Sofia bei Regen

Präsidentschaft Brunnen vor dem Archäologischen Nationalmuseum
IconPräsidentschaft Brunnen vor dem Archäologischen Nationalmuseum

 

Boulevard Vitosha, Musiker
IconBoulevard Vitosha, Musiker

 

Das Handy weckt uns zum letzten Mal in Sofia, denn heute brechen wir nach 3 Tagen Wochenendtrip unsere Zelte in Bulgariens Hauptstadt wieder ab. Das Wetter macht uns den Abschied leicht, denn als wir die Vorhänge aufziehen ist es nicht nur grau sondern auch nass.

Apropos Handy: zu den Unterschieden, welche wir während unsere Aufenthalts in Bulgariens Hauptstadt zwischen dem doch etwas westlicheren Wien und der einem ehemaligen Ostblockland angehörenden Stadt Sofia bemerkt haben, zählt auch der Umgang mit der Mobiltelefonie.

Während wir unsere Handys für so profane Dinge wie den morgendlichen Wecker nutzen oder auch mal mittels GPS und Software wie z.B. Open Street Maps zu einem bestimmten Ort navigieren, gehen die Bulgaren doch viel respektvoller und vorsichtiger mit ihren Mobil­telefonen um. Vorausgesetzt, sie haben überhaupt eines.

Bedenkt man, dass bspw. 1999 erst 2,5% der Bevölkerung mit Handys ausgestattet war, weil es einerseits schlicht und ergreifend zu teuer und andererseits nach wie vor eine Technologie war, die mit Bespitzelung und politischer Bevormundung in Verbindung gebracht wurde, wächst das Verständnis.

Tja, andere Länder - andere Sitten. Auch hier eine Differenz, die man aufgrund der relativen Nähe vielleicht aufs erste gar nicht bedenkt.

Boulevard Vitosha

 

Doch sowohl die mobile Telefonie in Bulgarien als auch das aktuelle Wetter sollen uns vorerst nicht kümmern, denn zunächst ist einmal waschen, anziehen, frühstücken und packen angesagt. Alexander hatte gestern Abend noch ein klein wenig Stress, da sein Netbook es vorzog, sich ständig mit BODs zu verabschieden. Dumm nur, dass dies just jetzt passieren muss. Eine Dienstreise zwingt ihn nämlich, am Flughafen in Wien gleich in die nächste Maschine einzusteigen und Richtung Italien weiterzureisen. Für eine Reparatur zu Hause bleibt keine Zeit.

Aber begabter EDVler, der er ist, hat Alexander Karins PC soweit gebracht, dass er alles Notwendige auch darüber erledigen kann. Trotzdem ist die Entspannung dadurch ein wenig angeknackst.

Angezogen sind wir rasch und auch das Packen ist schnell erledigt. Ab mit uns zum Frühstück, wo wir mittlerweile auch schon genau wissen, was wir wollen und wie wir es bekommen.

Nach dem Frühstück wird ausgecheckt, das Gepäck deponiert und ein Taxi bestellt, das uns am Nachmittag zum Flughafen bringen soll. Nun sind wir bereit für unseren letzten Streifzug durch Bulgariens Hauptstadt.

Ulica Han Krum

 

Das Wetter ist seit dem Aufwachen nicht wirklich besser geworden. Der Himmel ist grau und es regnet leicht vor sich hin. Der Nieselregen gepaart mit den meist geschlossenen Läden und der Stille eines verschlafenen Sonntagmorgens vermittelt eine leicht melancholische Stimmung. Vor dem archäologischen Museum plätschert ein Springbrunnen um die Wette mit den Wolken.

An den Häuserfassaden wechseln einander abgeblätterte Werbeplakate und Graffiti ab. Immerhin bringt beides ein wenig Farbe ins Grau des Häusermeers. In den Geschäften scheint sonntags Putztag zu sein, denn wir sehen viele Shops, in denen eifrig Großreinemachen angesagt ist. Die Hunde, die unter den Vordächern Schutz vor dem Regen suchen, scheint das allerdings nicht am Sonntagsschläfchen zu hindern.

Vor einer großen Trafik bleiben wir lachend stehen. Die heißt ja fast wie wir! Pöschl steht in großen Lettern über dem Portal - den Kampf ums „E” sind wir ja gewohnt.

Nach obenBulgaria Platz

Bulgaria Platz, Monument '1300 Years Bulgaria'
IconBulgaria Platz, Monument '1300 Years Bulgaria'

 

Bulgaria Platz, Nationalpalast der Kultur
IconBulgaria Platz, Nationalpalast der Kultur

 

Bulgaria Platz, WC Abgang
IconBulgaria Platz, WC Abgang

 

Ein paar Straßen weiter landen wir auf dem Bulgaria Platz. Der NDK, der Nationalpalast der Kultur, ist ein gutes Beispiel kommunistischer Architektur und klotzt auf einer 123.000 m2 großen Fläche mit 8 Etagen, 3 Ebenen unter der Erde, 13 Sälen und Platz für bis zu 8000 BesucherInnen.

Das größte „Gebäude im Gebäude” wurde 1981 geöffnet und wird meist für kulturelle Ereignisse genutzt. Interessanterweise wurde mehr Stahl für den Nationalpalast der Kultur verwendet als für den Eiffelturm in Paris. Scheußlich ist er trotzdem.

Ebenfalls nicht schön und, folgt man der allgemeinen Meinung, sogar Bulgariens hässlichstes Monument ist das Denkmal „1300 Jahre Bulgarien”. Dass es sich tatsächlich um ein Denkmal und nicht etwa die vor sich hin rostenden Überreste eines Schrottplatzes handelt, haben wir erst beim Googeln zu Hause festgestellt.

Zu dem verfallenen und verwahrlosten Eindruck passt auch der recht verwilderte Park und die mit Gittern und Vorhangschlössern versperrten Toilettenanlagen. Wir können uns wirklich einen kulturell und auch sonst anregenderen Ort als den Bulgaria Platz vorstellen.

Südlich der Universität betrachten wir noch einmal das Denkmal der Sowjetarmee. 1954 wurde es errichtet und sorgt bis heute für kontroverse Debatten.

Denkmal zu Ehren der Sowjetarmee

 

Denkmal zu Ehren der Sowjetarmee

 

Denkmal zu Ehren der Sowjetarmee
IconDenkmal zu Ehren der Sowjetarmee

 

Das Monument stellt einen sowjetischen Soldaten dar, der von einer Bulgarin und einem Bulgaren willkommen geheißen wird. Sofioter Gemeinderäte schlugen vor einiger Zeit vor das Postament zu behalten und darauf die Statue von Khan Asparuch, Gründer des ersten bulgarischen Staates, zu setzen. Eine andere Partei wiederum wollte anstelle des Denkmals das künftige Museum für Moderne Kunst errichten.

Vorerst wird das Monument jedenfalls erhalten bleiben. Zwischen Bulgarien und Russland gibt es nämlich ein Abkommen, dass das Abreißen von Denkmälern, welche die gemeinsame Geschichte beider Länder darstellen oder daran erinnern, untersagt. Darauf brauchen wir erst mal einen Kaffee!

Starbucks kennen wir ja schon und so finden wir auch heute gleich unseren Weg zu Latte und Cookies. Wir machen's uns an der Auslage gemütlich und schauen beim Verzehr den trüben Wetter und den vorbei eilenden Sofiotern zu. Ist auch wirklich gemütlicher hier im Trockenen zu sitzen, Süßes zu naschen und dank kostenlosem WiFi ein wenig zu surfen.

Ulica Aalabin

 

Ulica Georgi Rakovski

 

Ulica Georgi Rakovski

 

Etwas später sind wir wieder auf den Straßen unterwegs. Hände und Füße in leuchtendem Gelb zieren eine Wand. Was war wohl der Anlass für diese auffällige Dekoration? Ein letzter Blick auf die kleine Sattlerkirche zu Füßen Sofias, auf Markthalle, alte Werbeplakate, das Parteigebäude und auf die Kirche Nedelya.

Ein frisch vermähltes Paar verlässt gerade zu den Klängen eines Akkordeons die Kirche und das strahlende Lächeln der Braut macht den fehlenden Sonnenschein mehr als wett. Gleich vis-a-vis ist Happy Grill und wir beschließen hier noch ein spätes Mittagessen zu uns zu nehmen, bevor wir zum Hotel zurückkehren wollen.

Auch heute schmeckt uns wieder ein Schopska Salat, das Bier und Huhn in verschiedenen Variationen. Nach der Mittagspause führt uns der Rückweg nochmals über den Nevski-Platz, wo wir unter viel Gelächter Fotos von unseren beiden Gnomaden machen, die von Karin über den Kopf hochgehalten werden. Was macht man nicht alles für ein Erinnerungsfoto!

Als wir nach einem Spaziergang durch den Park hinter dem Battenberg-Palast schließlich wieder bei unserem Hotel ankommen, wartet unser Taxi schon.

Kirche Nedelya, Hochzeit

 

Markthalle

 

National Art Gallery

 

Wir nehmen unser Gepäck, verabschieden uns von der Rezeptionistin und lassen uns zum Flughafen bringen. Verkehr ist so gut wie keiner, sodass wir in ca. einer Viertelstunde dort sind.

Einchecken und ein bisschen noch rumsitzen bis schließlich unser Flieger heim nach Wien zum Einsteigen bereit ist. Auf Wiedersehen Sofia!

Und das Resümee unseres Besuches? Aufstrebend, zwischen Orient und Okzident blickt Sofia auf eine lange Geschichte zurück, von der ein großer und prägender Teil noch gar nicht allzu ferne Vergangenheit ist. Ursprüngliche Kulturschätze sind Zeugen religiöser und nationaler Verbundenheit und verdienen ihren Stellenwert als Weltkulturerbe.

Bulgariens Hauptstadt ist zwar keine Metropole, die man gesehen haben muss, die jedoch definitiv sehenswert ist!

Nach obenFAQ - Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten

Über welchen Veranstalter habt Ihr Eure Reise gebucht?
Über keinen Veranstalter. Beides - sowohl Hotel wie Flug - haben wir via Internet direkt beim Anbieter gebucht. Für den Flug mit Austrian (AUA) haben wir € 60.- p.P. bezahlt, das Zimmer im 5 Sterne Hotel Arena di Serdica (2 Nächte) hat uns € 130.- p.P. gekostet.

 

Nach obenWeitere 119 Fotos von dieser Reise

findest Du in unserem Fotoalbum Sofia . Hier gleich ein paar Beispiele:

zum Fotoalbum von Sofia

 

zum Fotoalbum von Sofia

 

zum Fotoalbum von Sofia

 

zum Fotoalbum von Sofia

 

zum Fotoalbum von Sofia

 

Viel Vergnügen beim Betrachten!

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