsten ist.

Es heißt ja auch, dass Kaiser Franz Josef während der Zeit, da Triest zur Österreich-Ungarischen Monarchie gehört hat, nach seinen baulichen Wünschen gefragt, gemeint haben soll: „Na, machen Sie’s so wie in Wien”.

Am Freitagmorgen holt Alexander unseren Mietwagen vom Hauptbahnhof, während Karin zu hause noch das Frühstücks­geschirr abwäscht, Blumen gießt und den Müll runterbringt. Um 09:00 Uhr sitzen wir schon im ausgeborgten Audi und fahren Richtung Süden. Bei uns ist das Wetter nicht besonders freundlich, kühle 17° und stark bewölkt. Das darf sich gerne noch steigern!

Die Fahrt verläuft ohne große Highlights oder Zwischenfälle. Alexander freut sich über die technischen Finessen, die er beim Fahren an dem neuen Auto entdeckt, Karin genießt es, einfach die Gegend anzuschauen.

Zwei Pausen legen wir ein, einmal für Kaffee und einen geteilten Erdbeerkuchen noch in Österreich und zum Mittagessen dann in Slowenien.

Trieste, Palazzo Tergesteo
IconTrieste, Palazzo Tergesteo
Galerie

 

Trieste, Palazzo Carciotti

 

Je näher wir Triest kommen, desto schöner wird das Wetter. Juhu, so haben wir uns das vorgestellt!

Als Bleibe für die nächsten 3 Nächte haben wir das DoubleTree by Hilton auf der Piazza della Repubblica im Stadtzentrum gewählt. So sind wir mitten im Geschehen, unweit der Piazza dell’Unitá, dem Canal Grande und der Mole, können abends zu Fuß noch ausgehen und ein Parkhaus gibt es auch in der Nähe.

Dank Navi finden wir gleich zum Hotel und fahren vor. Während Alexander im Wagen bleibt, hüpft Karin in die Lobby und erkundigt sich, wo man während des Check-In halten kann. Alles kein Problem, gleich ums Eck sind ein paar Hotelparkplätze genau zu diesem Zweck.

Und falls wir Hilfe mit dem Gepäck brauchen, kommt auch gleich jemand mit. Für das lange Wochenende haben wir nicht viel eingepackt, sodass Karin die Hilfe dankend ablehnt. Ist wirklich nicht viel.

Der Empfang ist sehr freundlich. Neben Schlüsselkarte und Erklärungen zu Frühstückszeiten, Bar, den unvermeidlichen Hygieneregeln etc. bekommen wir frische Schokolade-Cookies, die herrlich duften. Was für ein süßes Willkommen!

Das Zimmer gefällt uns auch sehr. Wir haben eine Junior Eck-Suite gewählt. Da der Kurzurlaub einen besonderen Anlass hat, darf es auch gerne ein besonderes Zimmer sein. Es ist ausreichend Platz, das Mobiliar schlicht aber geschmackvoll und gemütlich und … im Kühlschrank befinden sich eine Flasche Prosecco und 2 gekühlte Gläser als Willkommen und Geburtstagsgeschenk des Hauses. Sehr nett!

Wir halten uns nicht allzu lange mit auspacken und einräumen auf, da wir nach der Fahrt gerne die Beine vertreten und auch den Anreisetag schon für Stadterkundungen nutzen wollen. Rasch die Kleidung gewechselt - es ist hier wirklich deutlich wärmer als in Wien und wir schlüpfen gerne ist etwas Luftigeres - Fotoapparate geschnappt und los geht‘s.

Nach obenCanal Grande di Trieste

Trieste, Kirche der Dreifaltigkeit und des Hl. Spyridon

 

Trieste, Piazza Sant'Antonio Nuovo

 

Trieste, Canal Grande di Trieste

 

Eine unserer ersten Stationen ist der Canal Grande. Er befindet sich mitten im Borgo Teresiano, jenem Viertel, das Kaiserin Maria Theresia Mitte des 18. Jahrhunderts erbauen ließ. Ursprünglich war der Canal Grande dafür gebaut, Handelsschiffen das Einfahren sowie Ein- und Ausladen mitten in der Stadt zu ermöglichen.

Heute ist der Canal Grande nicht mehr so lang wie ursprünglich und kann daher seine einstige Funktion auch nicht mehr erfüllen. Nur mehr kleine Fischerboote können ihn befahren oder - so wie jetzt - hier vor Anker liegen.

Links und rechts gibt es Gastgärten von Restaurants und manchmal - so wie auch heute - ist er Ort für Straßenfeste. Derzeit gastiert hier ein Streetfood-Festival und säumt mit Standeln, Tischen und Bänken ein Ufer.

Am städtischen Ende des Canal Grande befindet sich die klassizistische Fassade der Kirche Sant‘Antonio Nuovo, die mit ihren ionischen Säulen an einen griechischen Tempel erinnert. Davor ein Wasserbecken mit kleinen Fontänen und ein paar Oleanderbüsche links und rechts. Das ist ganz gut so, denn damit lässt sich auf Fotos gnädig die stellenweise doch durchaus verbesserungswürdige Umgebung verdecken.

Trieste, Piazza della Borsa
IconTrieste, Piazza della Borsa
Cracking Art Incanto, Fuchs

 

Trieste, Via Roma
IconTrieste, Via Roma
Statue James Joyce

 

Trieste, Via della Cassa di Risparmio
IconTrieste, Via della Cassa di Risparmio
Cracking Art Incanto, Frosch

 

Sehr schön ist auch die Fassade der serbisch-orthodoxen Kirche SS. Tinitá e San Spiridione, die etwas orientalisch wirkt mit ihren goldglänzenden Mosaiken.

Auch einige schöne Palazzi stehen hier an den Ufern, wie der klassizistische Palazzo Carciotti und der Palazzo Gopcevich. Ursprünglich führten einmal 3 Brücken über den Canal Grande, eine weiße, eine rote und eine grüne - kann man sich leicht merken, denn das sind ja die Farben der italienischen Nationalflagge.

Übrig geblieben ist nur die rote Brücke, der Ponto Rosso. Nino Spagnoli, ein triestiner Bildhauer, hat 2004 die Statue von James Joyce anlässlich des Hundertjahrjubiliäums der Ankunft von Joyce in Triest geschaffen und sie wurde hier aufgestellt. Seitdem heißt der Fußgängerübergang auch Passaggio Joyce. Natürlich müssen wir quasi ein Stückchen mit Herrn Joyce schlendern oder zumindest einige Fotos von ihm machen.

In der Via della Cassa di Risparmio fängt es an bunt zu werden. Von den Erkern des altehrwürdigen Gebäudes der Cassa klettern feuerrote Frösche. Was ist denn das? Eine zeitgenössische Kunstausstellung mit Namen „Incanto” ist zu Gast in Triest und besiedelt die bedeutendsten Orte mit leuchtend bunten Tieren. Die Frösche, die wir hier sehen, sind erst der Anfang!

Nach obenPiazza della Borsa und Piazza dell‘Unitá d’Italia

Trieste, Piazza della Borsa
IconTrieste, Piazza della Borsa
Free Trieste

 

Trieste, Piazza della Borsa
IconTrieste, Piazza della Borsa
Cracking Art Incanto, Fuchs

 

Trieste, Piazza Unita d'Italia
IconTrieste, Piazza Unita d'Italia

 

Auf der Piazza della Borsa umzingeln Füchse in leuchtendem Magnet den Brunnen vor den Bürofenstern der Bewegung „Free Territory of Trieste”. Nach dem italienischen Friedensvertrag entstand 1947 das Freie Territorium Triest (FTT), welches durch das Londoner Memorandum 1954 beendet wurde.

Triest wurde italienisch, jedoch ohne einen Beschluss der Vereinten Nationen. Die Bewegung für ein freies Triest beruft sich auf das Fehlen dieses Beschlusses.

Durch die schattigen Gassen gehen wir weiter zur Piazza dell‘Unitá d’Italia, dem Platz der italienischen Einheit und Hauptplatz von Triest. Die Triestiner nennen den Platz auch gerne Piazza Grande, ist er doch nicht nur der größte Platz der Stadt, sondern auch untern den größten Plätzen Europas, welche sich zum Meer hin öffnen. Ach, und überhaupt, das Meer!

Doch zunächst widmen wir uns der Piazza Grande mit ihren schönen Gebäuden. Das Rathaus, davor die Säule, welche zu Ehren von Karl VI., welcher Triest zum Freihafen erhoben hatte, aufgestellt wurde und der Brunnen der vier Kontinente.

Der Regierungspalast, dessen Mosaiken in der Nachmittagssonne glitzern und das Palazzo Stratti mit seiner Allegorie von Triest, dargestellt von einer Frauenstatue, umgeben von Symbolen des wirtschaftlichen Wachstums. Im Erdgeschoss des Palazzo Stratti befindet sich das berühmte Café degli Specchi, in das wir während unseres Aufenthalts in Triest sicher noch einkehren werden.

Trieste, Generali Group Academy (Palazzo Berlam)
IconTrieste, Generali Group Academy (Palazzo Berlam)

 

Trieste, Piazza Unita d'Italia
IconTrieste, Piazza Unita d'Italia

 

Trieste, Restaurant Urbanis

 

Entlang der Uferstraße, der Riva del Mandracchio, schlendern wir nochmals zurück zum Canal Grande. Auch hier gibt es viele schöne Gebäude zu bewundern und für uns natürlich auch zu fotografieren. Das Palazzo Berlam z.B., ein auffälliges Backsteingebäude, in dem nun die Generali Group Academy sowie das Café Illy beheimatet sind.

Am Retourweg zur Piazza Grande kehren wir bei Urbanis auf einen Aperitivo ein. Die Bar, die niemals zu schließen scheint - tatsächlich ist sie täglich von 07:00 bis 01:00 und Freitag bis Sonntag sogar bis 02:00 geöffnet - geht auf das Jahr 1832 zurück.

Das historische Bodenmosaik im Innenraum stammt aus dem Gründungsjahr. Urbanis ist ein beliebter Treffpunkt der Triestiner, die sich hier nicht nur vor Mahlzeiten, sondern auch zum After-Work oder einfach nur so verabreden. Unter großen, schattenspendenden Schirmen lassen wir uns nieder. Alexander nimmt ganz klassisch ein kühles Helles, während Karin ebenfalls klassisch einen Campari Sprizz wählt. Dazu kommen Chips, Couscous und eine kleine Quiche. Aperitivo eben!

Nach obenAbendausklang

Trieste, Salone degli Incanti

 

Trieste, Salone degli Incanti
Cracking Art Incanto, Schnecke

 

Trieste, vom Pier the Roof

 

Während wir an unseren kühlen Getränken nuckeln und das bunte Treiben beobachten, schweift unser Blick auch zum Turm des Rathauses, wo Michez und Jachez auf die Glocke einschlagen., während die Nationalflagge im Wind weht. Diese Namen tragen die beiden bronzenen Glockenschläger hier in Triest.

Nach dem Aperitivo, der durchaus zelebriert werden will und seine Zeit in Anspruch nimmt, schlendern wir entlang des Meeres ein Stückchen in die andere Richtung zur Piazza Hortis.

Das Cavana Viertel war früher eher berüchtigt als berühmt, stand es denn für das Rotlichtmillieu, streunende Katzen und Taubenkot. Heute ist das glücklicherweise alles anders - bis auf die kleinste Rösterei Triests, die Torrefazione La Triestine, die bereits seit 1948 besteht und auf der Piazza Cavana No. 2 zu hause ist. Hier stehen übrigens auch wieder die kunterbunten Tiere von Incanto - diesmal sind es Vögel.

Trieste, Canal Grande di Trieste
IconTrieste, Canal Grande di Trieste

 

Trieste, Meer
IconTrieste, Meer

 

Trieste, Piazza Unita d'Italia
IconTrieste, Piazza Unita d'Italia

 

Von der Piazza Venezia aus zieht es uns wieder ans Meer. Am Dach der Marina SanGiusto, einem netten Lokal, befindet sich neuerdings eine Roof Top Bar mit Namen Pier The Roof. Da müssen wir natürlich hin und hinauf. Fast ein wenig griechisch, jedenfalls aber äußerst mediterran mutet es hier an. Weiß gestrichenes Mobiliar, Olivenbäume in Töpfen und Cocktails, wie sie das Herz begehrt. Einziger Schönheitsfehler ist, dass es Snacks dazu erst zu späterer Stunde gibt. Egal, wir sitzen im Schatten, trinken Cocktails, schauen aufs Meer und schmieden Pläne für die vor uns liegenden Tage.

Später, auf dem Retourweg, kehren wir auf ein gefülltes Panini in einem der unzähligen Lokale in der Via di Cavana ein. Zwar schmeckt es gut, gefüllt mit Fisch, Erbsen, Tomatensauce, jedoch verteilt sich beim Abbeißen alles wenig dekorativ auf der Brust. Muss nicht sein!

Am Meer, bei der Mole Audace, findet dieser doch durchaus lange Tag seinen Ausklang. Sanft platschen die Wellen gegen die Mole, junge Mütter mit ihren Kleinkindern kühlen sich an der Treppe nebenan im Wasser ab und wir schauen zu, wie die Sonne langsam untergeht. Ach, wie haben wir das vermisst! Denn selbst „wann i an See seh, muss manchmal a Meer her” - so textet Karin treffend, bevor wir zum Hotel zurückkehren und in unser kühles Bettchen schlüpfen. Buona notte!

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