Kein Schatten ohne Licht

Foto: meine Horrorvision
meine Horrorvision
laute Klimaanlage in schäbiger Umgebung

 

Weil der Sommer 2003 ja wirklich ein Jahrhundertsommer ist, können wir die Rekordtemperaturen ganz hautnah in unserer Dachmaisonette mit südseitiger Terrasse erleben - uff, schwitz, stöhn! Was liegt da näher, als der Wunsch nach Abkühlung in Form einer fixen Klima-Anlage (Split-Gerät).

War ich auch voll dafür, bis ich das erste Mal so richtig mitbekommen hab', dass ich für das Außengerät ein Stückchen meines geheiligten Zaubergartens hergeben soll. Von dem Moment an war ich - na ja, sagen wir mal „etwas schwierig”. Ich hatte nur mehr Horrorvisionen von zweitklassigen Hotelhinterhöfen, wo ein äußerst hässliches Klima-Ungetüm ohrenbetäubenden Lärm verbreitet, anstelle von Vogelgezwitscher zwischen blühenden Ranken. Aus der Traum vom grünen Glück. Alles Hegen und Pflegen vergeblich. Welch ein Drama!

Zu meinem Glück ist Alexander aber erstens sowieso ein Lieber und Verständnisvoller und zweitens ja ein sehr aufmerksamer NLPler. So hat er mir durch geduldiges Anhören meines Gejeiere über die bevorstehenden Unbilden plötzlich zu einer ganz neuen Entfaltungsmöglichkeit verholfen - dem Unternehmen „Rosenbrüstung”. Und wieder mal bewahrheitet sich eines meiner Lieblingszitate: „Oft geht das Gefürchtete segnend an uns vobei.” (Bert Hellinger)

Nach obenDie räumlichen Gegebenheiten

Unsere Terrasse ist quasi in 2 Räume unterteilt. Da gibt's einerseits den etwas breiteren Teil vor den Küchenfenstern. Hier stehen unsere Teak-Garnitur, der Grill im Ruhezustand und zum Geländer hin die großen Pflanztröge und -töpfe. Wir nennen es unser Essplatzerl, obwohl Essen eigentlich das ist, was ich am seltensten hier heraußen tue. Und dann gibt's noch den etwas schmäleren Teil vor den Wohnzimmerfenstern.

Da wohnt am Ende die grüne Alutruhe mit den Klappbetten und Polstern und es ist auch unser Grillplatz. Drei lange Balkonkästen hab' ich innen am Geländer angebracht, wo jedes Jahr üppige Balkonblumen überhängend in unsere Terrasse wachsen. Die sollen nun wegkommen, weil hier (das ist aber mittlerweile gar nicht mehr so sicher) die Alutruhe hinkommt und wir die sonst nicht ungehindert öffnen können. Es gibt aber die Brüstung: 70 cm hoch, 40 cm tief und 560 cm lang. Da kann man super-viele Töpfe hinstellen und die Pflanzen dürfen auch ein bisschen höher sein, damit wir vom Wohnzimmerfenster aus etwas Schönes sehen!

Nach obenDie Gestaltungswünsche

Zum Verein der anonymen Hortomanen (jene Spezies, für welche un-heimliches Gärtnern zu einer unstillbaren Sucht geworden ist) gehöre ich ja schon etwas länger, jetzt hat mich aber auch noch ein ganz spezieller Virus befallen: Rositis lat. oder auch Rosensucht dt.

Foto: Rosen und Clematis
Rosen und Clematis
Renishaw Hall Gardens, UK

 

Angefangen hat's noch relativ harmlos mit dem Fairy-Hochstämmchen, von dem ich ja schon erzählt hab'. Mittlerweile hab' ich von so vielen schönen Rosen gelesen und Bilder gesehen, dass für mich fest steht, was auf die Terrassenbrüstung kommen soll: ROSEN!

Zu bedenken gilt es, dass die Töpfe nicht zu hoch sein dürfen - obwohl Rosen ja Tiefwurzler sind - weil wir sonst vom Wohnzimmerfenster aus in eine terrakotta-farbene Wand schauen. Das wäre wenig ansprechend! Außerdem müssen die Kübel auch irgendwie gesichert werden. Nicht auszudenken, wenn so ein Rosenkübel vom Dachgeschoss auf die Straße donnert!

Die Rosen, die ich mir wünsche, sollen allesamt nicht höher als 1 Meter werden, die höchsten in der Mitte, zu den Seiten hin die niedrigeren. Von den Farben her hätte ich gerne von Purpur-Rot über verschiedene Rosa-Töne bis hin zu rosa überhauchtem Weiß. Dazwischen natürlich blaue Stauden, um die Farben zu verbinden und besser zur Geltung zu bringen. Und eines noch - diesmal MÜSSEN sie duften!

Nach oben„Nur schauen…”

Das hab' ich mir ehrlich ganz fest vorgenommen, als ich losgezogen bin, um geeignete Kübel zu kaufen. Beim ersten Anlauf war das auch gar nicht schwer. Unglaublich, was für arme, kranke Rosen ich da in namhaften Gartencentern gesehen habe . Voll von Sternrußtau, Mehltau, Rosenrost, Ungeziefer in den Containern, die noch dazu bis zur Hälfte im Wasser standen, Beschriftungen so falsch, dass es sogar mir als Rosen-Laie aufgefallen ist. Da wird Lust zu Frust! Zumindest geeignete Töpfe hab' ich aber gefunden und mal einen ersten Schwung erstanden.

Foto: Drei Rosen
Drei Rosen
Leonardo da Vinci, Grimaldi und Chartreuse de Parme

 

Der zweite Anlauf wurde notwendig, weil ich in meiner Vorsicht zu wenige Töpfe gekauft hab' - und damit nahm das Verhängnis seinen Lauf… Heiß war's an diesem Samstag Nachmittag, sodass wir eh zu nichts wirklich Lust hatten. Alexander hat sich für ein Nickerchen im Kühlen entschieden und ich bin losgefahren. Zuerst die Töpfe nachgekauft, das ging ruck-zuck. Dann ist mir die Idee gekommen, doch wieder einmal beim Starkl vorbei zu schauen.

Außer ein paar anderen weiblichen Hortomanen, die vor sich hin summend von Blume zu Blume spazierten wie etwas lethargische Schmetterlinge, weit und breit kein Mensch. Nur Ruhe und träge Nachmittagshitze. Dann hinaus in den Rosen-Bereich. Aaaah, wie gut das hier schon riecht!

Gut eine Stunde bin ich zwischen den duftenden Rosen herumgewandert, habe dort geschnuppert, da eine zurecht gerückt und näher betrachtet… und bin schließlich mit 3 Stück gesunden, knospenden Rosen selig von dannen gezogen . Meine Errungenschaften „Chartreuse de Parme”, „Leonardo da Vinci” und die Malerrose „Grimaldi” tragen derzeit allabendlich zu meiner olfaktorischen Freude bei.

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