Das Haus der 100 Innenhöfe

So wie gestern geplant, starten wir gleich nach dem Auschecken mit der Anreise zum Palacio del Marques de Viana. Dank GPS landen wir ohne Umweg direkt vor dem Palast und - obwohl das GPS-System das leider noch nicht kann - es ist sogar noch einer der beiden einzigen Parkplätze direkt vor dem Eingang frei. Schwups eingeparkt und auf in den Palacio.

Nach obenPalacio del Marques de Viana

Palacio del Marques de Viana
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Palacio del Marques de Viana

 

Gleich hinter dem Eintreten durch das Renaissance-Tor stehen wir im Empfangspatio und bekommen noch vor dem Lösen der Eintrittskarten einen Eindruck davon, was uns erwartet und wofür dieser Palast so bekannt geworden ist - viele, viele, wunderschöne Innenhöfe.

Überhaupt ist der Innenhof oder Patio das Herzstück des andalusischen Hauses. Sei es nun eine einfache Unterkunft oder ein herrschaftlicher Wohnsitz wie der Palacio de Viana, alle haben zumindest einen zentralen Hof, in welchem sich ein Brunnen und vielleicht auch ein Baum oder andere Pflanzen befinden. Meist sind die lauschigen Plätzchen, die oft genug wahre Schmuckstücke sind, vor den Augen anderer verborgen. Nur mit Glück oder dem guten Willen der Hausbewohner kann man abends einen Blick auf sie erhaschen, wenn die Tore geöffnet werden, um die nächtliche Kühle einzulassen.

Palacio del Marques de Viana

 

Palacio del Marques de Viana
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Wie so vieles in Andalusien geht auch der Ursprung des Patios auf die Mauren zurück. Es heißt, dass schon des Propheten Mohammeds Haus in Medina einen Innenhof gehabt haben soll. Einfach zwar, da er hauptsächlich als Stall für die Tiere diente, aber immerhin mit Palmen als Säulen ringsum und mit Matten beschattet.

Von dieser Einfachheit ist natürlich hier im Palacio de Viana nichts mehr zu bemerken und auch hier im Empfangspatio finden sich Fliesen, deren Inschriften vom Besuch des Hochadels erzählen. Nach diesem Vorgeschmack erstehen wir Eintrittskarten für die Innenhöfe und auch für eine Führung durch die Wohnräume.

Ausgestattet mit einer kleinen Brochure, in welcher jeder Innenhof kurz beschrieben ist, beginnen wir unseren Rundgang. Und wirklich reiht sich ein kleines Paradies an das nächste. Überall grünt, blüht und duftet es! Meist finden wir Bougainvillea, Jasmin, Kletterrosen, Efeu und Farnkraut vor.

Fast jeder Patio hat eine Besonderheit - sei es ein Brunnen, eine Statue, eine mit Azulejos verzierte Bank, besonders schöne Amphoren oder ein Bodenmosaik. Ach was muss es herrlich sein, in den Nachmittagsstunden hier in einer Hängematte ein Nickerchen zu machen!

Palacio del Marques de Viana

 

Palacio del Marques de Viana
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Nach einiger Zeit werden wir von einem Mann auf Spanisch aufgefordert, uns zur Führung durch die Innenräume im Empfangspatio zu sammeln - was wir nach der dritten Wiederholung dann auch endlich verstanden haben.So folgen wir bald einer Dame durch die vielen Räume des Palastes, die mit den verschiedensten Antiquitäten ausgestattet sind. Die Erklärung erfolgt leider ausschließlich auf Spanisch - Anderssprachige so wie wir bekommen einen gefalteten A4-Zettel, auf welchem die wichtigsten Gegenstände aufgelistet sind.

Nach einer Stunde, in welcher unsere Aufmerksamkeit dann mangels Fotografiermöglichkeit und ansprechender Erklärung dann doch schon recht nachgelassen hat, stehen wir wieder im Innenhof der Kapelle und setzen unseren Patio-Rundgang fort. Dass wir hier auch wieder nach Herzenslust Fotos machen dürfen, hebt unsere Laune sehr.

Nach insgesamt 2 Stunden haben wir uns an allen Innenhöfen - es sind übrigens „nur” 12 und nicht wirklich 100 - sattgesehen und verlassen den Palast. Auf uns warten heute noch viele spannende Orte auf unserem Weg nach Granada.

Eintritt Palacio del Marques de Viana: € 6.- pro Person

Nach obenMadinat Al-Zahra

Rund 10 km westlich von Cordoba liegen die Ruinen der ehemaligen Palaststadt Madinat Al-Zahra. Darauf geht auch der heutige Name des Ortes, Medina Azahara, zurück. Die Palaststadt der Kalifen wurde im 10. Jahrhundert erbaut, jedoch wenige Jahrzehnte später von den Almoraviden - einer fundamentalistischen Berberdynastie - wieder zerstört.

Die Dimensionen der Ausgrabungstätte und der rekonstruierte Pabellon Central geben eine Ahnung von der Pracht, die geradezu märchenhaft gewesen sein musste. Soweit schreibt dies unser Reisebericht. Wir können die Ausgrabungsstätten leider nicht besuchen, denn am Montag ist Ruhetag.

Nach obenCastillo de Almodovar

Castillo de Almodovar

 

Castillo de Almodovar
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Almodovar del Rio ist unser nächstes Städchen, dass wir ansteuern. Unser eigentliches Ziel ist die Ritterburg über dem Ort: dem Castillo de Almodovar. Schon von weitem hebt sich die stolze Festung als graue Silhouette aus der leuchtend roten Erde der weich geschwungenen andalusischen Landschaft hervor.

Das Castillo de Almodovar ist eine der besterhaltendsten Burgen in Andalusien. Gleich nach dem Eingang empfängt uns das erste Informationsschild - Was gibt es hier jetzt zu sehen? - und das in 4 Sprachen, darunter auch Deutsch. Sehr nett und bisher selten auf unserer Rundreise. Ebenfalls außergewöhnlich ist die dezente Beschallung mit mittelalterlicher Musik. Wir empfinden das als stimmungsvoll.

Der Rundgang führt uns zuerst zu einem kleineren Turm, dem Torre Pequena (wir laufen hinauf), dann weiter zum Hauptturm, dem Torre del Homenaje (wir besteigen ihn - super Aussicht auf Land und den Fluss Guadalquivir).

Weiter geht's vorbei am Palacio Neogotico (leider geschlossen, hier hat der Burgherr versucht, für sich eine komfortablere Bleibe zu schaffen) zum Torre del Moro (auch bestiegen) und zum Torre Cuadrada (jetzt reicht's aber bald - auch hinauf).

Castillo de Almodovar
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Für die nachfolgenden Torres (Torre Redonda, Torre de la Escuela, Torre de las Campanas o de la Miga und Torre de la Ceniza) war unsere Lust Treppen zu besteigen eine enden wollende (wir haben die Türme nicht erklommen).

Den Abschluss des Rundgangs bildet die Capilla. Sieht hübsch aus, ist aber nichts Überschwängliches. In Summe ein sehr gut erhaltenes Castillo, das eine Reise wert ist.

Eintritt Castillo de Almodovar: € 5.- pro Person

Nach obenPriego de Cordoba

Priego de Cordoba

 

Priego de Cordoba

 

Priego de Cordoba nennt sich laut Reisebericht selbst die „Wiege des Cordobeser Barock”. Klingt doch interessant - also nichts wie hin. Wir kommen so gegen 14:00 Uhr in Priego de Cordoba an und was ist zu so einer Zeit in Spanien? Genau, Siesta! Daher ist es nicht verwunderlich, dass sowohl das örtliche Infobüro geschlossen hat, als auch kaum Menschen auf den Straßen zu sehen sind.

Vor der Besichtigung der Stadt muss aber noch ein kleines Hindernis aus dem Weg geschafft werden: Alexander muss dringendst aufs WC. Soweit wir aber auch schauen, wir finden keine öffentliche Toilette. In seiner Not wandert Alexander ins nächstbeste offene Kaffeehaus hinein und versucht dem älteren Ober klar zu machen, dass er dringend mal muss. Pech gehabt, der Ober spricht nur spanisch - Alexander aber nicht.

In seiner Not lächelt er und (da sonst niemand im Kaffeehaus ist) - eben 2 Männer unter sich - deutet die Handbewegung des Pinkelns an - etwas peinlich, aber was macht man nicht alles in seiner Not. Dem Ober geht ein Licht auf und er grinst - „Ah das will der Gast! Na kein Problem.” Eine kurze Handbewegung später weiss Alexander wo das Örtchen ist und alle sind glücklich und zufrieden.

Priego de Cordoba
IconPriego de Cordoba

 

Priego de Cordoba

 

Nun bummeln wir entspannt die Calle Rio entlang. Hier können wir viele sehenswerte Gebäude in überschwänglichem Rokokostil und teilweise sehr gut erhaltenem Zustand betrachten. Einige andere wieder werden soeben restauriert und sind zum Teil komplett ausgehöhlt. Nach etwa einer ¾ Stunde Fußmarsch landen wir beim Fuente del Rey.

Dieser (monumentale - so steht's im Reiseführer) Marmorbrunnen im Stil der Neoklassizismus mit drei Becken liegt nun vor uns. Sieht nett aus, ist aber nur mäßig monumental. Ein paar Fotos später schlendern wir wieder in Richtung Auto zurück. Die Altstadt bietet viele Einblicke in Innenhöfe und kleine Seitengassen - ein Hingucker nach dem anderen.

Den Abschluss unseres Besuches in Priego de Cordoba bilden die Reste der maurischen Burg. Wir stapfen entlang der restaurierten Burgmauern und genießen den Blick weit ins Land hinein. Nach etwa ½ Stunde ist unser Bedarf an schöner Gegend gedeckt und wir reisen weiter nach Granda.

Nach obenAnkunft in Granada

Hier in Granada ist aber viel Verkehr - und so viele Baustellen auch noch dazu. Nur gut, dass unser GPS-Empfänger viele Satelliten erkannt und daher kein Problem mit der Bestimmung unserer genauen Position hat. Leider hilft das alles nur wenig (besser gesagt gar nix) gegen eine kleine Straße in der Nähe unseres Hotels, die in eine Fußgängerzone umgewandelt wurde.

Granada
IconGranada

 

Granada
IconGranada

 

Das GPS will uns immer durch diese eine Fußgängerzone hindurch lotsen. Egal, wohin Alexander auch versucht auszuweichen, entweder entpuppt sich die Gasse als Sackgasse oder sie führt uns erneut zur Fußgängerzone zurück. Verdammt noch einmal! Karin verzweifelt mit der Zeit ein wenig. Erst ein großräumiges Ignorieren und danach automatisches Neubestimmen der Route hilft und wir landen endlich punktgenau vor unserem Hotel.

Wau, das Hotel Santa Paula sieht nobel aus. Na kein Wunder, es ist ja auch ein 5 Sterne-Hotel. Die Zimmer sind klein, aber sehr modern in schwarz/silber gehalten. Badezimmer entspricht dem Stil des Zimmers. Alles hier verströmt Noblesse.

Der Parkplatz für das Leihauto ist etwas weiter entfernt (keine Ahnung wo die Garage ist). Daher wird das Bringen und Holen des Autos selbstverständlich vom Personal durchgeführt. Blöd ist nur, dass unser frisch gekaufter Proviant für heute Abend in mehreren Sackerln noch im Kofferraum liegt - das Auto aber schon in die Garage gebracht wurde. Wie kommen wir nun zu unserem Essen ohne allzu blöd aufzufallen?

„Für den Eintritt in die Alhambra müsst Ihr Euch am besten die Tickets bereits weit im voraus besorgen” hat uns ein guter Freund empfohlen. Anderenfalls kann es einem passieren, dass man erst für einen der nächsten Tage eine Eintrittskarte erhält. Was für ein Pech, wenn man da - so wie wir - nur einen Tag in Granada ist.

Alhambra

 

Den Rat unseres Freundes haben wir natürlich beherzigt und uns über alhambratickets.com 2 Tickets gekauft. Irgendwie sind wir aber mit der Reiseroute oder dem Abreisetag durcheinander gekommen, denn die reservierten Karten waren für den 9. September und morgen ist der 13. - Merde!

Wir schildern unser Schlamassel der Rezeptionistin und diese setzt sich sogleich ans Telefon „Karten für Vormittag oder Nachmittag” werden wir gefragt. Etwas verdutzt - wir waren der Meinung es gibt sehr wahrscheinlich eh keine Karten mehr - antworten wir „Ähhh, ganz egal”.

Nach etwas Warten hören wir dann leider das Ergebnis „Es gib keine Karten mehr für morgen, aber für übermorgen” - Sorry, da sind wir aber bereits am Weg nach Malaga. „Vielleicht aber mit Führer in der Gruppe” - na klar nehmen wir doch auch. Wieder telefoniert man für uns und diesesmal haben wir mehr Glück. Es gibt Karten für morgen mit Transfer vom/zum Hotel und in deutscher Sprache für die Alhambra. Super! Der Preis ist auch geschmalzen (€ 40.- pro Person) aber das ist zu verschmerzen.

Jetzt ist nur mehr das Abendessen zu klären. Alexander hat da eine Idee. Wir lassen uns das Auto kommen und fahren den Berg hinauf. Irgendwo werden wir sicher einen passenden Parkplatz finden, welcher eine schöne „Vista” über Granada hat und dort bleiben wir dann und picknicken. Gesagt getan. Ein paar Serpentinen später ist der passende Platz am Sacromonte gefunden und wir dinieren hoch über Granada fast königlich. Voller Vorfreude auf das morgige Highlight - die Alhambra - schlummern wir selig ein.

zu den FAQs und den Kommentaren
Auf der letzten Seite dieses Reiseberichtes findest Du die Fragen unserer BesucherInnen, welche uns im Laufe der Zeit erreichten und Du hast auch selbst die Möglichkeit, einen Kommentar zu diesem Reisebericht zu hinterlassen.
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