Drei Viertel und Folklore

Calle de Alcala, Cafe Faborit
IconCalle de Alcala, Cafe Faborit

 

Calle de Alcala, Cafe Faborit
IconCalle de Alcala, Cafe Faborit

 

Irgendwann zwischen 05:00 und 06:00 sind die Madrilenos des Feierns dann doch müde und die Musik hört auf. Wir dösen in der ungewohnten Stille nochmal ein und wenn Alexanders Wecker nicht geläutet hätte, wären wir wohl erst am späten Vormittag wieder aufgewacht.

Nichts da büseln, wir wollen die Stadt erkunden! Los, los aufstehen, duschen, anziehen und Frühstück suchen. Heute besuchen wir das Café Faborit gleich nebenan. Alexander hat diesen Vorschlag gemacht, da Starbucks wie schon erwähnt ohnehin überall gleich gut ist und wir wieder einmal etwas anderes ausprobieren wollen. Karin ist noch von gestern Abend so voll, dass sie gerne einwilligt - sie möchte eh nix essen.

Das Faborit hat gerade aufgemacht und so sind wir die ersten Gäste. Wir bestellen Cappuccino, Schinken-Käse-Toast, später noch ein Dulce für Alexander, Bananenyoghurt-Drink für beide und Latte Macchiato für Karin. Schmeckt alles gut, der Kaffee ist jedenfalls um Klassen besser als der Café con leche in der Bar gestern. Dafür halt ein kleines Bisserl weniger authentisch, weil das Faborit eben eine spanische Kette ist und kein kleines, individuelles Lokal, wie das gestrige.

Nach dem Frühstück gehen wir nochmal kurz aufs Zimmer und dann brechen wir auf, um Madrid bei Sonnenschein zu erobern. Unser erster Spaziergang, den wir nach unserem Reiseführer unternehmen, führt uns durch Lavapies und Letras.

Nach obenBahnhof Atocha

Jardines Tropicales de Atocha
IconJardines Tropicales de Atocha

 

Bahnhof Atocha

 

Beide Vierteln sind bekannt und haben ihr ganz eigenes Flair. Während es sich bei Lavapies um das alte jüdische Viertel Madrids handelt, waren in Letras Madrids berühmteste Literaten zu Hause. Wir freuen uns auf eine abwechslungsreiche Tour.

Doch zuvor wollen wir noch dem Bahnhof Atocha einen Besuch abstatten. Es ist weniger das Fernweh und der Reiz der abfahrenden und ankommenden Züge, welche uns zum Bahnhof treiben, sondern der Palmengarten, der dessen Abfahrtshalle zu etwas Besonderem macht.

Unter der riesigen Wölbung der alten Bahnhofshalle, die zwischen 1888 und 1892 aus Eisen und Glas im Jugendstil erbaut wurde, hat man 1992 bei der Eröffnung des neuen, modernen Bahnhofstraktes einen tropischen Garten angelegt.

Jardines Tropicales de Atocha
IconJardines Tropicales de Atocha

 

Jardines Tropicales de Atocha

 

Wenn man von der Metro hinaufkommt und ein paar Ebenen die Schräge hinaufgeht (auf Treppen hat man zugunsten von Trolleys, Koffer auf Rollen und Rollstühle verzichtet) liegt einem der Garten mit seinen Palmen, Bananen, allerlei anderen tropischen Pflanzen und dem Schildkrötenteich zu Füßen.

Toll! So wurde nicht nur die Schönheit der alten Halle erhalten, es wurde Madrid auch noch eine kleine Grünoase gegeben, die gerne als Treffpunkt und als grüner Rückzugsort bei Schlechtwetter genutzt wird.

Allerdings nur mit beschränkte Zugangszeiten, damit der Urwald sich auch bisschen regenerieren kann. Während dieser Regenerationszeiten hüllt ein feiner Sprühnebel die Pflanzen in mystische und vor allem lebenspendende Feuchtigkeit.

Nach obenDie Viertel Lavapies und Letras

Platz vor dem Museo Centro de Arte Reina Sofia
IconPlatz vor dem Museo Centro de Arte Reina Sofia

 

Vater und Sohn
IconVater und Sohn

 

Nur eine Metro-Station weiter, die man eigentlich auch gut zu Fuß hätte gehen können, liegt der Startpunkt unseres Spazierganges, das Centro de Arte Reina Sofia. Die Sammlung von Bildern zeitgenössischer spanischer oder zumindest mit Spanien verbundener Künstler ist in einem Bau aus dem 18. Jahrhundet untergebracht, dem ehemaligen Allgemeinen Krankenhaus.

Zu den berühmtesten Gemälden, die unter anderen von Miro, Picasso und Dali stammen, zählt wohl Picassos Guernica, das sich mit der Zerstörung der gleichnamigen Stadt durch einen Luftangriff während des spanischen Bürgerkrieges auseinandersetzt.

Wie schon erwähnt gehören wir zu jenen Besuchern, die eine Stadt lieber outdoor erkunden, als sich den Innenansichten zu widmen, und da das Wetter heute strahlend schön ist, bleiben wir auch beim MNCARS heraußen.

Während Karin die Skulptur auf dem Platz vor dem Museum umrundet, um eine günstige Perspektive für ein Foto zu suchen, fällt ihr eine nette Szene auf. Ein Vater coacht offensichtlich seinen kleinen Sohn beim Fußballspielen, damit dieser einmal viele Tore schießen wird.

Plaza del Emperador Carlos V

 

Kein Schuss vergeht, der nicht ordentlich analysiert, kommentiert und verbessert wird. Der Bub macht brav alles mit. Schließlich sitzen die zwei Seite an Seite auf den Treppen, ruhen sich von den Strapazen aus und der Vateer erklärt mit Händen und Füßen weitere technische Feinheiten, während der kleine aufmerksam zuhört. Entzückend!

Ein Eckgeschäft in der steilen Straße, der wir nun folgen, führt wunderschöne, modern gestaltete Fächer, Seidentücher und Krawatten. Alles in strahlenden, fröhlichen Farben. Und der Laden hat sogar offen! Wir treten ein, baden unsere Augen in den bunten Farben und erstehen schließlich einen Regenbogenfächer für Karin und eine Krawatte für Alexander.

Erfreut über die zwar typischen aber glücklicherweise nicht so ur-kitschigen Souvenirs folgen wir weiter dem Weg, den wir uns als heutigen Spaziergang ausgesucht haben.

Nach obenLos Mayos de Madrid, kostümierter Umzug

Los Mayos de Madrid
IconLos Mayos de Madrid

 

Los Mayos de Madrid

 

Los Mayos de Madrid
IconLos Mayos de Madrid

 

In einer der Straßen sehen wir plötzlich ein Mädchen, das wie eine Braut gekleidet ist und auf einem Stuhl vor einem Garten­bild sitzt. Rund­herum sind Blumen arrangiert. Leute in Tracht stehen herum, machen Fotos, lachen, reden. Aha? Was ist denn das? Sieht aus wie eine Mischung aus Maikönigin und Firmling. Wir machen Fotos und gehen weiter.

Etwas später treffen wir nochmals auf so einen kleinen Auflauf mit Maikönigin - oder was immer das Mädel darstellt. Und dann hören wir plötzlich Musik! Ein kleiner Umzug mit Musikanten, SängerInnen sowie Männer und Frauen in Trachten kommt die Straße herauf.

Wir mengen uns unter die Leute und ziehen mit. Es geht eine steile Gasse hinauf, in der ein Mädchen neben dem nächsten sitzt. Allesamt sind sie aufgemascherlt mit weißen Spitzenkleidchen, Blumen in Haaren, Händen und rings um sie herum.

Los Mayos de Madrid
IconLos Mayos de Madrid

 

Los Mayos de Madrid
IconLos Mayos de Madrid

 

Oft sind auch Kräuter und Obst um sie drappiert. Dazu gibt es Damen und Herren in Tracht, die singend, schwatzend und lachend mitgehen. Es sieht fast aus wie ein Heirats­markt oder soetwas ähnliches. Wir verbringen einige Zeit mit Beobachten und Foto­grafieren.

Es ist auch ein Fest für das Auge, was einem hier geboten wird. Neben den jungen Mädchen, die allein schon wegen ihres zarten Alters eine Augenweide darstellen, sind es aber vor allem die älteren Herrschaften, deren Kleidung bis ins kleinste Detail stimmig ist.

Schuhe mit Silber­schnallen, seidene Strümpfe, Samtwesten, Hemden mit Manschetten und spitzen­besetzte Halstücher herrschen bei den Herren vor. Es scheint sich um Trachten aus dem späten 18. oder aus dem 19. Jahrhundert zu handeln.

Los Mayos de Madrid

 

Los Mayos de Madrid
IconLos Mayos de Madrid

 

Los Mayos de Madrid

 

Die Damen sind recht farben­prächtig angetan und ihre Köpfe zieren farblich auf die Röcke abgestimmte Blumen und kunstvolle Haarnetze.

Diese erinnern uns mit ihren aufwändigen Spitzen zum Teil an ober­österreichische bzw. Linzer Goldhauben, wie sie bei uns in Österreich getragen wurden und auch heute noch von manchen Vereinen als Teil unserer Tradition bewahrt und wiederbelebt werden.

Schön sind auch die Wämser. Aus Samt, mit Klöppel­spitze verziert oder kunstvoll gehäkelt und gestrickt, mit kleinen Pompons und verschlungenen Mustern. Karin stellt sich vor, wie geschickte und geduldige Damen an langen Nachmittagen diese Kunstwerke fabrizieren. Nein, diese Mühe!

Los Mayos de Madrid
IconLos Mayos de Madrid

 

Los Mayos de Madrid
IconLos Mayos de Madrid

 

Vor der Kirche San Lorenzo kommt es zu einer netten, kleinen Begebenheit. Eine alte Dame, nicht mehr so gut zu Fuß und daher auf einen Gehstock gestützt, rekrutiert ganz selbstverständlich Alexander, damit er ihr seinen Arm leiht und ihr die Treppe zum Eingang hinauf hilft.

Macht er doch gerne. Zwischen den Anstrengungen des Stiegensteigens und dem Luftholen, plaudert sie ihn spanisch an, was er nicht versteht. Am oberen Ende angelangt, bedankt sich die Dame artig für die galante Begleitung. Sehr süß!

Schließlich haben wir genug Fotos und ziehen weiter. Zu Hause finden wir durch exzessives Googeln heraus, dass es sich bei dem Umzug mit den Mädchen um Los Mayos de Madrid gehandelt hat.

Los Mayos de Madrid
IconLos Mayos de Madrid

 

Los Mayos de Madrid
IconLos Mayos de Madrid

 

Es ist ein Fest heidnischen Ursprungs, welches das Wiedererwachen der Natur in ihrer vollen Schönheit feiert. Die zurück­gekehrte Frucht­barkeit und auch die Frühlings­gefühle zwischen Mann und Frau werden mit vielen Blumen, eben den herausgeputzten jungen Mädchen, Musik, Tanz und Spezereien rund um das erste Mai­wochen­ende gefeiert.

Wie schön, dass wir zufällig daran teilnehmen konnten.

Nach obenEthnoläden und Mietburgen

Calle de Tribulete, Comic-Shop
IconCalle de Tribulete, Comic-Shop

 

Lavapies Teatro Valle-Inclan
IconLavapies Teatro Valle-Inclan

 

Nach ein paar weiteren Schritten gelangen wir nun in ein arabisch und teilweise auch asiatisch geprägtes Viertel, das von kleinen Läden mit zweifelhafter Ware geprägt ist. An den Fassaden gibt es viel zu sehen: lustig dekorierte, winzige Balkone mit Armen und Beinen einer Schaufensterpuppe, Blechfiguren wie Scherenschnitte, ein Gemisch aus künstlichen und echten Pflanzen etc.

Die Route aus dem Reiseführer zeigt uns ehemals typische Mietburgen, Corrala genannt, wo sich alles Leben um den zentralen Innenhof abspielt, ähnlich einer Pawlatschen in Wien.

Die Mietburgen waren eine Reaktion auf die vielen Migranten, die in Madrid Zuflucht und Glück suchten. Irgenwo mussten die vielen Menschen untergebracht werden, denn die Stadt drohte aus ihre Nähten zu platzen.

Kleiderpuppe am Balkon
IconKleiderpuppe am Balkon

 

Ruine Pias de San Fernando

 

Calle Del Meson De Paredes
IconCalle Del Meson De Paredes

 

In einer der Straßen steht eine Corrala, deren eine Hälfte abgerissen wurde, sodass man nun direkt ins nachbarschaftliche Miteinander hineinsehen kann. Dass dieses hier immer noch so gut funktioniert, dazu tragen auch die Einwanderer aus Lateinamerika und Afrika mit ihrer offenen und lebenslustigen Art bei.

Auch an vielen kleinen Bars und Cafés führt unser Weg vorbei, die aus irgendwelchen Gründen bekannt, berühmt oder sehenswert sind. So wie die Taberna Antonio Sanchez, die 1870 vom gleichnamigen Stierkämpfer eröffnet wurde. Drinnen hängen einige vergilbte Gemälde von Sanchez und einige seiner Opfer.

Antonios Sohn zog es erst ebenfalls in das Rund der Arena, doch nach einem Unfall, zog er sich zurück und führte des Vaters Taberna weiter. Wir schauen kurz in das schummrige Lokal hinein und gehen weiter, die steile Straße bergauf.

Pappfigur am Balkon
IconPappfigur am Balkon

 

Plaza de Tirso de Molina

 

Calle del Meson de Paredes
IconCalle del Meson de Paredes

 

Oben, sozusagen am Gipfel angelangt, befindet sich ein Platz, auf dem heute ein kleiner Markt stattfindet. Eine Frau sitzt an einem Tischchen und bemalt Fächer. Nett, aber wir haben schon einen und der gefällt uns sogar noch besser.

Der Platz ist nach Tirso de Molina benannt, einem berühmten spanischen Dramatiker des 16. Jh., der oft in einem Atemzugmit Lope de Vega und Pedro Calderon de la Barca genannt wird. Nach eigenen Angaben schrieb er über 400 Stücke, darunter auch eine Bearbeitung der Don Juan-Sage. Da Tirso de Molina auch Geistlicher war, soll ihm angeblich seine Tätigkeit als Beichvater tiefe Einblicke in die menschliche Psyche gewährt haben, die er in den Figuren seiner Stücke nutzte.

Heute erinnert eine Statue an den Dramatiker, zu deren Füßen sich sanfte Wellen brechen, sowie ein Cafe, das seinen Namen trägt.

Cine Dore
IconCine Dore

 

Casa Lastra Taverne
IconCasa Lastra Taverne

 

Calle de Leon
IconCalle de Leon

 

Weiter führt uns unser Spazier­gang am Fisch­markt von Lavapies vorbei, der unschwer an den Graffiti auf den derzeit her­unter­ge­lassenen Roll­balken erkennbar ist und am alten Kino Cine Doré, welches hier schon seit 1923 steht.

Wir biegen in die Calle de Leon ein und sind nun in Letras, dem Viertel, in dem Madrids bekannteste Schriftsteller einst gewohnt haben.

Nach obenMittagessen bei den Schriftstellern

Cerveceria Cervantes
IconCerveceria Cervantes

 

Plaza de Jesus, Wandfliese
IconPlaza de Jesus, Wandfliese

 

Taberna de la Daniela

 

Gleich an der Ecke Calle de Leon und Calle de Cervantes steht das Wohnhaus von Cervantes. Eine Gedenktafel macht darauf aufmerksam, sonst ist alles ruhig hier.

Nur wenige Schritte weiter in der gleichen Straße befindet sich auch das Haus, in dem Lope de Vega 1610 bis 1635 gewohnt hat. Hier steht eine kleine Schar französisch sprechender BersucherInnen, die sich zu einer Führung durch die Wohnung des berühmten Dramatikers angemeldet hat.

Mittag ist schon etwas vorbei und kleiner Hunger sowie großer Durst machen sich bemerkbar. Auch ein WC würden wir durchaus begrüßen. Unser Reiseführer erzählt etwas von einer kleinen Taberna, in der seit Generationen asturianische Küche serviert wird.

Tatsächlich kommen wir an dem Lokal vorbei und schauen durch die geöffneten Fenster in die Gaststube. Niemand da? Tatsächlich alles ist leer und die Einrichtung mutet zwar alt aber leider gänzlich ohne Charme an. Nur an der Bar sind ein Kellner und zwei Gäste zu sehen. Karin zieht den hungrigen Alexander weiter, sie möchte lieber woanders ihren Hunger stillen.

The Westin Palace
IconThe Westin Palace

 

Fuente de Neptuno
IconFuente de Neptuno

 

Fuente de Neptuno
IconFuente de Neptuno

 

Wir folgen der Route unseres Spaziergangs vorbei am Convento de las Trinitarias, in dem Cervantes in einem unge­kennzeichneten Grab zur letzten Ruhe gebettet wurde. Durch Straßen, in denen ganze Karawanen über den Läden aufgemalt sind, geht es um schattige Ecken und über stille Plätze.

Nur unsere Mägen wollen nicht ruhig sein und so fallen wir in die nächste Bar ein, die uns gefällt und wo wir auch Platz finden. Mutig wie wir sind, probieren wir diesmal andere Tapas als Jamon, Queso oder Chorizo, die wir ja kennen und auch auf der Karte identifizieren können.

Wir bestellen vielversprechende Revuelto con Seta y Gambas sowie Huevos con Patatas y Pimiento und zwei große Bier. Heimlich beten wir zu San Lorenzo und allen anderen lokalen Heiligen, dass wir jetzt nicht gebackene Kutteln oder ähnlich Leckeres erwischt haben.

Das Bier kommt und auch gewürzte Ripperl als Gruß aus der Küche. Danke, wir probieren gleich mal. Der Gruß schmeckt ganz gut, sogar für Karin, die sonst eigentlich keine Ripperln mag. Etwas später kommen dann die bestellten Tapas.

Calle de Alcala, Edificio Metropolis
IconCalle de Alcala, Edificio Metropolis

 

Palacio De Comunicaciones
IconPalacio De Comunicaciones

 

Torreon de la Equitativa

 

Die erste Racion stellt sich als Rührei mit viel Seitling und wenig Shrimps heraus. Das bleibt Karin, da Alexander Schwammerln weder verträgt noch mag. Pech für ihn, Glück für Karin, die sehr gerne Pilze isst. Das zweite Gericht besteht aus Spiegeleiern, Stampferdäpfeln und einem gegrillten grünen Paprika. Das schmeckt Alexander wieder und so werden wir beide satt.

Nach einem Besuch des Bano zahlen wir und machen uns wieder auf, unserem Spazierweg zu folgen. In der Basilica Jesus de Medinacela soll man seine Sünden los werden, wenn man die in der Kirche befindliche Jesusstatue küsst.

Die Basilika ist geschlossen und so küssen wir lieber einander und behalten unsere Sünden. Schließlich haben wir sie uns ja auch redlich verdient.

Auf der Plaza de Cortez sehen wir eine Bronzestatue von Cervantes sowie das Edificio Plus Ultra, das ein Glockenspiel außen am Erker hat. Zu hören bekommen wir es leider nicht. Wir beschließen dafür , dem vielgepriesenen Hotel Westin Palace einen Besuch abzustatten, welches hier gleich um die Ecke ist.

Neugierig gehen wir ins Hotel Palace hinein um die große Halle mit der Glaskuppel anzuschauen. Das Haus, das heute zur Westin Hotelkette gehört, spielt seit nun beinahe 100 Jahren eine Rolle im gesellschaftlichen Leben der Madrilenos und ist für seine wunderschöne Architektur bekannt.

Calle de Alcala
IconCalle de Alcala

 

Plaza de la Independencia, Puerta de Alcala

 

Palacio de Comunicaciones, Glaskuppel
IconPalacio de Comunicaciones, Glaskuppel

 

Als wir ankommen ist gerade Opern-Brunch und eine Sängerin jodelt, während gesetztes Publikum dazu speist. Ob man sich da als Künstler wertgeschätzt fühlt oder als Gast guten Appetit hat? Egal, die Glaskuppel ist echt toll!

Im Raum daneben befindet sich eine gemütliche, holzgetäfelte Bar, die wir auch betrachten. Das plüschige Ambiente in gedecktem Taubenblau sieht zwar anheimelnd aus, aber nicht für einen heißen Frühnachmittag, an dem wir in Shorts und mit Fotorucksäcken herumlaufwen. So lehnen wir denn auch die freundliche Einladung des Bartenders mit danke, ganz lieb und hasta luego ab.

Auf der Plaza de Neptuno gleich unterhalb des Palace, lassen wir uns in einem Schanigarten nieder. Bei 2 Expressos und einem geteilten Schoko-Nuss-Cookie von Starbucks genießen wir die Sonne und rasten uns ein wenig aus.

Nach obenPlaza de la Independencia und der Parque del Retiro

Nach der Pause stellen wir fest, dass unser Spaziergang bald zu Ende ist und wir ganz in der Nähe vom Kommunikationspalast sind. Also gehen wir hinein und fragen nach dem Mirador. Ja, heute ist geöffnet. Nein die Besteigung kostet nichts, Tickets gibt's aber erst um 15:45.

Parque del Retiro
IconParque del Retiro

 

Parque del Retiro
IconParque del Retiro

 

Alle 15 Minuten darf eine Gruppe für eine ¼ Stunde hinauf, dann die nächsten. Wir sollen gegen 15:30 wieder hier sein, damit wir ein Ticket ergattern. Morgen ist sowieso zu. Das alles erfahren wir von einer jungen Bediensteten des angehenden Kulturzentrums.

Noch ist es zu früh, um gleich hierzubleiben und auf die Ticketausgabe zu warten und so gehen wir noch ein wenig spazieren und suchen eventuell ein Café, um uns die Wartezeit bis zur Öffnung der Ticketausgabe zu vertreiben.

Zuerst schlendern wir durch einen Seitenflügel des Kommunikationspalastes, der nun mit einer wabenförmigen Glaskuppel überdacht ist. Es ist immer wieder interessant und spannend, wie gut alte und moderne Architektur doch zusammen passen.

Dann Folgen wir der Straße bergauf, bis wir schließlich auf die Plaza de la Independencia gelangen, wo die Puerta de Alcala steht. Das Monument im neoklassizistischen Stil wurde von König Karl III. in Auftrag gegeben und 1778 eingeweiht. Der Name kommt daher, dass hier am Tor der früheren Stadtgrenze von Madrid die Landstraße nach Alcala de Henares begann.

Heute braust der Verkehr rund um die Puerta, die auch dem Unabhängigkeitsplatz, auf dem sie steht, seine Gestalt gab. Wir gehen auf einen schmalen Grünstreifen zu, der uns schließlich zum Eingang des Parque Retiro führt.

Calle de Juan de Mena
IconCalle de Juan de Mena

 

Calle de Juan de Mena
IconCalle de Juan de Mena

 

Palacio de Comunicaciones

 

Einen der Parkwege gehen wir entlang, bis wir zum See nach vorne kommen. Da heute Sonntag ist und die Sonne vom quietschblauen Himmel lacht, scheint sich halb Madrid hier versammelt zu haben. Überall sieht man Familien spazieren oder Liebespaare im Ruderboot auf dem See hin und her fahren bzw. sich im Sonnenschein treiben lassen. Fast sind wir ein wenig an den Central Park erinnert.

Auch viele Händler haben ihre Ware auf Tüchern ausgebreitet und versuchen, ihre echten Designertaschen oder ebensolche Sonnenbrillen an Mann und Frau zu bringen. Da sind die Eisverkäufer schon erfolgreicher, denn bei dieser Hitze ist kaum jemand einer süßen Erfrischung abgeneigt.

Eine weitere Seitenalle führt uns zur Calle de Juan de Mena, wo wir verschiedene Ziegelhäuser mit schmiedeeisernen Balkonen und Loggien sehen. Manche dieser kleinen Erker sind so winzig, dass man wahrscheinlich nicht mal einen Sessel dort unterbringen kann, doch eine Zierde sind die bleiverglasten Elemente jedenfalls für die Fassade.

Den Kopf nach oben wie die stolzen Madrilenos, um nur ja keine Besonderheiten an Fassaden oder auf Dächern zu übersehen, landen wir schließlich wieder auf der Plaza de Cibeles und somit vor dem Kommunikationspalast.

Nach obenTerrasse des Palacio de Comunicaciones (Kommunikationspalast)

Madrid Panorama
Madrid Panorama von der Terrasse des Palacio de Comunicaciones (Kommunikationspalast)

 

Wir sind zu früh dran, warten aber lieber gleich anstatt nochmal loszuziehen. Es stellt sich als wirklich gute Idee heraus, denn in nur wenigen Minuten bildet sich eine laaaaange Warteschlange.

Palacio de Comunicaciones

 

Palacio de Comunicaciones, Glaskuppel
IconPalacio de Comunicaciones, Glaskuppel

 

Fuente de la Cibeles (Brunnen der Göttin Kybele)
IconFuente de la Cibeles (Brunnen der Göttin Kybele)

 

Punkt 15:45 werden die Tickets ausgegeben und wir fahren mit dem Lift in den 6. Stock. Dort ist noch abge­sperrt und wir müssen tatsächlich bis Punkt 16:00 warten, bis die letzten beiden Stock­werke hinauf­klettern dürfen.

Eigentlich sehr unge­wohnt für ein so südliches Land wie Spanien, dass man hier so auf die fast schon sekunden­genaue Ein­haltung der Zeiten achtet.

Vom Mirador ganz oben, den wir schlussendlich (pünktlich!) erreicht haben, bietet sich ein netter Blick auf Madrid. Vor allem die vielen schönen Skulpturen und Figuren auf den Dächern, kann man von hier aus gut betrachten.

Skyline von der Terasse des Palacio de Comunicaciones
IconSkyline von der Terasse des Palacio de Comunicaciones

 

Fuente de la Cibeles (Brunnen der Göttin Kybele)

 

Wir machen viele Fotos, drehen ein paar Runden und genießen das Panorama. Nach 15 Minuten werden wir höflich aber nachdrücklich vom Wachpersonal hinunter gebeten. Jetzt kommen die nächsten dran.

Nach diesem Ausflug mit Ausblick nehmen wir die Metro und fahren bis zur Station Goya. Wir tauchen an die Oberfläche, sehen uns um. Gibt's ein nettes Café hier? Nein, nichts dergleichen zu sehen. Gut, dann weiter mit der Metro bis Alonzo Martinez und dann machen wir den Spaziergang durch Chueca, der angeblich am späten Nachmittag besonders reizvoll sein soll.

Nach obenChueca

Calle de Hortaleza
IconCalle de Hortaleza

 

Plaza de Santa Barbara
IconPlaza de Santa Barbara

 

Calle de Fernando VI, La Duquesita

 

Chueca war früher ein bedeutendes Schwulenviertel hier in Madrid. Homosexuelle leben auch jetzt noch hier, aber nicht mehr ausschließlich und Chueca ist zu einem multikulti Ort für Junge und Kreative geworden.

Auf der Plaza Santa Barbara finden wir schließlich ein Café mit schattigem und ruhigen Schanigarten. So haben wir das gebucht! Auf zwei Bier lassen wir uns in die Holzsessel plumpsen und beobachten ein wenig das Treiben auf dem Platz. Das Cerveza ist kühl und das Plätzchen unter den Platanen schattig. So lässt sich's leben. Als die Gläser leer sind, zahlen wir und maschieren wieder los.

Auch bei Chueca scheint es sich um ein nettes und nicht ganz alltägliches Viertel zu handeln, das nicht allzusehr von Touristen heimgesucht wird. Tatsächlich sind dem vorauseilenden Ruf gerecht werdend auch einige Männerpaare zu sehen.

Sociedad General de Autores Y Editores

 

Sociedad General de Autores Y Editores
IconSociedad General de Autores Y Editores

 

Primär ziehen jedoch witzige Läden die Aufmerksamkeit auf sich, später dann Modegeschäfte, die ganz außergewöhnliche Designermodelle führen.

Wir spazieren entlang der Route aus unserem Reiseführer, genießen das schöne Abendlicht und den Blick auf die vielen tollen Gebäude, an denen wir vorbei kommen. Da ist z.B. La Duquesita in der Calle de Fernando VI. Die kleine Konditorei, die zu Madrids bekanntesten Torten- und Süßigkeitenbäckereien zählt, verkauft ihr Hüftgold schon seit 1914 hier. Genau dieser Charme des frühen 20. Jahrhunderts wurde liebevoll konserviert und zählt neben den verkauften Köstlichkeiten zu den Markenzeichen von La Duquesita.

Ebenfalls in einem wunderschönen Gebäude ist die Societe General de Autores y Editores untergebracht, an der unser Weg vorbei führt. Auch unter dem Namen Palast Longoria bekannt, handelt es sich hier um ein ganz eindeutiges Beispiel des madrilenischen Modernism, wie man an den geschwungenen Balkonen und den blattähnlichen Verzierungen erkennen kann. Selbst das Gitter, welches das Grundstück umzäunt ist in jenem unvergleichlichem Stil gestaltet. Leider ist das Gebäude nicht öffentlich zugänglich.

Etwas weiter auf unserem Weg stehen wir vor der Kirche „Iglesia de las Salesas Reales” oder besser gesagt vor dem Zaun, der den kleinen Garten schützt, welcher das Gotteshaus umgibt. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Kirchenbau errichtet, der fast wie ein Palast wirkt. Auch im Inneren soll es reiche Verzierungen geben, sodass eine Besichtigung durchaus empfehlenswert wäre. In der Kirche wurde im übrigen neben anderen auch „Ferdinand VI” in einem Marmor Sarg beigesetzt.

Iglesia de las Salesas Reales
IconIglesia de las Salesas Reales

 

Iglesia de las Salesas Reales

 

Als wir hier sind, sind die Pforten jedoch fest verschlossen und so müssen wir uns mit der Außenansicht begnügen. Doch auch die ist schön anzusehen und das eine oder andere Foto wert.

Wir gelangen auf die Plaza de la Villa de Paris, wo hinter einem Park mit Platanen der Palacio de Justicia zu sehen ist. Der frühere Klosterbau brannte im Jahre 1915 vollständig aus, wurde aber bereits kurze Zeit später wieder aufgebaut. Heute befinden sich sowohl das Justizministerium Spaniens als auch der Oberste Gerichtshof, das Tribunal Supremo, in dem Gebäude, was ihm auch seinen Namen gab. Verantwortlich für den Bau am Plaza de Villa de París war der Architekt Joaquín Rojí.

Nach obenRund um die Plaza de Colon

Plaza de la Villa de Paris
IconPlaza de la Villa de Paris

 

Calle de Orellana
IconCalle de Orellana

 

Palacio de Justicia

 

Auf der Plaza de Colon, dem Kolumbusplatz, der unweit des Justizpalastes liegt, sieht man schon von Weitem die Torres de Colon. Zwischen 1967 und 1976 durch das Architektenbüro Manuel Lamela konstruiert, kann man bei den Kolumbus-Türme mit ihren 102 Metern Höhe eigentlich schon von Wolkenkratzern sprechen.

Interessanterweise wurde dieses Bauwerk von oben nach unten gebaut, denn die einzelnen Stockwerke mit ihrer orangeroten Glasverkleidung wurden entlang der Stahlverstrebungen in Richtung Fundament vorangetrieben. Die grünen Dachhauben der Türem kamen erst nachträglich dazu.

Ebenfalls auffällig ist eine brozene, unbekleidete Dame, welche Rubens ob ihrer üppigen Rundungen wohl recht gefallen hätte. Unbekleidet rekelt sie sich vor einer Filiale der Barcleys Bank und schaut sich in einen winzigen Spiegel, der ihr wohl nur einen Bruchteil ihres fülligen Körpers zeigen kann. Wir nehmen an, dass die Eitle für Wohlstand steht bzw. liegt.

Der eigentliche Namensgeber des Platzes, Christoph Kolumbus, ist schließlich in der Mittel des Platzes auf einem Monument auszumachen. Über einer quadratischen Basis mit Reliefs und einer achteckigen, in Stein gehauenen Säule, steht der Entdecker und Seefahrer Kolumbus als 3 Meter hohe Gestalt.

Skulptur am Plaza de Colon
IconSkulptur am Plaza de Colon

 

Skulptur am Plaza de Colon
IconSkulptur am Plaza de Colon

 

Skulptur am Plaza de Colon

 

Im starken Kontrast zum neugotischen Kolumbusdenkmal steht das im Jahr 1977 er­richtete Monumento al Descubrimiento de America. Dieses Monument für die Ent­deckung Amerikas von Joaquín Vaquero Turcios ist aus­ge­prochen modern und eine Zusammen­stellung von drei so­genannten Makro­skulpturen aus Beton. Man sieht also jede Menge unter­schiedlichster Kunst­stile hier auf dem verkehrs­reichen Platz.

Vom Plaza de Colon aus gehen wir nun den Paseo de Recoletos entlang. Er ist mehr oder weniger die Fortsetzung des Paseo del Prado, doch währender jener als Kunstmeile gilt, ist der Paseo de Recoletos eindeutig eher eine mondäne Wirtschafts- und Wohnmeile. Moderne Fassaden, in denen großzügige Büros repräsentativ untergebracht sind, wechseln einander mit eleganten Wohnhäusern ab.

Der Paseo selbst ist recht stark befahren und hat die bieden Grünstreifen, die ihn säumen zur Beruhigung bitter nötig. Doch so lässt es sich gemütlich im Schatten schlendern, Leute beobachten und Gebäude schauen. Sogar Cafés und kleine Restaurants haben sich hier angesiedelt und eines davon sticht besonders ins Auge.

Cafe el Pabellon del Espejo
IconCafe el Pabellon del Espejo

 

Cafe el Pabellon del Espejo
IconCafe el Pabellon del Espejo

 

Cafe el Pabellon del Espejo

 

El Espejo ist ein altehrwürdiges Restaurant, das angeblich recht gute, saisonale Gerichte in an­sprechendem Ambiente serviert. Was aber wirklich ganz besonders am El 'Espejo ist, nennt sich Pabellon und ist die Bar, welche in einem wunder­schönen Art-Deco Glaspavillion untergebracht ist. Der zierliche Bau aus Eisen und Glas ist mit Fliesen verziert, die in der Nachmittagssonne glänzen.

Hier lässt es sich wunderbar in einer großen Runde unter schattigen Bäumen sitzen, plaudern und dazu Tapas naschen und an einem Drink nippen. Wir begnügen uns allerdings mit ein paar Fotos und setzen unseren Weg fort.

Ebenfalls am Paseo de Recoletos befindet sich das Gran Café Gijon, bei dem es zu einer lustigen Begebenheit kommt. Neugierig wie wir nun mal sind, betreten wir das Kaffeehaus und schauen uns ein wenig um. Alexander fragt einen der Kellner, ob er ein paar Fotos machen darf, was mit einem kleinen Lächeln und einem Kopfnicken bejaht wird.

Gran Cafe de Gijon
IconGran Cafe de Gijon

 

Gran Cafe de Gijon

 

Gran Cafe de Gijon

 

Kaum geht er ein paar Schritte in den Raum und hebt die Kamera, kommt schon ein anderer Ober und grantelt „No photo” mit fuchtelnden Händen.

Tja, wir haben aber schon die Erlaubnis eingeholt und so muss uns der Grantscherben wohl oder übel gewähren lassen. Müssen sich halt besser absprechen die Herren, was denn jetzt erlaubt ist und was nicht.

Vorbei an Geschäften, Lokalen und kleinen Restaurants landen wir schließlich auf der Plaza de Chueca. Der Platz, welche nach dem spanischen Komponisten Federico Chueca benannt ist, liegt im Herzen des Viertels, dem er auch seinen Namen gab. Hier wurlt es nicht nur von den Menschen, die bei der Metrostation ein und ausgehen, sondern auch von den Gästen die vielen Lokale, die ihre Schanigärten am Platz verteilt haben.

Plaza de Vazquez de Mella, Hotel Red Ribbon
IconPlaza de Vazquez de Mella, Hotel Red Ribbon

 

Paseo de Recoletos
IconPaseo de Recoletos

 

Calle del Almirante
IconCalle del Almirante

 

Leider trägt die Lebhaftigkeit nicht unbedingt zu einem sauberen Erscheinungsbild bei und so wehen überall Papier­stückchen und anderer Kleinmist über das Pflaster. Wir sehen drüber hinweg und überqueren die Plaza de Chueca um nach einigem Zick-Zack durch die Gassen des Viertels auf dem nächsten Platz zu stehen.

Die Plaza de Vazquez de Mella passt einfach wunderbar in ein Schwulenviertel. Die Einfahrt zu Tiefgarage wird von einer großen, roten Aids-Schleife markiert und an einer Ecke des Platzes steht das Hotel Oscar der Kette Room Mate, welches aufreizend mit dem Spruch „Do you want to sleep with me?” wirbt. Wir sind allerdings mit der Wahl des Hotel Regina sehr zufrieden und beantworten daher geistig mit „Nein”.

Nach obenIm Künstlercafé

Cafe Libertad
IconCafe Libertad

 

Cafe Libertad
IconCafe Libertad

 

Nur einige Schritte entfernt von der Plaza de Vazquez de Mella, der Calle Alcalá und der Gran Vía liegt das Café Libertad 8. Es ist schlicht und ergreifend nach der Hausnummer in der Straße benannt, in der es sich befindet. Das Libertad 8 ist ein Künstlercafé, in dem es ab 21 Uhr jede Form von Bühnenshows gibt.

Zwar ist es jetzt Nachmittag und keine Performance zu erwarten, allerdings wollen wir trotzdem einen Blick auf den Ort werfen, an dem alle großen Sänger schon einmal auf der Bühne gestanden haben und einen Expresso werden wir sicherlich bekommen.

Das Innere des Cafés hält denn auch, was die Beschreibungen versprechen. Ein wenig marokkanisch, ein wenig bohemian, mit Wänden, an denen vergilbte Ansicht- und signierte Autogrammkarten kleben. An der Bar bestellen wir 2 kleine Schwarze und lassen die Atmosphäre auf uns wirken. Eine ältere Dame, die ein wenig wie Joan Baez aussieht, geht auf einen Stock gestützt durch den Gästeraum und scheint alle zu kennen und sie mit Küsschen zu begrüßen.

Cafe Libertad

 

Nach ein wenig Ausruhen und dem Besuch der winzigen Toiletten im hinteren Teil des Cafés zahlen wir und sind wieder dahin.

Über die Plaza del Rey, wo die bereits tiefstehende Sonne die umliegenden Gebäude in ein wunderbares Licht taucht, geht es entlang der Calle de Alcala wieder in Richtung unseres Hotels. Auch hier zaubert das Nachmittagslichte schöne Schatten und bringt die eine oder andere Fassade besonders schön zur Geltung.

Als unser Spaziergang durch Chueca endet, wollen wir der Empfehlung des Reiseführers folgen und einen Cocktail trinken. Die empfohlene Bar hat jedoch zu.

Nach obenKaufrausch und Tagesausklang

Calle de Alcala Circulo de Bellas Artes
IconCalle de Alcala Circulo de Bellas Artes

 

Calle de las Infantas
IconCalle de las Infantas

 

Calle de San Marcos
IconCalle de San Marcos

 

Zuerst überlegen wir noch kurz, ob wir ins Hotel Palace gehen sollen. Dafür ist aber jedenfalls ein vorheriges Umziehen notwendig. Im Hotel finden wir das dann aber doch zu mühsam. Als sich herausstellt, dass Alexander geglaubt hat die Bar befände sich auf einer Terrazza, dabei hat sie nur die schöne Glaskuppel zu bieten, ist unsere Entscheidung endgültig gefallen.

Wir beschließen unserer müdigkeitsbedingten Trägheit nachzugeben und heute Schinken, Käse und Brot am Zimmer zu essen. Umziehen ist dafür nicht notwendig, nur die Rucksäcke wollen wir vor dem Einkauf am Zimmer lassen und die heißgelaufenen Füße kühl waschen.

Und schon ziehen wir nochmals los - in doppeltem Sinne unbeschwert. Der Einkauf für unser Abendessen klappt toll, schließlich haben wir ja schon Routine. Auf dem Heimweg ins Hotel schlendern wir durch die Einkaufsstraße, in der Sonntag am Abend so gut wie alle Geschäfte offen haben.

Wir fallen bei Desigual ein und heute geht es mit Karins Entscheidungsfreudigkeit sehr gut. Wir erstehen eine bunte, regenfeste Schultertasche in der künftig der Reiseführer wohnen wird. So bleiben die Hände frei fürs Fotografieren und der Reiseführer ist trotzdem stets griffbereit.

Metropolis-Haus (Edificio Metropolis)

 

Calle Gran via Edificio Grassy

 

Calle Gran Via
IconCalle Gran Via

 

Karin findet einen um 30 % verbilligten Brokatrock in ihrer Größe, Alexander einen lustig linierten Pulli und ein buntes Shirt. Fein, wir freuen uns über die Schnäppchen!

Zurück am Zimmer, essen wir unser Abendbrot gemütlich auf der Chaiselongue knotzend und lassen es uns schmecken. Zum Abschluss geht Karin unter Aufbieten ihrer letzten Motivationsreserven 2 Cappucinos von Starbucks holen, die wir mit den Süßigkeiten, die wir im Museo del Jamon ebenfalls erstanden haben, als Dessert genießen.

Alexander kümmert sich danach noch um die Fotos, Karin hält inzwischen ein paar Stichworte für den Reisebericht fest. Danach fallen wir ins Bett. Wieder sind wir so viel gelaufen heute und ganz fertig von den vielen Eindrücken und Erlebnissen! Gute Nacht, morgen ist unser letzter Tag in Madrid.

zu den FAQs und den Kommentaren
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