Kloster Rila & Sofias Nationaltheater

Eingang zum Kloster Rila

 

Eingang zum Kloster Rila
IconEingang zum Kloster Rila

 

Nach einer diesmal längeren Nacht, in der wir uns wieder gut ausgeruht haben, erwachen wir heute Morgen zum Klang unseres Handyweckers. Vorhänge aufziehen und einen Blick aus dem Fenster werfen. Na, das sieht aber trüb aus? Mal sehen, ob das Wetter heute trocken bleibt. Und wenn nicht, wir fahren ja ohnehin mit dem Taxi.

Doch zunächst pritscheln wir ausgiebig unter der Regendusche im schönen Bad und gehen dann zum Frühstück. Heute sind etwas mehr andere Gäste anwesend. Es scheint, als sei eine Touristengruppe aus Deutschland angekommen, deren Mitglieder Erinnerungen an den 2. Weltkrieg nachspüren.

Wie nach einem Weltkrieg sieht heute auch das Buffet aus und der Versorgungstrupp kommt mit dem ungeahnten Ansturm auch nicht so ganz zurecht. Egal, wir finden genug zu essen und nachdem wir heute schon wissen, was uns schmeckt und was weniger, schaffen wir es auch, die Nachlieferungen zu unserem Vorteil zu nutzen.

Wenig später sind wir wieder auf unserem Zimmer, wo wir uns die Regenjacken überziehen - weniger als Regenschutz denn als zusätzliche Jacke, da es wirklich nicht sommerlich warm ist - und unsere Fotorucksäcke schnappen. Unten an der Rezeption wartet schon unser Taxi. Es ist derselbe junge Fahrer, der uns schon vom Flughafen abgeholt hat. Er scheint erfreut, bekannte Kundschaft zu haben.

Nach obenKloster Rila

Klosterkirche Sweta Bogorodiza
IconKlosterkirche Sweta Bogorodiza

 

Kloster Rila

 

Klosterkirche Sweta Bogorodiza

 

Das Kloster Rila liegt etwa 125 km südwestlich von Sofia im gleichnamigen Gebirge. Doch zunächst geht es durch die Stadt. Wir fahren durch Wohnviertel, wo links und rechts Gemeindebau ähnliche Bauten breite Straßen säumen. Dazwischen gibt es Geschäfte, manchmal kleine Parks oder Vorgärten.

Unser Fahrer sprudelt unermüdlich über Sofias Geschichte und Sehenswürdigkeiten. Leider nur mäßig interessant und in noch mäßiger verständlichem Englisch. Aber er bemüht sich und am Ende des Ausflugs werden wir das bei der Trinkgeldberechnung sicher mit einfließen lassen.

Außerhalb der Stadt werden die Straßen etwas schlechter, sodass die Fahrt in sanftes Schaukeln übergeht. Draußen ziehen Felder und Weingärten vorbei, hin und wieder gibt es ein paar Regenspritzer. Drinnen im Auto ist es trocken und warm … wir nicken ein.

Durch ein paar Schlaglöcher werden wir kurz vor unserem Ziel wieder munter. Verschlafen blinzeln wir im Fond des Wagens umher - sind wir schon da? Gegen 11:00 stellt unser Fahrer das Auto auf dem großen Parkplatz im Wald ab und geleitet uns zu ein paar hohen, grauen Mauern, die zwischen dunklen Nadelbäumen hindurch schimmern. Na, besonders verlockend sieht das ja nicht aus.

Klosterkirche Sweta Bogorodiza
IconKlosterkirche Sweta Bogorodiza

 

Klosterkirche Sweta Bogorodiza
IconKlosterkirche Sweta Bogorodiza

 

Kloster Rila
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Soll es auch nicht! Eingebettet in die schönen aber wilden Wälder, seine Form von den Hügeln der Umgebung bestimmt, gleicht das Kloster einer schroffen und uneinnehmbaren Festung. Obwohl das Kloster seine heutige Gestalt erst im 19. Jahrhundert erhalten hat, geht sein wehrhaftes Äußeres auf Fürst Chreljo zurück, der nach einer Zerstörung der Gebäude auf einem 4 Kilometer entfernten Standort ein neues Kloster erbauen lässt.

Wie es zu dieser Zeit üblich war, glich das Kloster einer Festung und wurde nicht nur von Kriegern sonder von den mitunter martialischen Mönchen selbst verteidigt. Nicht nur für Leib und Leben wurde hier gekämpft, vielmehr galt es die nationale und kulturelle Identität Bulgariens zu bewahren während das Land fast 500 Jahre lang Teil des osmanischen Reiches war.

Dass dies wunderbar gelungen ist und bis in die heutige Zeit erhalten werden konnte, ahnt man, wenn man sich einem der Eingangstore nähert und ist sich dessen gewiss, steht man dann im Inneren der Mauern. Die Eingangstore sind reich verziert mit Fresken und der Hof innerhalb der dicken, grauen Mauern ist einfach malerisch.

Säulengänge, die über 2 Stockwerke gehen, laufen an der Innenseite der Mauern entlang. Eine List der Baumeister, da die Türken beim Wiederaufbau des Klosters nach einem Brand darauf bestanden, dass das Gebäude nicht mehr Stockwerke haben dürfe als vor seiner Zerstörung. Nun denn, tarnen und täuschen also …

Kloster Rila

 

Klosterkirche Sweta Bogorodiza
IconKlosterkirche Sweta Bogorodiza

 

Klosterkirche Sweta Bogorodiza
IconKlosterkirche Sweta Bogorodiza

 

Über die Gänge, erreicht man rund 300 Mönchszellen, Verwaltungsräume und Bibliotheken. Die weißgetünchten Außenwände sind mit Geländern aus dunklem Holz gesäumt und mit roten und schwarzen Verzierungen versehen.

In der Mitte des mit Natursteinen gepflasterten Hofs befindet sich der 25 Meter hohe Turm, einziges Überbleibsel aus der Bauphase im 14. Jahrhundert, der jedoch leider eingerüstet und daher nicht zu besteigen ist. Auch die Verklärungskapelle, die sich im obersten Stockwerk des Chreljo-Turmes befindet, bleibt uns leider verborgen.

Gleich daneben, ebenfalls im Zentrum des Hofes steht die Klosterkirche. In ihr verschmelzen byzantinische, osmanische und westliche Einflüsse und Traditionen zu einer Einheit.

Die Kirche ist außen wie innen über und über mit farbenfrohen Fresken übersät, die zu unserem Glück erst letztes Jahr restauriert wurden. Gleich einem Bilderbuch reiht sich Szene an Szene und erzählt von Gott, der Welt, dem Himmel und der Hölle.

Kloster Rila
IconKloster Rila

 

Kloster Rila
IconKloster Rila

 

Kloster Rila
IconKloster Rila

 

Im Inneren des Gotteshauses ist es dunkler und zu den Fresken gesellt sich auch eine geschnitzte und goldverzierte Ikonostase, welche das Geheimnis der Heiligen Wandlung vor den Augen der gemeinen Gläubigen verbirgt.

In einer mit Teppichen bedeckten Kiste befinden sich die Gebeine des Hl. Ioan von Rila, dem Gründer des Klosters. Ioan oder Ivan Rilski, wie er ebenfalls genannt wird, ist ein junger Mann, der sich Anfang des 10. Jahr­hundert in die Einsamkeit der Wälder des Rila Gebirges zurückzieht. Er ist des höfischen Lebens überdrüssig und will hier ein Gott gefälliges Leben führen.

Ivan Rilski lebt als Einsiedler in einer Höhle, wo er fastet und betet. Von Wundertaten wird bald berichtet, von Krankenheilungen und anderen Mirakeln. Andere Gläubige folgen Ivan in den Wald, leben dort als seine Jünger mit ihm und es bildet sich alsbald eine Klostergemeinschaft.

Kloster Rila
IconKloster Rila

 

Chreljos-Turm

 

Kloster Rila
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Heute ruht Ivan Rilski nach vielen Irrfahrten durch ganz Bulgarien in der Kiste unter den Teppichen. Von Zeit zu Zeit wird die Truhe geöffnet, um den Gläubigen die Möglichkeit zu geben, die Reliquien zu verehren … und vielleicht auch um Ivan ein wenig frische Luft zu gönnen.

Wir folgen unserem Fahrer, der es sich nicht nehmen lässt, uns die ganze Zeit über zu begleiten und auch als eine Art Reiseführer zu fungieren, brav über den Hof. Er preist die Qualität der Gebirgsquellen hier in der Gegend und heißt uns, das Wasser aus einem Brunnen zu kosten. Brav folgen wir und trinken aus der hohlen Hand. Es schmeckt kalt und erfrischend.

Der Küchentrakt, der wegen seiner architektonischen Sonderlösung sehenswert sein soll, ist leider ebenfalls wegen Renovierung geschlossen. Wenden wir uns also dem Museum zu. Es befindet sich im Ostflügel des Klosters und beherbergt unter anderem das berühmte Kreuz des Rafail.

1790 - 1812 schnitzte der Künstler und Mönch Rafail ein Miniaturkreuz mit 104 Bibelszenen und über 650 Figuren. Durch die jahrelange Arbeit mit der Lupe waren seine Augen schließlich vollkommen überanstrengt, sodass er nach Vollendung des Werkes erblindete. Das Kreuz aus einem einzigen Stück Holz misst 43 mal 81 cm und kann in einer Glasvitrine von allen Seiten ausführlich in Augenschein genommen werden (fotografieren ist leider im ganzen Museum verboten).

Klosterkirche Sweta Bogorodiza
IconKlosterkirche Sweta Bogorodiza

 

Klosterkirche Sweta Bogorodiza
IconKlosterkirche Sweta Bogorodiza

 

Klosterkirche Sweta Bogorodiza
IconKlosterkirche Sweta Bogorodiza

 

Auch die anderen sakralen Ausstellungsstücke betrachten wir ausgiebig, denn es befinden sich durchaus kostbare und sehenswerte Exponate darunter. Wie immer ist Karin besonders von den alten Büchern und Schriftstücken fasziniert. Ivan Rilskis Testament, eine Bulle von Zar Sisman sowie zahlreiche Manuskripte aus der Frühzeit des Klosters sind - teilweise leider nur als äußerst mäßige Repliken - unter Glas ausgestellt.

Im Anschluss an den Museumsbesuch folgen wir unserem Chauffeur über einen der hölzernen Rundgänge bis vor eine Zellentür. Mit ein wenig Tamtam und einem riesigen Schlüssel sperrt er die Zelle für uns auf. Hinter der dunklen Holztür befinden sich ein kleiner Vorraum, eine Küche mit Herd sowie ein Schlafzimmer mit Feuerkessel und rundem Fenster hinaus auf den rauschenden Bach.

Kloster Rila
IconKloster Rila

 

Kloster Rila
IconKloster Rila

 

Klosterkirche Sweta Bogorodiza

 

Das waren einst die Räumlichkeiten des Abtes, was man aufgrund der Ausstattung und der relativen Großzügigkeit schon erahnen konnte. Normalen Mönchen stand bei weitem nicht ein derartiges Platzangebot zur Verfügung.

Draußen vor dem Kloster befindet sich ein Imbissstand, an dem sich eine Traube hungriger Besucher gebildet hat. Es gibt hier frische Mekici, um die wir uns auf Anraten des Fahrers ebenfalls anstellen. Mekici sehen aus wie kleine Langos und werden ebenfalls in heißem Fett heraus gebacken. Allerdings werden sie mit Staubzucker bestreut und süß gegessen.

Als wir an der Reihe sind, bestellen wir durch deuten auf die Hände der anderen Konsumenten eine solche Köstlichkeit. Mmmmh, schmeckt gut! Glücklicherweise haben wir nur ein Stück gekauft, sonst hätten wir uns glatt noch mit den süßen Mekici überfressen - so lecker sind die.

Alleine drehen wir noch eine Runde durch den Klosterinnenhof, unser Fahrer ist inzwischen schon zur Mittagsrast eingekehrt. Die Bögen der Rundgänge sind voll mit Schwalbennestern, deren Bewohner heute sehr tief fliegen. Kein Wunder, denn es ist recht bewölkt und mit kaum 15 Grad für Hochsommer auch ziemlich frisch.

Klosterkirche Sweta Bogorodiza

 

Kloster Rila

 

Kloster Rila

 

Nach einer ausgiebigen Fotorunde treffen wir unseren Chauffeur zum Mittagessen im Gasthaus schräg vis-a-vis des Klosters. Draußen sitzt man unter Sonnenschirmen, die heute wohl eher den Regen abhalten werden, an einem rauschenden Gebirgsbach. Wir bestellen Schopska Salat, Hühnerspieß und ein Seidel für jeden von uns.

Unser Fahrer tut sich an einem gebackenen Käse mit Gemüsereis gütlich und wertet die Beilagen mit einem frisch gebackenen Leib Brot auf, den er mitgebracht hat. Karin wird gleich genötigt, auch davon zu kosten. Vor allem von der Schmolle, die weich und noch warm ist.

Das Essen schmeckt ihm sichtlich, hält ihn aber in keinster Weise vom Plaudern ab. Er plappert vor sich hin und gleicht dem Bach, der unter uns vorbei plätschert. Wir erfahren von seiner Kindheit, seinem Großvater, den Kreditgebahrungen bulgarischer Banken, seinen musikalischen Vorlieben und politischen Ansichten. Gemeinsam Brot zu brechen hat eben schon seit Urzeiten verbunden.

Als wir aufgegessen haben und satt sind, zahlen wir und gehen das kurze Stück zurück zum Parkplatz, wo unser Wagen wartet. Wir steigen ein und retour geht es nun nach Sofia. Endlich wird uns wieder warm und so verschlafen wir den Rückweg ganz und gar. Sehr zum Leidwesen unseres Fahrers, der nun keine Zuhörer mehr hat.

Nach obenAdlerbrücke und Boris Garten

Adlerbrücke

 

Adlerbrücke

 

Denkmal zu Ehren d. Sowjetarmee

 

Wieder in der Stadt angekommen erwachen wir aus unserem Schlummer und entschließen uns spontan an der Adlerbrücke auszusteigen. Hier beginnt der 1882 von einem schweizer Gartenbauarchitekten angelegte, weitläufige Park namens Boris Garten. Unseren Chauffeur bedanken wir mit einem Trinkgeld und hüpfen bei einem Taxistandplatz aus dem Auto.

Natürlich nicht ohne zu versprechen, dass wir uns vor Räubern und Wegelagerern in Acht nehmen werden, die auch am helllichten Tag an uneinsichtigen Stellen im Park ihr Unwesen treiben. Na, wir haben eh nicht vor, uns durch das Dickicht zu schlagen.

Vor dem Denkmal zu Ehren der Sowjetarmee ist ein mordsmäßiges Polizeiaufgebot. Zuerst sind wir ganz verwundert, denn soooo besonders finden wir denn die Bronzereliefs auch wieder nicht, auf denen Stalinorgeln gedreht und Handgranaten geworfen werden. Der Schutz gilt denn auch weniger dem Gedenken der Sowjetarmee denn den vielen Besuchern und Fans, welche dem nahen Fußballstadion zustreben.

Boris Garten ist groß, teilweise etwas verwildert und ohne besondere Höhepunkte. Wir verlassen den Park wieder und kehren in ein Starbucks Café gleich gegenüber ein.

Unterführung, Geschäfte in einer Passage

 

Mausoleum Aleksandar I. Batenberg

 

Kaffee und Cookie schmecken ganz wie zu Hause. An einem Tisch lassen wir uns zum Verzehr nieder, schauen den jungen Leuten zu, die mit ihren Laptops das kostenlose WiFi nutzen und frequentieren die saubere Toilette. Alles bestens und wie daheim in Wien, nur billiger.

Frisch gestärkt wenden wir uns nun dem Mausoleum von Alexander Battenberg zu, das sich unweit des Cafés befindet. In einem Pavillon im neobarocken Stil, der in einem kleinen Garten steht, liegen hier seit 1893 die sterblichen Überreste des einstigen Fürsten von Bulgarien.

Da die Grabstätte nur Montag bis Freitag geöffnet ist, kommen wir nicht dazu, sie näher in Anschein zu nehmen. Nur von außerhalb des Zaunes können wir das Mausoleum mit seinem eigenartig kanariengelben Dach fotografieren.

Auch das Hausmuseum Iwan Wasow, in welchem der große bulgarische Schriftsteller von 1895 bis zu seinem Tod 1921 gelebt hat, können wir leider nicht besichtigen. Zwar hätte es grundsätzlich geöffnet, aber auf unser Klingeln kommt trotzdem niemand. Schade, denn wir hätten uns gerne ein besonders skurriles Ausstellungsstück angesehen: Iwan Wasows ausgestopften Hund.

Nach obenNationaltheater Iwan Wasow und Umgebung

Park vor dem Nationaltheater Iwan Wasow

 

Nationaltheater Iwan Wasow

 

Nationaltheater Iwan Wasow

 

Ein paar Gassen weiter stehen wir dann vor dem Nationaltheater Iwan Wasow. Die Wiener Architekten Hermann Helmer und Ferdinand Fellner, die auch die Oper in Zagreb, das Berliner Theater Unter den Linden und das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg planten, entwarfen hier in Sofia das Gebäude in neoklassizistischem Stil.

Vor dem Theater gibt es eine Wasserfläche, wo eine bronzene Dame mit etwas ausladenden Hüften durch die Fontänen zu laufen scheint. Ein beliebtes Fotomotiv, wie wir feststellen können, als auch wir uns zum Ablichten anstellen.

Ohne festes Ziel schlendern wir nun ein wenig durch die Straßen, einfach um das Flair von Sofia einzufangen. Wir betrachten die Straßenbahnen in gelb und weiß, die seit 1901 die SofioterInnen befördern. Davor, als die Elektrifizierung der bulgarischen Hauptstadt noch nicht erfolgt war, gab es Pferdekutschen, welche den Transport erledigten.

McDonalds Werbung sieht auch in Bulgarien aus wie überall sonst auf der Welt. Nur an die kyrillische Schreibweise muss man sich erst gewöhnen. Am Slavejov Platz findet ein Büchermarkt statt. Hier reihen sich alte Hefte an neue Bestseller und werden von den Lesehungrigen in Augenschein genommen, während zwei alte Herren aus Bronze auf einer Parkbank gegenüber das geschäftige Treiben beobachten.

Garibaldi Platz (Aka Bermuda Dreieck), Reiterdenkmal
IconGaribaldi Platz (Aka Bermuda Dreieck), Reiterdenkmal

 

Ulica Alabin I. Vi
IconUlica Alabin I. Vi

 

Slavejkov Platz, 2 Figuren auf Sitzbank
IconSlavejkov Platz, 2 Figuren auf Sitzbank

 

An der Ecke der Straßen vom 6. September und Graf Ignatiev halten wir einer Frau bei einem Zeitungsstand unseren Plan hin mit Bitte uns zu zeigen, wo wir denn jetzt sind. Es dauert ewig und 3 Tage bis ihr Finger uns schließlich den Punkt zeigt. Wahrscheinlich tut sie sich mit unserer Druckschrift ähnlich schwer wie wir (besser gesagt wie Karin, denn Alexander kann es gar nicht lesen) mit kyrillisch.

Der Sankt Sedmochislenitsi Kirche statten wir anschließend einen Besuch ab. Sie ist nach Kyrill und Methodius und ihren 5 Jüngern benannt, die in der orthodoxen Kirche als Sedmochislenitsi bezeichnet werden. Das Gotteshaus, das zuvor ein islamisches Gebetshaus und unter dem Namen „schwarze Moschee” bekannt war, wurde 1903 eingeweiht. Es war übrigens der uns schon von der Nevski-Kathedrale bekannte Alexander Pomerantsev, der die Umwandlung der Moschee in eine orthodoxe Kirche vorschlug.

Betritt man das Innere, kann man fast glauben, der Name Schwarze Moschee rührt daher, dass es hier so stockdunkel ist. Tatsächlich bezog er sich allerdings auf den schwarzen Granit, aus welchem das Minarett erbaut war. Es ist jedoch heute nicht mehr zu sehen, da es im 19. Jahrhundert im Zuge eines Erdbebens zusammenbrach.

Besonders erstaunlich finden wir auch, dass das Gotteshaus einen Parkettboden hat und nicht die sonst üblichen Steinplatten. Von den Ikonen ist aufgrund der Dunkelheit leider kaum etwas zu sehen und Fotografieren ist gänzlich unmöglich.

Crystal Park, Stefan Stambolov Monument
IconCrystal Park, Stefan Stambolov Monument

 

Trabant Monument im Park hinter der National Art Gallery
IconTrabant Monument im Park hinter der National Art Gallery

 

Sankt Sedmochislenitsi Kirche

 

Weiter spazieren wir durch Gassen und Parks, vorbei an Häusern, die hin und wieder doch ein wenig morbiden Charme aufweisen, aber alte Bausubstanz scheint hier in Sofia kaum mehr vorhanden zu sein.

Hinter dem Ethnografischem Museum (wo die Musiknoten zwischen Schornsteinen in der Luft hängen) befindet sich ein Park mit Statuen und auch gleich die Treppen zu unserem Hotel. Irgendwie ist alles doch viel näher, als es uns gestern bei unserem ersten Erkundungsgang den Eindruck gemacht hat.

Auf unserem Zimmer im Arena di Serdica haben wir noch Wein von gestern. Beim Room Service bestellen wir ein Clubsandwich mit Pommes Frites, ein getoastetes Sandwich mit Salami und Käse und einmal extra Pommes Frites. Das Essen kommt prompt und schmeckt wirklich gut.

Den Abend lassen wir friedlich ausklingen mit Stichworten, hochgelegten Füßen und zum Fernsehen noch ein paar Nüsschen. Morgen bricht unser letzter Tag an - bis dann!

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