Wer frisst meine Pflanzen kahl?

Leider musste ich auch gleich im ersten Jahr Bekanntschaft mit einem unliebsamen Gast machen, den ich mittlerweile nur noch die dunkle Bedrohung nenne. Begonnen hat alles damit, dass sich Frau Unerfahren heftig gewundert hat, warum die Blätter der Campsis so komisch ausgefranst ausschauen. Als hätte jemand vom Blatt abgebissen. Zuerst nur ein bisschen und dann immer mehr und mehr, bis schlussendlich nur mehr das Blattgerippe übrig war. Trauriger Anblick das!

Der hungrige Gast hat sich dann nicht nur auf die Campsis beschränkt, sondern sich an mehr oder weniger jedem meiner Pflanzenkinder gütlich getan.

Nach obenWho-is-who der Gartenmonster

Nach eingehender Befragung meines Garten besitzenden Vaters (eine sprudelnde Quelle für Tipps) und Suchorgien im Internet war das Biest endlich identifiziert: der gefurchte Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus)!

Gegen die Larven helfen parasitäre Nematoden, im Frühling (Bodentemparatur min. 12°) mit dem Gießwasser ausgebracht. Eine zweite Gabe empfiehlt sich dann Ende August/Anfang September, wenn's noch schön warm ist. Die entzückenden Larven halten nämlich durchaus Frost aus und kommen dann im nächsten Jahr wieder.

Hat man aber erst einmal die Käfer, nutzt nur mehr abklauben und entsorgen. Und damit's auch wirklich ein abendfüllendes Hobby ist, sind die Biester ausschließlich nachtaktiv und schön schwarz, damit man sie nicht so leicht findet.

Nach obenSozialveranstaltung Massenmord

So kam's, dass unser Nachbar (ebenfalls Terrassenbesitzer) und ich uns häufig um Mitternacht bei der Dickmaulrüsslerjagd im Licht der Taschenlampen getroffen haben. Er hat die Käfer mit der Rohrzange zerquetscht und ich mit dem Holzschlapfen erschlagen. Widerlicherweise haben diese Viecher einen ziemlich harten Panzer, der beim Zertreten knackt.

Im ersten Jahr waren's noch so 100 Stück in der Stunde, mittlerweile haben wir's aber mit den Nematoden schon ganz gut im Griff.

Für alle, die ebenfalls mit diesen unliebsamen Gästen hadern oder sich andere Nützlinge zulegen möchten, kann ich den Nützlings­gutschein empfehlen, den man in Gärtnerei oder Gartencenter bekommt. Bei Bestellung kommt er zunächst per Nachnahme. Wenn man die Nützlinge beziehen möchte kreuzt man auf dem Gutschein die gewünschte Sorte an, Datum, Unterschrift, Briefmarke drauf und abschicken. Rund eine Woche später kommen dann die Nützlinge per Post.

Nicht unterschätzen sollte man auch das Vorbeugen. Damit meine ich jetzt nicht so radikal, dass man gleich gar keine Pflanzen kauft, weil man sich so nichts einschleppen kann, sondern die Stärkung und das Düngen seiner Lieblinge.

Nicht gerade viel Erde steht einem Pflänzlein im Topf oftmals zu Verfügung, ist es doch die einzige Alternative zu „Mutterbeton”. Und auch der Standort lässt mitunter zu wünschen übrig. Umso mehr sollten wir darauf achten, aus beidem das Beste rauszuholen. Glücklicherweise gibt es mittlerweile Hilfsmittel, die sowohl umweltschonend, biologisch abbaubar bzw. verträglich und auch bienen- und nützlingsfreundlich sind. Nebst diversen Rezepten zur Herstellung in der eigenen Garten­hexen­küche bieten auch diverse Fachmärkte mittlerweile schon Produkte und Beratung an.

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