Tschechische Republik - Lednice & Valtice

 

Schon im August 2004 machte uns ein sehr netter Arbeitskollege auf die Sehenswürdigkeiten seiner Heimat und im Besonderen auf die Webseite Tschechische Republik - Schlösser, Burgen, Historische Städte aufmerksam. Der Link war schnell notiert und der Besuch an einem der nächsten Wochenenden war ebenso schnell geplant.

Die kommenden Wochen vergingen wie im Flug und der Plan Lednice & Valtice zu besuchen, wurde immer wieder verschoben. Dann wurde es kälter (ist im Winter in unseren Breitegraden eher normal) und so nahmen wir uns das kommende Frühjahr als passenden Zeitpunkt vor.

Etwa 93 Wochen nach der Erstplanung (hoffentlich liest das jetzt kein Projektmanager, dem stellt es bei so einer Verspätung wahrscheinlich die Haare auf icon biggrin) haben wir es geschafft. Es ist heute soweit, wir sitzen im Cabrio und fahren nördlich in Richtung Tschechien.

Nach obenFrühstücken wie der Kaiser

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ab € 3,90 (gebraucht)

 

Ein kleines Problem liegt noch zwischen uns und Lednice: unser heutiges Frühstück und ein gähnend leerer Kühlschrank (abgesehen von Karins beiden Lieblingsnagellacks). Was tun wir jetzt? „Wien ist anders” steht auf Plakaten an fast allen Wieneinfahrten und das stimmt! Denn in Wien kann man ab 06:30 in der Früh ganz stilvoll und üppig frühstücken. Um diese Uhrzeit sperrt nämlich der Salettl-Pavillon in der Hartäckerstraße 80 in Wien-Döbling auf.

Mit Blick auf den großen Hugo Wolf-Park direkt vor der Nase und den Weingärten nur einen Steinwurf entfernt, sitzen wir nun auf den klassischen Klappsesseln aus Eisen und Holz und scharren mit den Füßen im Schotter, während die Eichkatzerln uns von den Bäumen aus beobachten - oder ist es umgekehrt?

Das Frühstück ist vom Feinsten *schwärm*. Wir erfreuen uns an einem Kaiserfrühstück, das auch den hungrigsten Alexander satt macht und einem große Wellness-Müsli für Karin. Für all jene, die nicht in den Genuss eines Kaiserfrühstücks kommen können, hier die umfangreiche Aufstellung: eine Schale Tee oder Kaffee mit kleinem Glas Wasser, 2 frische knusprige Semmeln, 2 Stück Butter, Schinken, Käse, frisch geriebener Kren, ein weiches Ei, ein kleines Glas Marillenmarmelade, 1 Croissant mit Nutella, eine kleine Schale Müsli mit frischen Früchten und ein kleines Glas frisch gepresster Orangensaft. Perfekt!

So gestärkt geht es nach einer Stunde kulinarischer Schlemmerei weiter nach Lednice.

Nach obenLednice

Lednice Schloss
IconLednice Schloss

 

Lednice Schloss

 

Lednice (früher unter dem Namen Eisgrub bekannt) wurde von der UNESCO bereits 1996 zum Weltkulturerbe ernannt. Lednicko-valtický areál (das Gebiet von Lednice und Valtice) ist mit dem Haus der Liechtensteins eng verbunden.

Bereits im 13. Jahrhunderts begann das Adelsgeschlecht die Landschaft des Thayatals zu kultivieren.

Nach kurzer Irritation - an der Kassa mag man weder unsere € noch eine Kreditkarte (nur Bares ist Wahres) - be/suchen wir den nächsten Bankomaten - Wie viele tschechische Kronen (koruna) werden wir denn brauchen? Sind 1.000 CZK ok? Wie ist denn der Umrechnungskurs? - und schließen uns der nächsten Führung durch das Schloss Lednice an. Die Besichtigung des Schlosses ist nämlich nur in geführten Gruppen erlaubt (Eintritt je Person 40 CZK).

Lednice Schloss
IconLednice Schloss
teilweise ist die Fassade noch recht reparaturbedürftig

 

Lednice Schloss
IconLednice Schloss

 

Wir sind die Einzigen „Nonnatives” und so bleiben uns die Life-Erklärung - diese gibt es leider nur in Tschechisch - verborgen. Wir erhalten stattdessen jeder ein paar kopierte Zettel, diese dafür aber in Deutsch. icon biggrin

Das Schloss Lednice zählt zu den Meisterwerken der romantischen Architektur. Gleich nach dem Eingang empfängt uns eine Galerie von kleinen und größeren Hirschgeweihen, eine so genannte „Krickerlallee” - ja, ja die Liechtensteins waren begeisterte Jäger - und danach ein Stiegenhaus mit schön geschnitzter, selbsttragender Holztreppe.

Während die Führerin die anderen Gäste ausführlich über ??? (leider keine Ahnung) informiert, ist unser geschriebener Text sehr bald schon aus. Da gibt es noch ein klein wenig Verbesserungspotential!

Lednice Schloss
IconLednice Schloss

 

Lednice Schloss
auch die Rückseite kann entzücken

 

Vorbei an einem Zimmer mit afrikanischen Jagdwaffen und einem Badezimmer samt kunstvoll verziertem WC führt uns der Besuchsweg ins Schlafzimmer und danach weiter in andere Repräsentationsräume, welche alle von Schnitzarbeiten oder Rüstungen geschmückt sind. Zu jedem dieser Zimmer können wir in unserer Broschüre ein paar informative Zeilen lesen.

Je länger die Führung dauert, desto erfreuter sind wir „Nonnatives” zu sein. Während die Hauptgruppe an den Lippen der Führerin hängt (um alles Wissenswerte mitzubekommen), können wir in aller Ruhe hinterher schlendern und unseren Text ungestört lesen.

Dass wir so auch die Möglichkeit haben, das eine oder andere Foto zu schießen (im Schloss ist leider Fotografieren verboten) ist ein netter Nebeneffekt icon cool Psst - nicht verraten!

Besonders prächtig und daher extra hervorzuheben ist eine aus einem einzigen Eichenstamm geschnitzte, selbsttragende, mächtige Wendeltreppe. Im gleichen Raum ist auch die Bibliothek untergebracht. Wie es sich für eine richtige Bibliothek gehört, strotzt der Raum von Büchern in deutscher, englischer, französischer und natürlich tschechischer Sprache. Weiter werden wir durch Repräsentationsräume mit Wandverkleidungen in Türkis, den Roten und den Blauen Salon geführt.

im Schlosspark

 

im Schlosspark
Iconim Schlosspark

 

Am Ende der Führung kommen wir noch am Palmentreibhaus vorbei. Dieses wurde in den Jahren 1843-1845 aus Stahl und Glas gebaut und ist deshalb sehr einzigartig, da es sich um den am besten erhaltenen Bau dieser Art handeln soll. Für den Besuch ist extra Eintritt zu zahlen.

So, genug der alten Mauern - der Schlosspark will erobert werden. Dieser ist ein wahres Meisterwerk der Gartenarchitektur. Er wurde unter der Leitung von Bernhard Petri und Josef van der Schot gestaltet. Den besten Überblick über die gesamte Parkanlage hat man (so beschreibt es der Reiseführer) vom Hardtmuth-Minarett aus. Nur wie kommen wir dorthin?

Lednice Reithalle
IconLednice Reithalle

 

Zum Minarett kann man entweder zu Fuß wandern, oder ein Boot nutzen, das auf dem Parkkanal vom Chinesischen Pavillon aus verkehrt. Spitze - wir fahren eh gerne Boot und die aktuelle Hitze (31 °C im Schatten) lässt sich sicher am Wasser leichter ertragen. Laut Aushang ist geöffnet und jede ½ Stunde fährt ein Boot.

Leider besteht zwischen Aushang und Wirklichkeit eine kleine Differenz. Es ist weit und breit kein Boot zu sehen. Also, Variante 1 gewählt und auf Schusters Rappen losmarschiert. Nett und idyllisch ist es hier. Ein kleiner Weg links, ein Teich rechts. Wir spazieren eine Zeitlang und als Alexander meint „Wo ist denn das Minarett? Sind wir vielleicht daran schon vorbei gegangen?” sind wir etwas verunsichert.

Wo ist denn die nächste Wegbeschriftung - äh welche Beschriftung? - Auch hier besteht ein klein wenig Verbesserungspotential! Verunsichert gehen wir wieder zum Schloss zurück und beschließen nach Valtice weiter zu fahren. Den im Reiseführer weiters aufgezählten Sehenswürdigkeiten dem Hranicní zámecek (Grenzschloss), der Kunstruine Januv hrad (Hansenburg), dem Dianin chrám (der Diana-Tempel) oder dem Jagdschloss Pohansko statten wir vielleicht ein anderes Mal einen Besuch ab.

Nach obenValtice

Kaum eine ¼ Stunde später parken wir unser Cabrio am Hauptplatz von Valtice (Feldsberg). Wieder mahnen einige Schilder die Besucher doch die Parkplatzgebühr zu bezahlen. Klar sponsern wir so wie vorhin Lednice auch gerne Valtice.

Valtice
IconValtice

 

Valtice
IconValtice

 

Nur jetzt haben wir keine Münzen mehr - nur mehr Scheine. Die Information ist leider geschlossen - eigentlich ist noch eine ½ Stunde Zeit bis zur Mittagspause, aber so genau scheint man es mit der Zeit hier nicht zu nehmen - so beschließen wir die Bezahlung der Parkplatzgebühr einfach zu „vergessen”. Hoffentlich kommt während unseres Besuches niemand vorbei und kontrolliert die Tickets.

Die Stadt Valtice wird von zwei Bauwerken dominiert, dem Schloss und der Maria Himmelfahrt Kirche. Ersteres ist unser nächstes Ziel.

Vor dem Schloss befindet sich linker Hand ein Restaurant. Passt genau zu Alexanders leicht knurrendem Magen. Das Essen schmeckt gut und einige Zeit später durchschreiten wir das Haupttor des Schlosses.

Wo geht es denn hier zum Besichtigungsteil? Die einzigen aufgestellten Schilder weisen auf die kostenlose Weinverkostung in der Vinothek hin. Danke kein Bedarf - wir suchen die Schlossbesichtigung.

Valtice
IconValtice

 

Karin fällt als erste das ganz kleine Schild „Kassa” mit einem Pfeil in den oberen Stock auf. Ist das womöglich das Zeichen für den Beginn der Schlossbesichtigung?

Also, Marketing gehört noch nicht zu den Stärken des Schlosses. Gefunden! Am Ende einiger dieser kleinen Pfeile können wir das Eintrittsgeld bezahlen (pro Person 70 CZK) und warten auf den Beginn der Führung.

Gleiches Prozedere wie in Lednice: Besichtigung ist nur in Gruppen mit Führerin erlaubt, fotografieren verboten, für Nonnatives gibt es die kopierten Infoblätter. Neu sind für uns die übergroßen Fußbodenschoner aus buntem Filz, welche dekorativ über den eigenen Schuhen getragen werden. So wird der Boden geschont und gleichzeitig auch noch von den BesucherInnen poliert. Diese wiederum haben durch die Gleitbewegung wie beim Schlittschuh laufen die Möglichkeit, ihre Beinmuskultur zu straffen. Klasse!

Am Anfang der Führung wurden wir über die Entstehungsgeschichte informiert. Schlosses Valtice wurde im Barockstil Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut. Bauherr ist vermutlich Fürst Karl Eusebius von Liechtenstein. Die ursprünglichen Entwürfe stammen vom Architekten G. G. Tencalla, die Erweiterungen im hochbarocken Stil von Johann Bernhard Fischer von Erlach (Genau! Schönbrunn hat der auch entworfen. Und die Karlskirche.)

Valtice
IconValtice

 

Valtice
IconValtice

 

Gleich am Anfang unserer Besichtigung im ersten Raum, dem Speisesaal (genannt Marmorsaal), fällt uns der eigenwillige Luster auf. Er ist schwer zu beschreiben und Foto gibt es leider auch keines, da fotografieren ja verboten ist.

Am besten Du stellst Dir einen Sägefisch vor, setzt dem Fischgebein ein Elchgeweih auf, dekorierst das alles mit ein paar Glühbirnen und hängst das Gebilde etwas schief auf. Fertig!

Wieder werden wir durch viele Räume geführt. Zum Unterschied von Schloss Lednice kommen uns diese hier etwas kahler und leerer vor. Viele Wände zeigen noch die Umrisse von Gemälden, die hier ehemals die Wände geziert haben. Leider sind die Bilder jetzt weg. Die Familie Lichtenstein hat sie beim Verlassen des Schlosses mitgenommen.

Gut gefallen hat uns der große Tanzsaal mit seiner Marmorimitation und den vergoldeten Musikinstrumenten, der Ecken-Salon des Prinzen Karl zum Andenken an Karl VI. (dem Vater von Maria Theresia gewidmet) der hier übernachtete und besonders die Schlosskapelle. Sie verfügt sowohl über reiche Stuck- und Malereiverzierungen als auch über eine hervorragende Akustik und wird daher oft zu Musikproduktionen benutzt. Ingesamt dauert die Führung etwa eine ½ Stunde.

Auf den Besuch des angrenzenden Natur- und Landschaftsparks verzichten wir heute. Es ist heute einfach zu heiß! So entern wir wieder unser Cabrio und fahren gemütlich durch die sommerlichen Hügel des Weinviertels nach Hause zurück. Ein netter Tag in Tschechien geht nun zu Ende.

Nach obenFAQ - Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten

Bisher wurde noch keine Frage gestellt.

Nach obenWeitere 21 Fotos von dieser Reise

findest Du in unserem Fotoalbum Lednice & Valtice . Hier gleich ein paar Beispiele:

zum Fotoalbum von Lednice und Valtice

 

zum Fotoalbum von Lednice und Valtice

 

zum Fotoalbum von Lednice und Valtice

 

zum Fotoalbum von Lednice und Valtice

 

zum Fotoalbum von Lednice und Valtice

 

Viel Vergnügen beim Betrachten!

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sammy (E-Mail-Adresse bekannt)
schrieb am 19. Jänner 2009

kennt ihr mich noch? wir fahren nächste woche nach laa und beim erkunden, was man da so alles machen kann, ist uns u.a. lednice aufgefallen. gegoogelt und pöschels gefunden. cabrio haben wir auch und so ist euer beitrag sehr interessant. allerdings bin ich bisher nicht weiter als bis zum frühstück gekommen. das werden wir mal testen, und dann lesen wir weiter. liebe grüße

 

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