Mexiko Stadt: Guadalupe und Teotihuacan

Monumento a la Independencia
IconMonumento a la Independencia

 

Heute ist bereits um 08:00 Treffpunkt, daher sind wir auch etwas früher als gestern aufgestanden. Erstaunlicherweise gibt es keinen Stau beim Lift, sodass wir schnell zum Frühstück in den Keller hinunter kommen. Von unserer Reisegruppe sind schon fast alle da.

In der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag ist wohl auch in Mexiko Christi Auferstehung gefeiert worden, worauf es diesmal auch glatt Speck und scrambled Eggs zum Frühstück gibt. Alexander nimmt von beidem, Karin wieder ein Löfferl Bohnensauce, ein Löfferl Enchiladas und zur Feier des Tages 2 Streifen Speck.

Weil der Tee gestern so schlecht geschmeckt hat, probieren wir heute Kaffee, der aber mindestens genauso grauslich ist. Milch kommt auf Anfrage, ebenso der Ahornsirup zum French Toast, der Alexanders zweiter Gang ist. Karin will nur mehr ein Stück Obst. Und morgen trinken wir sicher nur Saft, damit uns weitere herbe Enttäuschungen mit hiesigen Heißgetränken erspart bleiben.

Überpünktlich klettern alle in den Bus - bis auf „die Mädels”, wie wir zwei junge, miteinander reisende Damen, für uns nennen. Die beiden kommen um genau 08:00 nachdem Beatriz schon fast eine Suchmeldung aufgegeben hat. Na, nur net übertreiben das mit der Pünktlichkeit!

Nach obenBasilika de Guadalupe

alte Basilika

 

alte Basilika und Kapuzinerkapelle (rechts)

 

Erster Stopp heute ist die Basilika de Guadalupe. Im Bus hören wir die Geschichte des Azteken Juan Diego - so hieß er nach seiner Taufe, seinen ursprünglichen Namen Cuauhtlatohuac, kann aber eh keiner aussprechen - dem 1531 auf dem Tepeyac, dem alten heiligen Hügel der Indianer, die Mutter Gottes erschienen ist und nach der Errichtung einer Kapelle verlangt hat. Klar, was wünscht man sich schon sonst.

Der brave Juan Diego erzählt's dem Bischof, der aber nach einem Beweis für die Marienerscheinung verlangt. Prompt wird diese in den nächsten Tagen in Form eines Marienabbildes auf dem Poncho des Juan Diego nachgeliefert. Von selbst dort entstanden versteht sich. Der Bischof war zufrieden und die Heilige Dame bekam ihre Gedenkstätte.

Zuvor wurde noch viel von Rosen geredet, die aber eigentlich in der prähispanischen Geschichte gar nicht vorgekommen sind und auch die Tatsache, dass die Madonna von Guadalupe dunkelhäutig und somit viel leichter als Identifikationsfigur für die Einheimischen dienlich ist, lässt eher auf eine wohl durchdachte Inszenierung denn auf eine Vision schließen.

Auch, dass an der Stelle, wo die Marienkapelle errichtet werden sollte schon seit langer Zeit ein Schrein der aztekischen Erdgöttin stand, hat wahrscheinlich mit Schicksal nicht gar so viel zu tun.

Capilla del Pocito (Brunnenkapelle)
IconCapilla del Pocito (Brunnenkapelle)

 

Bronzeskulptur der Marienerscheinung
IconBronzeskulptur der Marienerscheinung

 

Park des Tepeyac Hügels
IconPark des Tepeyac Hügels

 

Wie auch immer, die Madonna von Guadalupe, auch Königin von Mexiko genannt, ist DIE Heilige Mexikos und ihre Kirche ist der größte Wallfahrtsort in ganz Mittelamerika. Ihr Feiertag ist der 12. Dezember und wird von Tausenden Mexikanern begannen.

Als wir bei der Basilika ankommen zieht Beatriz in Raketentempo voran, sodass wir kaum nachkommen. Dabei gäbe es hier so viele schöne Fotomotive! Eine Kapelle oben auf dem Berg zwischen Zypressen und Bougainvillea, die Basilika, die neue Kirche, die mit ihrem Zeltdach an den Mantel Juan Diegos erinnert, Opferkerzen etc. Doch unser kleiner Guide ist einfach nicht zu bremsen.

Alexander hechelt hinter ihr her und macht lautstark aber ganz lieb seinem Bedürfnis nach mehr Zeit Luft. Beatriz will sich bessern, wer kann kleinen Buben schon einen Wunsch abschlagen?

In der alten Basilika türmen sich Stahlgerüste bis unter die Decke. Sie müssen das Gemäuer stützen, da sich auch hier der Boden gefährlich senkt und das Gotteshaus abzugleiten droht. Drinnen ist aufgrund der Gerüste wenig Platz und kaum etwas anderes zu sehen. Nur an der Wand neben der Tür steht ein Bildnis von San Charbel, zu dessen Füßen als Dank für zahlreiche Wundertaten bunte Schleifen angebracht sind.

Park des Tepeyac Hügels
IconPark des Tepeyac Hügels

 

Park des Tepeyac Hügels
IconPark des Tepeyac Hügels

 

Draußen am großen Kirchenplatz gibt es sanfte Klänge aus der Dose - spanische Gospels oder so. Um diese frühe Tageszeit sind noch wenige Leute unterwegs und so wirkt der Platz noch riesiger.

Wir gehen zur Gartenanlage, die sich über den gesamten Hügel Tepeyac erstreckt, auf dem die alte Basilika thront. Wirklich malerisch sieht es hier aus. Bronzene Stammesmitglieder, der Bischof und natürlich auch Juan Diego huldigen einer dunklen Madonna, die segnend ihre Arme ausbreitet. Darunter plätschert ein künstliches Bächlein vorbei.

Die im Reiseführer erwähnten Holzpferde, auf die man seine Kinder zwecks Erinnerungsfotos drapiert, stehen dort und da herum. Etwas verloren wirkt die europäisch anmutende Uhr á la Big Ben mitten im britisch kurz manikürten amerikanischen „Breitblattrasen”. Wir schlendern ein wenig durch das Grün und verlassen die Anlage dann längs des Tepeyac-Felsens.

Die Tilma von Guadalupe
IconDie Tilma von Guadalupe

 

Die Tilma von Guadalupe
IconDie Tilma von Guadalupe

 

neue Basilika
Iconneue Basilika

 

Vorbei an der mittleren Basilika gehen wir nochmals zum großen Kirchplatz und betreten diesmal die Neue Kirche. Drinnen findet gerade ein Gottesdienst mit einer riesigen Masse an Gläubigen statt. Die Menge darf uns nicht weiter verwundern, schließlich ist mit Ostersonntag heute ein hoher Kirchenfesttag.

Im Souterrain befindet sich das Marienbildnis hinter Panzerglas, an welchem man auf 4 Förderbändern vorbeigezogen wird - 2 hin und 2 her. Fürs Fotografieren ist das recht praktisch, da man die Einstellungen in Ruhe vornehmen kann und dann einfach abdrückt, wenn man in die günstigste Position gleitet. Irgendwie witzig!

Nach zweimal Hin und einmal Her unter dem heiligen Mantel, geht es hinter Beatriz herlaufend auch schon wieder zurück in den Bus und auf zu unserem nächsten Stopp - Teotihuacan. Rund 45 km nördlich von Mexiko Stadt liegt diese riesige Tempelanlage mit hohen Pyramiden, auf denen einst Sonnen- und Mondpyramide gestanden haben. „Heimat der Götter” bedeutet die Übersetzung aus dem Nahuatl und wir sind gespannt, was uns erwartet.

Nach obenTeotihuacan - Heimat der Götter

La Ciudadela, aztekisches Ritual

 

La Ciudadela, aztekisches Ritual

 

La Ciudadela, Quetzalcoatl Tempel

 

Vermutlich wurde Teotihuacan um 100 vor Christus gegründet - genauer weiß man das leider nicht - und war bereits an die 500 Jahre verlassen, als die Azteken 1250 aus Anahuac im Hochtal von Mexiko kamen.

Die riesigen Ruinen und Überreste der einstmals größten Stadt des alten Amerikas konnten sie sich nicht anders als mit göttlichem Ursprung erklären und benannten den Ort deswegen auch so.

Sie machten die ca. 22 km2 große Ruinenstadt zur Kultstätte und erfanden den Entstehungsmythos ihrer Götter Sonne und Mond, die durch Selbstopferung zu den beiden Gestirnen wurden, ihren Hauptgott Quetzalcoatl, die gefiederte Schlange, Tlaloc, den Regengott mit dem Brillengesicht und viele andere Gottheiten des aztekischen Pantheons.

Hier in Teotihuacan gibt es Tausende Gebäude und Tempel, jedoch weiß man von den wenigsten, welche Bedeutung oder Funktion sie hatten. Die phantasievollen Namen, die sie heute tragen, bekamen sie größtenteils erst von den Spaniern. Die mehr als 40 Meter breite und 2 Kilometer lange Achsenstraße - Calzada de los Muertos, Straße der Toten genannt, da die Azteken fälschlicherweise die Hügeln zu beiden Seiten für die Gräber verstorbener Herrscher hielten - zählt zu den längsten städtischen Achsen der Menschengeschichte und unterstreicht nochmals die gigantischen Ausmaße, welche diese Stadt einst erreicht hat.

La Ciudadela, aztekisches Ritual
IconLa Ciudadela, aztekisches Ritual

 

La Ciudadela, aztekisches Ritual
IconLa Ciudadela, aztekisches Ritual

 

Auffällig ist auch, dass kein Platz für das rituelle mesoamerikanische Ballspiel in Teotihuacan vorhanden ist, obwohl laut bildnerischen Darstellungen sicher auch hier Ball gespielt wurde. Das Spiel, von den Azteken Ullamaliztli (auch als Ulama oder Pok-ta-Pok bekannt) genannt, wurde hier wohl auf einem abgesperrten Abschnitt der großen Achsenstraße gespielt.

Funde von Überresten lassen darauf schließen, dass Teotihuacan einst sehr bunt gewesen sein muss. Die Wände der Tempel, Paläste aber auch einfacher Wohnhäuser waren mit künstlerischen Fresken in Rot- und Grüntönen gestaltet. Überhaupt scheinen die Teotihuacanos ein handwerklich sehr geschicktes Volk gewesen zu sein.

Halbedelsteine, Holz, Schiefer, Muscheln wurden verarbeitet, gewebt, getöpfert und gefärbt. Auch die in ganz Mittelamerika so begehrten scharfen Klingen aus Obsidian wurden hier hergestellt, war doch Pachuca, wo der „Berg der Messer”, also das Abbaugebiet des Obsidian lag, nur rund 50 km von Teotihuacan entfernt.

Sonnenpyramide mit vielen kleinen Menschen
IconSonnenpyramide mit vielen kleinen Menschen
Mit 222 x 225 x 65 m und einem Volumen von rund einer Million Kubikmetern ist sie die drittgrößte Pyramide der Welt.

 

La Ciudadela
IconLa Ciudadela

 

Zweifelhafte Berühmtheit erlangten die scharfen Obsidianmesser nicht nur als Gebrauchsgegenstand und Waffe sondern vielmehr als Ritualwerkzeug für die grausigen Menschenopfer, welche nach aztekischem Glauben zur Erhaltung der Weltordnung notwendig waren.

Als erste führt uns Beatriz zu einer kleineren Struktur, die von ihr Kalendertempel genannt wird. In alte Aztekentracht gekleidete Indigenas begehen hier eine Zeremonie zum Frühlingsbeginn bzw. zur Tag- und Nachtgleiche. Es wird getrommelt, getanzt und ein Priester segnet die Teilnehmenden mit Feuer bzw. Rauch.

Unter den Feiernden sind sehr süße kleine Kinder, die das Ritual ebenfalls mehr oder weniger ernsthaft mitmachen. Es handelt sich bei der Zeremonie um eine religiöse Ausübung und nicht um ein für Touristen inszeniertes Schauspiel. Die Indigenas hatten zwar kein Problem sich fotografieren zu lassen, haben aber in keinster Weise posiert oder gar Geld genommen. Wir sind fasziniert!

Voladores (die fliegenden Tänzer)
IconVoladores (die fliegenden Tänzer)

 

Voladores (die fliegenden Tänzer)

 

Voladores (die fliegenden Tänzer)
IconVoladores (die fliegenden Tänzer)

 

Die Sonne beginnt ziemlich vom Himmel zu brennen und wir sind froh, dass uns der Bus zur Mondpyramide bringt und wir nicht die Achsenstraße in sengender Hitze entlang marschieren müssen. Also zurück zum Ausgang. Doch nicht, ohne am Weg dorthin beim Wunschbaum anzuhalten. Leider erfahren wir keine blumige Legende zu dem Gewächs sondern nur, dass es sich um einen Korallenbaum (Erythrina) handelt, der eben Wünsche erfüllt.

Na gut denn, nicht lange rumfackeln hier! Wir halten uns also an der einen Hand, die andere jeweils auf den Baumstamm gelegt, Augen zu und fest etwas gemeinsam gewünscht. So und hoffentlich geht unser Wunsch auch in Erfüllung!

Am Parkplatz steht ein ca. 30 m hoher Holzpfahl, auf dem 5 Männer oben sitzen. Was ist denn das? Es handelt sich um Mexikos fliegende Tänzer, die Voladores. Angeblich geht dieser Tanz, der heute hauptsächlich eine Touristenattraktion ist und bei fast allen größeren Monumenten aufgeführt wird, auf ein 1400 Jahre altes Ritual der Totonaken zurück. 4 Männer stellen die 4 Elemente Erde, Luft, Feuer und Wasser dar während der 5 Mann, der Flötenspieler, für die Sonne steht.

Palacio de Quetzalpapalotl
IconPalacio de Quetzalpapalotl

 

Palacio de Quetzalpapalotl
IconPalacio de Quetzalpapalotl

 

Plaza de la Luna

 

Zu Flöte und Trommel wickeln die vier Männer die Seile langsam ab, die um ihre Beine geschlungen sind und drehen sich dabei an dem beweglichen Rahmen rund um den Pfahl. Je weiter sich die Seile abwickeln, desto größer wird die Fliehkraft, sodass sie schließlich wie an einem Karussell zu fliegen scheinen. Nach dreizehn Umdrehungen haben die fliegenden Tänzer schließlich den Boden erreicht.

Interessant ist, dass die Zahlen mit dem aztekischen Kalender zu korrespondieren scheinen. So könnten die 13 Umdrehungen den 13 Jahren eines Tlalpilli entsprechen. Dieser Zyklus mal 4, wie die 4 Männer, ergeben ein Bündel von 52 Jahren, das Xiuhmolpilli genannt wird.

Für ihre Darbietung bekommen die wagemutigen Voladores natürlich von jedem eine kleine Anerkennung. Es ist schließlich eine Leistung, bei dieser Hitze kopfüber an einem Seil durch die Lüfte zu Boden zu fliegen und anschließend wieder auf den Pfahl hinauf zu klettern.

Plaza de la Luna, Calzada de los Muertos, Sonnenpyramide
IconPlaza de la Luna, Calzada de los Muertos, Sonnenpyramide

 

Plaza de la Luna, Mondpyramide
IconPlaza de la Luna, Mondpyramide

 

Aufstieg auf die Mondpyramide
IconAufstieg auf die Mondpyramide

 

In nur wenigen Minuten legt unser Bus die Strecke zum Eingang in der Nähe der Mondpyramide zurück und wir klettern wieder hinaus in die staubige Steinwüste. Ein paar Überreste von Wandmalereien in ehemals verschütteten Wohnhäusern werden zuerst besichtigt.

Die vorherrschenden Farben sind auch hier hauptsächlich Zinnoberrot, etwas Grün und Gelb. Es muss großartig ausgesehen haben, als noch alles bunt und farbenprächtig war.

Wir erklimmen die Pyramide des Mondtempels. Die Klettertour ist sehr steil und sehr heiß. Die einzelnen Stufen sind wirklich hoch und wir verstehen, dass sich manche Leute recht dankbar an dem Seil, welches den Auf- vom Abgang trennt, hinaufziehen. Oben auf der ersten Etage werden wir dafür mit einem sehr guten Überblick über gesamte Anlage belohnt.

Mondpyramide
IconMondpyramide

 

Stiegen der Mondpyramide
IconStiegen der Mondpyramide

 

Ein Teil unserer Reisegruppe hat sich hier eingefunden und wir werden zum Gruppenfoto gerufen. Zuerst Alexander, der schon in der Nähe steht und dann Karin mit den Worten „Du Frau, komm auch her!”.

Nach unseren Namen gefragt tätigt Karin weil wir die einzigen Österreicher sind und in Anspielung an den Film, den alle während des Langstreckenfluges gesehen haben den folgenschweren Ausspruch: „Lissi und Franzl”.

Diese Spitznamen sollten uns dann auch bis nach unserem gemeinsamen Urlaub bleiben. Und so lernen wir also die Mädels Birgit und Ute, Arne mit seinen Eltern Elsbet und Wulf kennen, mit denen wir auch gemeinsam nach Guatemala weiterreisen werden. Ebenfalls mit von der Partie sind Christine und Werner, die allerdings die Mexiko Lindo-Tour machen und von denen wir uns morgen wieder trennen werden.

Gedränge an der Spitze der Sonnenpyramide
IconGedränge an der Spitze der Sonnenpyramide

 

Sonnenpyramide
IconSonnenpyramide

 

Als wir vom Mondtempel wieder herunterkommen, geht Beatriz mit uns gemeinsam zu Fuß zum Sonnentempel. Wir bekommen 45 Minuten Zeit um die Sonnenpyramide zu erklimmen, zu fotografieren und herumzulaufen. Mit offenem Mund sehen wir die Menschenmassen am Fuße des Sonnentempels, die zum Hinaufklettern angestellt sind und auch die, welche schon oben waren und nun wieder herunter krabbeln.

So ein Almauftrieb! Nein danke, da wollen wir unter diesen Umständen nicht hinauf. Lieber beobachten wir das bunte Treiben von unten ein wenig und schießen ein paar Fotos.

Durch eine Standlzeile schlendern wir retour zum Busparkplatz. Hier kann man von Mariachi-Hüten bis originalen Antiquitäten und hochkarätigen Edelsteinen einfach alles kaufen. Und ganz billig! Nach und nach trudeln die Mitglieder unserer Reisegruppe ein und gemeinsam geht es nun zum Mittagessen in ein Lokal in der Nähe, welches sich passender Weise Mi Mexico Lindo nennt.

Nach obenMittagessen im Mi Mexico Lindo

Anthropologisches Museum
IconAnthropologisches Museum

 

Anthropologisches Museum
IconAnthropologisches Museum

 

Anthropologisches Museum
IconAnthropologisches Museum

 

Das erste, was uns auf fällt sind sehr, sehr saubere Toiletten! Frisch gewaschen schmeckt auch das Essen gleich noch einem Deut besser. Karin bestellt Quesiladas (Käsepalatschinken), Alexander Enchiladas Rojo mit Hühnchen und roter Sauce. Dazu 2 Coronas zum Trinken und dudelnde Mariachi zum Anhören.

Die Herren sind bemüht, singen aber wirklich falsch. Durch einen vis-a-vis sitzenden in Costa Rica geborenen Schweizer mit Heimvorteil - der Herr sprach fließend Spanisch - kamen wir in den Genuss einer Simultanübersetzung der Liedertexte. Hach, hier ist die Welt für den Großteil der Männer wohl noch in Ordnung. Mui macho!

Anschließend an das leckere Mahl gibt es gleich nebenan eine kurze Einführung in die Herstellung von Pulque (vergorenem Agavensaft und so etwas wie der Ur-Tequila) und andere Nutzungen der Agave. Ein kleiner, dicker Mexikaner präsentiert dies alles in bestem Deutsch und ausgesprochen humorig.

Anthropologisches Museum

 

Danach bekommen wir die Möglichkeit Kunsthandwerk von der lokalen Kooperative zu erstehen. Haben wir auch! Im Gegensatz zu vielen Souvenirs, die einem wortreich direkt bei den Sehenswürdigkeiten aufgeschwatzt werden, handelt es sich hier tatsächlich um Kunsthandwerk und nicht um billige Plastikimitate Made in China. Wir erstehen eine sehr schöne Azteken-Maske aus Obsidian mit verschiedenen Halbedelsteinen, die je nach Lichteinfall ihre Farben ein wenig ändern.

Weil Birgit eine ebensolche Maske kauft gibt es auch noch ein paar Prozent Mengenrabatt und einen Obsidiansockel für jede Maske als Draufgabe. Ein angenehmer Kauf, denn sowohl der Händler als auch wir haben das Gefühl, ein gutes Geschäft gemacht zu haben. Wir ziehen beglückt mit unseren schweren und gut eingepackten Erinnerungsstücken von dannen.

Nach obenAnthropologisches Museum

Anthropologisches Museum, Innenpatio

 

Anthropologisches Museum, Innenpatio
IconAnthropologisches Museum, Innenpatio

 

Nach dieser Mittagspause geht es ins Anthropologische Museum, wo wir eine interessante aber doch Monsterführung von Beatriz erhalten haben. In 12 Ausstellungssälen werden die unterschiedlichen Regionen und Kulturen Mesoamerikas hier vorgestellt. Es ist schier unglaublich, welche Fülle an Fundstücken und Repliken hier dargeboten werden. Die Erklärungen sind meist nur auf Spanisch vorhanden, doch selbst mit einem Guide wie unserer Beatriz ist man von den Informationen, die hier auf einen einprasseln einfach erschlagen.

Teotihuacanos, Azteken, Tolteken, Mixteken, Olmeken, Mayas ... uns raucht der Kopf. Ein Exponat ist sehenswerter als das andere. Eine Totenmaske aus Teotihuacan, der Piedra del Sol oder Stein der 5. Sonne, eine Replik der Federkrone Moctezumas II. - das Original haben wir in Wien in unserem Völkerkundemuseum. Nachgebaute Gräber und Tempel, Götterstatuen, Schmuck, Gebrauchsgegenstände - alles ist hier zu finden.

Wer von den geschichtlichen Exponaten noch nicht genug hat, der kann sich im Obergeschoss Sammlungen mit völkerkundlichen Exponaten von prähispanischen bis heutigen Indigenas betrachten. Hier lernt man auch die Stämme an ihren unterschiedlichen Trachten auseinander zu halten - vorausgesetzt man bringt dafür noch genug Aufmerksamkeit mit.

Nach etwas mehr als 2 Stunden sind wir fix und fertig und bringen nur mehr alles durcheinander. Erschöpft lassen wir uns auf einer Bank vor dem Brunnen im Chapultepec-Park nieder, was auch unsere Mitreisenden einer nach der anderen tun. Genug der Kulturen, wir wollen jetzt nur Wasser trinken und die schönen, lila Jacaranda-Blüten anschauen.

Anthropologisches Museum
IconAnthropologisches Museum

 

Anthropologisches Museum
IconAnthropologisches Museum

 

Anthropologisches Museum
IconAnthropologisches Museum

 

Als alle beisammen sind geht es im Bus zurück zum Hotel. Unsere Rundreise bringt uns morgen nach Guatemala und wir werden um 10:00 Uhr zum Flughafen abgeholt. Die Teilnehmer der Mexico Lindo-Tour müssen schon um 08:00 weiterziehen. Wir veranstalten eine kleine Kollekte als Dankeschön für Beatriz und Fahrer und sagen auf Wiedersehen.

Im Hotel gibt es erst mal eine Lagebesprechung bei Bier auf der Dachterrasse. Wir wollen gemeinsam in der Nähe etwas essen gehen. Es folgen ausgiebiges Duschen, Umziehen und ein Abendessen bei einem Italiener ums Eck.

Es schmeckt uns gut, aber im Vergleich zu gestern ist es diesmal eher teuer: USD 80.- zahlen wir für uns beide. Konsumiert haben wir Salat, Pasta, Wein, Wasser, Kaffee und Tequila. Nach dem Dinner teilt sich unsere kleine Gruppe in die, welche noch Tequila trinken gehen und Elsbet, Wulf und uns, die wir retour ins Hotel schlendern und nichts als schlafen wollen. Es war ein langer Tag mit vielen interessanten Erlebnissen - gute Nacht!

zu den FAQs und den Kommentaren
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